In Gemeinde überleben

Wer sich heute in westlichen Gemeinden umschaut, wird immer wieder den Eindruck bekommen, dass es in den Gottesdiensten vor allem um Entspannung und Wohlfühlen geht. So versteht sich Gemeinde als Gegengewicht zu einem Lebensalltag, der oftmals überfordernd und erschöpfend erscheint. Unterschiedslos werden hier Gemeindemitglieder und Besucher, Gläubige und noch Ungläubige mit einem liebevollen Gott bekannt gemacht, der mehr an Wellness denken lässt als an Vergebung, Buße und Umkehr. Ein ziemlich einseitiges Bild, dass kaum mehr von Gottesfurcht und Erlösung ausgeht. Stattdessen finden sich Versatzstücke der Psychotherapie wieder, wenn Gemeindemitglieder nach Gutdünken entscheiden, ob Gottesdienst oder Hauskreis angesagt sind oder ob die persönliche Befindlichkeit lieber einen entspannten Tag zu Hause nahelegt, nach dem Motto: Man muss schon selber wissen, was einem guttut. Aber diese Haltung verweist nur auf eine verbreitete Gottesferne, wie sie im siebten Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizäa beschrieben ist. Demgegenüber ist Gemeinde als Überlebensgemeinschaft, als geistiger Kampfplatz gegen Verfolgung, Versuchung und alle anderen Nöte unter Christen weitgehend in Vergessenheit geraten.
Betrachtet man Gemeinde von ihrem Ursprung her und wie sie sich über die Jahrhunderte entwickelt hat, dann kann man ihr heutiges Erscheinungsbild durchaus mit dem Untergang der Titanic vergleichen. Während oben noch Mannschaft und Gäste feiern, ist darunter schon der tiefe Riss des Verderbens vorgezeichnet.
Wie schon an anderer Stelle hingewiesen, geht es besonders im 21. Jahrhundert darum, in einer Endzeitgemeinde zu überleben. Zeitgeist, Medieneinfluss, Egoismus und alltägliche Überforderung sind einige der Hauptfaktoren, die Gemeinde Christi heute zu schaffen machen und den Glauben bedrohen. So bewirkt die liberale Theologie an den Ausbildungsstätten eine innere Zersetzung. Hier wird die Bibel als verbindliches Wort Gottes infrage gestellt und mit willkürlichen Behauptungen „zersägt“.
Die Auswirkungen auf Gläubige, Kirche und Gemeinde sind vielfältig und je nach fortschreitender Irrlehre und Verweltlichung verheerend, Es kommt mehr denn je auf das kleine Häuflein wahrhaft Bekehrter und ihrem Stand gegenüber der Gemeindeleitung. Hier einige Stichworte, für die es sich lohnt, einzutreten:
Angebot kontinuierliche Bibellehre, wöchentlich
monatliche Gemeindeversammlung, in der die Männer im Geist Gottes beten und geistige Eindrückt austauschen.
Verbindliche Hauskreise, in denen das gegenseitige Dienen im Mittelpunkt steht.
Hauskreise, die Gott fragen, welche Ziele sie verfolgen sollen und wer die Schwachen in der Gemeinde sind, denen man sich zuallererst zuwenden sollte.
Gemeindeziele definieren, die sich vom Wort Gottes ableiten und die konkreten Herausforderungen einer Ortsgemeinde entsprechen.
Gemeindeleitung und Älteste benennen, die Lebens- und Familienerfahrung haben und die der Heilige Geist zeigt.
Die Like-Gemeinde
Wenn man anfängt, im Gottesdienst Menschen zu applaudieren, statt Gott ein Halleluja zuzurufen, dann haben wir es mit der Endzeitgemeinde zu tun. In seinem Sendschreiben an die Gemeinde von Laodizäa sagt Jesu über sie:
Offb 3/17 Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts!, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist,..
