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 16. Die erste Gemeinde, die Apostel und die Vertreibung der Juden.

  • 9. Dez. 2022
  • 6 Min. Lesezeit

Jesus vor seiner Gefangennahme und Hinrichtung im Gebet mit dem Vater.
Jesus vor seiner Gefangennahme und Hinrichtung im Gebet mit dem Vater.

32 - ? n.Chr.
Das Evangelium wird von Juden und Heiden in die Welt getragen.

An Himmelfahrt gründete sich die erste Christen-Gemeinde in Jerusalem. Wie angekündigt sendet Jesu zum Pfingstfest, dem jüdischen Schawuot, den Heiligen Geist. Ein Fest, an dem Juden aus aller Welt nach Jerusalem kamen. In der folgenden Zeit bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer wechseln sich Christenverfolgung und die Gründung von regionalen Gemeinden ab. Fast alle Apostel, wie auch die Propheten zuvor, werden von den Juden umgebracht. Trotzdem ist das Evangelium bis heute nicht aufzuhalten. Neben der Bekehrung vieler Juden zum Glauben an Jesus Christus beginnt sich die Frohe Botschaft von der Versöhnung mit Gott in den Nachbarländern Kleinasiens auszubreiten. Die vier Verfasser der von Gott inspirierten Evangelien sind :

  • Matthäus, Zeitgenosse und Jünger Jesu, sein Schwerpunkt ist Jesus Christus der König.

  • Markus, Wegbegleiter und Schüler des Apostels Paulus, sein Schwerpunkt ist Jesus Christus der Knecht Gottes.

  • Der Arzt Lukas, der um das Jahr 80 anhand von Zeugenaussagen und Überlieferungen die Geschichte Jesu vermutlich in Rom verfasste. Er war der einzige Nichtjude, sein Schwerpunkt ist Jesus Christus der wahre Mensch. Es hat sich herausgestellt, dass seine Beschreibungen von wissenschaftlicher Präzision sind und jeder geschichtlichen Nachprüfung standhält. Lukas ist auch der Verfasser der Apostelgeschichte, die im Wesentlichen die Missionsarbeit des Apostels Paulus dokumentiert.

  • Der Apostel Johannes, ein Jünger und Wegbegleiter Jesu, verfasste sein Evangelium um das Jahr 95. Seine Schrift gilt als Sondergut, weil es etliche Schilderungen aus dem Leben Jesu enthält, die in den anderen Evangelisten nicht erwähnt werden. Die Bibel verweist darauf, dass über das Erscheinen von Jesus Christus so viel zu berichten wäre, dass das ganze Universum nicht ausreichen würde, dies zu fassen. Johannes konnte auf den vorangegangenen Evangelisten zurückgreifen und richtete sein Schwerpunkt auf Jesus Christus den ewigen Gott aus. Dies auch als Kampfansage an griechische Philosophen, die die Göttlichkeit Jesu bestritten. Hier hatten sie es mit einem Augenzeugen zu tun, der den Sohn Gottes persönlich erlebt hatte. Kaum war eine Botschaft zur damaligen Zeit glaubwürdiger als durch einen Zeitzeugen.

​Die erste Gemeinde
  • 32 Vierzig Tage nach Himmelfahrt gibt es 120 Gläubige in Jerusalem. Durch das Sprachenwunder zu Pfingsten kommen weitere 3000 zum Glauben. Das Zungenreden war die Fähigkeit, in jeder Sprache, akzentfrei, sprechen zu können, damit die Juden aus anderen Ländern die frohe Botschaft des Evangeliums verstehen konnten. Durch das Ausgießen des Heiligen Geistes werden Heiden- und Judenchristen zu einem Leib getauft und der Verheißung nach mit dem Heiligen Geist versiegelt. Sie können damit nicht mehr verloren gehen.

