AT Der Prophet Maleachi
- 27. Feb. 2025
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Feb. 2025
Maleachi = Bote

Maleachi war der letzte Schriftprophet, den Gott in der Zeit um 400 v.Chr. zu seinem Volk sandte. Es war die Zeit nach der 70-jährigen Gefangenschaft des jüdischen Volkes in Babylon. Das Volk lebte mittlerweile wieder in tiefer Perversion und die Führer des Volkes verleugneten die Gebote Gottes. Man nahm die Überlieferungen nicht mehr erst und tat alles, was wir aus unserer heutigen Zeit durch die liberale Theologie erleben.
Maleachi gehört in die Reihe der Kleinen Propheten, die von der Zeit der Assyrischen Besatzung, über die babylonische Gefangenschaft bis in die Epoche des persischen Weltreiches aufgetreten sind. Nach den letzteb Propheten Hagai, Sacharia und Maleachi weicht der Heilige Geist von Israel. Es folgen die 400 stummen Jahre, in denen Gott keinen Propheten mehr nach Israel schickt.
Die 22 Bibelbücher des AT wurden entsprechend der 22 Buchchroniken in Hebräisch zusammengestellt. Ein Aufteilung in beispielsweise 1. und 2. Chronika oder 1. und 2. Samuel gab es nicht.
Bücher in der Bibliothek Gottes im Himmel
Das Buch der Tränen
Das Buch des Lebens, der Menschen Gottes
Die Bibel Ps 119
Das Buch des Hauses Israels
Das Buch der Wahrheit
Gedenkbuch der Getreuen Mal 3/16
Buch der Werke der Menschen
Buch der Offenbarung
Das kleine geöffnete Buch
Das Buch Maleachi stellt
Gottes feierliches Schlusswort zum Alten Testament,
Gottes Liebe und Israels kaltes Herz dar.
Die "rotzfreche" Antwort der damaligen Führer auf Gottes Werben um Seiner Volk war:
Worin hast du uns geliebt?
Die Antwort darauf finden wir in Röm 5/8: Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.
Aber es gab schon damals Gottesfürchtige unter den Priestern, die sich berieten und Gott belauschte sie.
Zeitablauf
Schon bald nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft 538 v.Chr. verkommt das Volk unter Leitung treuloser Priester.
430 v. Chr. unwürdige Opfer im Tempel, keine Gottesfurcht, Mischehen, liberale Theologie.
Erweckungen, die Rückkehr zum Willen Gottes, halten nur kurze Zeit an.
Maleachi ruft zur Rückbesinnung (Reformation) auf, um einem schonungslosen Gericht zu entgehen.
Es ist die Zeit der letzten messianischen Prophezeiungen, bevor der Messias selbst erscheinen wird.
Es folgt das lange Schweigen Gottes gegenüber Israel. Den anerkannten Schriften der Juden wurden keine weiteren mehr dem Kanon hinzugefügt. Die bestehenden Schriften ab Mose I wurden immer wieder abgeschrieben, die besten im Tempel zu Jerusalem aufbewahrt. Nach diesen wurden spätere Abschriften immer wieder abgeglichen und korrigiert. Wer den AT-Originaltext wissen wollte, musste nach Jerusalem gehen.
Nach Maleachi kam das lange Warten auf den Messias.
Prophetien und Gerichtsankündigungen
Edom, die Nachfahren von Esau im heutigen Süd-Jordanien mit der Stadt Petra erhalten ihr Urteil Gottes. Das Volk wird kein Bestand haben, ewiger Zorn trifft sie. Das Volk, dem der Ewige in Ewigkeit zürnt, hat keinen Bestand. Heb 12/16. dass nicht jemand ein Hurer oder ein Gottloser ist wie Esau, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte! Esau hatte sich gegen Gott entschieden, zog ein Linsengericht dem Segen vor und bereute nur halbherzig. Der HERR ist kein lokaler Gott, sondern regiert alle Völker.
