Frauen im Reich Gottes

Um die folgenden Aspekte für die Rolle der Frau im Reich Gottes zu beleuchten, soll es zunächst um die heutige Lebensperspektive von Frauen gehen und die Frage: Finde ich einen (gläubigen) Mann?* Von der Bibel her ist die Bestimmung der Frau der Ehebund als Gehilfin des Mannes. Hier geht der Schöpfer davon aus, dass der Mann nicht allein in der Lage ist, sein Leben nach dem Willen Gottes allein zu gestalten. Er braucht Unterstützung, Begleitung, eine Freundin (wie im Hohelied beschrieben), damit er durch die Ergänzung mit einer Frau seine Aufgaben erfüllen kann. Dies alles auf der Grundlage, dass Frau und Mann unterschiedliche Fähigkeiten und Gaben erhalten haben, um in der innigen Verbindung mit dem Ehepartner ein Ganzes zu ergeben.
*Abgesehen von der Institution der Ehe, wie sie Gott eingerichtet hat, gibt es aber auch Ehelosigkeit, ein Leben ohne sexuelle Beziehung zu einem anderen Menschen, wie es beispielsweise der Apostel Paulus gelebt hat. Hier wird eine Hingabe vorausgesetzt, die in der Regel frei vom Wunsch nach einer Familie und der Sehnsucht nach einem Mann ist. Solche Menschen können von Gott besonders befähigt und berufen sein, zum Beispiel, dass sie Ehen unterstützen und andere Dienste in der Gemeinde übernehmen.
Nun ein paar Fragen, die sich eine Frau im heiratsfähigen Alter stellen und vor Gott ausbreiten sollte. Hierbei geht es nicht darum, ob man die richtigen Voraussetzungen erfüllt, sondern ob Frau bereit für die Ehe ist.
Bin ich für die Ehe bereit? Gibt es Sünde, die zuvor Buße und Umkehr verlangen?
Gibt es Vorbelastungen aus Kindheit und Jugend, die meine Beziehungsfähigkeit zu einem Mann erschweren? Missbrauch, fehlender Vater, Mutterbindung, krankheitsbedingte Einschränkungen, Süchte...
Kann ich mich an positive Erlebnisse erinnern, bei denen ich mich als schön und begehrenswert empfand? War ich jemals die "Prinzessin" meines Vaters oder wurde von anderen Verwandten bewundert? Gab es Begegnungen, die mich in meiner Weiblichkeit bestärkten und bestätigten?
Kenne ich als Christin Gottes Schöpfungsordnung, wie sie in der Bibel für die Frau formuliert wird. (Siehe unten)
Habe ich bisher keusch gelebt? (sexuelle Enthaltsamkeit, die auf das Ziel der Ehe gerichtet ist)
Führe ich ein Leben, das für Ehe Raum bietet? Es geht hier vor allem um Zeitplanung, Raumplanung, Engagement in Beruf, Verein und Gemeinde. Habe ich Freiraum, mein Leben mit einem Mann zu teilen und bin ich bereit, bisherige Lebensentscheidungen und Gewohnheiten zu verändern oder abzulegen?
Bin ich bereit, meinen Körper und mein Aussehen so zu verändern, um für einen Mann begehrenswert zu sein?
Habe ich eine Vorstellung davon, was mich als Frau für einen Mann attraktiv und begehrenswert macht?
Kenne ich meinen Wert als Frau? Kenne ich ein natürliches Selbstbewusstsein, das einen Mann dazu einlädt, um mich zu kämpfen?
Bin ich bereit, die Stärke eines Mannes anzuerkennen, um mich darin zu bergen?
Bin ich bereit, eine Ehe mit einem gläubigen Mann einzugehen, um Konflikte zu dritt auszutragen?
Erhalte ich für meine Fragen von Gott Antworten? Oder kenne ich Seine Antwort und bin nicht in allem bereit IHM zu folgen?
Die Frau in Gemeinde und Glauben.
Ausgehend von der Frage, welche Aufgaben Frauen in der Gemeinde übernehmen sollen und dürfen, einige Stichworte, die im Folgenden begründet werden.