  • Die Weltmission beginnt von Jerusalem aus, dann über Judäa, später über Samaria und in die ganze Welt. Während Petrus und die anderen Jünger Apostel der Juden wurden, wählte Gott den Christenverfolger Paulus als Apostel für die Heidenvölker aus. Durch die Begegnung mit Jesu bekehrte sich Saulus von Tarsus (der Große) zu Paulus (der Kleine). Gott gab ihm Einblick in viele Geheimnisse und schenkte dem Apostel Paulus große Erkenntnis und Weisheit. Nicht ohne ihn durch ein Leiden ständig zu demütigen, damit er nicht überheblich wurde.

  • Auf vier Missionsreisen gründet Paulus mit seinen Mitarbeitern Gemeinden in Kleinasien und Europa. In seinen Briefen wurden sie weiter unterrichtet und ermahnt.

  • Im Traum ruft ein Mazedonier Paulus nach Philippi, womit die Evangelisation nach Europa gelangt. Lukas ist mit ihm und bleibt dort.

  • Paulus besucht die Gemeinde in Jerusalem und wird, von den Aposteln um Petrus, ebenfalls als Apostel anerkannt und bestätigt.

  • Schon vorher wurde Paulus auf seinen Reisen immer wieder von ortsansässigen Juden angegriffen, misshandelt und verfolgt. So auch hier in Jerusalem, wo die Juden ihn vor den Römern anklagen. Paulus kann sich vor König Agrippa rechtfertigen und beruft sich als römischer Staatsbürger auf den Kaiser. Nun wird er nach Rom geschickt, um dort vor Nero wegen Volksverhetzung vor Gericht gestellt zu werden.

  • Ab 60 verbringt Paulus zwei Jahre in Rom, während man auf seine Ankläger aus Israel wartet. In dieser Zeit empfängt er viele Gäste und kann frei predigen. Weil kein Ankläger erscheint, wird Paulus freigelassen und bereist Spanien.

  • 66/67 Nach erneuter Gefangennahme wird auf Befahl von Kaiser Nero der Apostel Paulus in Rom enthauptet.

  • 70 Die Römer belagerten Jerusalem, weil die Juden keine Ruhe gaben und ständig Aufstände machten. Millionen Juden waren an jenem 30. August 70 angereist, um das Pessach-Fest zu begehen. Die Römer warteten, bis die Stadt übervoll war und schlossen den Belagerungsring. Schließlich begannen sie die Massen in 160 Tagen abzuschlachten. Bis in den Tempel hinein flossen Ströme von Blut in diesen Tagen, in denen eine Million Juden umkamen. Wie von Jesus vorausgesagt, wurde der Tempel zerstört und geplündert. Die christliche Gemeinde von Jerusalem blieb von alledem verschont. Es sollte kein gemeinsames Feiern mit den orthodoxen Juden gebe, weil dieses Volk den HERRN Jesus abgelehnt und gekreuzigt hatte. Die Gemeinde nutzte eine Pause in der Belagerung Jerusalems und floh in die Provinz zu König Herodes Agrippa II, nach Pella. Agrippa hatte sich zuvor durch den Apostel Paulus überzeugen lassen, dass Christen keine Staatsfeinde Roms waren und friedliebend. Daher war ihm die Gemeinde aus Jerusalem willkommen. Was aber war geschehen, dass die Belagerung Jerusalems und der bevorstehende Vernichtungsschlag gegen die Juden ausgesetzt wurde? Kaiser Nero hatte in Rom Selbstmord begangen und der Heerführer vor Jerusalem Vespasian reiste nach Rom, um die Nachfolge Neros anzutreten. Danach entsandte er Titus und andere Heerführer, um Jerusalem endgültig abzuriegeln und zu erobern. Eine Million Juden sollten in der Stadt dabei abgeschlachtet werden.

  • 73/74 Nach der Belagerung Jerusalems war die letzte Zuflucht der Juden die Bergfestung Masada in der judäischen Wüste am Toten Meer. Auch sie wurde schließlich durch den Bau einer riesigen Rampe von den Römern gestürmt. Fast alle Bewohner hatten jedoch zuvor mit Frau und Kindern Selbstmord begangen. Seitdem wurde das jüdische Volk in alle Welt vertrieben, wie vom Propheten angekündigt.

