20. Juni - Vor allen Dingen habt untereinander beharrliche Liebe;
- Axel Nickolaus

- 20. Juni 2023
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Vor allen Dingen habt untereinander beharrliche Liebe; denn »Liebe deckt der Sünden Menge zu« 1.Pet 4/8

Selbstgefällig wollen wir immer gern allein gut dastehen und übersehen am Mitmenschen, was gut ist und ignorieren es. Und wenn wir am anderen einen kleinen Fleck wahrnehmen, vergrößern wir den Makel in unseren Augen immer mehr. Bis daneben nichts Gutes mehr zu sehen ist, selbst wenn wir Augen wie ein Falke und das Angesicht eines Engels hätten. Genauso, als wenn ich jemand in einem goldenen Kleid sehe und irgendwo wäre eine Naht oder ein weißer Faden sichtbar und ich deshalb die Nase rümpfe. Als wenn dieses Kleid damit zu verachten wäre und ich dagegen, in meinem groben Kittel, mit einem goldenen Lappen darauf, mich köstlich fühle. Daher sehen wir unsere eigenen Laster nicht, von denen wir voll sind und können doch an anderen Leuten nichts Gutes sehen. Wo nun diese weltliche Geltungssucht unter die wahren Christen kommt, da fängt das Urteilen an. Dass ich bald einen anderen verachte und verdamme, wogegen er mir genauso zusetzt und mich mit demselben Maß misst. Mich absucht, auf das Ärgste beobachtet und kritisiert, was er an mir nur finden kann. Da wird die Liebe gar unterdrückt. Was untereinander bleibt, ist Beißen und Fressen, bis sie sich gar verzehren und Unchristen werden.
Foto: Adi Goldstein