Wir haben es mit einer...
Ermahnungsbotschaft zu tun Mal 1/6-2/16
Verheißungsbotschaft zu tun Mal 2/17 bis Ende.
Verurteilungsbotschaft der...
unwürdigen Opfer, 1/16
der treulosen Priester, 2/1-9 , führt auch heute dazu, dass Pfarrer und Priester beim Volk nicht hoch angesehen sind.
der Mischehen zwischen Juden und Nichtjüdinnen, Ehebruch. 2/10-16, Gott hasst Untreue und Ehebruch.
Vielmehr nennt Gott die Ehefrau des Mannes, die Frau seiner Jugend, seine Genossin und die Frau Deines Bundes. Auf keinen Fall aber Partnerin.
Gott verurteilt:
Unreinheit in Gedanken und Taten
ungezügelte Leidenschaft, Orgien, Trinkgelage, Drogen, etc.
böse Lust, das Vergnügen an bösem Verhalten und Abbildungen
Hurerei, der voreheliche Geschlechtsverkehr. Der außereheliche Geschlechtsverkehr ist der einzige Grund für eine Scheidung. Matth 19/19 Ehebruch ist ist schlimmer als körperliche Gewald. Der Mann besudelt sein Gewand mit Gewalt.
Untreue
in der Ehe ist Gott selbst Trauzeuge, insofern ist die Ehe eine Institution und muss vom Staat geschützt werden. Kein Missbrauch durch "Ehe für alle".
die Verbindung mit götzendienerischen Frauen, jenen Töchtern eines fremden Gottes.
Das ungleiche Joch in 2. Kor 6/14 bedeutet, dass man zwei unterschiedliche Tiere wie Ochse und Pferd nicht zusammen vor einen Pflug spannen soll, weil beide ein unterschiedliches Schritttempo haben. Gläubige und Ungläubige passen nicht zusammen.Merkmale in Maleachi
Im Text kommt es vierundzwanzig Mal vor, dass es heißt der Ewige der Heerscharen /12
Jahwe, der Ewig Seiende, der Unwandelbare
Immer wieder werden Dinge als groß beschrieben. Mal 1,5 Und eure Augen werden es sehen, und ihr selbst werdet sagen: Groß erweist sich der HERR über das Gebiet Israels hinaus!Mal 1,11 Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang ist mein Name groß unter den Nationen. Und an allerlei Orten lässt man ⟨Opfer⟩ Rauch aufsteigen und bringt meinem Namen ⟨Gaben⟩ dar, und zwar reine Opfergaben. Denn mein Name ist groß unter den Nationen, spricht der HERR der Heerscharen. usw.
Die Juden begegnen Gott "rotzfrech": Womit haben wir Deinen Namen verletzt?
Gott stellt Sein Volk zur Rede, wenn es immer wieder heißt: Aber ihr sagt....
Gott wird durch unreine (billige) Opfergaben beleidigt. Stattdessen sollte alle im Hinblick auf das kommende Opfer Jesus Christi dargebracht werden.
Wie im Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizäa fordert Gott zum Gebet auf, weil die Menschen nicht merken, wie arm und blind sie sind. Off 3/20
Auch heute merken viele Gemeinden nicht, dass Jesus der HERR gar nicht da ist. Sie realisieren nicht, was los ist, wenn Gott zornig ist.
Gott fordert die Priester auf, die Tore zum Tempel zu schließen, weil es so nicht weitergehen kann.
Der Tisch des HERRN ist der Altar, zu dem das Volk Gottes eingeladen ist. Wir bringen keine billigen Opfer sondern welche, die vor IHM wohlgefällig sind: Gottesdienst, Anbetung, Abendmahl.
Viermal spricht Gott in Maleachi vom Bund:
mit dem Priestergeschlecht
mit Israel (der Bund vom Sinai)
dem Ehebund Hes 16/8, Thema Hurerei 5.Mos 22/13 + 22
...
