Das Hohelied Teil I
- Axel Nickolaus

- 21. Jan. 2023
- 20 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Sept. 2023
Das Hohelied ist wohl das ungewöhnlichste Buch der Bibel neben der Offenbarung des Johannes. Der Titel bedeutet so viel wie das Lied der Lieder von allen etwa tausend Liedern, die Salomo geschrieben hat. Scheinbar geht es hier nur um die Liebesgeschichte zwischen dem damals größten König Salomo und Sulamith, einer Tochter aus wohlhabenden Hause. Beide Namen bedeuten Frieden. Ungewöhnlich aus heutiger Sicht ist auch, dass es hier nicht um Verliebtsein vor der Ehe geht, sondern um frisch Verheiratete. Nach der jüdischen Tradition wird auch nach der Eheschließung von Braut und Bräutigam gesprochen. Ehe, in der Lust und Freundschaft immer stärker werden und wachsen, ist von Gott einmal so erdacht. Eine Beziehung, die ein ganzes Leben hält.

Salomo selbst hat das Buch verfasst und dokumentiert darin die Beziehung zwischen seiner Geliebten und sich auf vielfältige Art und Weise. Ein Buch, das, wie andere Bücher Salomos, als von Gott inspiriert anerkannt wurde. Gott selbst hat hier die Feder des Autors geführt. Insofern haben wir es beim Hohelied mit verschiedenen Bedeutungsebenen zu tun.
Das Hohelied steht für die geschichtliche Beziehung von König Salomo und seiner Frau Sulamith von vor 3000 Jahren.
Das Hohelied steht für die Ehe nach Gottes Plan, für uns heute und zu jeder Zeit. Die Schönheit der Ehe und der Sexualität, die Beziehung von Mann und Frau, im Hohelied sind es die jung Verheirateten, die ein Fleisch geworden sind.
Das Hohelied steht auch für den Messias als Bräutigam und die Geschichte Israels als Braut in der Endzeit.
In Punkt 3 geht es nicht in erster Linie um die Gemeinde, wie sie sich zu Pfingsten im Jahre 32n.Chr. durch das Wirken des Heiligen Geistes in Jerusalem begründet hat. Sondern hier geht es vielmehr um die gläubigen Juden, wie sie es zu allen Zeiten gegeben hat und bis in der Endzeit geben wird. Es geht um die Geschichte Israels, ein Rückblick, aber auch ein Ausblick auf künftige Zeiten. oder auch die letzte Stunde, oder auch den Tag des HERRN genannt. Die Drangsalszeit, wenn die christliche Gemeinde entrückt sein wird, in die Wolken dem HERRN entgegen und Israel zurückbleibt, die (erste) Braut Gottes.
Im Hohelied spiegelt sich die Liebe der Gemeinde zu Jesus Christus wider. Beschrieben in sinnlicher, körperlicher Intensität, wie sie nur zwischen Mann und Frau vorkommt.Das Hohelied ist durchzogen von zahlreichen Bildern, die die vielfältige Bedeutung der Abschnitte und Verse helfen zu begreifen. Oftmals sind es mehrere Bilder, die sich überlagern und es gilt, sie zu erforschen und zu erkennen.
Salomo: Der Messias
Sulamith: Israel, die Gemeinde
Die Brüder Sulamiths, auch Söhne genannt: Die Propheten Israels.
Weinberg: Die Nationen der Welt, die im Götzendienst leben und sich in der Endzeit bekehren.
Die Hüter der Weinberge: Die Könige, die ins Tausend Jährige Reich eingehen werden.
Mein (Salomos) Weinberg: Israel
Die Inseln (Ijim) Europa
Bewohnerin der Gärten: Sulamith ist da zu Hause, wo alles voll Lieblichkeit und Schönheit ist, würdig, gerecht und lieblich.
Genossen, Freunde, die Freunde des Bräutigams, (Z.B. die Jünger Jesu)
Garten: Die Frau Salomos
Gazelle: die Herrliche, das Kommen Jesu in Macht und Herrlichkeit.
Hirsch: Stark sein.
Gold: steht für göttliche Heiligkeit, Reinheit, Herrlichkeit.
Silber: steht für Erlösung und Geld
Das Kettchen (um den Hals von Sulamith) steht für Wahrheit und Gerechtigkeit
Die Pferde-Stute steht für die Erlösung aus dieser Welt und ist von ihr unabhängig, kann ganz diesem König Jesus angehören.
