Die Psalmenbücher und Sprache
- Axel Nickolaus

- 8. Nov. 2023
- 9 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Okt.
Bei den Psalmen handelt es sich um ein göttlich inspiriertes Gesangsbuch, in dem alle Gefühlsregungen nder Seele entfaltet werden. Kummer, Sorgen, Zweifel, tiefste Niedergeschlagenheit, Befürchtungen, Ängste, Schrecken. Dennoch werden alle menschlichen Erschütterungen stets durch die alles übertönenden Triumphfanfaren der Hoffnung und der Glaubensgewissheit mit Dank, Jubel und Anbetung durchbrochen. Angesichts der unabänderlichen Treue Gottes wird der durch Glauben Gerechtfertigte aus der Finsternis zum Licht geführt. Der Gottlose wird jedoch im Gericht enden.
Psalm bedeutet Lobgesang, gleich dem Halleluja Hallel= Loben, Ja, die Kurzform von Jachwe, JA.
David hat mindestens die Hälfte der 150 Psalmen gedichtet.
In der Apo 2 ab 24 spricht Petrus von David und dessen Inspiration Gottes, wie sie in den Psalmen vorkommt. Er schildert, wie David schon zu seiner Zeit den Christus vor sich gesehen hat und daher in den Psalmen immer wieder auf HN zu sprechen kommt.
Luk 24, begegnet der Auferstandene den Emaus-Jüngern, und Jesus spricht in Vers 44 davon, dass auch in den Psalmen von IHM gesprochen wird.

Die einhundertfünfzig Psalmen, aus denen der Psalter besteht, sind in fünf Bücher unterteilt.
Buch 1: Psalmen 1–41Psalmen 1–41
Buch 2: Psalmen 42–72Psalmen 42–72
Buch 3: Psalmen 73–89Psalmen 73–89
Buch 4: Psalmen 90–106Psalmen 90–106
Buch 5: Psalmen 107–150Psalmen 107–150
5 Bücher, die allesamt Israel in der Drangsalszeit zum Thema haben. Die Psalmbeter hatten, inspiriert von Gott, immer wieder die schwerste Zeit der Juden besungen, aber auch die allergrößte Freude bei der Wiederkehr Jesu Christi.
1-41 Das Buch des Überrests, in der großen Drangsalszeit. Siehe Ps 42/2, wo Israel in die Berge Israels fliehen muss. Der Refrain: Gepriesen sei der HERR, Amen.
42-72 Die Flucht der 144000 in der Drangsal zu den Bergen Israels und dann weiter nach Moab, wo Gott sie selbst versorgen wird und Araber sie verstecken. Alle Sehnsüchte Davids werden erfüllt. Refrain: Gepriesen sei der Herr, Gottes Herrlichkeit erfüllt die ganze Erde.
73-89 Das Ganzmachen der 12 Stämme Israels. Refrain: Gepriesen sei der Herr!
90-106 Nationen aus aller Welt kommen unter Gottes Herrschaft. Refrain: Gepriesen...
107-150 Gottes Heilswege ins 1000-jährige Friedensreich. Kein Refrain.
In den Psalmen finden wir den Messias, Seine Leiden und Seine Herrlichkeit.
Ps 22 + 69: Kommen des leidenden Messias.
Ps 2, 45, 110, 72 Seine Herrlichkeit in der Zukunft.
In einigen Psalmen macht sich der Messias mit den Gläubigen der Drangsalszeit (der Überrest Israels) eins. Siehe...
Matth 3: 13 Dann kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 14 Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden. Und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt ⟨so sein⟩! Denn so gehört es sich für uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.
Jesus tritt hier nicht zur Buße vor den Täufer Johannes, sondern aus Solidarität. So vereinigt sich der Messias auch in den Psalmen mit den Gläubigen Israels und mit den Getauften zu allen Zeiten.
Psalmen-Themen
Ps 150, Lob und Anbetung.
Ps 13, inbrünstiges Bitten.
Ps 130, Flehen
Ps 51, Bußgebete, (Ehebruch)
Ps 66, Aufruf zum Jubel
Ps 32/9, Belehrung an einen Erlösten, mit Augenkontakt zu Gott.
