Frauen und Männer in der Gemeinde, Teil 1
1. Der Dienst der Frauen im Reich Gottes
Denn Gott ist nicht ⟨ein Gott⟩ der Unordnung, sondern des Friedens. Wie ⟨es⟩ in allen Gemeinden der Heiligen ⟨ist⟩, 34 sollen die Frauen[31] in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. 35 Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden. 36 Oder ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist es zu euch allein gelangt? 37 Wenn jemand meint, ein Prophet oder ⟨sonst⟩ ein Geistbegabter zu sein, so erkenne er, dass das, was ich euch schreibe, ein Gebot des Herrn ist. 38 Wenn aber jemand das nicht erkennt, so wird er auch ⟨von Gott⟩ nicht erkannt. 1. Kor 14/33
Wenn man nur diesen Text aus 1. Korinther 14/33 zur Frage, ob Frauen lehren oder predigen dürfen anschaut, dann ergibt sich daraus eine klare Aussage. Ein Gebot, ja ein Befehl aus apostolischer Autorität, die über zwei Jahrtausende weder angezweifelt noch relativiert wurde. Frauen sollen im Gottesdienst und in der Gemeindeversammlung schweigen. Eine Aussage, die heute kaum mehr irgendwo aufrechterhalten werden kann, aber ist sie deshalb weniger Gottes Wille? Die Korinther von damals, im ersten Jahrhundert n.Chr. war anscheinend so, dass Frauen mehr und mehr Einfluss auf das Gemeindeleben und auch die Verkündigung übernommen haben. Was war der Grund, gibt es Ähnlichkeiten zur heutigen Zeit? Um dieser Frage nachzugehen, müssen wir uns die gesellschaftlich, politische Entwicklung der letzten beiden Jahrhunderte, insbesondere der Nachkriegszeit bis heute vergegenwärtigen. An dieser Stelle kann es aber nur um einen großen Überblick gehen, der aber hilft, das veränderte Verhältnis von Mann und Frau im Rahmen einer göttlichen Schöpfungsordnung zu begreifen.
Emanzipation, die Frau übernimmt immer mehr Verantwortung in Gesellschaft und Politik.
Traditionelle Aufgabenverteilungen in Familie und Beruf zwischen Mann und Frau verändern sich. Frauen werden nicht mehr nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Leben immer präsenter.
Die Gender-Ideologie gewinnt immer mehr Einfluss und breit sich durch Politik und Staat auch im privaten Leben immer mehr aus. Unterstützt von den Medien verändert sich das seit Jahrtausenden überkommene Menschenbild radikal und rasant. Der Unterschied zwischen Mann und Frau verwischt sich immer mehr.
Das Christentum als kulturelle Grundlage, auf der sich einst Wissenschaft, Fortschritt und soziales Miteinander begründet haben, wird immer unbedeutender. Eine Individualisierung schreit fort, das Glück des Einzelnen steht immer mehr im Vordergrund, begleitet oftmals vom Zerfall von Familie und Vereinsamung.
Der Sozialstaat gewinnt immer mehr an Bedeutung, der Aufwand für soziale Unterstützung vervielfacht sich seit den Sechzigerjahren. Die Abhängigkeit vom Staat schreitet voran.
Männer ziehen sich oft in Nischen und private Ambitionen zurück und überlassen ihren Frauen Entscheidungen und Aufgaben.
Wie ein Spiegelbild dazu entwickeln sich auch Kirchengemeinden in Westeuropa, die mehr und mehr von Frauen ausgestaltet und geleitet werden. Parallel dazu setzt sich der Trend zum Gemeindesterben und zur pastoralen Zusammenlegung von Gemeinden fort, Gottesdienste werden immer weniger besucht.
Ab den Sechzigerjahren werden Freikirchen nach amerikanischen Vorbild immer erfolgreicher. Traditionelle Liturgien werden aufgebrochen, die Predigten orientieren sich mehr an der praktischen Anwendung im Leben, an einem authentischen Christsein. Lebendige Glaubensgemeinschaften, getragen vielerorts von Hauskreisen und anderen Aktivitäten, entstehen.