1 Silberschekel: Vier Tageslöhne
Die Ehe

Foto: Anil Xavier
HL 1/9 Weißt du es nicht, du Schönste unter den Frauen, so geh hinaus auf die Spuren der Schafe und weide deine Zicklein bei den Zelten der Hirten. 9 Ich vergleiche dich, meine Freundin, einer Stute an den Wagen des Pharao. 10 Deine Wangen sind lieblich mit den Kettchen, dein Hals mit den Perlenschnüren. 11 Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit kleinen silbernen Kugeln. 12 Solange der König beim Mahle war, gab meine Narde ihren Duft. 13 Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen, das zwischen meinen Brüsten ruht. 14 Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen in den Weingärten von En-Gedi. 15 Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Tauben. 16 Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich. Unser Lager ist grün. 17 Zedern sind die Balken unsres Hauses, Zypressen unsre Wände.
Die Taube ist ein Symbol für die Ehe, da Taubenpärchen in der Regel ein Leben lang zusammenbleiben.
Treue beginnt mit den Augen: Er ist der Einzige, sie ist die Einzige.
Die Stute, sie gehört zu den besten Pferde am Wagen des Pharao, an Schönheit nicht zu übertreffen. Schönheit, Kraft und Eleganz finden sich in diesem Pferd wieder. Durch das Zähmen soll der Wille eines Tieres nicht gebrochen werden, sondern es soll lernen, sich unterzuordnen. Unterordnung gegen die eigne (sündige) Natur, ist das Ziel einer jeden Bekehrung zum HERRN, denn nur Gott, der Schöpfer weiß, was wirklich gut für das Geschöpf ist. Siehe auch Phi 3: 15 Wir alle, die der Glaube an Christus zu geistlich reifen Menschen gemacht hat, wollen uns ganz auf dieses Ziel ausrichten ... es geht also um Treue, Mut, Nützlichkeit im Reich Gottes und Kampfwille.
Mann und Frau -der Messias und Israel
Wein, ein Bild irdischer Freuden.
Liebe, mehr als irdische Freuden, sie reicht bis in die Ewigkeit.
Wangen, Ort der Wertschätzung.
Zypernblume, (Hennabusch). Die Blume steht für neues Leben nach dem Wintertod. Alles spricht im Frühling von Auferstehung.
Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden und nicht ins Gericht kommen. Daher spricht er auf verschiedenen Art und Weisen zu Menschen, auch wenn sie noch nie etwas von der Bibel erfahren haben. Das Haupt der Frau ist der Mann.
1.Kor11/2 Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.
Die Gemeinde als keusche Jungfrau.
Das Ja-Wort bei der Trauung ist auch ein Nein gegenüber allen anderen, die man schon kennengelernt hat und die man noch kennenlernt. Früher ging man „rein“ in die Ehe. Eine gute Basis, damit sich die Sexualität gesund entwickeln kann.
Sulamith: Ich bin eine Narzisse von Scharon.
Hl 2,2 Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Mädchen.
Salomo spricht nicht nur von seiner Braut, von seiner Geliebten, sondern auch von seiner Freundin. Ein Hinweis darauf, dass sie auch gut in ihrem Denken und Wissen übereinstimmten. Mit Dornen bezeichnet er die Jungfrauen von Jerusalem, die sich schon vor der Ehe „verunreinigt“ haben, also mit Männern Sex hatten.
Sulamith beschreibt ihren Mann:
Er ist wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes. Eine Erfrischung, die Energie gibt.
Ich habe mich mit Wonne in seinen Schatten gesetzt. Siehe dazu Psalm 36/8:
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! 9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. 10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Zeichen über mir. 5 Erquickt mich mit Traubenkuchen, labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe. 6 Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich. Der Wein ist ein Symbol der Freude und ein Symbol des Messias.
Verliebtsein
Eine starke Form des Verliebtseins ist wie eine Krankheit, die bis zu drei Jahren anhalten kann. Der Körper schüttet Dopamin aus, es ist ein sogenannter Botenstoff oder Neurotransmitter, der Signale zwischen den Nervenzellen weiterleitet. Es steuert sowohl emotionale und geistige als auch motorische Reaktionen. Insbesondere ist Dopamin als „Botenstoff des Glücks“ bekannt. Verliebte sprechen ständig miteinander, aber man muss auch schweigen können:
Er ruht in seiner Liebe
Unter Stress soll man sich zurückhalten und immer nur auf die positiven Seiten des Partners schauen. Erst nach der emotionalen Erregung sollten Probleme zur Sprache kommen. Oxytocin im Körper unterstützt feste Bindung an den Ehepartner. Es ist als Kuschelhormon, Bindungshormon und Mutter-Kind-Hormon bekannt. Neben weiteren Botenstoffen zählt Oxytocin zu den Glückshormonen, da es unser Wohlbefinden steigert. Oxytocin wirkt als Neurotransmitter direkt im Gehirn und löst ein positives Empfinden aus.
Interessen miteinander teilen.
Beide gehen in die Natur.
Sulamith: Hl 8,10 Ich bin eine Mauer, und meine Brüste sind wie Türme. Da bin ich geworden in seinen Augen wie eine, die Frieden findet.
