Familiengeschichte Löwenthal- Nord- Ohlerich - oder: wohin stolpern wir?
- 1. Okt. 2024
- 9 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Okt. 2024

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Liebe Verwandte und Beteiligte an der Aufarbeitung der Familiengeschichte,
ich melde mich heute als Ehemann von Christine aus der zweiten Reihe, wenn man von der Erbengemeinschaft der Riegelmann-Kinder mal ausgeht. Gerne nehme ich Anteil an Euren Bemühungen, Licht in eine dunkle Zeit zu bringen, die bis heute Nachwirkungen zeigt. In diesem Zusammenhang finde ich Euer Engagement beispielhaft. Dies im Hinblick auf die Nachfahren der jüdischen Teilhaber und auch für Euch selbst und unsere Kinder. Insbesondere im Hinblick auf das Ohlerich-Erbe, von dem auch wir als Familie profitiert haben. Die folgenden Stichpunkte erheben nicht den Anspruch der Vollständigkeit, noch stehen sie für eine wissenschaftliche Aufarbeitung, die hieb- und stichfest sein soll. Insofern bin ich für Ergänzungen dankbar und stehe für einen Dialog zur Verfügung.
Die Stolpersteinverlegung in Schwerin ist nun einige Zeit her und wir haben wohl alle gespürt, dass hier ein Unrecht der besonderen Art geschehen ist. Nicht genug, dass Einzelpersonen und jüdische Familien durch die Nazis und später durch die Sozialisten der DDR, schwer beschädigt und zugrunde gerichtet wurden, nein es geht um weit mehr. Die Geschehnisse zwischen 1933 und 1989 haben eine Bedeutung auch für unser heutiges Leben, die kaum zu überschätzen ist, auch im Hinblick auf die Geschichte der Juden und Israel. Hier geht es nicht nur um Einzelschicksale sondern um ethische und moralische Fragen, die ganze Völker betreffen und bis heute in Bewegung halten. Vom wachsenden Judenhass auf europäischen Straßen bis zum Nahen Osten, wo Israel immer wieder zum Brennpunkt für die ganze Welt wird. Bis heute holt uns die eigene Vergangenheit auf verwirrende Art und Weise ein. Worum es mir dabei geht ist, den Blick, ausgehend von tragischen Einzelschicksalen einer Erinnerungskultur seit 1945, auf das Jetzt und Heute zu erweitern. Verbunden mit der Frage, wie wir, die Nachfahren des Dritten Reiches und der DDR, mit dem Thema der Judenverfolgung und Israel umgehen und wovon wir uns dabei leiten lassen. Das Schicksal der Juden in Europa und in der Diaspora ist nicht vom Land Israel zu trennen. Genauso wenig, wie man von Deutschen sprechen könnte, ohne an das Staatsgebiet zwischen Rhein und Elbe zu denken. Zumindest wurden amerikanische Überlegungen nach dem Zweiten Weltkrieg, Deutschland aufzulösen und unter den Siegermächten zu verteilen, nicht weiter verfolgt. Wie viel weniger trifft eine geschichtliche Schuld das Volk der Juden?
Mir ist bewusst, dass es hierbei um einen ungewohnten Schwenk von einer rückwärtsgewandten Erinnerungskultur in die Gegenwart geht. Mehr als ungewohnt, weil all die gesellschaftlichen Bemühungen, die man sonst im Bewusstsein verankert hat, auf die Toten gerichtet sind, weniger aber auf die Lebenden. Jene Nachfahren jüdischer Familien, die einst in diesem Land lebten und die hier oder anderswo in der Welt ihr Zuhause fanden. Selten hier in Deutschland, denn wie die jüngste Geschichte zeigt, hat sich der Judenhass nie wirklich in eine Freundschaft gegenüber jüdischen Mitbürgern verwandelt. Warum nicht? Die Gründe dafür verbergen sich meiner Ansicht nach in der Geschichte des jüdischen Volkes und dem, was der Name Israel bedeutet: Gott kämpft.