Ps 73, Nachsinnen, wenn man beinahe zu Fall gekommen wäre.
Ps 105, Geschichte, Heilsgeschichte Israels.
Ps 22, Prophetie auf den gekreuzigten Christus
Ps 113-118 Hallel-Psalmen Lobpsalmen (zum Pessach)
Wochentagessalmen im Chorgesang zu Jerusalem:
Trilogie
PS 22 Der Ruf des Gekreuzigten: Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen. Der gute Hirte, der sein Leben lässt.
Ps 23 Der Herr ist mein Hirte, der große Hirte, der auferstanden ist und leitet.
Ps 24 Der Messias-König, der in Jerusalem einzieht, der herrschende Messias, der Erzhirte, ihm unterstehen die Unterhirten in der Gemeinde. 1.Pet 5 1 Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: 2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund, 3 nicht als solche, die über die Gemeinden herrschen, sondern als Vorbilder der Herde. 4 So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen.
Hebräische Dichtung (Poesie)
Ein Drittel des Alten Testaments ist in Versform geschrieben. Es fällt die Knappheit der Wörter auf. Der Gerechte macht nicht viele Worte.
Formal:
Synonymer Parallelismus
Zwei parallel gestellte Verszeilen - zwei bedeutungsgleiche Wörter:
Ps 90/7 Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.
Das Gesetz des Herrn / das Zeugnis des Herrn.
vollkommen - zuverlässig
Die Wiederholung macht Unfehlbarkeit deutlich.
Der Einfältige ist zwar ein Gläubiger, aber ist offen für alles. Nur das Wort Gottes gibt Orientierung:
Ps 119/105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Antithetischer Parallelismus
Dem in der ersten Zeile aufgeführten Gedanken wird in der zweiten Zeile ein Kontrast gegenübergestellt.
Spr 28/13 Wer seine Missetat leugnet, dem wird’s nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.
Ps 119/67 67 Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.
Synthetischer Parallelismus
Der Gedanke der ersten Verszeile wird in der zweiten ergänzt. Frage & Antwort.
Ps 119/9 Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an dein Wort.
Spr 4/18 Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.
Die hebräische Lyrik ist auf den Inhalt, nicht auf die Form konzentriert. Das war die Poesie der Kanaanitischen Völker. Hebräisch ist ein kanaanitischer Dialekt und gilt als Vorlage für 2300 Sprachen.
Rhythmus
Es gibt einen Sprachrhythmus...
Vers 3+3, bei unterweisenden Aussagen
Vers 3+2 für Klagelieder
Vers 2+2 im Hohelied für fröhliche Poesie
Es ist besser, die Grundstrukturen der Psalmen zu verstehen, so versteht man besser den Text.
aus dem Internet:
Der Psalter besteht aus fünf „Büchern“.
Die einhundertfünfzig Psalmen, aus denen der Psalter besteht, sind in fünf Bücher unterteilt.
Buch 1: Psalmen 1–41Psalmen 1–41
Buch 2: Psalmen 42–72Psalmen 42–72
Buch 3: Psalmen 73–89Psalmen 73–89
Buch 4: Psalmen 90–106Psalmen 90–106
Buch 5: Psalmen 107–150Psalmen 107–150
Ein Unterscheidungsmerkmal dieser Unterteilungen sind die Doxologien am Ende jedes Buches. Diese Unterteilungen haben vielfältige Auswirkungen und repräsentieren die Geschichte Israels von der vereinigten Monarchie bis zum Exil.
Die Bücher 1 und 2 stammen hauptsächlich von David und stellen den Triumph des Königs dar. David steckt hier sehr oft in einer Krise, aber seine Psalmen enden normalerweise mit Lobpreisungen.
Buch 3 nimmt Israels Exil vorweg. Es ist als das „schwarze Buch“ des Psalters bekannt. Hier scheitern Israels Könige – das Haus Davids – und das Heiligtum wird zerstört. Das Buch erreicht seinen Höhepunkt in Psalm 89 und seiner Klage über den scheinbaren Zusammenbruch des Bundes mit David.Psalm 89 und seine Klage über den scheinbaren Zusammenbruch des Davidbundes.
