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Glaubensfragen

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Warum Christen leiden


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In vielen Gemeinden im Wohlstandseuropa bildet das Thema Leiden eine Art Ausnahmezustand, den es gilt schnell zu überwinden. Oftmals wird darauf verwiesen, die Jünger und Apostel hätten Vollmacht bekommen Kranke zu heilen, Tote aufzuerwecken und Dämonen auszutreiben. Doch die Wunder der ersten Christenheit sind nicht so ohne Weiteres übertragbar auf die Gemeinde. Damals ging es darum, das Evangelium durch Wunder und mächtige Zeichen unter Beweis zu stellen, den Durchbruch in Europa zu verschaffen. Bestimmte Gaben und Fähigkeiten der ersten Christenheit verschwanden in den folgenden Jahrhunderten. (Zum Beispiel notierte Augustinus, dass das Zungenreden (Fremdsprachenkenntnis ohne sie gelernt zu haben, im zweiten Jahrhundert verschwand) Heute, wenn wir von körperlichen Wunderheilungen hören, gilt es genau zu unterscheiden: Wer heilte, was heilte, wie wurde geheilt und wie lange dauerte der Prozess der Heilung. Auch Satan kann heilen. Biblische Heilung erfolgte stets sofort oder kurz darauf: Stehe auf und nimm dein Bett....Besonders lohnt es sich bei Heilungsgottesdiensten charismatischer Bewegungen genau hinzuschauen. So kann man beispielsweise davon ausgehen, wenn Menschen in Trance versetzt werden und auf der Bühne nach hinten wegkippen, dass wir es mit dämonischen Einflüssen zu tun haben. "Gibt es jedoch Hinweise in Gottes Wort für das Fallen auf den Rücken? Die Bibelstellen, die davon berichten, deuten an, dass bei solchen Ereignissen ein Gericht Gottes vorliegt. Als der Hohepriester Eli die Nachricht erfährt, dass die Bundeslade von den Philistern geraubt worden ist, fällt er rücklings vom Stuhl und erschlägt sich (1. Sam. 4,18). Gott hatte dies vorher als Gericht angekündigt (1. Sam. 2,34 und 3,11). " (Bibleonly.org)


Grundsätzlich gilt für das Christentum: Das Aushalten von Leid ist eine der typischen Begleiterscheinungen der Kinder Gottes. War es doch der HERR selbst, der durch Leiden zum Sieg über Sünde, Hölle, Tod und Teufel gedrungen ist. Nicht für sich selbst, sondern für uns, damit wir Frieden haben, zu seiner Gemeinde gehören können und in Ewigkeit mit IHM leben dürfen. Der Tod hat keine Macht mehr über uns. Angesichts dieser ungeheuren Liebestat, den Jesus für uns am Kreuz errungen hat, sollte es eigentlich nicht schwerfallen, sein eigenes Kreuz um Jesu Willen zu tragen. Allein schon deshalb, um für eine kurze Zeit ein wenig nachvollziehen zu können, was der Sohn Gottes für uns gelitten hat. Und welche Hoffnung er den Seinen in Ewigkeit schenkt.


Wenn wir von Leiden sprechen, dann sind damit alle Bereiche des Lebens gemeint, die einem Gläubigen auf dieser Welt begegnen. Ob Krankheit oder Folter, gesellschaftliche Ächtung oder Konflikte in Familie, im Freundeskreis oder im Beruf, ja allein die Wahrnehmung einer verirrten und gottlosen Welt können bei Christen Leidenszustände bewirken.


Die Gemeinde ist das himmlische Volk Gottes, gegenüber dem jüdischen Volk, das das irdische Volk Gottes ist. Da wir, die Gemeinde hier auf der Erde, keine wahre Heimstatt haben, sondern unser Zuhause im Himmel ist, bleibt unser Ziel stets auf den Himmel gerichtet, auf die Vereinigung mit unserem Herrn Jesus Christus. Wie Paulus können wir sagen, ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. So schwer es auch in Krankheit und in Not fallen mag, Leid hat für gläubige Christen eine andere Bedeutung als für Ungläubige. (Siehe unten) Jesus aber auch Paulus haben stets Ungläubige geheilt, als Zeichen der Vollmacht und als Anreiz sich zu bekehren. Gläubige brauchten diese Zeichen und Wunder nicht. Auch die Totenerweckung des Lazarus war ein Zeichen vor Ungläubigen. Gläubige, wie Lazarus, können demnach zweimal sterben, Ungläubige nur ein mal, dann kommt für sie das Gericht.


Müssen wir uns deshalb nach Leidensmöglichkeiten umsehen, um dem HERRN folgen zu können und IHM zu gefallen? Wohl kaum, denn es heißt in der Schrift, wen der HERR liebt, den züchtigt er. Wir brauchen uns also kaum nach Leid auszustrecken, wenn wir des Heils gewiss sein wollen. Das Kasteien des Körpers, wie es aus Klöstern bekannt wurde, ist nicht der richtige Weg, denn hier erzeugt der Mensch "künstlich“ Leiden, die an Gottes Geist und Absichten vorbeigehen.