Eine Gemeinde, die sich bewusst ist, wie sehr sie von der Gnade Gottes abhängig ist, wird kaum Stolz auf ihre eigenen Werke sein und die Taten einzelner Gemeindemitglieder mit Applaus honorieren. Jubelgottesdienste, ein tolles Musikteam und ergreifende Predigten könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass Glaube und das Wort Gottes nur noch ein Lippenbekenntnis ist. Gottesfrucht und Demut treten in den Hintergrund, wo die "Werkheiligkeit" Raum gewinnt, und Menschen wegen ihres Dienstes und ihrer Gaben gefeiert werden. Eine applaudierende Gemeinde kann verdiente Mitarbeiter zu Stolz und Hochmut verführen, wenn sie den Erfolg ihres Einsatzes nicht Gott, sondern sich selbst zuschreibt. Aber wer sich von der eigenen Gemeinde im Gottesdienst oder auf der Gemeindeversammlung feiern lässt, hat schon seinen Lohn auf der Erde empfangen. Denn nach Matth 5/ heißt es: 12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln
oder in Sammelt nicht Schätze auf der Erde......
Joh 5/ 41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen; 42 sondern ich kenne euch, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. 43 Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen. 44 Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht?
Hier geht Jesus mit jenen scharf ins Gericht, die Anerkennung von Menschen suchen, weil sie die Liebe Gottes nicht in sich aufgenommen haben. An die Juden gerichtet, sagt er voraus, dass sie einmal den Antichristen aufnehmen werden. ("Anti" kann "gegen" oder auch "anstatt" heißen.)
Wie groß mag die Versuchung für Gemeindemitglieder sein, sich durch Wohlverhalten in die Herzen der Brüder und Schwestern einzuschmeicheln, wie befriedigend, durch Gemeindemitarbeit sich Anerkennung zu sichern? Max Lukado erzählt in seinem Büchlein Du bist einmalig von einer Gesellschaft, die Likes verteilt, um somit Sympathien und Anerkennung zu dokumentieren. Aber auch Ablehnung und Ausgrenzung finden hier Ausdruck. Wem diese aus seiner eigenen Gemeinde nicht fremd ist, findet hier eine wunderbare Vorlage, um ins Gespräch zu kommen:
Punchinello lebte mit den anderen Wemmicks in der Stadt Wemmick. Das waren Holzpuppen, die von einem
Holzschnitzer erschaffen wurden. Die Wemmicks steckten sich gegenseitig Sternchen für gutes Verhalten, Erfolge oder Schönheit an. Graue Punkte verteilten sie für schlechtes Benehmen, Ungeschicklichkeit oder Hässlichkeit. Punchinello gehörte zu den Holzpuppen, die immer nur Punkte erhielten. Das machte ihn ganz traurig. Niedergedrückt ging er durchs Leben. Eines Tages traf er Lucia, die weder Sternchen noch Punkte hatte. Punchinello wollte wissen, warum Lucia so anders war. Sie schickte Punchinello zu Eli, dem Holzschnitzer, der alle Wemmicks gemacht hatte. Eli sagte zu Punchinello: "Du bist einmalig, weil ich dich lieb habe." Als Punchinello begann, dem Holzschnitzer zu glauben, fielen alle seine Punkte ab. Ein kleiner Punchinello steckt in jedem von uns. Wir machen uns abhängig von unserem Aussehen, unseren Leistungen und unseren Erfolgen. Punchinello macht die Erfahrung, dass sein Wert nicht von den anderen Holzpuppen bestimmt wird, sondern von seinem Schöpfer. Er lernt, wie wichtig es ist, sich darin nicht von anderen beeinflussen zu lassen. Diese Mut machende Botschaft steht im Zentrum von Du bist einmalig , das nun als Pappbilderbuch für die ganz Kleinen erscheint. Auch Erwachsene werden an diesem Büchlein große Freude haben.
Gemeinde in Zersetzung
Luk 13/20 Und wieder sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? 21 Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.
