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29. Oktober - Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker.


Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.


Gott, wir warten deiner Güte in deinem Tempel.

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Deshalb ist das deutsche Sprichwort wahr: Finstere Kirchen und lichte Herzen. Denn eine solche Kirche hat Abraham gehabt, in der Gottes Wort und die rechten Gottesdienste zu finden waren. Dagegen sehen wir zu unserer Zeit sehr helle, lichte Kirchen, in den die Herzen aber finster oder vielmehr blind sind. Nicht große Quadersteine und herrliche Gebäude, auch nicht Gold und Silber, schmücken eine Kirche oder heiligen sie, sondern Gottes Wort und die reine Lehre oder Predigt. Da wo man den Menschen von Gottes Güte erzählt und offenbart. Dort, wo die Herzen aufgerichtet und ermuntert werden, dass sie auf Gott vertrauen und ihn in der Not anrufen. Da ist gewiss ein herrlicher Tempel, wenn es auch einem finsteren Winkel gleicht. Ein bloßer Hügel oder wilder Baum wird auch ein rechtschaffenes Gotteshaus und des Himmels Pforte genannt. Auch wenn es ohne Dach, unter den Wolken, unter freiem Himmel steht.


Foto: Aron Burden



 
 
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