Evangelikal oder charismatisch/pfingstlerisch sind ein westliches Unterscheidungsmerkmal der Freikirchen geworden. Während die beiden großen Kirchen weiterhin an erstarrten Gottesdienstformen festhalten und sich nur langsam dem Zeitgeist anpassen, bricht in den Freikirchen mehr und mehr das Verlangen durch, sich der Welt anzupassen. Beispielsweise durch moderne Lieder oder unterhaltsame Predigten, in denen mehr Geschichten als das Evangelium verkündet wird; in Stil und Auftreten dem Medienkonsum abgeschaut. Gleichzeitig entwickelt die charismatische Gemeindebewegung einen Heils- und Wunderglauben, der vor allem sich auf die Vollmacht der Apostel in den ersten Gemeinden im Mittelmeerraum begründet. Ungeachtet dessen, dass ganz offensichtlich einige dieser Fähigkeiten, wie das Sprachenreden und die Totenerweckung heute kaum mehr möglich sind, steigern sich viele Gläubige in ein sakrales Bewusstsein hinein, in dem die Treue zum Wort und zu Fragen der Umkehr und Buße immer bedeutungsloser werden. Fromme Gefühle ersetzen Lehre und Bibelkenntnis. Man hat sich einen Platz im Himmel schon längst erjubelt. Vor diesem Hintergrund, aber auch vor dem gesellschaftlichen Niedergang der traditionellen großen Kirchen und der Abkehr einer ganzen Gesellschaft von der christlichen Tradition, nehme Unglaube, Irrlehren und Okkultismus durch fernöstliche Religionen rasant zu.
Begleitet von dramatischen Veränderungen im ökologischen Gleichgewicht der Erde, dem vermehrten Aufkommen von Naturkatastrophen und der Zunahme von Revolutionen und Kriegen seit der letzten einhundertfünfzig Jahre stellt sich kaum jemand mehr die Frage nach Gott, seiner Gerechtigkeit und seinen Plänen. Auch die Christenheit von heute verharrt in der Regel in einem Augen-zu-und-durch, obwohl die Bibel durch die Propheten des Alten Testaments und die Offenbarung des Johannes eine Fülle von Zukunftsperspektiven anbieten.
Für das Folgende gilt, dass Paulus seine Vollmacht als Apostel bekräftigt:
1 Timotheus 2/5:
5 Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 7 Dafür bin ich eingesetzt worden als Herold und Apostel – ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht –, als Lehrer der Nationen in Glauben und Wahrheit.
Danach nimmt er zur Rolle von Frauen und Männern in der Gemeinde Stellung. Weiter unten in 1. Korinther 14/38 wird er betonen, dass diejenigen, die dem widersprechen von Gott verworfen sind.
1 Timothus 2/8:
8 Ich will nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung; ebenso, dass auch ⟨die⟩ Frauen sich in anständiger Haltung mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, 10 sondern ⟨mit dem⟩, was Frauen entspricht, die sich zur Gottesfurcht bekennen, durch gute Werke. 11 Eine Frau lerne in der Stille in aller Unterordnung. 12 Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht über den Mann zu herrschen, sondern ⟨ich will⟩, dass sie sich in der Stille hält, 13 denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva; 14 und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung. 15 Sie wird aber durch das Kindergebären ⟨hindurch⟩ gerettet werden, wenn sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligkeit mit Sittsamkeit.
Paulus spielt hier auf das Verhalten der Frau beim Sündenfall im Paradies an. Sie hat sich von der Schlange verführen lassen, nicht der Mann. Auch hat sie die Entscheidung von der verbotenen Frucht zu essen allein getroffen, nicht in Partnerschaft mit ihrem Mann. Insofern fällt dem Mann eine höhere Verantwortung zu wenn es darum geht, Irrlehre zu widerstehen und im rechten Glauben zu bestehen. Der Hinweis auf das Kindergebären meint nicht, dass Frauen nur gerettet werden, wenn sie Kinder bekommen. Hier soll nur angezeigt werden, dass allein schon die Erfahrung als Mutter und die Erziehung von Kindern eine tiefgreifende Erfahrung darstellen, die Frauen davor schützt, sich Verführungen hinzugeben und Irrglauben nachzulaufen. Frauen können durch das Kindergebären eine Erfahrung machen, die Männern nicht gegeben ist. Männer sind von daher auf andere Einflüsse angewiesen, beispielsweise durch das Vorbild des Vaters oder durch positive Männergemeinschaft, wenn es in Sprüche 27/17 heißt: . Eisen wird durch Eisen geschärft, und ein Mann schärft das Angesicht seines Nächsten.