Bei aller Dankbarkeit denen gegenüber, die zur Aufklärung jüdischer Vergangenheit beitragen, bleibt immer auch der Eindruck, dass Medien und Politik dazu neigen, sich ihrer historischen Mitverantwortung zu entledigen, indem man nur einzelne Akteure der Nazizeit auf die Anklagebank setzt. So liegt es dann auch nahe, dass man heute zwar über die Verfolgung von Juden in unserem Lande Tränen gießt, aber gleichzeitig Israel als einzige Heimat für Juden auf dieser Welt verurteilt oder zumindest kritisiert. Und dies mit einem Eifer, als wenn das Land im Nahen Osten ein Bundesland der BRD wäre. Dass schon Hitler einen jüdischen Staat verhindern wollte, und eine entsprechende Vereinbarung mit dem Großmufti von Jerusalem in den 30er Jahren anstrebte, gehört zu den zahlreichen Fakten um das Existenzrecht der Juden, die seit 1948 aus dem Blickfeld gerückt werden. Hier eine Auswahl:
Hitler ging es nicht nur um die Entrechtung der Juden in Europa, sondern um die Ausrottung dieses Volkes weltweit.* Die Einzelschicksale der Stolpersteine verweisen auf einen riesigen Berg von Schuld, die die Nationen der Welt seit der Vertreibung der Juden aus ihrem angestammten Land angesammelt haben. Wir in Deutschland tragen daran unseren Teil.
Unter dem Schock des Holocaust gab es 1948 eine Mehrheit im Völkerbund für die Schaffung eines eigenständigen jüdischen Staates, worauf der erste Ministerpräsident Ben Gurion den unabhängigen Staat Israel ausrief.
Schon im Vorfeld kündigten einige arabische Staaten an, dass sie diese Entscheidung des Völkerbundes nicht akzeptieren würden. Ihr Ziel war und ist, die totale Ausrottung aller Juden.*
Seither gibt es in der Nachfolgeorganisation des Völkerbundes, der UNO, etliche Mitglieder, die als Ziel die Vernichtung eines anderen Mitgliedes (Israel) der UNO haben. Daher waren und sind alle Friedensverträge für den Nahostkonflikt Makulatur, wie sich auch bisher immer wieder herausgestellt hat.
Kurz nach der Staatsgründung Israels griffen neun Armeen von allen Seiten den Staat Israel an, um ihn zu vernichten. Trotz aller Überlegenheit gelang es Israel, die Angreifer zurückzuschlagen und Gebietsgewinne zu erlangen.* In den folgenden Jahrzehnten folgten immer wieder weitere Kriege, die stets mit Gebietsgewinn für Israel endeten. Israel war aber immer auch bereit, Gebiete zurückzugeben. So gegenüber dem Libanon oder dem Gazastreifen. In der Regel wurde dies mit Unterstützung vom Iran und anderen Ländern dazu benutzt, neue Angriffe auf Israel vorzubereiten. So auch der Terrorangriff vom 6. Oktober 2023 der u.a. mit Unterstützung von "Hilfswerken" der UNO stattfand. Wie sich herausstellte, nutzte die Hamas internationale Hilfen dazu, ein Tunnelsystem gigantischen Ausmaßes zu bauen, um einen Vernichtungsschlag gegen Israel vorzubereiten. Gleichzeitig wurde der Gazastreifen von Israel mit Energie und anderen Hilfen unterstützt.
Unverhohlen bekannte sich der Führer der Hamas im Iran nach dem 6. Oktober dazu, das eigene Volk im Gazastreifen opfern zu wollen, um den Hass gegen Israel* zu schüren. Nicht von ungefähr nutzen Hamas und Hisbollah Wohngebäude der eigenen Bevölkerung dazu, um Raketenangriffe auf israelisches Gebiet zu lenken. Der historische Hass auf Juden gilt unter vielen Moslems als Glaubensbekenntnis. Dabei ist es unerheblich, ob dies im Orient oder in Europa stattfindet. Mehr noch, das Töten von Juden (und "Ungläubigen" überhaupt) gilt unter radikalen Moslems als sichere Fahrkarte ins Himmelreich. * Wie auch die Anschläge vom 11. September gezeigt haben.
Der Tempelberg in Jerusalem* wurde im Jahr 1967 von israelischen Fallschirmjägern erobert, aber in der Folge in arabische Verwaltung (von Jordanien) gegeben. Der Tempelberg galt aber seither als annektiert und gehörte zum Staatsgebiet Israels. Berichte, es gäbe "ein Status quo" der es den Juden verbiete, auf dem Tempelberg in Erscheinung zu treten, verschleiern die eigentlichen Hoheitsrechte an einer der geschichtlich am meisten umkämpften Kultstätte der Welt.*
Geschichtlicher Rückblick in die Zeit vor 1945.
Der jüdische Staat endete nach dem zweiten Vernichtungsfeldzug gegen die Juden im Jahr 135n.Chr. Der Nahe Osten sollte nach dem Willen des Römischen Kaiser Hadrian "judenrein" werden.* Dazu gehörte die Umbenennung zahlreicher Namen, so auch Israels in Philistäa, aus dem später Palästina wurde. Man überlegte, was die größten Feinde Israels waren und kam auf die Philister. Denen war jetzt das Land der Juden gewidmet.
