17. Die Offenbarung - Vorwort
- Axel Nickolaus

- 28. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Nov.

Die Offenbarung (Apokalypse/Enthüllung) des Johannes, um 100 n.Chr. aufgeschrieben, ist das letzte Buch der Bibel. Altes und Neues Testament gelten damit ab dem Ende des ersten Jahrhunderts als abgeschlossen. Alle Bücher der Bibel, von ihrer ersten Schriftsetzung durch Mose, um 1300 v.Chr., bis zu den Briefen des Apostel Johannes um 85 n.Chr. sind darauf ausgerichtet, Menschen den wahren Gott vor Augen zu führen und sie zur Umkehr zu leiten. Allein die Offenbarung Jesu Christi, aufgeschrieben vom Apostel Johannes um 95 n.Chr. während seiner Verbannung durch Kaiser Domitian auf der Insel Patmos, bildet hierbei eine Ausnahme. Johannes, der ehemalige Jünger, den die Bibel Lieblingsjünger Jesu nennt, begegnet dem auferstandenen Christus in einer Vision auf ganz andere Art und Weise. In Jerusalem, etwa 70 Jahre zuvor, lag er noch an der Brust seines HERRN, nun aber stand sein ehemaliger Lehrer und Meister, das Lamm Gottes, als Weltenherrscher im hohepriesterlichen Gewandt vor ihm. ER, der Menschensohn, hatte sich zur Rechten Gottes gesetzt, von wo ER einmal kommen wird, die Lebenden und die Toten zu richten. Auf der Insel Patmos war es nun ein ganz anderes Wiedersehen. Johannes wird schließlich in den Himmel gerufen, um endzeitliches Geschehen vorausschauend zu erleben.
Jesus, Johannes und die anderen Jünger und Jüngerinnen hatten zwischen den Jahren 29 bis 32 n.Chr. den Knecht Gottes, den leitenden Jesus von Nazareth kennengelernt, den Menschen, der sich am Ende in die Hände übler Zeitgenossen gegeben hatte und vom Volk verurteilt wurde. Davon war auf der Insel Patmos kaum mehr etwas zu spüren. Johannes erblickte etwas von der Macht und Herrlichkeit, mit der Menschensohn einmal auf die Erde zurückkehren wird, um blutiges Gericht über eine gottlose Menschheit zu bringen.
Vor diesem Hintergrund richtet sich die Apokalypse (Enthüllung) ausnahmslos an wahre Christen, die Knechte Jesu Christi, wie es gleich zu Beginn dieses Buches klargestellt wird. Wenn heute Christen wie Nichtchristen mit dem Buch der Offenbarung ihre Probleme haben, die Bilder und Reden kaum zuordnen und verstehen können, dann mag es daran liegen, dass sie nicht Knechte Jesus Christi sind.
Ungläubige können die Offenbarung nicht verstehen, weil sie sich nicht an sie richtet.
Aber auch viele Christen, Prediger, Lehrer, studierte Theologen haben in der heutigen Zeit so ihre Probleme mit der Offenbarung. In unterschiedlichen Auslegungen und bildlichen Deutungen verliert man sich immer wieder im Ungefähren und in Widersprüchen, spricht von Prosatexten und Dichtung, um die eigene Ratlosigkeit zu überdecken.
Es gab aber zu allen Zeiten Verständige, das Alte Testament nennt sie die Maskilim, für die es sich nicht um ein Buch mit sieben Siegeln handelt, sondern um eine Enthüllung, vormals verborgener Zukunftsaussichten. Den rechten Zugang zum Buch der Offenbarung gewinnen sie auf dreierlei Arten:
Durch treue Nachfolge in Wort und Tat, einer bedingungslosen Hingabe an Jesus Christus, den HERRN und der freudigen Erwartung Seiner Wiederkehr.
Durch ein Studium, das sich in den Querverweisen zwischen Neuen und Alten Testament übt und in einem heilsgeschichtlichen Denken verharrt, von Mose 1 bis Offenbarung 22.
Durch Erkennen erfüllter Prophetien lernen, wie Gott in der Geschichte auftritt und handelt.
Foto Andy Watkins