Viele Frauen halten nach einem Mann Ausschau, bei dem sie Frieden finden und zur Ruhe kommen. Die Geborgenheit in der Ehe setzt voraus, zu wissen, worauf Mann und Frau sich einlassen und wo Beistand und Hilfe zu finden sind. Wenn Sulamith sich hier als Mauer bezeichnet, dann gibt sie zu verstehen, nicht billig zu haben zu sein, sondern „erobert“ werden will. Sie ist sich ihres Frauseins und ihres Wertes bewusst, wenn sie ihre Brüste als schwer einzunehmende Bastion betrachtet. Dabei gehen kluge Frauen davon aus, dass es nur einen, nur den einen in ihrem Leben gibt. So war es für die Nichtjüdin Ruth wichtiger, den Weg mit Gott zu gehen, als sich mit Ungläubigen einzulassen. Und so erkannte sie später in Boas ihren (gläubigen) Mann. Sie verbarg ihr Gesicht, als sie ihn das erste Mal sah. Damit brachte sie zum Ausdruck, dass sie für keinen anderen zu haben sei. Auch war der Umgang in jener Zeit zwischen den Geschlechtern eindeutig geordnet. Umgangsformen sollten Frauen und Männer davor schützen, sich ins Unglück zu stürzen und andere mit ihrem Verhalten zu beschämen. So ist es in gewissen Kulturen bis heute undenkbar, dass Mann und Frau sich in der Öffentlichkeit küssen, auch wenn sie verheiratet sind.
Der Refrain des Hoheliedes
Immer wieder ermahnt Sulamith ihre Geschlechtsgenossinnen:
Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt, noch stört, bis es ihr selbst gefällt. HL3/5
Gazellen und Hinden (Hirsche) gelten als besonders scheue, sensible Tiere. Der Vergleich zielt darauf, dass die Sexualität nicht zu früh in Kindern geweckt werden soll. Sie soll in Ruhe reifen können und nicht künstlich „geweckt“ werden, wie es heute dennoch in der „sexuellen Früherziehung“ leider geschieht. Dabei wird das Schamgefühl der Kinder abgebaut und die Persönlichkeitsentwicklung gestört. Die Fähigkeit Grenzen zu ziehen und das natürliche Selbstwertgefühl werden hierbei schwer beschädigt. Junge Frauen werden somit herangezogen, die sich allzu leicht mit Männern einlassen und die Folgen nicht überblicken. Sulamith wird nicht müde, immer und immer wieder auf diese Gefahr hinzuweisen.
Beispiel: Ruth und Boas werden ein Fleisch.
1Mo 2,24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.
Die Sexualität spielt in der Ehe eine große Rolle. Geschlechtsverkehr vor der Ehe gilt der Bibel nach als Hurerei, und zwar im körperlichen wie im seelischen Sinne. Um die reine Beziehung von Mann und Frau zu bewahren, sollte man jede Form von schmutzigen Worten vermeiden. Die Sprache vermeidet alles Rohe.
Das Hohelied ist ein Gleichnis: Salomo ist darin Jesus und Sulamith Israel.
Der gläubige Überrest Israels ist demnach die Braut, die Gemeinde aus dem Alten Testament.
Bilder und Gleichnisse des Hoheliedes
Der Mund des Messias
Sulamith möchte von diesem Mund geküsst werden. Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn? Luk 4/22
Die Freuden und die Sehnsucht der Liebe
Sulamith lädt ihre Freundinnen ein, ihre Freude an Salomo zu teilen.
Die Vollkommenheit der Liebe
Alles ist sauber, anmutig und schön ausgedrückt. Und ich ging an dir vorüber und sah dich an, und siehe, es war die Zeit, um dich zu werben. Da breitete ich meinen Mantel über dich und bedeckte deine Blöße. Und ich schwor dir’s und schloss mit dir einen Bund, spricht Gott der HERR, und du wurdest mein. (2Mo 19,5; Rut 3,9) Hier beschreibt Gott die Liebe zu seiner Braut, dem Volk Israel.
Die Liebesbeziehung zwischen Gott und seinem Volk.
Wer ist die, die heraufsteigt aus der Wüste wie eine Rauchsäule, wie der Duft von Myrrhe, Weihrauch und allerlei Gewürz des Krämers? 7 Siehe, um das Bett Salomos stehen sechzig Starke von den Starken in Israel. 8 Alle halten sie Schwerter und sind geübt im Kampf; ein jeder hat sein Schwert an der Hüfte gegen die Schrecken der Nacht. 9 Der König Salomo ließ sich eine Sänfte machen aus Holz vom Libanon. 10 Ihre Säulen machte er aus Silber, die Decke aus Gold, der Sitz purpurn; das Innere geziert mit Edelsteinen. Ihr Töchter Jerusalems, 11 kommt heraus und seht, ihr Töchter Zions, den König Salomo mit der Krone, mit der ihn seine Mutter gekrönt hat am Tage seiner Hochzeit, am Tage der Freude seines Herzens. HL 3 6-11
Sulamith (die Gemeinde) und Salomo, (König Jesus) kommen aus der Wüste nach Jerusalem. Eine Prophetie, die den Blick in die Endzeit öffnet:
Phase 1
Nach der Entrückung der (christlichen) Gemeinde nach 1.Thess 4,17 werden sich zunächst 144000 aus allen Stämmen Israels zu Jesus bekehren und weltweit das Evangelium verkünden.
