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Evangelium und Neues Testament

Aktualisiert: 14. Feb.




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in Grundbegriffe des Glaubens


Einleitung:

Das Neue Testament mit den Evangelien, den Lehrbriefen der Apostel und die Apostelgeschichte des Lukas beruht auf 5800 griechischen Abschriften, den Handschriften. Davon kann man definitiv vom ersten Jahrhundert an bis ins 15. Jahrhundert datieren. Während man auf diese Art und Weise immer auch mit Übertragungsfehlern rechnen musste (wir kommen darauf zurück), stellte sich dieses Problem mit Aufkommen des Buchdrucks nicht mehr. Am Ende der Bibel, der Offenbarung, wird davor gewarnt, etwas vom Wort Gottes wegzunehmen, oder hinzuzufügen. Dies aber ist im Laufe der Jahrhunderte passiert. Zum Beispiel in Johannes 8, der Bericht über die Ehebrecherin. Die Stelle, in der Jesus der Ehebrecherin Gnade erwiesen hat, diese Stelle fehlt in manchen Handschriften. Abschreiber hatten eigenmächtig das Wort Gottes verändert, weil sie Angst hatten, dass Ehebruch pauschal Vergebung erlangen würde. Dies aber entspricht gar nicht der Aussage der Schrift, trotzdem wurde es weggelassen. Ein Bibellehrer aus dem 4. Jahrhundert, Augustinus, verweist darauf, dass Leute, die wenig Glauben hatten, die Stelle aus ihren Handschriften entfernt haben. Dies in der Meinung, ihren Frauen keinen Anlass zu geben, die Ehe zu brechen. Demgegenüber beweist die Mehrheit der Abschrift, der sogenannte Mehrheitstext, immer wieder die Richtigkeit der Bibel, also die ursprünglich Fassung mit der Vergebung für die Ehebrecherin.


Leider ging man in der Kirchengeschichte dazu über, den Mehrheitstext nicht anzuerkennen und als Irrtum zu verwerfen. Zwar geht es hier vordergründig nur um wenige Bibelstellen, die den Unterschied zwischen Minderheits- und Mehrheitstext ausmachen. Doch steckt dahin eine grundsätzliche Haltung, die letztendlich in der liberalen Theologie ihre Anhängerschaft fand. Eine Lehrmeinung, die sich auf Nestle-Alland beruft und die Bibel nicht als inspiriertes Wort Gottes anerkennen will. Es handle sich um reine Menschenerkenntnis, so die Einstellung der liberalen Theologie. Man bezieht sich auf den sogenannten Minderheitstext, beruhend auf frühe ägyptischen Handschriften. Dabei muss man wissen, dass die Autoren des Neuen Testaments im Urtext nie eine Abschrift nach Ägypten geschickt haben. Demgegenüber sind im Raum um die heutige Türkei zu 90% übereinstimmende Handschriften zu finden. Hier konnte man in den ersten Jahrhunderten noch die Originale einsehen und die Richtigkeit der Abschriften überprüfen. Beispielsweise konnte man nach Rom gehen, und den originalen Römerbrief mit einer Abschrift vergleichen. Oder nach Korinth und Abschriften mit den originalen Briefen an die Korinther überprüfen. Dies hat dazu geführt, dass trotz kirchlicher "Korrektur" der Mehreisesstext sich über die Jahrtausende erhalten hat.


Kurt Alland schreibt in seinen frühen Büchern, dass der Text dieser frühen Papyri aus Ägypten und spätere Abschriften ein "fließender Text" wäre. Die Abschriften weichten stark voneinander ab, es fehle ihren am "Eichgewicht", die Abschriften würden schwimmen und nicht wirklich zusammenpassen. Da die liberale Theologie ohnehin nicht davon ausgeht, dass die Bibel von Gott inspiriert (eingegeben) wurde, legte man sich darauf fest, dass der ägyptische, der Minderheitstext der "beste" Text wäre. Ausgehend von der Tatsache, dass Abschriften grundsätzlich zu Fehlern führten, stellten sie den Mehrheitstext infrage, weil es dort zu wenig Abweichungen, Abschreibungsfehler gäbe. Doch Gott hatte zugesagt, dass ER über Sein Wort wachen würde. Von wahrhaft Gläubigen konnten man also gute Abschriften erwarten.


Auch die Annahme, dass es im Laufe der Jahrhunderte zu einer Angleichung der Abschriften bei den Mehrheitstexten gekommen war, ist absurd. Hat doch allein die Mathematik gezeigt, dass der Mensch immer weiter Fehler verursacht, je mehr Kopien erstellt werden. Fehler in den Abschriften sind also auch im Mehrheitstext vorprogrammiert. Wobei die Tatsache, dass die Masse der Handschrift sich auf den originalen Urtext bezieht, die Wahrscheinlichkeit von guten Handschriften erhöht. Mehr, als beim Minderheitstext.