Buch 4 ist auf Israel im Exil ausgerichtet. Es hat keinen König, aber hier greifen die Psalmen auf Gott zurück und vertrauen darauf, dass er ihr König ist. Die Hoffnung lebt weiter, denn Gott ist Israels ewige Zuflucht.
Im fünften Buch wird Gott für die Wiederherstellung Israels und seine Rückkehr aus dem Exil gepriesen, und hier wird ihm aus den Reihen der Völker Lob dargebracht.
8. Die Platzierung und Anordnung der einzelnen Psalmen ist nicht zufällig.
Innerhalb dieser fünf Bücher scheinen die Herausgeber die Psalmen eindeutig nach Autorschaft, Gattung, Thema sowie verschiedenen Unterscheidungen und Erkenntnissen geordnet zu haben. So finden sich Psalmen Davids (Ps. 3–41), Gebete Davids (Ps. 72,20), Psalmen Asaphs (Ps. 73–83), Miktampsalmen (Ps. 56–60), Inthronisationspsalmen (Ps. 95–100), Psalmen, die Morgen- und Abendgebete widerspiegeln (Ps. 3–6), Psalmen, die den „Namen“ des Herrn preisen (Ps. 7–9) – dies sind einige der offensichtlicheren Hinweise auf redaktionelle Anordnungen innerhalb des Psalters. Psalm 90 steht offenbar aus interpretativen Gründen am Anfang von Buch 4. Davidische Psalmen sind sogar in den späteren „Büchern“ enthalten, wodurch die davidische/königliche Ausrichtung des Psalters erhalten bleibt.Pss. 3–41 ), Gebete Davids ( Ps. 72:20 ), Psalmen Asaphs ( Pss. 73–83 ), Miktampsalmen ( Ps. 56–60 ), Inthronisierungspsalmen ( Pss. 95–100 ), Psalmen, die Morgen- und Abendgebete widerspiegeln ( Pss. 3–6 ), Psalmen, die den „Namen“ des Herrn preisen ( Pss. 7–9 ) – diese gehören zu den offensichtlicheren Hinweisen auf redaktionelle Anordnungen innerhalb des Psalters. Psalm 90 steht, anscheinend aus interpretativen Gründen, am Anfang von Buch 4. Davidische Psalmen werden sogar in die späteren „Bücher“ aufgenommen, wodurch die davidische/königliche Ausrichtung des Psalters gewahrt bleibt.
Darüber hinaus bilden die Psalmen 1 und 2 zusammen den Einstieg in den Psalter. Psalm 1 sagt uns, für wen die Psalmen geschrieben sind – für diejenigen, die Gottes Gesetz schätzen und danach leben. Psalm 2 sagt uns, für wen die Psalmen geschrieben sind – für den König des Herrn, der in Erfüllung von Gottes Gebot über sein Reich weltweit herrschen wird. Diese beiden Psalmen bilden zusammen die Bühne für den gesamten Psalter.Die Psalmen 1 und 2 bilden zusammen den Einstieg in den Psalter. Psalm 1 sagt uns, für wen die Psalmen geschrieben sind – für diejenigen, die Gottes Gesetz schätzen und danach leben. Psalm 2 sagt uns, für wen die Psalmen geschrieben sind – für den König des Herrn, der in Erfüllung von Gottes Gebot über sein Reich weltweit herrschen wird. Diese beiden Psalmen bilden zusammen die Bühne für den gesamten Psalter.
Der Psalter kann zu Recht als Gesangbuch verstanden werden, aber wir tun gut daran zu erkennen, dass die Lieder nicht zufällig, sondern mit Absicht platziert sind.
9. Im Mittelpunkt der Psalmen steht der König.
Der Psalter ist eindeutig königlich ausgerichtet. Er ist nicht nur ein Gesangbuch – er ist ein königliches Gesangbuch, und wir können uns vorstellen, wie das alte Israel diese Lieder sang, als es sich im Tempel um seinen König versammelte.