Phase 2
Nach dreieinhalb Jahren, zu Beginn der Großen Drangsalszeit, wird ein Teil bekehrter Juden von Jerusalem aus in die Berge nach Moab fliehen, wo sie für die kommenden dreieinhalb Jahre versteckt und von Gott versorgt werden. Israel wird von seinen Feinden überrannt, andere Völker greifen in den Krieg ein. Zweidrittel des jüdischen Volkes kommen dabei um.
Phase 3
Der Überrest der Juden aus Moab kehrt zurück (aus der Wüste) und beteiligt sich an den Kämpfen in Jerusalem. (Wer ist die (Gruppe), die heraufsteigt aus der Wüste wie eine Rauchsäule ...)
Phase 4 Jesus kommt von Edom her auf den Ölberg zurück und wird die Gläubigen, die in Jerusalem ausgeharrt haben, herausholen. ER befreit seine Braut, die jüdische Gemeinde.
Achte auf dich und die Lehre (der Bibel).
Auch heute sind die Geschlechter konfrontiert mit einer Vielzahl falscher Vorbilder. Sie sind überfordert und sollen auf Irrwege geführt werden, beispielsweise durch die sozialen Medien, aber auch von Werbung, Film und Kunst. Bist du noch bei dir selbst mit dem, was du tust? Das „Hinschauen“ auf den HERRN bedeutet im Griechischem ein „Wegschauen“ von allem anderem. Rebekka verschleiert sich, als sie ihren zukünftigen Mann Isaak auf dem Feld arbeiten sieht. Ihr Ja zu ihm ist ein Nein zu allen anderen Männern.

Siehe, meine Freundin, du bist schön! Siehe, schön bist du!
HL6/4 Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, überwältigend wie die Bilder am Himmel. 5 Wende deine Augen von mir; denn sie verwirren mich.
Kannst du als Mann deine Frau beschreiben? So klingt es bei Salomo:
Deine Augen sind wie Tauben hinter deinem Schleier. Die Farbe des Gefieders der Taube schimmert wie eine Iris. Die Augenlider sind wie ein Schleier, der sich davor schiebt. An Wasserbächen, symbolisiert die natürliche Feuchtigkeit der Augen. Die in Milch baden, meint das Weiße in den Augen, wie eingefasste Steine, in den Augenhöhlen.
Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die herabsteigen vom Gebirge Gilead. In wunderschöner Anmut sieht hier Salomo sich ihr Haar bewegen, wie Ziegen, die vom Berg herunterkommen. Im Gebirge von Gilead sind die Tiere schwarz, wie das Haar der Orientalen.
Deine Zähne sind wie eine Herde geschorener Schafe, die aus der Schwemme kommen; Eben und wohlgeformt beschreibt jetzt Salomo die Zähne seiner Frau. Sie sind vom Speichel feucht und glänzen.
... alle haben sie Zwillinge, und es fehlt keiner unter ihnen. Schön angeordnet sind die Zähne Sulamiths. Zur linken und zur rechten Seite des Gebisses haben sie ein gleiches Gegenüber, „Zwillinge“.
Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Scharlachrot wird aus der Kermeslaus und der Cochenilleschildlaus gewonnen. Ein sehr aufwendiger Prozess, der Farbstoff ist ausgesprochen kostbar, weil er der Farbe des Blutes gleicht.
Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel. Wie ein Davidstern. Der Granatapfel enthält eine Fülle von Kernen, angeordnet wie der Eingang zum Salomotempel.
Dein Hals ist wie der Turm Davids, mit Brustwehr gebaut, an der tausend Schilde hangen, alle Köcher der Starken. Salomo gebraucht hier gleich mehrere Bilder, um die Würde und den Stolz eines langen Halses zu beschreiben. Nicht „halsstarrig“ sondern anmutig.
Deine beiden Brüste sind wie zwei Kitze, Zwillinge einer Gazelle, die unter den Lotosblüten weiden. Salomo beschreibt die wohlgeformten Brüste seiner Frau, wie die Jungen einer anmutigen Gazelle, die sich hinter einer Blütenpracht bewegen.
Die Freude am König
Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Die Gesellschaft (Freunde) von Salomo und Sulamith preist die Liebe des Königs.

