24. Dezember - Und sie gebahr ihren ersten Sohn...
- Axel Nickolaus

- 24. Dez. 2022
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Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Ich habe es oft gesagt und sag es noch: Wer Gott erkennen und ohne Gefahr über ihn mutmaßen will, der schaue in die Krippe, hebe unten an und lerne eingehend den Sohn der Jungfrau Maria kennen. Geboren zu Betlehem, wie er im Schoß der Mutter liegt und säugt, damit wird er recht begreifen, wer Gott sei. Diese Gottesbegegnung wird dann nicht erschreckend sondern allerliebst und tröstlich sein. Und hüte dich ja mit hohen, fliegenden Gedanken, hinauf in den Himmel zu klettern ohne diese Leiter des Herrn Christus in seiner Menschwerdung, so wie ihn das Wort schön und schlicht beschreibt. Bei diesem Bild bleibe und lass dich nicht durch die Vernunft davon abbringen. So erfasst du Gott richtig, wenn unser liebe Herr Jesus Frost, Hunger und Kummer erlitten hat. Obendrein ging es elend und armselig zu, wie gesagt, als er auf die Erde kam und geboren wurde. Da war weder Topf noch Stube, weder Kissen, Windeln noch Bettzeug. Er musste vor Kühen und Ochsen in einer Futterkrippe liegen, mein Verwandter, ja auch mein Bruder, der König des Himmels und der Erde und aller Kreaturen. Wenn er sich so elend daher legt, pfui, schäm dich, warum bin ich dann so stolz? Warum will ich so herrlich sein und gar nichts leiden? Wenn der König der Ehren meinetwegen so leidet, wer bin ich denn? Ist es nicht wahr, ich bin ein armer Sünder und nicht wert, auf einem Haufen Stroh zu liegen. Und doch liege ich in einem weichen Bett während mein Herr auf hartem Stroh und in der Krippe liegt.
Foto: Walter Chàvez