"In Geist und Wahrheit anbeten" bedeutet, zuvor sein Leben vor Gott zu ordnen, bevor man ins Gebet geht.Wir müssen darauf achten, dass wir die ganze Woche in Beziehung zu Gott leben.Im Stall wählen wir das beste "Tier" aus, um es am Sonntag zur Anbetung zu bringen. Wir sind vorbereitet für den Gottesdienst."Dich ich bin ein großer König"! Wir benutzen keine unwürdige Sprache vor Gott.Wo ist der Gott des Gerichts?
Mal 2/17 - 3/6
17 Ihr ermüdet (beleidigt) den HERRN (MICH) mit euren Worten. Doch ihr sagt: Womit ermüden wir ihn (DICH)? – Damit dass ihr sagt: Jeder, der Böses tut, ist gut in den Augen des HERRN, und an solchen hat er Gefallen; oder: Wo ist der Gott des Gerichts?
Siehe, ich sende meinen Boten und er wird den Weg vor mir her bereiten. Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht[, siehe, er kommt, spricht der HERR der Heerscharen. Johannes, der Täufer, ist der Bote des HERRN, der vor IHM hergegangen war. Dann plötzlich wurde der Messias in Betlehem geboren. Gleichzeitig ist hier die Rede vom Kommen des HERRN in Macht und Herrlichkeit, wenn es weiter heißt:
2 Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein. 3 Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, sodass sie ⟨Männer⟩ werden, die dem HERRN Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen. 4 Dann wird die Opfergabe Judas und Jerusalems dem HERRN angenehm sein, wie in den Tagen der Vorzeit und wie in den Jahren der Vergangenheit. Gott hat Sein Volk in Unreinheit ins Land Israel zurückgeführt. Nur etwa 20% zählen zu den orthodoxen Juden, die an den alten Geboten festhalten. Der Rest ist mehr oder weniger vom Glauben abgefallen. Hier ist aber die Rede, dass Gott die Söhne des Priestergeschlechts "reinigen" wird. Dies wird geschehen am Ende der Großen Drangsal, wenn 2/3 des Volkes umgekommen sind und der verbleibende Rest der Wiederkunft Christi zujubeln. Dann wird ER zu Seinem Tempel kommen und im dritten Tempel wird der Opferdienst im Gedenken an das Opfer am Kreuz fortgesetzt.
5 Und ich werde an euch herantreten zum Gericht und werde ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer und gegen die Ehebrecher und gegen die falsch Schwörenden und gegen solche, die den Lohn des Tagelöhners ⟨drücken⟩, die Witwe und die Waise unterdrücken und den Fremden wegdrängen und die mich nicht fürchten, spricht der HERR der Heerscharen. 6 Denn ich, der HERR, ich habe mich nicht geändert; aber ihr, Söhne Jakob, ihr habt nicht aufgehört... In jenen letzten Tagen, unter Führung des Antichristen, wird das Volk wieder in Perversion leben und bei Seiner Wiederkehr vom HERRN gerichtet werden. Gott verweist hier noch einmal darauf, dass Sein Wort unveränderlich ist aber das Volk und die Priester haben nicht aufgehört Böses zu tun.
Das erste und zweite Kommen des Erlösers wird in diesem Abschnitt zusammengefasst, weil beides das gleiche Ziel hat. Bei Seinem ersten Kommen sollte ER der leidende Messias sein, bei seinem zweiten Kommen wird ER der Herrscher sein. Als ER kam als Leidender, wurde das Volk zerstreut in alle Welt. Bevor ER kommt als Richter, wird das Volk der Juden aus aller Welt ins Land der Väter gesammelt. Sach 13/8 kündigt schwere Zeiten an.