Desto trotz geht die liberale Theologie davon aus, dass der Minderheitstext der "gute" Text wäre. Generationen von Gelehrten gaben ihre Theorie von der guten Überlieferung des Neuen Testaments bis auf Nestle-Alland weiter. Somit stellt auch heute der Minderheitstext die theologische Grundlage an den meisten Bibelschulen und Seminaren dar. Ein Einfluss, der sich in vielen Bibelübersetzungen niederschlägt und den es gilt zu korrigieren. Für einzelne Fragen empfiehlt es sich daher die Elberfelder CSV Hückeswagen zur Hand zu nehmen. Mit den Fußnoten werden zwar nicht alle Fehler aufgezeigt, aber die Ausgabe ist dennoch dicht am originalen Urtext.



Es gibt eine Befreiung aus der Gewalt der Finsternis (Animismus)

 Kol1/13 Ich bin aus dem Machtbereich Satans herausgerissen und versetzt in die Liebe Gottes.



Evangelium (auch Frohe Botschaft, Gute Nachricht, Frohbotschaft oder Heilsbotschaft) kommt aus dem Griechischem und verkündet die Versöhnung mit Gott, dem Schöpfer des Universums. Die Bibel spricht vom


  • Ewigen Evangelium Hier geht es um den gerechten Gott, der sich in Seiner Schöpfung offenbart. Für alle Menschen zu allen Zeiten erfahrbar. Das Gewissen des Menschen entscheidet, ob man danach leben will oder nicht, gerettet wird oder verloren geht.

  • dem Evangelium des Heils (Die frohe Botschaft, dass es Rettung gibt von Sünde, Hölle, Tod und Teufel.)

  • dem Evangelium der Gnade (Die frohe Botschaft, in der Zeit zwischen Christi erstem und zweitem Kommen auf die Welt. Der <Mensch wird durch Gnade gerettet, nicht aus eigenen Werken.


Im Zentrum der Heiligen Schrift stehen vier Berichte über das Leben von Jesus Christum von Seiner Geburt im Jahre 0 (-1) bis zu Himmelfahrt, dem Tag im Jahre 32 n.Chr. als Jesus wieder zurück in den Himmel ging. Obwohl man nur von -einer- frohen Botschaft sprechen kann, ist die Rede von den vier Evangelien, was so viel meint, eine Frohe Botschaft auf vierfache Art und Weise verkündet.


 Matthäus, Markus und Lukas haben viele gemeinsame Berichte. Deshalb werden sie die synoptischen Evangelien genannt. Das heißt auf gut Deutsch: Die Evangelien mit dem gleichen Gesichtswinkel. Also so kann man die Evangelien auch einteilen in drei plus eins. 5. Mose 19,15 sagt ja, es sollen mindestens zwei oder drei Zeugen für eine Sache sein. Da haben wir eine Dreiergruppe beieinander. Und dann kommt noch Johannes dazu als Supplement. Drei ist zwar schon eine starke Bezeugung, aber Gott gibt noch eins dazu.



Die vier Evangelien geschrieben durch...

  • Johannes, Jude, hauptsächlich den Irrlehren am Ende des ersten Jahrhunderts entgegen. Gegen die griechische Philosophie, die vor allem die Göttlichkeit von Jesus verleugnete. Gerichtet an Römer, Juden und den Griechen, der Gemeinde, dem Volk Gottes, mit der Aufforderung zur Buße.

  • Matthäus Jude, zeigt den Juden den Messias

  • Markus Jude, den Römern, den Dienern geschrieben, den Pragmatikern.

  • Lukas (Heide) den Griechen, den Theoretikern geschrieben, Jesus als Mensch vorgestellt.


- Die vier Evangelien gerichtet an..

  • Matthäus (Apostel), Jesus als König, geschrieben den Juden. Schwerpunkt auf die unbestimmte Zeitangabe.

  • Markus (Prophet), Jesus als Knecht, geschrieben den Römern.

  • Lukas (Prophet), Jesus, der reine Mensch, geschrieben den Heidenvölkern. Schwerpunkt die chronologische Abfolge der Geschehnisse mit Blick auf den Einzelnen. Schwerpunkt auf die unbestimmte Zeitangabe.

  • Johannes (Apostel) Jesus, der ewige Gott (das, was im Mittelpunkt der Heilsgeschichte steht, das, was noch gesagt werden soll. Auch Sondergut genannt, da es vieles enthält, was in den anderen Evangelien nicht erwähnt wird.). Schwerpunkt nach Themen gegliedert.