Wenn wir Leid unter Geschwistern erleben, sollte man nicht einfach drauflos beten, um das Leiden zu beenden. In der Regel verfolgt der HERR mit jedem von uns seinen bestimmten Plan und der kann auch von Leid begleitet sein. So empfiehlt es nachzuforschen, ob Gott nicht einen Eindruck schenkt, warum der Bruder oder die Schwester eine Krankheit oder eine andere Krise durchmachen muss. Dies kann auch durch eine Befragung des Betroffenen geschehen, denn gelegentlich schenkt Gott dem Leidenden selbst einen Vers, ein Bild oder einen Eindruck, was Hinweise auf den Grund des Leidens geben kann.


Sich auf Ursachensuche von Leid bei einem Bruder oder einer Schwester zu begeben, sollte stets von aufrichtiger Anteilnahme und Trost begleitet sein. Aber auch frei sein von Vorwürfen, es läge am fehlenden Glauben, dass jemand nicht gesund wird. Hierbei handelt es sich um Irrlehre. Auch sollten wir es vermeiden, aus Mitleid jemandem zuzureden, um erst gar nicht das heiße Eisen der Ursachenbetrachtung anzupacken.


Hier nun einige der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale, wie sie die Bibel anbietet:


Leiden zu Ehre Gottes

An der Geschichte Hiobs, des Blindgeborenen oder der Schwester von Lazarus Maria und Martha sehen wir, das Leidensbereitschaft ein Zeugnis für den festen Glauben an Gottes Gerechtigkeit sein kann.

Leiden zur Erziehung

Gott ist mit mir unterwegs und will mich formen, IHM immer ähnlicher zu werden. (Hebräer 12 4-11)

Leiden zur Prävention

Der Apostel Paulus berichtet von „einem Pfahl in seinem Fleisch“ den Gott ihn spüren lässt, damit er nicht überheblich wird. Die Fülle an Weisheit und Erkenntnis, die Gott ihm hat zukommen lassen, verleitet Menschen zum Hochmut.

Leiden zur Warnung

Beispielsweise durch Altersgebrechen, dass der Mensch daran erinnert wird sterben zu müssen, damit er klug werde. Hiob 33/19-28

Leiden als Strafe

Die Bibel berichtet, dass Geschwister durch falsches Verhalten krank werden oder gar umkommen. Beispielsweise, wenn man am Abendmahl unwürdig (d.h. Schuldbeladen) teilnimmt. (1.Korinther 11/30-31) Was nicht bedeutet, dass die Bestraften zwangsläufig verloren gehen müssen. Es kann sich auch nur um ein Zeichen für die Gemeinde handeln.

Leiden zur Erlösung

In 1. Petrus 2/24 beschreibt der Apostel das Leiden Christi uns zur Rettung und Erlösung.


Angesichts der unterschiedlichen Gründe für Leiden sind Christen aufgefordert, füreinander zu beten. Zum Beispiel Jakobus 5/14:


Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. 14 Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. 15 Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. 16 Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.


Hier wird klar, dass es vor allem darum geht im Leiden durch Gebet geistlich gestärkt zu werden. Das Salben stellt dabei eine körperliche Wohltat dar und ist ein Bild für den Heiligen Geist, ein Bild wohlgemerkt, keine Medizin zur sofortigen Heilung. Sünde als Ursache für Leiden lässt sich an dieser Stelle kaum wegdiskutieren. Insofern folgt in diesem Vers auch gleich der Hinweis, seine Sünden zu bekennen. Sündenbekenntnis ist nicht nur eine Voraussetzung für die Taufe, um sich überhaupt richtig zu bekehren, sondern auch eine fortwährende Handlung, um sich in diesem Leben von Jesus immer und immer wieder von tagtäglichen Sünden reinigen zu lassen.


Matth. 3/2: Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahegekommen.

I. Thes 5/16: Freut euch allezeit! Betet ohne Unterlass! Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.


... ja, sogar für Krankheit.


Von all dem abgesehen ist Gott aber der Souverän und kann heilen, wann, wie, wo und wen ER immer mag, auch heute und jetzt.


Gott um Auskunft über Leid und Probleme bitten.

Aber Gott will uns auch nicht im Ungewissen lassen und kann Auskunft geben. So wie David auf seinen Irrwegen immer wieder die Urim am priesterlichen Gewand nutzte, um Gott über sein Tun zu befragen. In seinen Psalmen und an anderer Stelle finden wir Gebete, die Gott bitten, uns die Augen zu öffnen:


Ps 139/23

Ps 19 / 12-15, 13-23

Hiob 34/32


Foto: Frantisek Canik

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