top of page

5. November - Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen.

  • 5. Nov. 2022
  • 1 Min. Lesezeit

Hieraus sollen wir erkennen, dass ein jeglicher von uns einen großen Werkheiligen in seiner Brust hat. Wir wollen alle solch köstliche Werke vorweisen, derer wir uns rühmen können und sagen: Siehe, das habe ich getan, ich habe heute meinen Gott bezahlt mit Beten und mit guten Werken, darum will ich nun desto mehr Ruhe im Gewissen haben. Mir passiert das auch, wenn ich meiner Aufgabe nachgehe und meinen Beruf fleißig ausübe, dass ich viel fröhlicher bin als wenn ich nichts getan hätte. Diese Freude ist wohl an sich selbst nicht böse. Doch wenn eine solche Freude ohne Glauben und nicht rein ist, will sie das Gewissen fangen und irre machen. Weil aber das Gewissen ein sehr empfindliches Ding ist, kann es vor dem Laster der Überheblichkeit nicht genug bewahrt werden. Da wir Christum bekennen, in Gottesfurcht leben und im Glauben zunehmen wissen wir, dass ein jeder einen großen und häßlichen Mönch (Werkheiligen) in seinem Herzen bei sich trägt. Darum lasst uns nie sicher sein, dass wir uns doch auf die Werke verlassen, was mit dem Glauben nicht zu vereinbaren ist.


Foto: Razwan Chisu

 
 
bottom of page