Man braucht nicht die ganze Bibel zu lesen, um ein gläubiger Mensch zu werden. Es reicht, die Frohe Botschaft anhand eines Evangeliums zu hören, um Gott zu erkennen und sich zu bekehren. Das Verständnis der Frohen Botschaft hat Gott in jeden Menschen hineingelegt, denn ER möchte, dass jeder gerettet wird. Entweder durch das Erkennen Gottes in der Schöpfung, wie es für die Heidenvölker bis an Pfingsten 32.nChr. möglich war. Oder durch das Hören des Evangeliums (der Gnade), wie es durch die Evangelisten, Apostel und Propheten ab 32 n.Chr. verkündet wird.


Wer das Evangelium hört, bekommt die Chance, sich durch das vergossene Blut Jesu Christi von Sünde, Hölle, Tod und Teufel retten zu lassen. Gleich bedeutet mit dem Erlangen des Ewigen Lebens, jetzt und sofort hier auf der Erde. Für viele Menschen bedeutet die Frohe Botschaft seit 2000 Jahren die ersehnte Rettung aus der Not hier auf Erden. Was als "Opium fürs Volk" durch die Feinde Gottes verschrien wird, hat sich immer wieder in Millionen Menschenleben als unüberwindliche Lebenskraft herausgestellt. Die Hoffnung  (feste Zuversicht) auf das Ewige Leben hat Menschen Kraft gegen durch Verfolgung, Hunger, Krankheit, Folter und alle anderen Nöte zu gehen. Dabei ist es nicht der menschliche Geist, der in einer Art Selbsterlösung seine Not vergisst. Vielmehr geschehen durch die Bekehrung verschiedene Dinge, die eine übernatürliche Kraft im Menschen wecken. Führen wir uns vor Augen, wie dies heute, zur Zeit des Evangeliums der Gnade, geschehen kann:


  1. Hören und verstehen des Evangeliums, Erkennen, dass man Erlösung braucht.

  2. Eingeständnis, dass man bisher in Sünde, in der Auflehnung gegen Gott und seine Gebote (auch in Unkenntnis) gelebt hat.

  3. Empfangen des Heiligen Geistes, der in alle Wahrheit und Erkenntnis (nach und nach) einführen will.

  4. Taufe als Bestätigung vor Gott und den Menschen, seinen weiteren Lebensweg mit Jesus zu gehen, IHM zu dienen und nachzufolgen.


Das Evangelium nach Matthäus

Der Autor ist Matthäus, der Zöllner. Er beschreibt seine Bekehrung in Matthäus 9,9-13. Dort wird er als Zöllner vom Herrn in die Nachfolge berufen. Er macht darauf ein Fest und lädt seine ehemaligen Freude dazu ein, damit sie den Erlöser kennenlernen. Und er wird später Apostel, also einer der Zwölf, Matthäus 10,3.


Das Evangelium nach Markus

Jetzt gehen wir zum Markusevangelium über.

Der Autor ist Johannes Markus, so wird er in Apostelgeschichte 12,12 genannt. Johannes war sein jüdischer und Markus sein römischer Name. Oft hatten Juden damals eben zwei Namen, einen jüdischen und einen nichtjüdischen Namen.Petrus nennt ihn in 1. Petrus 5,13 mein Sohn. Das heißt also, dass er zu Petrus eine besondere Beziehung hatte und wohl durch ihn zum Glauben gekommen war.

Er war Diener des Apostel Paulus auf dessen ersten Missionsreise, Apostelgeschichte 13,5. Aber es wurde ihm dann in den unwirtlichen Gegenden der Türkei zu ungemütlich und so hat er seinen Dienst aufgegeben, Apostelgeschichte 13,13. Er hat im Dienst versagt und deshalb wollte Paulus ihn auf die zweite Reise nicht mehr mitnehmen, Apostelgeschichte 15,37f. Also jemand, der im Dienst versagt hatte, schreibt das Evangelium über den vollkommenen Diener.

Es ist interessant, wie das Biographische des Autors sich mit dem Inhalt des Evangeliums verbindet. Aber er wird völlig wieder hergestellt. Jahre später sehen wir ihn, in Philemon 24, Kolosser 4,10-11 und 2. Timotheus 4,11 als Mitarbeiter von Paulus. Und er wird sogar in 2. Timotheus 4,11 so gelobt: “Nimm Markus mit, denn er ist mir nützlich zum Dienst.”Er war ein Verwandter des Leviten Barnabas, Kolosser 4,10. Barnabas war ein Levit, also ein Tempeldiener und das könnte bedeuten, dass auch Markus levitisches Blut hatte. Also ein Levit schreibt über den vollkommenen Diener.


