14. Der zweite Tempel und das lange Schweigen Gottes.
- Axel Nickolaus

- 7. Feb.
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538 bis 1v.Chr.Hoffnungsvoller Neubeginn und bitteres Ende
Israel zwischen Gottestreue und Abfall vom Glauben in den letzten Jahrhunderten vor Christi. Gott verlässt sein Volk, es kommen über 400 Jahre keine Propheten mehr und doch steht der HERR, der Gott Israels den Juden bei.
538 v. Chr. Der persische König Kyros erlaubt den Juden, nach 70 Jahren der Vertreibung, die Rückkehr und den Wiederaufbau von Jerusalem. Ja, er gebietet den Juden nach Hause zu gehen, weil der Perserkönig Gottes Zorn fürchtet.
Von den dort in Israel ansässig gewordenen Stämmen argwöhnisch beobachtet und gehindert, verzögern sich die Arbeiten an der Stadtmauer Jerusalems. Die Prophetin Hagai und Sacharia treten auf und ermutigen den Wiederaufbau.
516 Der zweite Tempel ist fertiggestellt. Seit der Rückkehr vieler Juden ins Land Israel gibt es keine Götzenverehrung mehr. Man hatte erkannt, dass die Untreue der Vorfahren, oftmals wurde bis zur Wegführung nach Babylon Jahwe und gleichzeitig ein Gott wie Baal verehrt, ein großer Fehler war. Es sollten die Pharisäer sein, die über den ungeteilten Glauben zum Gott der Bibel wachten. Aber auch sie waren es dann am Ende, die den erwarteten Messias im Jahre 32 ablehnten.
457 Der Priester Esra kommt mit Reformen zurück nach Jerusalem.
400 Der letzte Prophet Maleachi tritt auf und kündigt den Messias und seinen Boten (Johannes), der vor IHM hergehen wird, an.
Wegen der Untreue seines Volkes verlässt der Heilige Geist Israel. 400 Jahre des Schweigen-Gottes beginnen. Gott spricht über die Juden: Lo Ami, nicht mein Volk.
250-100 Ägyptische Juden verfassen die heiligen Schriften in griechischer Sprache, (die 5 Bücher Mose als Pentateuch), die Septuaginta entsteht, vornehmlich in Alexandria.
Israel wird zum Spielball zwischen den Großmächten Ägypten (König des Südens) und Syrien (König des Nordens). Eine große Trübsalszeit für Israel beginnt.
198 Die Syrer vertreiben die Ägypter aus dem Land. Nun herrschen die Syrer allein über Israel.
169 Der syrische König Antiochos fällt in Ägypten ein, wird aber von einer Delegation des römischen Senats zum Rückzug gezwungen. Rom hatte Syrien schon einmal besiegt und zu Tributzahlungen gezwungen.
Aus Wut rächte sich der syrische Herrscher auf seinem Rückzug am jüdischen Volk und beging schreckliche Gräueltaten.
143 Nach dem Widerstand einer jüdischen Priesterfamilie (Matthatias) gegen die Willkür der Syrer im Lande entsteht der Aufstand der Makkabäer, (Einer der Söhne von Matthatias ist Judas-Makkabäus, der letztendlich einen grandiosen Sieg über die Weltmacht der Syrer errang. Der Prophet Daniel spricht hier von einer kleinen Hilfe, die den Gläubigen dieser Zeit von Gott zukommen wird. Entgegen der großen Hilfe, die Jesus bei seinem zweiten Kommen den Juden bringen wird.
103-76 Israel war wieder frei und begann seinerseits Land zu erobern. Die jüdischen Herrscher vereinen König und Priesteramt, gegen den Willen Gottes, der immer die Gewaltenteilung vorsah. Die beiden letzten jüdischen Herrscher zerstritten sich und Rom kam der Ordnung halber "zur Hilfe".
67 Unter Leitung des römischen Feldherrn Pompeius werden die Stadtmauern von Jerusalem geschleift, die Römer übernehmen die Herrschaft in Israel und der Nachfolger von Julius Caesar, Kaiser Augustus setzen edomitische Herrscher über das Land ein,
Entgegen dem Willen Gottes herrschen nun die Nachfahren von Esau (die Edomiter) über das Haus Jakob.
Juden, die nicht dem von Gott autorisierten Priestergeschlecht der Zadokiden angehören, kaufen sich bei den römischen Herrschern als Priester über Israel ein und leiten als Hasmonäer die jüdische Gemeinde.
Die Pharisäer, die für die Einhaltung der Gesetze und Gebote Gottes die Thora) zuständig sind, entwickeln immer mehr Vorschriften drumherum, einen Zaun, damit die Gebote Gottes auf keinen Fall verletzt werden. So auch die Glaubensrichtung der Sadduzäer, die nicht an die Auferstehung der Toten glauben. Sie ziehen es vor, im Hier und Jetzt alles auszukosten und lebten in Prunk und Dekadenz.
Herodes der Große trägt zur ungeahnten Blüte des Landes bei. Seine Ängste treiben ihn aber dazu, selbst nahe Familienangehörige umbringen zu lassen. Seine Willkür ist von besonderer Grausamkeit gezeichnet. So ließ er viele Pharisäer kreuzigen, ein anderes Mal ermordet er den ganzen Sanhedrin, den Hohen Rat der religiösen und politischen Volksvertretung. Von Schuldgefühlen geplagt, versuchte er mit kulturellen Investitionen sein Gewissen und das Volk zu beruhigen. Um 15 v.Chr. bietet er schließlich den Juden an, den wiedererrichteten salomonischen Tempel, der in den letzten Jahrhunderten ziemlich heruntergekommen war, zu renovieren und zu erweitern.
0 (-1) Kaiser Augustus setzt eine Volkszählung in Judäa an.
Foto: Axel Nickolaus, der "Herodes-Tempel" zur Zeit Jesu.