Die Gleichwertigkeit von Mann und Frau ist nicht gleichbedeutend mit gleicher Aufgabenstellung für beide.
Mann und Frau sind von Gott als Ergänzung zueinander geschaffen.
Im Hinblick auf die Gemeinde unterscheiden die Apostel und Propheten Ämtern, Aufgaben und Fähigkeiten von Männern und Frauen.
Mit ihren ganz eigenen Wesenszügen (natürliche Eigenarten) sind Frauen und Männer auf unterschiedliche Aufgaben und Dienste ausgerichtet.
Dem Mann ist es auferlegt, seine Frau so zu lieben, wie Christus die Gemeinde liebt.
Vom Mann wird erwartet, dass er sich für seine Frau bis in den Tod aufopfert, nicht von der Frau.
Der christliche Mann stellt sich zur Gemeinde, auch wenn es Drangsal und Folter bedeutet.
Demzufolge ist es der Frau nicht erlaubt, über den Mann (in Familie und Gemeinde) zu herrschen.
Gleichbedeutend damit, dass die Frau in der Gemeindeversammlung, bzw. im Gottesdienst nicht lehrt oder predigt. Was wiederum außerhalb dieser Versammlung möglich und erwartet wird. Männer und Frauen sind als Jünger Christi ausgesandt.
In Sprüche 31/10-31 erfahren wir einiges über die Weisheit der Frau berichtet. Im Hebräischen beginnt der erste Vers mit dem ersten Buchstaben des Alphabets, der zweite Vers dann mit dem zweiten Buchstaben des Alphabets u.s.w. Die Frau der Tugendhaftigkeit, die Frau nach Gottes Gedanken wird hier vorgestellt:
Lob der tüchtigen Frau (האישה היפה ähsched harim)
10 Wem eine tüchtige Frau beschert ist, die ist viel edler als die köstlichsten Perlen. 11 Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln. 12 Sie tut ihm Liebes und kein Leid ihr Leben lang. 13 Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gerne mit ihren Händen. 14 Sie ist wie ein Kaufmannsschiff; ihre Nahrung bringt sie von ferne. 15 Sie steht vor Tage auf und gibt Speise ihrem Hause und den Mägden ihr Teil. 16 Sie trachtet nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg vom Ertrag ihrer Hände. 17 Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und macht ihre Arme stark. 18 Sie merkt, wie ihr Handel Gewinn bringt; ihr Licht verlischt des Nachts nicht. 19 Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel. 20 Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reicht ihre Hand dem Bedürftigen. 21 Sie fürchtet für die Ihren nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat wollene Kleider. 22 Sie macht sich selbst Decken; feine Leinwand und Purpur ist ihr Kleid. 23 Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes. 24 Sie macht einen Rock und verkauft ihn, einen Gürtel gibt sie dem Händler. 25 Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages. 26 Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist gütige Weisung. 27 Sie schaut, wie es in ihrem Hause zugeht, und isst ihr Brot nicht mit Faulheit. 28 Ihre Söhne stehen auf und preisen sie, ihr Mann lobt sie: 29 »Es sind wohl viele tüchtige Töchter, du aber übertriffst sie alle.« 30 Lieblich und schön sein ist nichts; eine Frau, die den HERRN fürchtet, soll man loben. 31 Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke sollen sie loben in den Toren!