Das Evangelium nach Lukas

Autor ist der Arzt Lukas, Kolosser 4,14. Er hat Menschenkenntnis, Mitgefühl für die Kranken und Armen und das macht deutlich, warum gerade im Lukasevangelium so besonders viele Beschreibungen über Kranke und Arme, also solche, die am Rand der Gesellschaft waren, enthält.

Er ist der einzige Bibelschreiber, von dem wir wissen, dass er kein Jude war. In Kolosser 14,14 werden drei und drei Grüße weiter gegeben. Von der einen Dreiergruppe wird gesagt, dass sie aus der Beschneidung sind, das sind Juden. Und dann kommt noch mal eine Dreiergruppe, das sind demnach keine Juden, und da ist Lukas drin. Und es gibt auch eine frühchristliche Überlieferung, die das auch bestätigt. Also schon etwas ganz Besonderes, der einzige nichtjüdische Autor, oder einzige nichtisraelitische Autor eines Bibelbuches. Das erklärt auch, warum im Lukasevangelium die Gnade für alle Völker so wichtig ist. Und nur Lukas bringt das Geschlechtsregister, das bis auf Adam zurück geht, eben um zu zeigen, dass der Erlöser mit der ganzen Menschheit verwandt ist und nicht nur mit Israel.

Lukas ist ein Historiker. In den ersten fünf Versen beschreibt er, wie er den verschiedenen Zeugnissen nachgegangen ist und wie ein Historiker die Quellen gesammelt und zusammengeführt hat. Und gerade diese Sorgfalt ist eine menschliche Garantie für eine glaubwürdige Überlieferung. Und gerade die moderne Archäologie hat Lukas als Historiker darstellen in einer ganz umwerfenden Art und Weise können. Zu diesem Thema gibt es gute Literatur. Besonders durch die Grabungen in Griechenland und der Türkei hat man zeigen können, wie Lukas in der Apostelgeschichte in kleinsten Details so verblüffend exakt ist, menschlich gesehen, so dass man zum Urteil kommen musste, er steht als Historiker wirklich auf der höchsten Linie.


Das Evangelium nach Johannes

Jetzt gehen wir noch zum Johannesevangelium. Der Autor ist Johannes, der Fischer, der in Matthäus 1,24 sein Netz flickte, als der Herr Jesus ihn in die Nachfolge berief.

Das Johannesevangelium wurde am Ende des 1. Jahrhunderts geschrieben, wie wir gleich sehen werden, als die Irrlehre der Gnostiker eine unwahrscheinliche Bedrohung für die Christen war. Eine Irrlehre, die die Person Jesu Christi angriff, seine wahre Menschwerdung und auch seine Gottheit. Und Johannes muss die Gläubigen wieder zu den Fundamenten des Glaubens zurückführen. Er muss also das Netz flicken, kann man sagen, das kaputtgeht. Er ist ein wirklicher Netzflicker.

Und in Markus 3,17 hat er zusammen mit seinem Bruder Jakobus den Beinamen Boanerges bekommen, Donnersöhne. Das war von Natur kein sanfter Mensch, sondern ein explosiver und er hat ja auch den Wunsch, einen besonderen Platz zu haben, Matthäus 20,20-28. Das ist auch das Problem des Hochmuts. Aber Johannes ist es, der zum Beispiel in Johannes 3 so wunderbar über die Neugeburt schreibt.


Er war der Jünger, von dem es heißt: den Jesus liebte. Ich habe hier die Stellen aufgeführt aus dem Johannesevangelium. Er war der Jünger, der beim letzten Passah im Schoß Jesu lag.

Übrigens, wie geht das, ein Erwachsener im Schoß Jesu? Also ich weiß, wie man kleine Kinder so auf den Schoß nimmt. Hier geht es um die Sitzordnung beim Abendmahl, beim letzten Passah. Man saß an einem Triklinum, das ist ein Tisch, der aus drei Teilen besteht und rund um diese Dreiteilung waren die Polster, worauf man beim Essen nach römischer Sitte lag. Und da konnte Johannes grad neben dem Herrn auf Platz 2 so auf dem Polster liegen, dass er, was sage ich, auf Platz 1, der Herr war auf Platz 2, das war immer der Ehrenplatz. Auf Platz 1 konnte Johannes so liegen, dass er mit dem Kopf an die Brust des Herrn kam. Ganz natürlich. Er hatte also den Herzschlag des Herrn so erlebt und er schreibt über Jesus Christus, den Sohn Gottes, im Schoß des Vaters, Johannes 1,18. Das drückt diese ewige Gemeinschaft der Liebe zwischen dem ewigen Vater und dem ewigen Sohn aus.



Chronologie des NT








 
 
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