Wenn man einmal von den Kreuzzügen und den Eroberungen der Moslems in den folgenden Jahrhunderten absieht, blieb das Land "Palästina" öde und leer, entvölkert, ein trauriger Fleck Erde. Siehe die Reisebeschreibung von Mark Twain aus dem jahr 1867: Er schrieb von einem „desolaten Land“, das er als eine „stille, traurige Weite“ erlebte, „eine Wüste“. Mark Twain schrieb (Wir sahen) „nie einen Menschen auf der ganzen Strecke“, … „Kaum ein Baum oder Strauch“. („… A desolate country whose soil is rich enough, but is given over wholly to weeds… a silent mournful expanse… a desolation… we never saw a human being on the whole route… hardly a tree or shrub anywhere. Even the olive tree and the cactus, those fast friends of a worthless soil, had almost deserted the country.”, aus „Innocents Abroad“, )
Im Jahr 1882 kam es zu einer ersten Einwanderungswelle* jüdischer Auswanderer aus Russland. Es folgten mehrere Schübe, bis es nach dem 2. Weltkrieg zur massenhaften Einwanderung aus aller Welt kam.
Vor dem Hintergrund, dass ein Jude den Briten im Ersten Weltkrieg entscheidende Technik verschaffte, um den Krieg gegen Deutschland zu gewinnen, kam es zur sogenannten Balfour-Erklärung. In Ihr drückt England den Juden seine Dankbarkeit aus und verspricht, den Juden zum eignen Staat im Nahen Ost zu verhelfen.
Nach der Vertreibung der Türken aus dem Nahen Osten erhielten die Briten die Mandatsverwaltung auch für das ehemalige Staatsgebiet Israel.
Entgegen ihrer Zusage gestand das Empire den Juden nur 1⁄3 ihres ehemaligen Staatsgebiets von Israel vor 135 n.Chr. zu. Zweidrittel sollten den protestierenden Arabern gehören, somit heißt der erste Palästinenserstaat Jordanien. Nach einer erneuten Beschneidung durch den Mandatsträger, blieben den Juden 1948 lediglich etwa 12% ihres ehemaligen Staatsgebiets, das bis 135 n.Chr unter römischer Besatzung noch bestand.
In dem britischen Verwaltungsgebiet ab 1921, genannt Palästina, siedeten sich neben Arabern auch Juden, Deutsche und andere Nationen an. Der Begriff "Palästinenser" kam erst mit der 68-Bewegung in Europa auf und unterstellte, dass es bei Palästina um ein rein arabisches Siedlungsgebiet ginge.
Bis heute reklamiert die Mehrheit der Islamstaaten den Tempelberg in Jerusalem und das verbleibende Staatsgebiet Israels für sich, obwohl ihre eigenen Staatsgebiete etwa 500-mal größer sind als das Gebiet Israels.
Immer wieder gelang es dem israelischen Staat Juden aus Spannungsgebieten wie Irak und Äthiopien auszufliegen, um sie vor einem Genozid zu retten.*
Aus 150 Ländern, sei es aus China oder Indien, kehren Juden nach Israel zurück*. Juden sind das einzige Volk, das sich nach über 2000 Jahre Vertreibung nicht in anderen Kulturen aufgelöst hat, um nun nach Israel zurückzukehren.
Die Einwanderung der Juden führte dazu, dass das Land anfing zu blühen und mehr und mehr Früchte trug. Angesichts dessen, dass die meisten Nobelpreisträger Juden sind, setzte sich der wissenschaftliche Segen auch hier fort. Es sollte nicht lange dauern, bis die ganze Welt durch Agrarprodukte aus Israel versort wurde.*
Zahlreiche Araber ernährten ihre Familien dadurch, dass sie auf dem Staatsgebiet Israels Arbeit fanden. Durch Terror und Krieg sah sich Israel gezwungen, viele dieser arabisch/palästinensischen Arbeitskräfte auszuweisen.
Neben den oben genannten Überfällen arabischer Nachbarstaaten auf Israel* waren es auch grausame Selbstmordanschläge in Bussen und öffentlichen Plätzen in Israel, die die Spannungen zwischen Juden und Arabern am Köcheln hielten.
Bis heute gibt es eine internationale Front, vornehmlich arabischer, aber auch anderer Länder, die die Machthaber des Gazastreifen, die Hamas ( eine extremistische, fundamentalistisch-islamische Terror-Organisation) im Krieg gegen Israel unterstützt. Leider gehört auch Deutschland dazu.