Auch heute spricht man nicht über den Gott des Gerichts, das macht doch Angst. Aber es gibt allen Grund Angst zu haben.Der Tag des HERRN ist die Gerichtszeit, die große Drangsal über 3,5 Jahre in der zuerst Israel überrannt wird und die Völker in den Krieg gegen Gott ziehen.Nachdem das Volk am Berg Sinai Gott untreu geworden und um das goldene Kalb getanzt war, bekam allein der Stamm Levi den Auftrag, die Priesterschaft zu stellen. Der Stamm Levi hatte sich nicht am Götzendienst beteiligt. Bis dahin war jeder Erstgeborene zur Priesterschaft berufen. Nach dem Götzendienst des Volkes sollte nun jede Familie für ihren Erstgeborenen dem Stamm Levi den Zehnten als Abgabe entrichten.
Mal 3/19 Denn siehe, der Tag kommt, der wie ein Ofen brennt. Da werden alle Frechen und alle, die gottlos handeln, Strohstoppeln sein. Und der kommende Tag wird sie verbrennen, spricht der HERR der Heerscharen, sodass er ihnen weder Wurzel noch Zweig übrig lässt.
Der Prophet Maleachi (Liebi)
Zum Zeitpunkt der Entstehung des Buches
Um 430 v. Chr.; Zeit Nehemias: vgl. Mal. 2,8 mit Neh. 13,29 (verkommener Gottesdienst); vgl. Mal. 2,11-12
mit Neh. 13,23-25 (Mischehen); vgl. Mal. 3,8-10 mit Neh. 13,10 (Treulosigkeit in Verbindung mit den
Abgaben)
Thema
Gottes Liebe und Israels kaltes Herz
Zusammenfassung
Schon kurze Zeit nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft verkam das Volk völlig: Fehlende
Gottesfurcht, unwürdige Opfer, treulose Priester, Scheidungen und Mischehen kennzeichnen den unseligen
Zustand des Volkes. Erweckungen halten nur für kurze Zeit an! Gott kündigt das Kommen des Messias und
dessen Wegbereiter an. Er ruft auf zur Rückbesinnung auf das Wort Gottes, um einem zukünftigen
schonungslosem Gericht entgehen zu können.
Charakteristische Ausdrücke und Besonderheiten
• "Maleachi" = "Mein Bote", "mein Engel"; vgl. 2,7; 3,1
• Ein würdiger Abschluss 400 Jahre vor dem Kommen des Messias; die letzte kanonische Stimme des AT; vgl.
Talmud, Sanhedrin 11a: "Nachdem die letzten Propheten Haggai, Sacharja und Maleachi
gestorben waren, wich der Heilige Geist von Israel." Vgl. 1. Makk. 9,27
• 12x "Ihr sprecht" 1,2+6+7+7+12+13; 2,14+17; 3,7+8+13+14
• Gottes Liebeserklärung an sein Volk: 1,2; vgl. Röm. 5,8
• Wichtige messianische Verheissungen: 3,1; 4,1-3; 4,5-6
• "Der Tisch des Herrn" (= Altar): 1,7+12; vgl. 1. Kor. 10,21; Hebr. 13,10
Zum Aufbau des Buches
Titel (1,1)
Eröffnung: Gottes Liebe für Israel (1,2-5)
I. Ermahnungsbotschaft:
1. Verurteilung der Opfer (1,6-14)
2. Verurteilung der Priester (2,1-9)
3. Verurteilung der Mischehen und Ehescheidungen (2,10-16)
II. Verheissungsbotschaft:
1. Das Läuterungsgericht (2,17-3,6)
2. Der Segen des Zehnten (3,7-12)
3. Der Tag des Ewigen (3,13-4,3)
4. Zurück zum Wort! (4,4-6)
Praktische Lehren
• Formalismus macht gerichtsreif.
• Achtung! Erweckungen halten nicht lange an. Es braucht immer wieder Erneuerung.
• Erneuerung durch Rückkehr zum Wort ist jederzeit möglich.