  • 100 Der letzte noch lebende Apostel, Johannes, stirbt um 100, nachdem er das Johannes-Evangelium geschrieben hatte und die Offenbarung, die er auf der Insel Patmos empfing, an dem Ort seiner Verbannung. (siehe oben)

  • Für die Apostel gibt es keine Nachfolger, die Bibel ist mit der Offenbarung abgeschlossen. Es ist alles gesagt, prophezeit und überliefert.

  • 133-135 Nachdem die verbleibenden Juden unter dem Anführer Bar Kochba immer neue Aufstände gegen die Römer unternommen hatten, war der römische Kaiser Hadrian so wütend, dass er beschloss, die Juden endgültig auszurotten. Das Land Israel sollte judenrein werden. Und so wurde auch beschlossen, jüdische Namen auszutauschen. Man erinnerte sich, dass der größte Feind der Juden schon immer die Philister gewesen waren. So benannte man Israel nun zu Philistäa, Philisterland um, was später sich in Palästina wandelte. Auch Jerusalem erhielt einen neuen Namen, der sich aber nicht hielt. Seitdem verödete das Land und wurde wüst und leer, wie vom Propheten vorhergesagt.

  • Reisende, wie der amerikanische Schriftsteller Mark Twain, beschrieben Palästina als ein von Gott verlassenes, ödes Land, wo kaum Menschen anzutreffen waren. 1869 “Palestine is desolate and unlovely...."

  • Während der Staat Israel im Jahre 135 aufgehört hatte zu existieren, war das Evangelium durch die Missionsreisen der Apostel Paulus und Petrus und ihrer Mitarbeiter auf dem Weg nach Europa. Römische Legionäre trugen die Frohe Botschaft von Jesus Christus weiter ins Römische Reich nach Norden.

  • Schriften der Kirchenväter wie Augustinus verbreiteten sich ab dem 4. Jahrhundert, gefolgt von einer Staatskirche, die durch die konstantinische Wende von Rom aus eingeleitet wurde.

  • Heute blicken wir auf fast 2000 Jahren Weltmission zurück, in denen das Evangelium alle Nationen dieser erreicht hat. Der "Missionsbefehl", den Jesus bei seiner Himmelfahrt vom Ölberg im Jahre 32 in Jerusalem seinen Nachfolgern erteilt hatte, gilt somit als erfüllt.

  • Die gegenwärtige Epoche der Gnade seit dem Opfertod Christi am Kreuz zu Golgatha geht ihrem Ende entgegen. Nur Gott kennt die Vollzahl aus den Nationen, derer, die sich noch bekehren werden. Wenn diese eingegangen sein wird, fällte die Tür der Gnadenzeit zu. Die Gemeinde wird dann von ihrem Bräutigam Jesus entrückt in den Himmel. Die gläubigen Verstorbenen zuerst im selben Augenblick gefolgt von den dann noch lebenden. Die letzte Fase der Menschheitsgeschichte wird dann mit der Drangsalszeit folgen, der schlimmsten Zeit der Menschheitsgeschichte, mit dem letzten Weltkrieg. Mehr dazu im letzten Blog zur Offenbarung.


Neues Testament:

  • 21 Lehr-Briefe mit den acht Geheimnissen der Gemeinde, die im Alten Testament noch nicht bekannt waren.

  • 4 Evangelien,

    • Matthäus, Jesus, der König,

    • Markus, Jesus, der Knecht,

    • Lukas, Jesus, der gerechte Mensch,

    • Johannes, Jesus, der ewige Gott.


  • Das Zeugnis der Apostelgeschichte, geschrieben vom Evangelisten Lukas

  • die Offenbarung des Johannes und

  • das Wirken des Heiligen Geistes in jedem Gläubigen.


Altes Testament:

  • Die Gesetze, die Propheten und die Schriften (Psalmen).

 
 
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