Die Belege für diese königliche Ausrichtung sind vielfältig. Am deutlichsten ist die Bedeutung Davids, dessen Name in etwa der Hälfte der Psalmen im oberen Teil erscheint und der auch Gegenstand weiterer Psalmen ist (z. B. Psalm 89). Neben David selbst sind Salomon (Psalm 72; Psalm 127) und andere davidische Könige (z. B. Psalm 45) zu nennen. Die in verschiedenen Psalmen so oft erwähnten „Feinde“ sind Nationen und Streitkräfte. Das abwechselnde „Ich“ und „Wir“ spiegelt auch den König wider, der das Volk repräsentiert.Ps. 89 ). Neben David selbst sind Salomo ( Ps. 72 ; Ps. 127 ) und andere davidische Könige (z. B. Ps. 45 ) zu nennen. Die in verschiedenen Psalmen so oft erwähnten „Feinde“ sind Nationen und Streitkräfte. Das abwechselnde „Ich“ und „Wir“ spiegelt auch den König wider, der das Volk repräsentiert.
Alle Christen lesen den Psalter „andächtig“, wie es sich gehört. Doch wir verfehlen die Botschaft der Psalmisten, wenn wir annehmen, das „Ich“ und das „Mich“ sei ein Mann wie jeder andere oder ein anderer frommer Israelit. Die Psalmen handeln nicht in erster Linie von uns; sie beziehen sich immer auf den König.
10. In den Psalmen geht es um Jesus.
Die Bedeutung dieser königlichen Orientierung geht weiter, wenn wir versuchen, die Psalmen aus kanonischer Perspektive zu verstehen. Wir wissen aus Jesu Autorität (Lukas 24:44), dass die Psalmen von ihm handeln. Einige Psalmen sind direkter voraussagend, wie Psalm 2 und Psalm 110. In anderen Psalmen steht David als „Typ“ oder Bild Christi und nimmt ihn auf subtilere Weise vorweg. In wieder anderen beschreibt die Sprache den König in Begriffen, die über die historischen Könige hinausgehen und sich letztlich nur auf den Herrn Jesus beziehen können (Psalm 45:6; vgl. Hebr. 1:8). Und aus der Verwendung der Psalmen im Neuen Testament – sowohl bei Jesus als auch bei seinen Aposteln – können wir erkennen, dass der davidische König als Vorbote von Davids größerem Sohn gesehen werden sollte. Oftmals stellen die Psalmen den König in seinem Ideal dar, einem Ideal, hinter dem alle anderen Söhne Davids weit zurückblieben. Doch dieses Ideal nimmt einen noch kommenden König vorweg. David und sein Königreich sind Vorboten von Christus und seinem Königreich.Lukas 24:44 ), dass die Psalmen von ihm handeln. Einige Psalmen sind direkter voraussagend, wie Psalm 2 und Psalm 110. In anderen Psalmen gilt David als „Typ“ oder Bild Christi und nimmt ihn auf subtilere Weise vorweg. In wieder anderen wird der König sprachlich so beschrieben, dass er über die historischen Könige hinausgeht und sich letztlich nur auf den Herrn Jesus beziehen kann ( Psalm 45:6 ; vgl. Hebr 1:8 ). Und aus der Verwendung der Psalmen im Neuen Testament, sowohl bei Jesus als auch bei seinen Aposteln, können wir ersehen, dass der davidische König als Vorbote von Davids größerem Sohn gesehen werden sollte. Oftmals stellen die Psalmen den König in seinem Ideal dar, einem Ideal, hinter dem alle anderen Söhne Davids weit zurückblieben. Und doch nimmt dieses Ideal einen noch kommenden König vorweg. David und sein Königreich weisen voraus auf Christus und sein Königreich.
Wenn David seine Psalmen dem Chorleiter übergibt, damit die Gemeinde sie singen kann, gibt er sie auch uns zum Singen. Und wie das alte Israel seinen König besang, so singen wir heute dieselben Psalmen in Anerkennung ihrer Erfüllung in Gottes Gesalbtem, dem Herrn Jesus Christus, der durch seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt Gottes universelles Reich eröffnet hat und bei seiner Wiederkunft diese Herrschaft zu glorreicher Vollendung führen wird.