Die Gleichnisse vom Reich Gottes sollen uns zeigen, womit wir es hier auf der Erde unter Christen zu tun haben. In der Regel ist in den Geschichten von einem Mann die Rede, hier aber ist es eine Frau. Sie mengt Sauerteig unter reines Mehl, das bildhaft für das Evangelium, das Wort Gottes steht und somit eine Veränderung bewirkt. Der Sauerteig leitet einen Zersetzungsprozess ein, der am Ende den ganzen Teig zerstört. Jesus führt uns hier bildhaft vor Augen, wenn es dem Satan gelingt, Irrlehre in die Gemeinden zu tragen. Ein falsches Bibelverständnis beginnt dort, wo die Gebote Gottes, verkündet durch die Apostel und Propheten, nicht wörtlich und verbindlich genommen werden. Der Zeitgeist von außen und "liberale Theologie" von innen, setzten den wahren Gläubigen in den Gemeinden heftig zu und es gilt, sich anhand solcher Gleichnisse, auf den geistigen Kampf einzustellen. Viele Christen leiden heute unter einem falschen Bibelverständnis, sei es, dass sie mit ihren Ermahnungen ignoriert werden oder aber, dass ihr Leben und ihr Lebensumfeld mehr denn je unter Stress und Krankheiten leidet, kurz angefochten ist. Die Rückkehr zur gesunden Lehre ist oftmals sehr schwierig oder gar unmöglich, so wie ein Sauerteig nicht mehr in seinen ursprünglichen Zustand zurückverwandelt werden kann. Gemeinden, die so "durchsäuert" sind, kann man nur noch verlassen.
Matth 13/24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg.
Auch in diesem Gleichnis geht es um den negativen Einfluss Satans auf die Gemeinde. Nicht das Wort Gottes befindet sich hier im Visier, sondern die Mitglieder einer Kirche oder Gemeinde. Unter die wahrhaft Bekehrten mischen sich Ungläubige, sogenannte "Scheinbekehrte", die niemals mit Buße und Umkehr ihr sündiges Leben vor Gott und den Menschen bereut haben. Sie stellen den falschen Weizen, den Lolch (oder auch Taumel-Lolch) dar, der dem Weizen zum Verwechseln ähnlich sieht. Beim Aufgehen können beide Pflanzenarten nicht unterschieden werden. Erst bei der Ernte stellt sich heraus, dass nur der wahre Weizen Frucht enthält, der falsche jedoch nicht. In der Tat kam es im alten Judentum vor, dass Böswillige Unkrautsamen ausstreuten, um einem verhassten Nachbarn zu schaden.
Mar 8/18 Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet? 18 Augen habt ihr und seht nicht? Und Ohren habt ihr und hört nicht? Und erinnert ihr euch nicht,...
Das Problem des verhärteten Herzens ist die Folge von unverarbeiteter Sünde, von einem Trotz gegen Gott, der oftmals in besondere Frömmigkeit verhüllt ist. Mitarbeit in der Gemeinde, Wohltätigkeit, Bibelwissen und die Teilnahme an Seminaren und Kirchentagen täuschen bald darüber hinweg, dass sich jemand nur zum Schein bekehrt hat. Die besten Bußpredigten und Aufrufe zur Umkehr perlen hier ab, ermahnende Worte werden als persönliche Angriffe zurückgewiesen oder auf andere umgemünzte, nach dem Motto: Das müsste jetzt mein Nachbar hören.... Von solchen Leuten geht in der Gemeinde eine besondere Gefahr aus, weil sie in verantwortungsvollen Diensten, sei es in der Gemeindeleitung oder als Hauskreisleiter großen Schaden anrichten können.
Gemeinde in der Nachfolge
Luk 17/10 So sprecht auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
Es lohnt sich immer wieder genau die Bibel zu lesen, jedes Wort. Allzu sehr gibt man sich einem Eindruck hin, dies und jenes sei damit gemeint, weil es in unserem Erfahrungsschatz einen Widerhall findet. Aber Gott möchte nicht, dass wir auf unseren Erfahrungen aufbauen, sondern uns immer wieder auf IHN einlassen und uns von ihm überraschen lassen. So wie auch Mose in Sünde verfiel, weil er nicht zu dem Stein sprach, so wie Gott es ihm befohlen hatte, um Wasser hervorzubringen. Vielmehr klopfte er, wie beim letzten Mal, mit seinem Stock dagegen. Mose verließ sich hier auf seine Erfahrung und nicht auf Gottes Zusage.Der Vers in Luk 17/10 geht davon aus, dass wir alles getan haben, was Gott von uns erwartet hat. Nun sind unsere Werke zwar sinnvoll und notwendig im Reich Gottes, aber dennoch braucht Gott unsere Werke gar nicht, denn ER könnte auch ohne uns all das im Handumdrehen vollbringen, ohne dass wir überhaupt dazu aktiv werden müssten. Wenn Gott uns trotzdem beruft und mit Begabung ausstatte, so geht es IHM vor allem darum, uns auszubilden. Wir lernen durch Tätigkeiten, durch das Opfern von Kraft und Zeit, das Wort Gottes praktisch Anwendung und in Demut und mit liebender Hingabe auszuführen. Wir sollen uns dabei an Jesus orientieren, dessen Dienst in dieser Welt von Demut gegenüber dem Willen des Vaters geleitet war. Phi 2/8 ...erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.
