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Heilung

Aktualisiert: 26. Aug. 2023



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Das Thema Heilung muss unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden:

1. Heilung von Sünden, die letztendlich zum ewigen Tod führen.

In 1. Petrus 2/22 geht es um die Heilung von Sünden:

er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben.


Diese Heilung können wir nur dankbar annehmen durch das Bekenntnis zum Sohn Gottes, der für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Gleichzeitig setzt die wahre Bekehrung das Eingeständnis der eigenen Schuld im bisherigen Leben voraus.


In den Schriften des frühen Judentums, wie dem Talmud, gibt es Begriffe, die auf den zukünftigen Messias hindeuten. So wird in einem Kommentar aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. zum babylonischen Talmud der Name Nagua - ,der Geschlagene, gesagt: Das ist der Messias, auf Griechisch Christus. Soweit war den jüdischen Gelehrten vor Augen, dass der Messias kommen und leiden würde. Heute bekehren sich viele aus dem jüdischen Volk aufgrund von Jesaja 53/4 :

4 Jedoch unsere Leiden– er hat ⟨sie⟩ getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.


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In einer Kirche in Salerno (Mittelitalien) wird den Gläubigen dieser geschlagene Christus gezeigt. Ganz plastisch erhält man eine Vorstellung davon, von der Sünde befreit und von der Strafe Gottes bewahrt zu werden. Denn anstatt des HERRN Jesus, kann man getrost sich selber in diesem Zustand liegen sehen. Es handelt sich hier um ein Bild gerechter Strafe, die jeden Menschen erwartet, der das Ziel verfehlt (Sünde bedeutet Zielverfehlung) und die Gnade Gottes von sich stößt. Nur das Lamm Gottes, Jesus Christus, konnte den Zorn Gottes über die verlorene Menschheit abwenden. Durch Seine Wunden sind wir geheilt.....


Was bedeutet dies nun für uns Christen und die Gemeinde?

Angesichts der oben genannten Umstände dürfen die Erlösten in Bescheidenheit, Demut und Gottesfurcht vor den Altar des HERRN kommen. Ganz unverdient sind sie errettet, nicht aus eigener Kraft, sondern allein aus Gnade. Eine der größten Herausforderungen in der Geschichte der Christenheit seit zweitausend Jahren ist die "Werkheiligkeit", wie Luther sie nennt, der Versuch, durch gutes Verhalten gerettet zu werden. Der Opfertod am Kreuz wird dadurch überflüssig gemacht und Werkheiligkeit ist somit ein Werk des Teufels. Erst im Bewusstsein der Gnade erfährt der Gläubige echte Bekehrung und Befreiung von Schuld und Sünde.


2. Heilung von körperlicher Krankheit

Hier müssen wir zunächst unterscheiden, dass Krankheit von Ungläubigen immer ein Zeichen von Sünde ist, einem Leben, in dem Satan die Herrschaft hat. Bewusst, in dem man Götzendienst oder Okkultismus praktiziert oder unbewusst, in dem man das Evangelium ignoriert und Bekehrungsangebote nicht wahrnimmt. Gebrechen in einer gefallenen Schöpfung gehören also zum Alltag der Menschen, wie schon zu Zeiten Jesu auf Erden. Seit der Vertreibung aus dem Paradies hat die Sünde die Menschheit immer weiter von Gott entfernt und daher Krankheit sich weiter und weiter ausbreiten lassen. Nur dem von Gott gegebenen Verstand und der Kreativität ist es zu verdanken, dass Forschung und wissenschaftliche Erkenntnis diesem Trend entgegenwirken, ohne ihn aber zu stoppen. Bei allen medizinischen Erfolgen konnte die Folge der Sünde, der Tod, nie aufgehoben werden. Sie zeigt sich in einem steten Verfall des Körpers ab etwa dem 25. Lebensjahr. In der Erkenntnis des einigen Sterbens liegt die Einsicht, sein Leben vor Gott in Ordnung bringen zu müssen.


Für die Erlösten hat das Thema Heilung von körperlicher Krankheit eine andere Bedeutung. Krankheit und Leid müssen hier stets in Verbindung mit der Gnade Gottes betrachtet werden oder anders gesagt:


Alles, was Gott tut, ist auf die Ewigkeit gerichtet.