Die Apostelgeschichte berichtet von Frauen, die aktiv an der häuslichen Unterweisung in biblischer Lehre beteiligt sind (Apg 18,26) oder die eine prophetische Begabung haben (Apg 21,9). Und auch Paulus spricht von Frauen, die seine Mitarbeiterinnen im Einsatz für das Evangelium waren, die sich in der Gemeinde einsetzten, ja, für Jesus plagten (Röm 16,3.6.12; Phil 4,2f). Er spricht von Frauen, die beten, und von Frauen, denen Gottes Geist etwas Aufbauendes oder Seelsorgerliches zu sagen auf das Herz legt (1Kor 11,5ff). Für dieses Beten und prophetische Reden auch der Frauen gibt der Apostel dann nähere Anweisungen (1Kor 14,3f+26ff; vgl. 1Tim 2,9f). Ganz selbstverständlich finden sich auch Diakoninnen in den paulinischen Gemeinden (Röm 16,1). Überhaupt wird der Dienst von Frauen in der Gemeinde geschätzt und erwartet (1Tim 5,3ff.10). In der Familie sollen Mütter bzw. Großmütter ihre Söhne und Enkel im Glauben erziehen (2Tim 1,5; 3,15); und ältere Frauen sollen jüngere in christlicher Familienethik unterweisen (Tit 2,3f). Kurz, das Neue Testament ist voll von Hinweisen auf engagierte Frauen in der christlichen Gemeinde. Daraus sollte nun aber keine falsche Folgerung gezogen werden. Man könnte angesichts all dieser Aussagen ja die Frage stellen: Liegt es nicht nahe, dass der Geist Gottes, der mit dem Neuen Testament für die christliche Frau die Fesseln der Synagoge sprengte, für Frauen und Männer vielleicht doch grundsätzlich die gleichen Aufgaben eröffnen will? Ist es möglicherweise die Absicht des Geistes Gottes, auch Frauen in den gemeindeleitenden Lehrdienst zu berufen und sie dafür mit seelsorgerlichen und lehrmäßigen Begabungen auszurüsten?
Gemeindeleitung, Älteste (eigentlich heißt es richtig Ältere)
Für das Gemeinde leitende Amt kennt das Neue Testament viele Namen. Solche, die diesen Dienst tun, heißen Leiter (Hebr 13,17), Aufseher (Phil 1,1; 1Tim 3,1), Vorsteher bzw. Bischöfe (1Thess 5,12), Hirten (Eph 4,11) oder Älteste (Tit 1,5). Dabei wird mit diesen verschiedenen Namen immer der gleiche Leitungsdienst bezeichnet, wie wir im vorangehenden Kapitel bereits ausgeführt haben (Kap. 11, Absatz 3.3, These 9). Schaut man sich die zentralen Stellen des Neuen Testaments an, die von ihrem Dienst sprechen, so erkennt man folgende Aufgaben: • Sie leiten die Gemeinde in vorbildlicher Fürsorge und tragen vor Gott Verantwortung für sie (1Thess 5,12; Hebr 13,17; 1Petr 5,2-3); • Sie schützen die Gemeinde und treten falscher Lehre entgegen (Tit 1,9; Apg 20,28-31); • Sie kümmern sich seelsorgerlich um die Gemeinde und nehmen sich der Schwachen an (1Thess 5,12; Hebr 13,17; Apg 20,35); • Im Bild gesprochen: Wie ein Hirte die Herde weidet – und das heißt: sie leitet, schützt und nährt -, so geben sie der Gemeinde Führung, Schutz und geistliche Nahrung (Apg 20,28; 1Petr 5,2f). Nicht jeder, der im Gemeinde leitenden Dienst des Ältesten / Hirten / Vorstehers / Aufsehers / Leiters steht, muss auch die Gabe des Predigens haben (vgl. 1Tim 5,17). Und doch ist umgekehrt mit dem Amt des Lehrers das des Hirten verbunden (Eph 4,11: „Hirten und Lehrer“ sind hier mit einem Artikel zusammengefasst). Wer diesen kombinierten Dienst des Hirten und Lehrers ausübt, soll von der Gemeinde angemessen versorgt werden, wie die Anweisung von 1Tim 5,17+18 deutlich macht. Damit ist angedeutet, dass dieser Dienst für den Berufenen unter Umständen zum Beruf werden kann. Von hierher dürfte sich dann auch das Berufsbild des `Pastors´ herleiten, das sich in den Kirchen der Reformation entwickelt hat. Unsere Frage bleibt: Hat Gott in seiner neutestamentlichen Gemeindeordnung dieses Gemeinde leitende Amt (also den Ältestendienst) bzw. das Hirten- und Lehramt (was das heutige Berufsbild des `Pastors´ einschließt) für entsprechend begabte gläubige Frauen vorgesehen?
Die Gleichwertigkeit von Mann und Frau ist nicht gleichbedeutend mit gleicher Aufgabenstellung für beide.