1 Korinther 14/33
Wie ⟨es⟩ in allen Gemeinden der Heiligen ⟨ist⟩, 34 sollen die Frauen in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. 35 Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden. 36 Oder ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist es zu euch allein gelangt? 37 Wenn jemand meint, ein Prophet oder ⟨sonst⟩ ein Geistbegabter zu sein, so erkenne er, dass das, was ich euch schreibe, ein Gebot des Herrn ist. 38 Wenn aber jemand das nicht erkennt, so wird er auch ⟨von Gott⟩ nicht erkannt.
(Elberfelder)
Kann man davon ausgehen, dass Paulus hier nur den Frauen in Korinth ein Redeverbot erteilt hat, weil sie die Gemeinde negativ beeinflusst haben? Wohl kaum:
Schon bevor Eva in Sünde gefallen war, hat sie Gottes Wort manipuliert: 1Mo 3,3 ...aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Hier fügt Eva etwas Gottes Wort in 1. Mose 2/17 hinzu, was Gott gar nicht gesagt hat. Natürlich durften die ersten Menschen alle Bäume berühren, nur das Essen war in diesem Fall verboten. Später wird es zur Irrlehre gehören, dem Wort Gottes etwas hinzuzufügen (katholische Kirche) oder etwas wegzulassen (Zeugen Jehova u.a. Sekten).
Eva diskutiert mit dem Satan und glaubt ihm mehr als Gott: Ihr werdet sein wie Gott, behauptet die Schlange, damit macht sie Gott zum Lügner.
Sie als Frau isst von der verbotenen Frucht und wird damit sterblich. In der Folge werden alle Nachfahren ebenfalls sterblich und erben die Ursünde. Somit kann man nicht sagen, dass nur bestimmte Frauen (die von Korinth) von den Folgenden dieser Sünde betroffen sind. Alle Frauen sind von Eva geprägt, so wie alle Männer den alten Adam in sich tragen und die Sünde ihren Söhnen vererben.
Sie trifft die Entscheidung vom Baum der Erkenntnis zu essen allein, ohne dies mit ihrem Mann zu besprechen.
Zum Thema Ehe aus dem 1. Petrus Brief Kap. 3, der etwa zur gleichen Zeit geschrieben wurde:
Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Wort durch den Wandel der Frauen gewonnen werden, 2 indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben! 3 Euer Schmuck sei nicht der äußerliche durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, 4 sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen ⟨Schmuck⟩ des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. 5 Denn so schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten; 6 wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, indem ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet. 7 Ihr Männer ebenso, wohnt verständnisvoll ⟨mit ihnen⟩ zusammen als dem schwächeren, dem weiblichen Gefäß, und gebt ⟨ihnen⟩ Ehre als ⟨solchen⟩, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden!
Wer sich im westlichen Europa heute mit dem Hinweis outen würde, Frauen dürften laut Paulus in der Gemeindeversammlung nicht lehren oder predigen oder gar Pastoren werden, würde weitgehend auf Unverstand, ja heftige Ablehnung stoßen. Die Frage, ob solch eine Bibelauslegung "zeitgemäß" wäre, findet sich vor allem in der liberalen Theologie wieder, die die Bibel gerne nach Ungereimtheiten und unzeitgemäßen Forderungen durchkämmt. Unschwer zu erkennen, wie sehr eher der Zeitgeist, mit seiner Vergötterung des Feminismus, diese Einstellung befördert als Bibelstudium. Ungeachtet dessen, dass die Heilige Schrift selbsterklärend ist und keine "Auslegung" durch kluge und gescheite Köpfe braucht. Nämlich durch die Priesterschaft aller (männlichen) Gläubigen ist jeder in der Lage den Willen Gottes zu erkennen. Durch das Wirken des Heiligen Geistes, durch Bibelstudium oder aber durch die Beobachtung der Natur, wie bei den Heiden, die die Schrift noch nicht kennen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Bibelkenntnis in der Christenheit auf einem Tiefstand angekommen ist. Meinungen und Gefühle ersetzen vielerorts den Umgang mit dem Wort Gottes, der Zeitgeist durchdringt die Gemeinde Christi wie der besagte Sauerteig, vor dem uns Jesus in Matthäus 13,33-35 warnt.