Hat jemand ein sorgenfreies und gesundes Leben als Christ, so soll er dafür danken und seine Tage glücklich und in Ehrfurcht vor Gott verbringen. Tragt aber jemand an Leid, sei es körperlich oder seelisch, so kann man davon ausgehen, dass Gott damit ein Ziel damit verfolgt, weil wir ihm nicht gleichgültig sind. Oftmals sind Krankheit und Not Mittel, die Christen zur Buße und Umkehr von falschen Wegen treiben soll. Heilung von Christen sollte von daher immer erst unter dem Aspekt der seelischen Heiligung betrachtet werden. Sei es durch Schuldbekenntnis (Beichte) sei es durch Trost und Stärkung im Glauben; im Sterben auf ein seliges Ende. Ferner kann Leid unter Gläubigen noch andere Ursachen haben, wo es sich lohnt, einige Aspekte anzuschauen. Siehe Warum Christen leiden.


Medizin als Gabe Gottes

Gott kann unmittelbar heilen, ohne irgendwelche Zeichen und Sprüche, die man gegenüber Kranken anwenden muss. ER schenkt uns aber auch die Fähigkeit durch Forschung und Medizin Heilverfahren zu entwickeln, die wir Menschen zukommen lassen. So legt Jesaja in 2.Kö 2/20 dem König Hiskia einen Feigenkuchen zur Heilung auf sein Geschwür. Gott hatte zwar schon vorher angekündigt Hiskia zu heilen, aber dennoch benutz ER hier die Medizin, um die Heilung zu vollziehen und Jesaja betätigt sich als Krankenpfleger.

In 1.Tim5/23 gibt Paulus seinem Mitarbeiter einen medizinischen Rat. Der Apostel hätte zwar Timotheus durch ein Wort heilen können, aber er gibt ihm einen medizinischen Rat. So müssen wir davon ausgehen, dass Erlöste keine Wunderheilung brachen, da sie ja auch durch Leid Jesus nachfolgen. Aber dennoch können Heilverfahren aus Wissenschaft und Forschung Christen helfen, gesund zu werden.


Irrlehre zum Thema Heilung


Wenn Petrus zu Pfingsten die Ausgießung des Heiligen Geistes mit den Worten des Propheten Joel beschreibt Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, dann leitet sich hieraus keine Vollmacht für die Gemeinde ab, Wunder ausführen zu können, wie von der Pfingstbewegung immer wieder verbreitet wurde. Hier kündigt Petrus Phänomene an, die der Heilige Geist in den letzten Tagen bewirken wird, und zwar durch Juden in der Drangsalszeit.


So bezieht Joel sich auf eine ganz andere Zeit mit seiner Prophetie in Vers 3, wenn es heißt: Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchsäulen. 4 Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. 5 Und es soll geschehen: Wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden.


Das Horrorszenario, das der Prophet hier beschreibt, kann mit keinem bisherigen Naturereignis verglichen werden. Hier wird der Tag des HERRN angekündigt, die große Trübsal, der dritten Weltkrieg, an dessen Ende Israel von Norden her überrannt werden wird. Schon zu Beginn der Drangsalszeit werden die 144000 Juden aus allen 12 Stämmen sich zu Jesus bekehren und besondere Fähigkeiten bekommen, um möglichst viele Menschen noch zum Glauben zu führen.


Insofern geht es bei der Heilung von körperlichen Krankheiten und anderen Nöten für Christen darum, dem Beispiel Jesu zu folgen und sich an seinen Leiden ein Beispiel zu nehmen, IHM nachzufolgen. Ferner gilt dies nicht nur für sich selbst, sondern es geht darum, mit der leidenden Menschheit solidarisch zu werden. Und es geht darum, Krankheit und Leid unserer Mitmenschen innerlich mitzutragen und wo wir können, für Bekehrung und Heilung zu beten. Eine Vollmacht Heilungswunder zu tun, wie es der ersten Gemeinde und den Aposteln gegeben war, können wir heute nicht davon ableiten. Tatsächlich ist es nur noch in seltenen Fällen möglich, denn Gott ist auch hier souverän in Seinem Handeln. Vor allem können wir aber Heilungswunder bei Ungläubigen erbeten, da es für sie darum geht, die Herrlichkeit des HERRN zu erfahren. Hingegen sei noch einmal beton, dass es bei gläubigen Christen darum geht, im Glauben gestärkt und "heil" zu werden.


Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Mar 16/1


Zwei Arten von Salbungen benennt die Bibel. Bei der rituellen Salbung als Zeichen des Heiligen Geistes, wurden Könige und Propheten Israels in ihr Amt gesetzt. Es handelt sich also um eine geistliche Salbung. Daneben gibt es das körperliche salben, wie es zum Beispiel Maria Magdalena an Jesus tat. Eine Form der Nächstenliebe, die wohltuend ist und körperlich, medizinisch heilen sollte. In Jakobus 5/13 erfahren wir etwas über die Aufgaben der Gemeindeältesten, wenn es heißt:


Jak 5/13 Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. 14 Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. 15 Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. 16 Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.


Die Aufgabe der Ältesten ist es zu prüfen, welche Ursache eine Erkrankung hat. Ist es eine Sünde, eine Prüfung durch Gott oder ein ungeklärter Konflikt des Kranken, der einer Heilung im Weg steht? Einige der Ursachen werden unter "Warum Christen leiden" in Glaubensfragen behandelt. Das Glaubensgebet soll dem Kranken dann helfen, sich zuversichtlich dem HERRN anzuvertrauen und Sünden zu bekennen. Die Salbung ist eine körperliche Zuwendung, eine Wohltat für den Erkrankten, die natürlich auch einen medizinischen Effekt haben kann. Salbung vermittelt aber auch ein Bild von Zuwendung und Beistand durch den Heiligen Geist.


Wir können also mit Bitten für den Kranken vor Gott kommen. Falls jemand Sünden auf seinem Gewissen hat und sein Gewissen belastet ist, können diese vergeben werden. Vorausgesetzt der Kranke ist bereit seine Sünden zu bekennen, Vergebung oder Gutmachung zu leisten (soweit möglich) um somit "geistlich" gesund zu werden. Zweifel und Finsternis sollen vom Kranken weichen, er soll „geistlich“ heil, gestärkt und aufgerichtet werden. Aber eine Voraussetzung für eine sofortige, körperliche Genesung ist dies nicht. Wäre es anders, dann würden reihenweise Heilungen nach Krankenbesuchen durch die Ältesten stattfinden, aber dies geschah nach dem Tod des letzten Apostels Johannes nur noch sehr selten.

3. Heilung von Körper und Seele

Von Alters her wurde Krankheit immer auch als Ausdruck von Sünde angesehen. Wurde jemand krank, dann konnte man davon ausgehen, dass er in einem Konflikt mit Gott stand:

Und da sie nicht fanden, auf welchem ⟨Weg⟩ sie ihn hineinbringen sollten, wegen der Volksmenge, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinab mit dem Bett in die Mitte vor Jesus. 20 Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.


Jesus heilte den Kranken, aber zuvor vergibt ER ihm die Sünden. Aber entgegen der verbreiteten Lehre der charismatischen Bewegung kann man nicht davon ausgehen, dass Glaubensschwäche vorliegt, wenn jemand erkrankt. Krankheit kann auch vererbt sein oder einfach auch auf Umwelteinflüsse zurückzuführen sein, siehe Seuchen und Epidemien. Angesichts dessen kann es nicht die Aufgabe von Brüdern sein, wie oben erwähnt, Wunderheilungen zu vollbringen. Vielmehr sollte zuerst der Verstand benutzt werden, um Ursachen zu ergründen. Beispielsweise in dem man den Kranken an eine gesunde Lebensweise ermahnt, einen guten Arzt empfiehlt, schädliche Einflüsse beseitigt oder sonst mit Rat und Tat unterstützt. Neben dem Gebet um geistliche Heilung muss auch Sündenvergebung, angeboten werden.


Bevor man aber um Heilung für jemand betet, an ein Krankenbett tritt, sollte man prüfen, ob man nicht selber zuvor Sündenvergebung braucht. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Jak 5/16





Foto: Milanda Vigerova /Axel Nickolaus






 
 
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