Denn Gott ist nicht ⟨ein Gott⟩ der Unordnung, sondern des Friedens. Wie ⟨es⟩ in allen Gemeinden der Heiligen ⟨ist⟩, 34 sollen die Frauen in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. 35 Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden. 36 Oder ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist es zu euch allein gelangt? 37 Wenn jemand meint, ein Prophet oder ⟨sonst⟩ ein Geistbegabter zu sein, so erkenne er, dass das, was ich euch schreibe, ein Gebot des Herrn ist. 38 Wenn aber jemand das nicht erkennt, so wird er auch ⟨von Gott⟩ nicht erkannt. 1. Kor 14/33
Wenn man nur diesen Text zur Frage, ob Frauen lehren oder predigen dürfen anschaut, dann ergibt sich daraus eine klare Aussage. Ein Gebot, ja ein Befehl aus apostolischer Autorität, die über zwei Jahrtausende weder angezweifelt noch relativiert wurde. Frauen sollen im Gottesdienst und in der Gemeindeversammlung schweigen. Eine Aussage, die heute kaum mehr aufrechterhalten werden kann, aber ist sie deshalb weniger Gottes Wille? Die Korinther von damals, im ersten Jahrhundert n.Chr. war anscheinend so, dass Frauen mehr und mehr Einfluss auf das Gemeindeleben und auch die Verkündigung übernommen haben. Was war der Grund, gibt es Ähnlichkeiten zur heutigen Zeit? Um dieser Frage nachzugehen, müssen wir uns die gesellschaftlich, politische Entwicklung der letzten beiden Jahrhunderte, insbesondere der Nachkriegszeit bis heute vergegenwärtigen. An dieser Stelle kann es aber nur um einen großen Überblick gehen, der jedoch hilft, das veränderte Verhältnis von Mann und Frau im Rahmen einer göttlichen Schöpfungsordnung zu begreifen.
Emanzipation, die Frau übernimmt immer mehr Verantwortung in Gesellschaft und Politik.
Traditionelle Aufgabenverteilungen in Familie und Beruf zwischen Mann und Frau verändern sich. Frauen werden nicht mehr nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Leben immer präsenter.
Die Gender-Ideologie gewinnt immer mehr Einfluss und breit sich durch Politik und Staat auch im privaten Leben immer mehr aus. Unterstützt von den Medien verändert sich das seit Jahrtausenden überkommene Menschenbild radikal und rasant. Der Unterschied zwischen Mann und Frau verwischt sich immer mehr.
Das Christentum als kulturelle Grundlage, auf der sich einst Wissenschaft, Fortschritt und soziales Miteinander begründet haben, wird immer unbedeutender. Eine Individualisierung schreit fort, das Glück des Einzelnen steht immer mehr im Vordergrund, begleitet oftmals vom Zerfall von Familie und Vereinsamung.
Der Sozialstaat gewinnt immer mehr an Bedeutung, der Aufwand für soziale Unterstützung vervielfacht sich seit den Sechzigerjahren. Die Abhängigkeit vom Staat schreitet voran.
Männer ziehen sich oft in Nischen und private Ambitionen zurück und überlassen ihren Frauen Entscheidungen und Aufgaben.
Wie ein Spiegelbild dazu entwickeln sich auch Kirchengemeinden in Westeuropa, die mehr und mehr von Frauen ausgestaltet und geleitet werden. Parallel dazu setzt sich der Trend zum Gemeindesterben und zur pastoralen Zusammenlegung von Gemeinden fort, Gottesdienste werden immer weniger besucht.
Ab den Sechzigerjahren werden Freikirchen nach amerikanischen Vorbild immer erfolgreicher. Traditionelle Liturgien werden aufgebrochen, die Predigten orientieren sich mehr an der praktischen Anwendung im Leben, an einem authentischen Christsein. Lebendige Glaubensgemeinschaften, getragen vielerorts von Hauskreisen und anderen Aktivitäten, entstehen.