Foto: Christin Hume
Der Duft von Narde erfüllt den Raum:
Joh 12,3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls.
Die Narde kommt von einer winzigen Pflanze in den hohen Bergen aus 3500 m bis 5000 m Höhe aus Indien. Die siebenfache Erniedrigung Jesu wird durch die Narde ausgedrückt.
Myrrhe symbolisiert Bitterkeit und Schmerz, ein wohlriechendes Harz aus einem Busch im Jemen. Der Stoff tritt auch von selbst aus der Pflanze, muss nicht hervorgeholt werden. Sulamith trägt ein Büschel zwischen ihren Büsten. Ein Hinweis auf die Opferbereitschaft des HERRN:
Die sieben Erniedrigungen Jesu
Phi 2/6, Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.
Geißelung, Foltern
Verhöhnung durch König Agrippa
unschuldig verurteilt
Kreuz tragen (den Längsbalken)
Kreuzigung
Beschimpfung
in die Seite stechen
Jesus hat uns zugedeckt, damit Gottes Zorn uns nicht treffen kann.
Das (Straf)-Gericht wird nicht an Sündern vollzogen, sondern am Vertreter.
Salomo ist ein Bild für den Messias und Sulamith ein Bild für den Überrest Israels. Zunächst sind es die 144000, die zu Beginn der Großen Drangsal mit dem Heiligen Geist versiegelt werden und dann der Überrest der Juden weltweit, die sich zu Jesus bekehren werden. Israel stellt dann die Braut des Messias dar.
Jesus tritt am Ende der Drangsalszeit als Retter auf und springt über Berge und hüpft über Hügel

Foto: Valeriy Kryukov
Der König als Befreier
Mich 1/2-4 Hört, all ihr Völker, merke auf, Erde und ⟨alles, was sie füllt! Und der Herr, HERR, sei zum Zeugen gegen euch, der Herr aus seinem heiligen Palast! 3 Denn siehe, der HERR geht aus von seiner Stätte, er steigt herab und schreitet auf den Höhen der Erde. 4 Und die Berge zerschmelzen unter ihm, und die Täler spalten sich, wie das Wachs vor dem Feuer, wie Wasser, ausgegossen am Abhang.
Der HERR wird seine Braut (die Gemeinde gläubiger Juden) aus Jerusalem herausrufen. ER kommt auf den Ölberg, der sich unter seinen Füßen spalten wird und ein Tal wird sich freilegen. ER kommt wie eine Gazelle, anmutig wie ein Hirsch, der vom Ölberg auf den Tempelberg hüpft, die Erde wird beben.
HL 8/14: Flieh, mein Freund! Sei wie eine Gazelle oder wie ein junger Hirsch auf den Balsambergen!
Hl 2,11 Denn siehe, der Winter ist vorbei, die Regenzeit ist vorüber, ist vergangen.
Nach den sieben Jahren der Drangsalszeit kommt die Befreiung für den Überrest Israels.
HL 8/5 Wer ist sie, die da heraufkommt aus der Wüste, an ihren Geliebten gelehnt?
Sie, das ist die Braut des HERRN Jesus, Israel, die sich auf ihren Bräutigam stützt und den gläubigen Überrest aus Jerusalem befreit. Sie werden begleitet von 60 Elitesoldaten. Jene, die nach der Gräuel der Verwüstung in die Berge geflohen sind und jetzt siegreich zurückkehren. die Bibel spricht hier in der Offenbarung von der Frau (Israel), die in die Wüste fliehen musste. Jetzt kommt sie wieder zurück.
Off 12/6 Und die Frau floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hat, damit man sie dort ernährte 1 260 Tage. Die prophetischen Jahre werden stets mit 360 Tagen gerechnet.)
Verhalten vor der Ehe
HL 8/8 Unsre Schwester ist klein und hat keine Brüste. Was sollen wir mit unsrer Schwester tun, wenn man um sie werben wird? 9 Ist sie eine Mauer, so wollen wir ein silbernes Bollwerk darauf bauen. Ist sie eine Tür, so wollen wir sie sichern mit (edlen) Zedernbohlen.
Ist eine Jungfrau unattraktiv, dann gibt Sulamith den Rat, sie besonders heraus zu schmücken und sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Als wenn man eine hohe Burg mit verlockendem Schmuck auf ihren Zinnen verziert. Ist eine junge Frau aber attraktiv und wirkt einladend, dann soll man auf sie aufpassen und den Zugang zu ihr mit Hürden (einer edlen Holztür) versehen.Verhalten in der Ehe
1.Pet 3/1-7 Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Wort durch den Wandel der Frauen gewonnen werden, 2 indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben! 3 Euer Schmuck sei nicht der äußerliche durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, 4 sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen ⟨Schmuck⟩ des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. 5 Denn so schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten; 6 wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, indem ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet. 7 Ihr Männer ebenso, wohnt verständnisvoll ⟨mit ihnen⟩ zusammen als dem schwächeren, dem weiblichen Gefäß, und gebt ⟨ihnen⟩ Ehre als ⟨solchen⟩, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden!