Wenn man überprüfen möchte, ob eine theologische Aussage zu den oben genannten Bibelstellen richtig ist, dann kann man 1. Korinther 14/37 heranziehen:
Wenn einer meint, er sei ein Prophet oder vom Geist erfüllt, der erkenne, dass es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe. 38 Wer aber das nicht erkennt, wird nicht erkannt. Ein ernstes Wort des Apostels, das damit droht, dass jeder von Gott verworfen wird, der diesen Vers nicht anerkennt.
Wie aber konnte es kommen, dass Frauen überhaupt in das Predigtamt berufen wurden? Diese Entwicklung hat ganz unterschiedliche Gründe, hier ein paar Beobachtungen dazu:
Die gesellschaftliche, politische Entwicklung seit dem 18. Jahrhundert, in der Wissenschaft und Philosophie als Gegenentwurf zum christlichen Glauben aufgebaut wurden.
Der allgemeine Verfall des Glaubens, Kirchenaustritte, fehlende Männer in den Gemeinden, die Institutionalisierung und Zentralisierung der Kirche durch Bischöfe, Kardinäle, Verbandsleiter (Präses)...
Die vereinsmäßige Organisation der Kirchengemeinde mit Leitung, Vorstand und einer geistlichen Führung, meist durch eine zentrale Person, den Pfarrer, Priester. Die Gemeinde wird mehr und mehr passiv.
Die Abhängigkeit von staatlichen Zuwendungen und der Kirchensteuer.
Zunehmt Irrlehren durch eine "liberale Theologie", die wesentliche Inhalte der Bibel ausklammert und dem jeweils herrschenden Zeitgeist unterwirft.
Während der Frau, laut Paulus, das Reden in der Gemeindeversammlung mit apostolischer Vollmacht verboten ist, sollen die Männer nicht nur in der Gemeindeversammlung still dasitzen und zuhören, sondern ihren Glauben vertiefen, indem sie Fragen stellen, weissagen und prophetisch reden. Dieses Modell der Urgemeinde findet sich kaum mehr irgendwo wieder, meist begnügt man sich mit dem passiven Zuhören von Predigten.
Frauen dürfen, laut Paulus, in der Gemeindeversammlung nur zuhören und sollen Fragen zu Hause an ihre Männer richten. Begründet wird dieses Redeverbot in der Gemeinde damit, dass es die erste Frau (Eva) war, die den Bund mit Gott gebrochen hat und ihren Mann dabei nicht befragte. Siehe oben. Frauen sollen ihre Männer befragen, vor allem darum, dass sie, als aufmerksame Zuhörerinnen in der Gemeinde, ihre Männer auf Trab halten sollen. Die Männer werden gezwungen, sich in der Bibel schlau zu machen, um Rede und Antwort stehen zu können. Auch lesen wir, dass Paulus Priszilla und Aquila "meine Mitarbeiter in Christus" nennt. So belehrten die beiden Markus, den späteren Verfasser des Markus-Evangeliums. Allerdings geschah dies nicht in der Gemeinde, sondern bei sich zu Hause.
Rückblickend kann man wohl sagen, dass das Christentum seit der Reformation einen ständigen Abfall von der Bibel erlebt hat und wir uns heute mit der letzten, der sogenannten Endzeitgemeinde, Laodizea aus den sieben Sendschreiben identifizieren können. (Weder heiß noch kalt.) Das letzte große Aufbäumen des Christentums war der Pietismus im 17./18. Jahrhundert. Hier wurde die Reformation mit besonderer Betonung auf Nächstenliebe und Weltmission wieder belebt. Schon damals bekämpft von der aufkommenden evangelischen Kirche, die sich der herrschenden Politik gerne andiente und sich von ihr abhängig machte (Z.B. Kirchensteuer durch Bismarck vorangetrieben.)