Evangelikal oder charismatisch/pfingstlerisch sind ein westliches Unterscheidungsmerkmal der Freikirchen geworden. Während die beiden großen Kirchen weiterhin an erstarrten Gottesdienstformen festhalten und sich nur langsam dem Zeitgeist anpassen, bricht in den Freikirchen mehr und mehr das Verlangen durch, sich der Welt anzupassen. Beispielsweise durch moderne Lieder oder unterhaltsame Predigten, in denen mehr Geschichten als das Evangelium verkündet wird; in Stil und Auftreten dem Medienkonsum abgeschaut. Gleichzeitig entwickelt die charismatische Gemeindebewegung einen Heils- und Wunderglauben, der hauptsächlich sich auf die Vollmacht der Apostel in den ersten Gemeinden im Mittelmeerraum begründet. Ungeachtet dessen, dass ganz offensichtlich einige dieser Fähigkeiten, wie das Sprachenreden und die Totenerweckung heute kaum mehr möglich sind, steigern sich viele Gläubige in ein sakrales Bewusstsein hinein, in dem die Treue zum Wort und zu Fragen der Umkehr und Buße immer bedeutungsloser werden. Fromme Gefühle ersetzen Lehre und Bibelkenntnis. Man hat sich einen Platz im Himmel schon längst erjubelt. Vor diesem Hintergrund, aber auch vor dem gesellschaftlichen Niedergang der traditionellen großen Kirchen und der Abkehr einer ganzen Gesellschaft von der christlichen Tradition, nehme Unglaube, Irrlehren und Okkultismus durch fernöstliche Religionen rasant zu.
Begleitet von dramatischen Veränderungen im ökologischen Gleichgewicht der Erde, dem vermehrten Aufkommen von Naturkatastrophen und der Zunahme von Revolutionen und Kriegen seit der letzten einhundertfünfzig Jahre stellt sich kaum jemand mehr die Frage nach Gott, seiner Gerechtigkeit und seinen Plänen. Auch die Christenheit von heute verharrt in der Regel in einem Augen-zu-und-durch, obwohl die Bibel durch die Propheten des Alten Testaments und die Offenbarung des Johannes eine Fülle von Zukunftsperspektiven anbieten.
Für das Folgende gilt, dass Paulus seine Vollmacht als Apostel bekräftigt:
1 Timotheus 2/5:
5 Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 7 Dafür bin ich eingesetzt worden als Herold und Apostel – ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht –, als Lehrer der Nationen in Glauben und Wahrheit.
Danach nimmt er zur Rolle von Frauen und Männern in der Gemeinde Stellung. Weiter unten in 1. Korinther 14/38 wird er betonen, dass diejenigen, die dem widersprechen von Gott verworfen sind.
1 Timothus 2/8:
8 Ich will nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung; ebenso, dass auch ⟨die⟩ Frauen sich in anständiger Haltung mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, 10 sondern ⟨mit dem⟩, was Frauen entspricht, die sich zur Gottesfurcht bekennen, durch gute Werke. 11 Eine Frau lerne in der Stille in aller Unterordnung. 12 Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht über den Mann zu herrschen, sondern ⟨ich will⟩, dass sie sich in der Stille hält, 13 denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva; 14 und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung. 15 Sie wird aber durch das Kindergebären ⟨hindurch⟩ gerettet werden, wenn sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligkeit mit Sittsamkeit.
Paulus spielt hier auf das Verhalten der Frau beim Sündenfall im Paradies an. Sie hat sich von der Schlange verführen lassen, nicht der Mann. Auch hat sie die Entscheidung von der verbotenen Frucht zu essen allein getroffen, nicht in Partnerschaft mit ihrem Mann. Insofern fällt dem Mann eine höhere Verantwortung zu wenn es darum geht, Irrlehre zu widerstehen und im rechten Glauben zu bestehen. Der Hinweis auf das Kindergebären meint nicht, dass Frauen nur gerettet werden, wenn sie Kinder bekommen. Hier soll nur angezeigt werden, dass allein schon die Erfahrung als Mutter und die Erziehung von Kindern eine tiefgreifende Erfahrung darstellen, die Frauen davor schützt, sich Verführungen hinzugeben und Irrglauben nachzulaufen. Frauen können durch das Kindergebären eine Erfahrung machen, die Männern nicht gegeben ist. Männer sind von daher auf andere Einflüsse angewiesen, beispielsweise durch das Vorbild des Vaters oder durch positive Männergemeinschaft, wenn es in Sprüche 27/17 heißt: . Eisen wird durch Eisen geschärft, und ein Mann schärft das Angesicht seines Nächsten.