Der Schöpfer hat die Sexualität der Intelligenz des Menschen anvertraut. Die sexuelle Liebe beginnt in der Ehe und wird dann immer besser.Spr 5,15 Trinke Wasser aus deiner Zisterne und was quillt aus deinem Brunnen.
Ehefrau Sulamith wird einem verschlossenem Garten verglichen, nur für Salomo betretbar. Sulamith in HL 8/ 12 Mein eigener Weinberg liegt vor mir.
Sie gehört nur ihrem Mann, nur er darf sie betrachten. In einigen Ländern ist das Auftreten nach Art westlicher Frauen auch heute undenkbar. Wir sind es gewohnt, ständig sexuellen Darbietungen ausgesetzt zu sein, Minirock, tiefer Ausschnitt, Bauch frei u.s.w. Aber gerade für Ehemänner ist dieser Blickfang inakzeptabel.
HL 3/5 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hindinnen des Feldes: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt!
Immer wieder ermahnt Sulamith ihre Geschlechtsgenossinnen, nicht die Liebe durch aufreizendes Auftreten herauszufordern. Sie werden hier mit anmutigen Tieren verglichen wie der Hindin, der Hirschkuh in einer wunderschönen Landschaft. (Sittsam und angemessen gekleidet.)
Gefahren für die Ehe
Hl 2,15 Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge haben Blüten bekommen.
Die Füchse fressen gerne die süßen Trauben am Weinstock. Da sie aber zu klein sind, um an die Früchte zu gelangen, graben sie die Wurzeln aus, damit der Weinstock umfällt. Dies ist ein Bild für die „Unterwanderung“ der Ehe durch Versuchungen und einer sittenlose Gesellschaft. Die Ehe als Gottes Schöpfungsordnung wird auch politisch untergraben und zerstört.
Die Ehe ist ein Schutzraum gegen Unzucht. Wenn es zwischen dem Geistlichen (gemeinsam Beten) und dem fleischlichen, (Körperlichen, Sexualität) zu Konflikten kommt, muss es zu einer Übereinkunft kommen. Die Eheleute reden miteinander und tauschen sich aus. Die Bindung der Ehe
HL 6/3 Ich gehöre meinem Geliebten, und mein Geliebter gehört mir, er, der in den Lilien weidet.«
In der Ehe vollzieht sich ein Wandel. Die Frau denkt nicht mehr zuerst an sich, sondern an ihn und umgekehrt. Wir unterscheiden drei Phasen:
Ich begehre ihn
Er begehrt mich
Ich bin für ihn Ein und Alles
(später mehr dazu.)
Sehnsucht und Ehekrise
Hier wird die Liebe zwischen Sulamith und Salomo beschrieben, geistlich aber auch die Liebe zwischen Israel und dem Messias.
Zefania 3/17 Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit jauchzen.
Jes 26/8: Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Weg deiner Gerichte; des Herzens Begehren steht nach deinem Namen und deinem Lobpreis. 9 Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.
Sulamith war allein zu Hause, Salomo war einige Tage fortgegangen:
HL 3/1 : Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte, aber ich fand ihn nicht. 2 Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte, aber ich fand ihn nicht. 3 Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen: »Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?« 4 Als ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los, bis ich ihn brachte in meiner Mutter Haus, in die Kammer derer, die mich geboren hat.
Sulamith wagt sich aus dem Haus, auf der Suche nach ihrem Geliebten. Nachts war es Frauen verboten, allein auszugehen. Die Wächter waren argwöhnisch. Der HERR ist abwesend. Solche Zeiten helfen uns zu spüren, wie wichtig es ist, dass ER da ist. Wäre ER immer da, würden wir kein Verlangen spüren. Sulamith findet den HERRN und bringt ihn ins Gemach (Wohnraum) der Mutter. Wer ist ihre Mutter? Es ist Israels, jene ehebrecherische Nation, die es mit anderen (Göttern) getrieben hat. Aber Israel wird sich wieder zum Messias bekehren.
Hl 5,1 Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, ⟨meine⟩ Braut. Ich pflücke meine Myrrhe samt meinem Balsam, esse meine Wabe samt meinem Honig, trinke meinen Wein samt meiner Milch.
Salomo genießt die Intimität mit Sulamith und berauscht sich an ihr.
Esst, Freunde, trinkt und berauscht euch an der Liebe!« Hier spricht nicht Salomo, denn er und seine Braut sind allein. Es ist der (himmlische) Chor, der den beiden Liebenden dies zuruft.
