21. Mai - Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig...
- Axel Nickolaus

- 21. Mai 2023
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Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.

Nachdem das Evangelium als ein neuer *Sauerteig unter die Menschheit (den Teig) gemengt worden ist, so wird er nicht aufhören zu wirken bis ans Ende der Welt. Vielmehr wird er durch die Masse derer ziehen, die es wert sind, gerettet zu werden. Auch gegen den Willen der Hölle. Und weil es unmöglich ist die Säure wieder herauszubekommen, weil sie die Natur des Sauerteigs verändert hat, genauso ist es nicht möglich, die Christen wieder von Christus wegzureißen. Denn Christus ist ihnen wie ein Sauerteig einverleibt, dass sie ein Laib sind, eine Masse, ein Kuchen, ein Brot u.s.w. Deswegen ist es vergeblich, wenn der Teufel die Kirche aus der Welt jagt und verfolgt. Das ist, wenn er Christum von den Gläubigen, die Säure von dem Teig trennen will. Denn so unmöglich es dem Menschen ist, die hineingemischte Säure vom Teig abzusondern, so unmöglich ist es auch dem Teufel, Christum von der Gemeinde zu trennen. Der Teig ist gesäuert, der Teufel wird die Säure nicht mehr herausholen können. Ob er sie kocht, bratet oder röstet, so ist der Sauerteig Christus drinnen. Und soll drinnenbleiben bis zum jüngsten Tag. Dass alles durchsäuert werde und nichts von dem Teig ungesäuert bleibe.
*Das Bild vom Sauerteig wird hier von Luther missinterpretiert. In der Schrift steht der Sauerteig in der Regel für eine zersetzende Veränderung, so wie Säure einen zerstörerischen Einfluss hat. Auch, dass hier von einer "Frau" gesprochen wird und nicht wie sonst in Gleichnissen von einem "Mann", weist auf eine andere Bedeutung hin. Vielmehr geht es um den reinen, weißen Teig des Wortes Gottes, der durch Vermengung mit Säure (Irrlehre) verändert wird. Gemeint ist hier die Durchmischung von Glaube und Unglaube, das Zusammenkommen von Bekehrten und Scheinbekehrten in den Gemeinden. Siehe auch das Gleichnis von der vierfachen Feldfrucht oder den zehn Jungfrauen. Jesu warnt hier immer wieder zur Wachsamkeit gegenüber zerstörerischen Einflüssen in den Kirchen.Foto: Patrick Fore