Wenn wir also dazu aufgefordert werden, uns als unnütze Knechte zu "outen", dann soll das jeder Form von Stolz in uns vorbeugen. Denn ohne Gottes Hilfe wären wir zu nichts nütze und könnten nichts vollbringen. So wie alles, was wir tun, zu Gottes Ehre -nicht zu unserer Ehre- getan werden muss. Den wohlverdienten Lohn für unsere Werke können wir hier auf der Erde kaum erwarten, denn wir sammeln Schätze im Himmel, wo jeder Gedanke und jede Tat wohl gesehen werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir uns als unnütze Knecht bezeichnen sollen...
um nicht in Eigenlob und Stolz zu verfallen.
um nicht zu denken, wir könnten aus eigener Kraft und Fähigkeit irgendetwas Gutes hervorbringen.
um Jesus immer ähnlicher zu werden, der seinen Dienst in Demut gegenüber dem Willen Gottes versah.
um anderen zu zeigen, dass man aus der Gnade Gottes heraus lebt und nicht für seine Werke und Fähigkeiten bewundert werden möchte.
"Die Gefahr, aufgeblasen zu werden, kann niemand zu sehr fürchten. Hochmut kommt vor dem Fall. Vielleicht ebenso gefährlich ist andererseits auch der einseitige Gedanke an die eigene Unwürdigkeit, der alle Anstrengung lähmt und den Menschen dahin bringt, dass er sich gänzlich unfähig für etwas Großes und Gutes hält." (Aus Spurgeon, Charles Haddon - Unnütze Knechte)
Gemeinde als Überlebensgemeinschaft
Vom Ursprung her ist die christliche Gemeinschaft vor allem ein Ort der gegenseitigen Stärkung, Ermutigung und Ermahnung für Frauen und Männer, die sich zu Jesus Christus bekehrt haben. Nach Pfingsten 32 steht im Mittelpunkt der Gemeinde Jesus Christus, der durch den Heiligen Geist alles tut und macht, um Gemeinde auf dem rechten Weg durch die Gnadenzeit zu leiten. Leider sind es immer weniger, die sich auf das Reden des Heiligen Geistes einlassen und das Wort Gottes in der Bibel verstehen. So war es schon im alten Judentum keine Selbstverständlichkeit, die Heiligen Schrift zu verstehen, besonders wenn es um die Vorhersagen der Propheten ging. Die erfüllten Prophetien sind aber das Siegel Gottes, mit dem ER Sein Wort als wahr und richtig bestätigt. Wir haben es hier nicht nur mit Mutmachern zu tun, die das Vertrauen in Gott stärken sollen, sondern auch mit Wegbegleitern. Geschichtliche Zeitmarken, an dem die Verständigen (Maskilim) den Stand der Heilsgeschichte erkennen. So haben die jüdischen Gelehrten anhand der Prophetien von Daniel und anderer Propheten erkannt, an welche Zeitphase man sich gerade befand. So heißt es, als Alexander der Große (356-323 v.Chr.) mit seinem Heer in Richtung Israel unterwegs war, konnten Priester ihm mit der Schriftrolle des Propheten Daniel (6. Jahrh. v.Chr.) entgegengehen. Sie zeigten ihm die Vorhersage in Dan 8, nachdem das Griechische Weltreich das Persische besiegen wird, - bildhaft dargestellt, in dem der Ziegenbock, der den Widder besiegt. Alexander soll davon tief beeindruckt gewesen sein, ohne seinen Niedergang, der darin auch verzeichnet ist, zu realisieren. Heute ist es fast unmöglich die Prophetien der Endzeit, wie sie durch die Propheten des Alten Testaments aber auch durch die Offenbarung des Johannes, zu lehren und zu erkennen. Ein schwarzes Loch tut sich in den allermeisten Predigten und Seminaren auf, wenn es um die Zukunft der Christenheit geht. Nur wenige trauen sich darauf Bezug zu nehmen, um die Brüder nicht im Ungewissen zu lassen. Dies besonders heute, da die Zeichen der Endzeit durch Naturkatastrophen, Kriege und Seuchen sich geradezu als Zeichen der Zeit und erfüllte Prophetien aufdrängen. Vergeblich, die liberale Theologie hat es geschafft, jede Art von erfüllte Prophetie als Märchen zu diskreditieren. Ganz offensichtliche Beweise für die Richtigkeit der Bibel gelangen somit nicht an die Gemeinde und können nicht Bestätigung des Wortes, Vorfreude und Ermutigung sein. Das Maranatha, der HERR kommt wieder, bleibt für viele im Ungewissen. Dennoch gibt es sie auch heute, jenes Verständigen, die sich nicht durch Zeitgeist und falsche Lehren beirren lassen und mutig in die Zukunft schauen. Mit Gott unterwegs zu sein, bedeutet auch seine Vorhersagen zu verstehen und zur Kenntnis zu nehmen, geschrieben zur Ermutigung und zur Freude aller.