Ich schlief, aber mein Herz war wach. Sulamith hat einen unruhigen Schlaf. Israel lebt in der Erwartung des Messias. Und doch verschläft es sein Kommen.

Foto: Andalucía Andaluía
Horch, mein Geliebter klopft: »Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Vollkommene! Denn mein Kopf ist voller Tau, meine Locken voll von Tropfen der Nacht.« 3 »Ich habe meinen Leibrock ⟨schon⟩ ausgezogen, wie sollte ich ihn ⟨wieder⟩ anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen, wie sollte ich sie ⟨wieder⟩ beschmutzen?« Der erwartete Messias steht vor der Tür, doch Israel, sein Volk, ist schläfrig, nicht wirklich wach und bereit. Siehe das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen. Matth 25/1
4 Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Öffnung, da wurden meine Gefühle für ihn erregt. Die Hand des Messias trägt die Wundmale der Kreuzigung. Ganz Israel wird sich einmal bekehren und wehklagen und jammern, über das, was es Jesus angetan hat.
5 Ich stand auf, um meinem Geliebten zu öffnen, da troffen meine Hände von Myrrhe und meine Finger von flüssiger Myrrhe, ⟨als ich sie legte⟩ an die Griffe des Riegels. Abgewiesene Verehren hinterließen, dem Brauch nach, Wohlgerüche, um damit zu sagen: Ich bin dir nicht böse, ich liebe dich weiterhin. Myrrhe ist bitter auf der Zunge, aber verbreitet einen lieblichen Geruch beim Verbrennen. Aber hier haben wir es mit flüssiger Myrrhe zu tun. Sie tritt von selbst in flüssiger Form hervor. So wie die Liebe Jesu freiwillig ans Kreuz gegangen ist. Keine konnte ihn dazu zwingen. Er konnte jederzeit Engel herbeirufen und das Drama beenden. Und doch zog ER es vor „von selbst“, aus eigenem Antrieb sich für die Menschheit zu opfern.
6 Ich öffnete meinem Geliebten, aber mein Geliebter hatte sich abgewandt, war weitergegangen. Ich war außer mir, dass er weg war. Ich suchte ihn, doch ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, doch er antwortete mir nicht. Die Opfer auf dem Tempelberg gingen nach der Kreuzigung weiter, aber sie wurden nicht mehr angenommen. Die Juden erwarten weiterhin den Messias, aber ER verbirgt sich,- (bis er wiederkommt in Macht und Herrlichkeit) Lk 21,27 Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit.
7 Es fanden mich die Wächter, die die Stadt durchstreifen. Sie schlugen mich, verwundeten mich. Die Wächter der Mauern nahmen mir meinen Überwurf weg. Die Wächter der Stadt sorgten dafür, dass nachts keine Frau allein auf den Straßen zu finden war. Es war zu gefährlich für sie. Hier ergreifen sie eine verschleierte Frau und bestrafen sie mit Schlägen. Erst als ihr (großer) Schleier zu Boden fällt, erkennen sie die Königin und sind bestürzt. Bildlich stehen die Wächter hier für die Propheten Israels, die das Volk vor Gefahren warnen sollen.
8 Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, wenn ihr meinen Geliebten findet, was wollt ihr ihm ausrichten? Dass ich krank bin vor Liebe. Hier erfahren wir von einer Lektion, die der Messias seinem Volk Israel verabreicht. ER ist nicht mehr zu finden und den Schmerz darüber bekommt das ganze Volk durch die Vertreibung zu spüren. Spr 1/28 Dann rufen sie mich, doch ich antworte nicht, ⟨dann⟩ suchen sie mich, doch sie finden mich nicht. Siehe dazu auch die Josephsgeschichte, in der seine Brüder ihn abgelehnt und nach Ägypten verkauft hatten. Später in der Not kommen sie zu ihm, ohne ihn, Josef, ihren Bruder, zu erkennen. Josef gibt sich nicht gleich zu erkennen und verkauft ihnen keine Nahrung in der Hungersnot. Josef weiß, dass der Prozess der Buße bei seinen Brüdern noch nicht abgeschlossen ist. Er wartet, bis sie ganz und ihre Schuld bekennen. Dann erst gibt sich Josef (ein Bild für Jesus) zu erkennen. Leider werden heute solche Prozesse der Selbsterkenntnis und Umkehr zu schnell durch den Sozialstaat und dessen finanzielle Unterstützung verhindert.