Wer die jüngsten Auseinandersetzungen in und um Israel verfolgt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Während deutsche Medien in der Regel eine israelkritische, einseitige Sicht vermitteln, wobei viele Meldungen unter den Tisch, die Israel in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Während Israel sich immer wieder um ein friedliches Miteinander mit den Arabern bemühte, sie medizinisch und mit Gütern versorgte, war es vor allem der Einfluss durch ausländische Scharfmacher, wie von Irak und Iran, die Hass schürten und mit viel Geld ein weltweites Zerrbild des Judenstaats verbreiteten.
*Ergänzend hierzu gibt zahlreiche Fakten, die sich aus der jüdischen Geschichte, die mit Abraham vor 4000 Jahren begann, ableiten lassen. Hinzu kommen außerbiblische/zeitgenössische Quellen, die die oben genannten Stichpunkte weiter ergänzen.
Vor allem in den deutschsprachigen Medien findet, nebst der erwähnten meist einseitigen Sicht, in der Regel eine sehr enge Betrachtung auf das Tagesgeschehen statt. Daher abschließend ein paar Fragen, die in der Regel kaum oder selten gestellt werden.
Warum hat sich das Judentum über zweitausend Jahre in der Diaspora behauptet, obwohl es an vielen Orten der Welt durch Pogrome und Ausgrenzung verfolgt und gemordet wurde?
Warum sind Nationen, in denen das Judentum massiv verfolgt wurde, irgendwann untergegangen, siehe das Zarenreich die Sowjetunion, Hitlerdeutschland, der Irak. Entgegen den USA, wo das Judentum ein zweites Zuhause gefunden hat und über Jahrhunderte ein beispiellosen Wohlstand stattfand?
Warum sind die meisten Nobelpreisträger, aber auch viele Künstler jüdischer Abstammung?
Warum geraten Moslems auch in Europa immer wieder in Ekstase, wenn es darum geht, Israel zu hassen und zu vernichten?
Warum gelingt es den islamischen Nachbarn trotz gewaltiger Überlegenheit und massivem Militäreinsatz seit 1948 nicht, Israel auszulöschen?
Warum gibt es in weiten Bereichen des Nahen Ostens nur öde Landschaften, während in Israel die Wüste aufblüht und Erträge für die ganze Welt eingebracht werden?
Warum sind bisher alle gefeierten Friedensbemühungen zwischen Juden und Moslems im Nahen Osten gescheitert?
Warum stand ein israelkritischer Westen sofort nach dem 6. Oktober 2023 an der Seite Israels, als es darum ging, weiterreichende Angriff auf das Land zu verhindern? Massiv wurde dem Iran als Drahtzieher der Terrorangriffe gedroht, sich weiter einzumischen.
Warum findet Israel, trotz seiner zahlreichen Erfolge, keinen Frieden mit seinen Nachbarn und im eigenen Land?
Warum ließen sich die Juden im Holocaust bereitwillig in den Tod treiben, während sie nun als eines der kleinsten Länder (auf der Fläche von Hessen) eine unbezwingbare Macht darstellen und sich gegen ihre Feinde behaupten?
Warum konnten Juden und Araber nach 1948 immer wieder friedlich miteinander zusammenleben?
Warum gibt es eine weltweite Front gegen Israel, verbunden mit einer Aufmerksamkeit, die sonst keinem anderen Land dieser Größe ( 6,5 Million Einwohner) zukommt?
Warum verursacht der Dauerbeschuss Israels kaum zivile Opfer, oftmals trifft es ausgerechnet Araber. Wogegen die Angriffe der israelischen Armee und des Geheimdienstes in Iran und im Libanon sehr effektiv sind.
Warum findet in der deutschen Medienlandschaft kaum eine kritische Auseinandersetzung mit der Hamas auf dem Gazastreifen und dem moslemischen Einfluss in Europa statt? So sehr, dass unter anderem die eigene Produktion (von Arte, WDR..) "Auserwählt und ausgegrenzt" zunächst nicht gezeigt werden sollte? Es war dann die Bildzeitung, die der Produktion dann zur Veröffentlichung verhalf.
Warum hat sich ein Hilfswerk der Vereinten Nationen an der Vorbereitung des Terrorangriffs vom 6. Oktober auf Israel beteiligt? Verbunden mit der Frage, warum auch deutsche Entwicklungshilfe in die Vorbereitung dieses Überfalls geflossen ist? Aktuell: Warum kommt die UNIFIL der Friedensresolution im Libanon nicht nach und horte Waffen gegen Israel in ihrem Lager in Ramja?
Warum erhält das Palästinensergebiet auf dem Gazastreifen weltweit die meiste Entwicklungshilfe, wenn doch bei der Bevölkerung kaum etwas davon ankommt?