Die Maskilim (Die Verständigen der Endzeit)
Jes 52/13:13 Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, er wird erhoben sein (Auferstehung), erhöht werden (Himmelfahrt) und sehr erhoben sein. (Sitzen zu Rechten Gottes). (Jes 42,1; Jer 23,5; Eph 1,20; Hebr 1,2). Der Text beschreibt den HERRN Jesus als den Weisen. Biblische Weisheit ist keine theoretische Einsicht, sondern hat immer etwas mit dem tatsächlichen Leben zu tun, dem Handeln. Wahre Weisheit erkennt man der Bibel nach daran, wie wir leben. . Paulus spricht davon, dass Erkenntnis aufbläht, wenn es sich nur um intellektuelle Erkenntnis handelt, die aber auf unser Leben keine Auswirkung hat. Das Schulsystem vermittelt oftmals eine solche Erkenntnis, die zwar zu hohem Wissensstand führt, aber Personen hervorbringen bringen kann, die abscheulich leben und moralisch im Sumpf stecken. Kein Widerspruch für ein Bildungssystem, dass sich nicht dafür interessiert, ob jemand danach lebt, was er oder sie lehrt. Nicht so in der Bibel, hier muss sich Glauben im Leben auswirken, dann haben wir es mit Erkenntnis zu tun, die nicht stolz macht. Gleich zu Beginn seiner Apostelgeschichte beschreibt Lukas den HERRN Jesus Christus: Den ersten Bericht habe ich verfasst, Theophilus, von allem, was Jesus angefangen hat, zu tun und auch zu lehren,
In der Folge hören wir immer wieder von Seinen Jüngern, Menschen, die ihm nachfolgen, weil sie einsichtig geworden sind. Daher haben wir es mit drei Dingen zu tun:
Einsichtig sein,
einsichtig handeln und
einsichtig machen.
In Ps 142 und anderen Psalmen ist von Maskil die Rede, einer Erkenntnis oder einer Weisheit, die von David oder anderen ausgeht. Vom Hebräischen her beinhaltet das abgeleitete Verb hiskil, die oben genannten drei Eigenschaften.
Demnach sind Maskilim, die Verständigen, Aufklärer auch genannt. Ein Verständiger ist ein Maskil, wogegen eine verständige Frau eine Maskilot ist, entsprechend auch als Plural, die Maskilot.
Die Maskilim, die nach ihrer Erkenntnis auch leben, vermögen es, dass andere zum Glauben kommen. Ein Vorbild sein macht Schule, so wie Jesus es vorgemacht hat. Wenn wir also das Wort Gottes aus dem Mund von Evangelisten und Lehrern, Predigern und Ältesten hören, dann muss es sich in ihrem öffentlichen und privaten Leben auch bestätigen. Diese Transparenz war bei Rabbinern, den Lehrern des alten Judentums, immer eine Voraussetzung für seine Schüler. Ein Theologe, der nach dem Unterricht abtauchte und seine privaten Verhältnisse nicht erfahrbar machte, war für Jünger kein Vorbild. Rabbiner, die ihre Schüler nicht zu sich nach Hause einluden oder mit ihnen Ausflüge unternahmen, waren nicht glaubwürdig. Die Evangelisten hingegen berichten davon, wie Jesus öffentlich und auch im privaten Kreis auftrat, sich einladen ließ und wie ER sich dort verhielt.
Foto: John Price