9 Was hat dein Geliebter einem ⟨andern⟩ Geliebten voraus, du Schönste unter den Frauen? Was hat dein Geliebter einem ⟨andern⟩ Geliebten voraus, dass du uns so beschwörst? Was antworten wir Christen, wenn wir gefragt werden, was es mit unserem Glauben auf sich hat? Worin sich der christliche Glaube von allen anderen Religionen unterscheidet? Können wir dann die Liebe Jesu bezeugen, mit welcher Leidenschaft ER sich uns hingegeben hat, um uns zu eretten? Können wir ihn dann beschreiben wie Sulamith?:
10 Mein Geliebter ist weiß und rot, hervorragend unter Zehntausenden. 11 Sein Haupt ist feines, gediegenes Gold, seine Locken sind Dattelrispen, Weiß steht hier für Reinheit und Unschuld und Rot für das vergossene Blut an Seinem Körper. 1.Pet 1/18: 18 Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen[16], von den Vätern überlieferten Wandel, 19 sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken. Sulamith beschreibt das edle Antlitz ihres Mannes. Die weiße Haut wird an den Wangen rosig gefärbt. Und in Klagelieder 4/7 erfahren wir mehr über das aussehen der Edlen von Israel: Ihre Fürsten waren reiner als Schnee, weißer als Milch; rosiger war ihr Leib als Korallen, ⟨wie⟩ Saphir war ihre Gestalt.

Sexualität
HL 8/4 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt! Die Töchter Jerusalems: 5 Wer ist sie, die da heraufkommt von der Wüste, gestützt auf ihren Geliebten?
Hier erleben wir Sexualität in reiner Sprachbeschreibung. Dagegen erleben wir gerade heute die Perversion von Schönheit und Sexualität. Die Mode kreiert dazu immer wieder aufreizende Kleidung und doch heißt es in den Sprüchen:
Spr 5,16 Sollen deine Quellen auf die Straße fließen, / auf die freien Plätze deine Bäche?
Und wieder ermahnt der Refrain, die Liebe nicht künstlich zu wecken: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt!
Die Liebe ist wie eine Feuersbrunst:
HL 8/6-7 Denn die Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich; ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des HERRN. 7 Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen, und Ströme sie nicht ertränken. Wenn einer allen Reichtum seines Hauses um die Liebe gäbe, so würde man ihn nur verachten!
Sulamith beschreibt ihren Bräutigam
weiß und rot, die Herrlichkeit des Messias, weiß als Zeichen der Reinheit und rot, als Zeichen seiner Liebe, seines Opfers am Kreuz.
von 10000 ist keiner wie er, keiner gleicht ihrem Geliebten.
Sein Haupt ist feines, gediegenes Gold, das Zeichen Seiner Gottheit, seiner Erhabenheit.
seine Locken sind Dattelrispen, schwarz wie der Rabe, Zeichen des Sündopfers, dass ER im hügeligen Golgatha auf sein Haupt genommen hat.
seine Augen wie Tauben an Wasserbächen, die Treue von Tauben wird hier angesprochen, Augen gefasst in Tränenfeuchtigkeit.
in Milch gebadet ⟨seine Zähne⟩, festsitzend in der Fassung
seine Wangen wie ein Balsambeet, das Würzkräuter sprossen lässt, ein Zeichen seiner Weisheit.
seine Lippen Lilien, triefend von flüssiger Myrrhe, der Wohlgeruch von Myrrhe strömt aus seinem Mund, Myrrhe ist aber auf der Zunge bitter. Sie sprechen vom Leiden am Kreuz.
Seine Arme sind goldene Rollen, mit Türkis besetzt; Er ist geschmückt mit dem Edelsten und hat die ganze Welt in seiner Hand. Das Priestergewand, was in Jerusalem für den dritten Tempel vorbereitete wird, kostet viele Millionen Dollar. Allein die Herstellung des blauen Purpur ist unbezahlbar.
sein Leib ein Kunstwerk aus Elfenbein, bedeckt mit Saphiren. Das Elfenbein symbolisiert das mächtigste Tier auf Erden. Der Elefant hat Kraft und hat Gewalt, ist majestätisch und intelligent. Paulus fordert uns auf, in Jesus stark zu werden: Eph 6/10 Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke!
bedeckt mit Saphiren. Wie die Prunkgewänder der Fürsten Israels. Kla 4/7 Ihre Fürsten waren reiner als Schnee, weißer als Milch; rosiger war ihr Leib als Korallen, ⟨wie⟩ Saphir war ihre Gestalt.
Seine Schenkel sind Säulen aus Alabaster, gegründet auf Sockel von gediegenem Gold. Hier ein Bild der mächtigen Säulen vor dem Tempel in Jerusalem, die auf Gottes Mächtigkeit und Unerschütterlichkeit verweisen. Heute leben wir in einer Zeit, in der alles zusammenbricht und nichts Bestand hat.
Seine Gestalt ist wie der Libanon, auserlesen wie Zedern.
Sein Gaumen ist Süßigkeit, und alles an ihm ist begehrenswert. Das ist mein Geliebter und das mein Freund, ihr Töchter Jerusalems!

Foto: Johnson Martin
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