# Taufe
- 15. Juni
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Aktualisiert: 16. Juni
Von Axel Nickolaus
Die gängige Praxis in Freikirchen ist es heute, den Täufling rücklings unter Wasser zu tauchen. Abgesehen davon, dass ich als Schwimmer diese Art, unterzutauchen, als unangenehm empfinde, gibt es auch geistlich Grund, über diesen Brauch nachzudenken.
Matthäus 3/13
Dann kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen[7]. 14 Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden. Und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt ⟨so sein⟩! Denn so gehört es sich für uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da lässt er ihn. 16 Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden ihm[8] geöffnet, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und auf sich[9] kommen. 17 Und siehe, eine Stimme ⟨kommt⟩ aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.
Das Untertauchen
Dem Anschein nach geht es um eine passive Handlung, wenn der Täufling sich taufen lässt. Tatsächlich bedarf es aber einer aktiven Entscheidung, sich taufen zu lassen. Die kurze Anmerkung des Evangelisten, Da lässt er ihn , mag darauf hinweisen, dass es bei der Taufe um das Zulassen einer eigenverantwortlichen Entscheidung geht. Der Täufer Johannes lässt die Taufe des HERRN zu, es ist nicht notwendig, dazu jemanden zu fassen oder ihn aktiv unter Wasser zu drücken. Entscheidend ist, dass der Körper untertaucht, in ein anderes Medium übergeht. Dazu braucht es keine Unterstützung durch einen Täufer, jeder Mensch ist normalerweise selbst in der Lage, zu tauchen. Entscheidend bei der Taufe ist das, was Gott dem Täufling zuspricht und was unsichtbar geschieht:
Mit der Taufe wird symbolisch ein Mensch in den Tod Jesu mit hineingegeben und taucht als neue Kreatur wieder auf. Wie der Apostel Petrus darauf verweist, geht es nicht darum, fortan ein sündloses Leben zu führen, sondern vor dem Zorn Gottes bewahrt zu sein. Verbunden mit der Bitte um ein gutes Gewissen, somit das Versprechen gegenüber Gott, sich um sein Gewissen zu kümmern.
Das Abbild ⟨von der Arche Noha⟩ errettet jetzt auch euch, ⟨das ist⟩ die Taufe – nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen – durch die Auferstehung Jesu Christi.
Hierin zeigt sich, dass es um eine geistige Entscheidung des Täuflings geht, sein Bekenntnis zum HERRN vor aller Öffentlichkeit sichtbar zu bekunden.
Die Rückenlage
Während in den großen Kirchen die Taufhandlung weitgehend durch besprengen mit Taufwasser vonstattengeht, ist es in zahlreichen Freikirchen üblich, den ganzen Körper in einem Wasserbecken oder gar im offenen Gewässer zu taufen. Inwieweit es dazu kam, dass der Täufling nach hinten eingetaucht wurde, soll an dieser Stelle nicht weiter von Bedeutung sein. Entscheidend scheint die Erkenntnis, dass ein nach hinten fallen von der Bibel her immer ein Zeichen des Gerichtes ist, zum Beispiel Jes 28/13
damit sie hingehen und rückwärtsstürzen und zerschmettert werden, sich verstricken lassen und gefangen werden.
Wer im Angesicht Gottes nach hinten fällt oder aufgrund seines Verhaltens rücklings stürzt, wird demnach gerichtet. Menschen, die von Gottes Geist ergriffen sind, fallen auf ihr Angesicht, aber nicht auf den Rücken. Insofern erscheinen die Massenveranstaltungen der charismatischen Bewegung, bei denen Leute reihenweise nach hintenfallen, um von bereitstehenden Helfern aufgefangen zu werden, höchst zweifelhaft. Zweifelhaft darin, mit welcher Art von Kraft man es wirklich zu tun hat, mit dem Heiligen Geist vermutlich nicht. Bekannt ist auch, dass die Heilungswunder auf solchen Veranstaltungen, am Beispiel Reinhard Bonnkes, umstritten sind und nicht immer von langer Dauer waren.
Die Urform der Taufe (Untergehen).
Wir können aller Wahrscheinlichkeit also davon ausgehen, dass die Taufe ein eigenständiges Untertauchen ist. Jedes Ergreifen des Körpers durch einen Täufer scheint in diesem Zusammenhang nicht geboten. Es ist ein Akt, der in die Souveränität eines Menschen eingreift, und leicht ein Gefühl des Ausgeliefertseins hinterlässt. In der Bibel kommt es kaum vor, dass ein Mensch ergriffen wird, es sei denn, um ihn zu bezwingen. Im meistgesehensten Streifen der Filmgeschichte sieht die Taufe wie folgt aus:
ER, das Leben Jesu nach dem Lukas-Evangelium, in YouTube frei verfügbar.