Noch einmal zurück zum ersten Brief an die Korinther 14/33
Wie ⟨es⟩ in allen Gemeinden der Heiligen ⟨ist⟩, 34 sollen die Frauen in den Gemeinden schweigen, .....
(Elberfelder)
Kann man davon ausgehen, dass Paulus hier nur den Frauen in Korinth ein Redeverbot erteilt hat, weil sie die Gemeinde negativ beeinflusst haben? Wohl kaum:
Schon bevor Eva in Sünde gefallen war, hat sie Gottes Wort manipuliert: 1Mo 3,3 ...aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Hier fügt Eva etwas Gottes Wort in 1. Mose 2/17 hinzu, was Gott gar nicht gesagt hat. Natürlich durften die ersten Menschen alle Bäume berühren, nur das Essen war in diesem Fall verboten. Später wird es zur Irrlehre gehören, dem Wort Gottes etwas hinzuzufügen (katholische Kirche) oder etwas wegzulassen (Zeugen Jehova u.a. Sekten).
Eva diskutiert mit dem Satan und glaubt ihm mehr als Gott: Ihr werdet sein wie Gott, behauptet die Schlange, damit macht sie Gott zum Lügner.
Sie als Frau isst von der verbotenen Frucht und wird damit sterblich. In der Folge werden alle Nachfahren ebenfalls sterblich und erben die Ursünde. Somit kann man nicht sagen, dass nur bestimmte Frauen (die von Korinth) von den Folgenden dieser Sünde betroffen sind. Alle Frauen sind von Eva geprägt, so wie alle Männer den alten Adam in sich tragen und die Sünde ihren Söhnen vererben.
Sie trifft die Entscheidung vom Baum der Erkenntnis zu essen allein, ohne dies mit ihrem Mann zu besprechen.
Aber auch die ironische Frage des Apostels an die Korinther weißt darauf hin, dass es nicht um einen Einzelfall in der Gemeinde von Korinth gehen kann, wenn es in 14/36 heißt:
Oder ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist es zu euch allein gelangt? Die Rüge, die Paulus hier den Korinthern verpasst, ist nicht ohne. Fragt er doch ganz unverblümt an, ob die Gemeinde einen eigenen Draht zu Gott hat, von dem die anderen nichts mitbekommen. Würde es demnach nur um ein korinthisches Problem gehen, würde Paulus aber nicht so reagiert haben. Ein schwer zu nehmende Hürde für alle Befürworter der Frauenordination, die oftmals mit dem Anzweifeln der Autorität des Aposteln auszuhebeln ist. Somit aber auch die ganze Bibel in Zweifel gezogen werden kann, denn wenn hier dies gilt, warum sollte es dann an anderen Stellen der Schrift nicht auch so sein.
Zum Thema Ehe aus dem 1. Petrus Brief Kap. 3, der etwa zur gleichen Zeit geschrieben wurde:
Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Wort durch den Wandel der Frauen gewonnen werden, 2 indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben! 3 Euer Schmuck sei nicht der äußerliche durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, 4 sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen ⟨Schmuck⟩ des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. 5 Denn so schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten; 6 wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, indem ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet. 7 Ihr Männer ebenso, wohnt verständnisvoll ⟨mit ihnen⟩ zusammen als dem schwächeren, dem weiblichen Gefäß, und gebt ⟨ihnen⟩ Ehre als ⟨solchen⟩, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden!
