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Täter sein

  • 22. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

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Aus dem Jakobus Brief 1/22

22 Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen!

23 Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel betrachtet.

24 Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war.

25 Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein.


Wie viele Leute werfen einen Blick in die Bibel oder bezeichnen sich gar als gläubig und Christ und erkennen doch nicht, dass diese Verse gerade an sie gerichtet sind. Wie viele Hauskreise und Gottesdienste gab es bisher, aus denen die Teilnehmer genau so wieder herausgegangen sind, wie sie hineinkamen?


Der Halbbruder Jesu, Jakobus, empfängt hier eine Ermahnung von Gott, die sich vor allem an die Leser erbaulicher Literatur richtet. Wer das Wort Gottes liest und sich nicht in seiner Bedürftigkeit darin wiedererkennt, verliert sich selbst. Mit einem einfachen Blick in den Spiegel kann sich jeder dazu Gedanken machen. Vor allem sind es die Zeichen des Alterns und des Todes, die den Menschen zu allen Zeiten beunruhigen. Ganz zu schweigen von jenen, die einen Fremden im Spiegel erblicken, eine äußere Hülle, die irgendwie vertraut, aber dessen Wesen unbekannt bleibt. Ein tragischer Zustand, der immer wieder in Lebenskrisen und Zerbrechen führt wenn es darum geht, Beziehung zu anderen Menschen zu gestalten.


Jakobus verbindet die Bereitschaft, sich als ein Geschöpf und abhängig von Gottes zu erkennen mit der Fähigkeit, sein Leben auf eine neue Grundlage zu stellen. Die Bibel spricht hier von einer Wiedergeburt, der Erfahrung, sich wie neu geboren zu erleben. Wer sich wahrhaft als Erwachsener bekehrt hat, wird bald anfangen den Worten Taten folgen zu lassen. Sei es, dass man in seinem bisherigen Leben beginnt aufzuräumen und sich die Gebote Gottes zu Herzen nimmt, sei es, dass man beginnt anderen, in der Freude eines Erlösten zu begegnen, beizustehen und zu dienen. Täterschaft war nie so bereichernd und erfüllend für Menschen, die sich selbst erkannt und Vergebung in Anspruch genommen haben. Der Brief spricht hier von einer Freiheit, die Vergänglichkeit und Tod hinter sich lässt. Der wahrhafte bekehrte Mensch ist erlöst vom ewigen Tod und befreit, um gute Werke zu tun.




Foto Fares Hamouche



 
 
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