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4. September - Ich schätze mich noch nicht, dass ich es ergriffen habe...

  • 4. Sept. 2022
  • 1 Min. Lesezeit

Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.


Für einen Gläubigen ist nichts gefährlicherals wenn er meint, er habe es schon ergriffen und es sei nicht nötig es erst zu suchen. Von daher kommt's, dass viele zurückfallen, vor Sicherheit und Faulheit verwelken und lasch werden. Deswegen, wer angefangen hat ein Christ zu sein, der ist auch verpflichtet folgendes zu tun: Dass er denkt, er sein noch gar kein Christ, sondern noch auf der Suche es soweit zu bringen, dass er ein Christ werde. Dieses Leben ist nicht Frömmigkeit sondern ein Frommwerden. Nicht Gesundheit sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein sondern ein Werden, nicht Entspannung sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht: wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan und geschehen; es ist aber im Gange und im Kommen. Es ist nicht das Ziel, es ist aber der Weg. Ein Christ übt sich im Werden, nicht in Vollkommenheit. Wer denkt, er sei schon ein Christ geworden obwohl er erst ein Christ werden soll, der ist nichts. Denn wir strecken uns nach dem Himmel aus, sind aber noch nicht im Himmel. Und wie derjenige niemals in den Himmel kommt, der sich einbildet schon im Himmel zu sein, so ist bereits der im Himmel, der sich nach dem Himmel streckt und versucht hineinzukommen. So wunderbar sind die Werke dieses Reiches.






 
 
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