Wer sich im westlichen Europa heute mit dem Hinweis outen würde, Frauen dürften laut Paulus in der Gemeindeversammlung nicht lehren oder predigen oder gar Pastoren werden, würde weitgehend auf Unverstand, ja heftige Ablehnung stoßen. Die Frage, ob solch eine Bibelauslegung "zeitgemäß" wäre, findet sich vor allem in der liberalen Theologie wieder, die die Bibel gerne nach Ungereimtheiten und unzeitgemäßen Forderungen durchkämmt. Unschwer zu erkennen, wie sehr eher der Zeitgeist, mit seiner Vergötterung des Feminismus, diese Einstellung befördert als Bibelstudium. Ungeachtet dessen, dass die Heilige Schrift selbsterklärend ist und keine "Auslegung" durch kluge und gescheite Köpfe braucht. Nämlich durch die Priesterschaft aller (männlichen) Gläubigen ist jeder in der Lage den Willen Gottes zu erkennen. Durch das Wirken des Heiligen Geistes, durch Bibelstudium oder aber durch die Beobachtung der Natur, wie bei den Heiden, die die Schrift noch nicht kennen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Bibelkenntnis in der Christenheit auf einem Tiefstand angekommen ist. Meinungen und Gefühle ersetzen vielerorts den Umgang mit dem Wort Gottes, der Zeitgeist durchdringt die Gemeinde Christi wie der besagte Sauerteig, vor dem uns Jesus in Matthäus 13,33-35 warnt.
Wenn man überprüfen möchte, ob eine theologische Aussage zu den oben genannten Bibelstellen richtig ist, dann kann man 1. Korinther 14/37 heranziehen:
Wenn einer meint, er sei ein Prophet oder vom Geist erfüllt, der erkenne, dass es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe. 38 Wer aber das nicht erkennt, wird nicht erkannt. Ein ernstes Wort des Apostels, das damit droht, dass jeder von Gott verworfen wird, der diesen Vers nicht anerkennt.
Wie aber konnte es kommen, dass Frauen überhaupt in das Predigtamt berufen wurden? Diese Entwicklung hat ganz unterschiedliche Gründe, hier ein paar Beobachtungen dazu:
Die gesellschaftliche, politische Entwicklung seit dem 18. Jahrhundert, in der Wissenschaft und Philosophie als Gegenentwurf zum christlichen Glauben aufgebaut wurden.
Der allgemeine Verfall des Glaubens, Kirchenaustritte, fehlende Männer in den Gemeinden, die Institutionalisierung und Zentralisierung der Kirche durch Bischöfe, Kardinäle, Verbandsleiter (Präses)...
Die vereinsmäßige Organisation der Kirchengemeinde mit Leitung, Vorstand und einer geistlichen Führung, meist durch eine zentrale Person, den Pfarrer, Priester. Die Gemeinde wird mehr und mehr passiv.
Die Abhängigkeit von staatlichen Zuwendungen und der Kirchensteuer.
Zunehmt Irrlehren durch eine "liberale Theologie", die wesentliche Inhalte der Bibel ausklammert und dem jeweils herrschenden Zeitgeist unterwirft.
Während der Frau, laut Paulus, das Reden in der Gemeindeversammlung mit apostolischer Vollmacht verboten ist, sollen die Männer nicht nur in der Gemeindeversammlung still dasitzen und zuhören, sondern ihren Glauben vertiefen, indem sie Fragen stellen, weissagen und prophetisch reden. Dieses Modell der Urgemeinde findet sich kaum mehr irgendwo wieder, meist begnügt man sich mit dem passiven Zuhören von Predigten.
Frauen dürfen, laut Paulus, in der Gemeindeversammlung nur zuhören und sollen Fragen zu Hause an ihre Männer richten. Begründet wird dieses Redeverbot in der Gemeinde damit, dass es die erste Frau (Eva) war, die den Bund mit Gott gebrochen hat und ihren Mann dabei nicht befragte. Siehe oben. Frauen sollen ihre Männer befragen, vor allem darum, dass sie, als aufmerksame Zuhörerinnen in der Gemeinde, ihre Männer auf Trab halten sollen. Die Männer werden gezwungen, sich in der Bibel schlau zu machen, um Rede und Antwort stehen zu können. Auch lesen wir, dass Paulus Priszilla und Aquila "meine Mitarbeiter in Christus" nennt. So belehrten die beiden Markus, den späteren Verfasser des Markus-Evangeliums. Allerdings geschah dies nicht in der Gemeinde, sondern bei sich zu Hause.