Vor diesem Hintergrund ist es nur verständlich, wenn ein osteuropäisches Land wie Lettland wieder aus der Frauenordination aussteigt, vermutlich weil man in der Not die Bibel genauer liest und als verbindlich anerkennen. Dass sie von ihrer "Bruderkirchen" in Westeuropa dafür massiven Druck bekommen ist nachvollziehbar, sind hier Frauen doch in allen Ämtern vertreten. Der Blick auf den Niedergang der Kirche verbietet sich in diesem Zusammenhang wie von selbst.
An dieser Stelle treffen wir auf ein zentrales Problem des Westens, gesellschaftlich aber auch im spirituellen Bereich, das Verschwinden männlicher Identität und Berufung. Wie schon von Paulus angedeutet, hat Gott dem Mann bestimme Fähigkeiten übertragen, die von den Frauen schwerlich übernommen werden können. (In Notzeiten, wie Kriegen und Verfolgung entstehen Ausnahmesituationen, wo Frauen die Stelle von Männern übernehmen müssen). Ebenso hat Gott den Frauen Fähigkeiten gegeben, die wiederum vom Mann kaum oder gar nicht übernommen werden können. Durch diese Schöpfungsordnung, nach der sich Mann und Frau ergänzen sollen, werden Ehen in die Lage versetzt, Herausforderungen der Welt und Beziehungskonflikten zu begegnen. (Siehe Scheidungsrate von ca. 50%)
2. Der Dienst der Männer im Reich Gottes
Die Aufgabenverteilung von Mann und Frau nach Gottes Ratschluss ist in den letzten Jahrzehnten, vornehmlich in der westlichen Hemisphäre, ins Ungleichgewicht geraten. Ohne an dieser Stelle auf die Situation der "emanzipierten" Frau einzugehen, haben wir es vor allem mit einem Verschwinden von Männlichkeit zu tun, mit verheerenden Folgen für beide Geschlechter. So kann man sicherlich auch feststellen, dass die Anpassung der Kirchen an gesellschaftliche Veränderungen und der Verfall des Glaubens miteinander zu tun haben.
Schließlich ein paar weitere Gründe für die Priesterschaft der Männer. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Priesterschaft heute vor allem die Institutionalisierung in größeren Kirchenverbänden meint. Hier werden Priester bzw. Pastoren, Bischöfe und ein Präses ordiniert, von der Priesterschaft "aller Gläubigen" ist hier nicht mehr die Rede. Paulus geht aber davon aus, dass Priester durch die Ältesten einer Ortsgemeinde erkannt und in ein Gemeindeamt-berufen-werden, geleitet vom Heiligen Geist. Dass Gemeinde Älteste, Diakone und andere Mitglieder der Gemeindeleitung wählen lässt, ist in diesem Sinne nicht Bibel-gemäß. Daher:
Jesus hat nur Männer zu seinen Aposteln (Verkündern) ernannt.
Die Heilsgeschichte ist im Wesentlichen durch Männer vorangetrieben worden.
Einzelne Frauen spielen darin immer wieder eine wichtige Rolle, (Ruth, Esther, Maria, Martha, Maria...) aber ihnen wurde nie ein Predigt- oder Lehramt (vor der Gemeindeversammlung) übertragen. Ferner besteht ein grundlegender Unterschied zwischen Altem Testament und den Aufgaben der Gemeinde.
Priesterschaft bedeutet nicht nur Vermittler vor Gott zu sein, sondern auch in der vordersten Reihe im geistlichen Kampf zu stehen.
Priester und Pastoren, insbesondere der bekennenden Kirche, wurden für ihren Glauben gequält, gefoltert, misshandelt und hingerichtet. Bei Frauen käme noch der Tatbestand der Vergewaltigung dazu.
Priester stehen aber auch immer in der Gefahr, Versuchungen zu erliegen, sei es sexueller oder materieller Art. Der Teufel weiß, wie sehr er die Gläubigen treffen kann, wenn er das Haupt einer Gemeinde zu Fall bringt. Abfall vom Glauben, Sünde und Gottlosigkeit von Pastoren und Priestern führt in der Regel zu tiefen Erschütterungen und Kirchenaustritten.
