29. April - So aber ich tue, was ich nicht will...
- 29. Apr. 2023
- 1 Min. Lesezeit
Wenn ich aber tue, was ich nicht will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

Wenn diese (immerwährend in uns wohnende) Sünde nicht wäre, so gäbe es auch keine weitere Sünde. Diese Sünde wirkt nicht so wie alle anderen Sünden (die gelegentlich passieren). Sondern sie ist da und lebt und tut alle Sünden. Sie sündigt nicht nur eine Stunde oder eine Zeit lang, vielmehr so lange wie eine Person da ist, so lange ist auch die Sünde da. Es hilft nicht, solange man sich nur nach außen bessert und versucht ein guter Mensch zu sein, inwendig bleibt aber Stamm, Wurzel und Quelle des Bösen unverändert. Es muss insbesondere die Quelle verstopft und die Wurzel weggenommen werden. Sonst bricht das Böse an zehn Orten aus, während du an einer Stelle stopfst und abwehrst. Aus diesem Grunde musst du geheilt sein, sonst kannst du ewig daran herumdoktern, ausbessern, flicken und mit Salbe und Pflaster behandeln. Es eitert, verklebt und wird doch immer schlimmer. Die Sünde will auch von keinem Gesetz oder durch keine Strafe vertrieben werden, wenngleich tausend Höllen drohen würden. Sondern allein die *Gnade Gottes muss sie ausfegen, die die Natur des Menschen rein und neu macht.
* Gnade Gottes: Die dem Menschen seine Schuld vor Augen führt und durch Buße und Umkehr Heilung und Rettung anbietet.Foto: Luis Villasmil