Rückblickend kann man wohl sagen, dass das Christentum seit der Reformation einen ständigen Abfall vom Wort Gottes und der gesunden Lehre erlebt hat. Und so können wir uns heute in der letzten Gemeindeform nach den sieben Sendschreiben der Offenbarung, der sogenannten Endzeitgemeinde, Laodizea, wiederfinden. (Weder heiß noch kalt.) Das letzte große Aufbäumen des Christentums war der Pietismus im 17./18. Jahrhundert. Hier wurde die Reformation mit besonderer Betonung auf Nächstenliebe und Weltmission wieder belebt. Schon damals bekämpft von der aufkommenden evangelischen (Staats-)Kirche, die sich der herrschenden Politik gerne andiente und sich von ihr abhängig machte (Z.B.durch Kirchensteuer, von Bismarck vorangetrieben.)
Und auch die Freikirchen sind letztendlich dem generellen Trend zum Opfer gefallen. Sie haben zwar verkrustete Formen des Gottesdienstes aufgebrochen und eine lebendige Beziehung im Glauben zu Gott verfolgt, dabei ist aber das Wort Gottes, das Studieren der Bibel auf der Strecke geblieben. Auch hier ist Bibelwissen, vielerorts, auf einem historischen Tiefstand angelangt. Und ausgerechnet in dieser Endphase der Gemeinde stellt man fest, dass Frauen leiten und lehren sollen, als wenn die Christenheit sich 2000 Jahre geirrt hatte, In Zeiten, wo der Glaube von Männern und Frauen einen viel hören Stellwert in Kirche und Gesellschaft eingenommen hatte, als heute noch zu spüren ist.
Vor diesem Hintergrund ist es nur verständlich, wenn ein osteuropäisches Land wie Lettland aus der Frauenordination aussteigt, vermutlich weil man in der Not die Bibel genauer liest und als verbindlich anerkennt. Dass sie von ihrer evangelischen "Bruderkirchen" in Westeuropa dafür massiven Druck bekommt, ist nachvollziehbar, sind hier Frauen doch in allen Ämtern vertreten. Vor diesem Hintergrund den Blick auf den Niedergang der Kirchen in Westeuropa zu richten, verbietet sich demnach von selbst. Wie schon in der Gesellschaft umher, wird der Frau im Kirchenamt ein nie dagewesener Status verordnet, eine Selbstverständlichkeit, die einer Heiligsprechung des weiblichen Geschlechts gleich kommt. Fragen und Zweifel an Fähigkeiten und Berufungen, wie sie dem männlichen Geschlecht überall entgegengebracht werden, finden sich nirgendwo. Letztendlich liegt es auch gar nicht daran, dass Frauen weniger glauben oder im Wort Gottes weniger bewandert sind. Vielmehr haben wir es mit einem weitreichenden Vertrauensverlust am Wort Gottes zu tun. Der Bereitschaft Gottes Willen zu tun, auch wenn die Gesellschaft umher die Schöpfungsordnung an vielen Stellen durchbricht und alles auf den Kopf, woran Generationen zuvor noch heilig war.
An dieser Stelle treffen wir auf ein zentrales Problem des Westens, gesellschaftlich aber auch im spirituellen Bereich, das Verschwinden männlicher Identität und Berufung. Wie schon von Paulus angedeutet, hat Gott dem Mann bestimme Fähigkeiten übertragen, die von den Frauen schwerlich übernommen werden können. (In Notzeiten, wie Kriegen und Verfolgung entstehen Ausnahmesituationen, wo Frauen die Stelle von Männern übernehmen müssen). Ebenso hat Gott den Frauen Fähigkeiten gegeben, die wiederum vom Mann kaum oder gar nicht übernommen werden können. Durch diese Schöpfungsordnung, nach der sich Mann und Frau ergänzen sollen, werden Ehen in die Lage versetzt, Herausforderungen der Welt und Beziehungskonflikten zu begegnen. (Siehe Scheidungsrate von ca. 50%)
Foto: Wiliam Farlow