So wie Jesus als Hohepriester sein Leben für die Seinen hingegeben und für sie gelitten hat, so beinhalte das Priesteramt vor allem Opferbereitschaft. Wer also von Diskriminierung spricht, wenn Frauen vom Priesteramt ausgeschlossen sind, weiß nicht wovon er spricht. Es geht hier nicht um ein Recht, sondern um eine Berufung. Genauso könnte man davon sprechen, dass Frauen ein Recht haben in Verfolgung und Anfechtung zu leben.
Priesterschaft ist nur in kirchlichen Institutionen ein meist gut bezahltes Amt mit sozialer Absicherung, eine einflussreiche Stellung mit Karrierechancen. Priesterschaft in einer unabhängigen "freien" Ortsgemeinde bedeutet nicht nur in der Familie, in der Gemeinde, in Stadt und Welt Ansprechpartner und Vermittler Gottes zu sein. Priesterschaft bedeutet Bereitschaft zu beten und zu leiden. Dafür braucht es keine Ordination, ja nicht einmal eine Bezahlung. Paulus war deshalb so frei, das Wort Gottes zu verkünden, weil er sein Geld aus Zeltmacher verdiente und somit weitgehend unabhängig von einem "Anstellungsvertrag" war. Die komplexen Aufgaben heutiger Gemeinde machen es aber auch wiederum notwendig, Pastoren und Diakone einzustellen, das sein hier unbenommen. Gleichzeitig muss man aber auch davon ausgehen, dass Gott Begabungen in einer Gemeinde so verteilt, dass rein "ehrenamtlich" die allermeisten Dienste von Gemeindemitgliedern gestellt werden können. Hier stoßen wir auf die Frage, welche Prioritäten der/die Einzelne in seinem Glaubensleben stellt.
Was kann nun ein gläubiger Mann machen, um in Konflikten in der Gemeinde, der Familie oder anderswo wie das Gleichgewicht zu finden?
Suche die gesunde Lehre, von der Paulus spricht.
Tue Buße und bekenne deine Versäumnisse vor Gott, ihm allein die Ehre zu geben.
Markiere Bereiche in deinem Leben, die sich an der "ungesunden" Lehre orientieren und meide sie.
Suche dir Gefährten, mit denen du auf die Reise gehen kannst, hin zum männlichen Herz. Bedenke, als Einzelkämpfer wirst du keinen Sieg davon tragen.
Liege allezeit vor Gott im Gebet und bitte IHN um Weisheit und Erkenntnis, in dem Du Deine Sünden bekennst und bereit bist von falschen Wegen umzukehren.
Beschäftige dich mit der geistlichen Waffenrüstung, von der Paulus spricht.
Dringe in deiner Gemeinde auf die gesunde Lehre und ein ständiges Bibelstudium.
Lege alle Menschenfurcht ab und teile das Wort Gottes und geistliche Eindrücke unerschrocken.
Predige deiner Familie das Wort Gottes und sei wachsam gegenüber geistigen und geistlichen Einflüssen, die Familienangehörige vom Glauben wegziehen wollen.
Erziehe deine Kinder im Glauben.
Achte darauf, was ihnen in der Schule begegnet und schütze sie vor Missbrauch, insbesondere vor übergriffiger, die Scham verletzender Sexualkunde.
Die sexuelle Reife der Kinder darf nicht vorzeitig geweckt werden: Hl 8,4 Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems: Was wollt ihr wecken, was aufstören die Liebe, bevor es ihr ⟨selber⟩ gefällt!
Frage Gott stets um Rat, wie du den Herausforderungen einer gottlosen Welt begegnen kannst.
Bleibe im Gebet für deine Familie, die Gemeinde, die Schule und die Stadt, in der ihr lebt.
Ehre vor allem deine Frau, zeige ihr Wertschätzung, entziehe dich nicht ihren Bedürfnissen, so wie sie sich auch nicht dir entziehen soll.
Tauscht euch regelmäßig vor dem Angesicht Gottes aus, vergebt aneinander und haltet zusammen mit euren großen Kindern das Abendmahl. Segnet und betet füreinander.