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- Gott der Vater
Prolog: Vaterschaft ist ein Begriff, der in den letzten beiden Jahrhunderten immer weiter in den Hintergrund gedrängt wurde. Wenn wir uns hier auf die Suche nach einem Vaterbild machen, dann scheint es zunächst wichtig zu realisieren, dass wir nicht nur in einer sogenannten "vaterlosen Gesellschaft" leben. Vielmehr zeichnete sich die Entwicklung dahin lange schon vorher ab. Angefangen von der "Aufklärung", die den himmlischen Vater, als Schöpfer weit weg in die Ferne rückte, um IHN dann im 19. Jahrhundert gänzlich zu leugnen. Es war vor allem die Evolutionstheorie Darwins, die dem Marxismus die ideologische Triebkraft verlieh. Eine Theorie, die die Existenz Gottes infrage stellte, kam den Linken gerade recht. Obwohl Darwin die Begeisterung Marx' nicht geheuer war, nahm der revolutionäre Kommunismus die Evolutionslehre gerne auf. Eine politische Kraft des Materialismus entstand, der mehr als 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen, die aber auch das Vaterbild gründlich erschütterte. Man sprach vom Patriarchat, das es galt, zu überwinden. Hier begründete sich ein Vaterhass, der im Westen von der Psychotherapie um Sigmund Freud sein Gegenüber fand. Wenn wir uns heute fragen, warum Vaterschaft und väterliche Sorge so geringe Bedeutung vornehmlich in westlichen Gesellschaften haben, dann mag dies darauf zurückzuführen sein, dass der Same schon lange vor den beiden Weltkriegen gelegt wurde. Väter, die ihre Familien verlassen und Männer, die gesellschaftlich immer weniger Männlichkeit zeigen, daran haben wir uns gewöhnt. Stattdessen haben wir es mehr denn je mit jungen Männern und Vätern zu tun, die selbst an dem Verlust ihrer Väter leiden. Der Begriff der "Vaterwunde" aus der christlichen Männerbewegung seit der 90er-Jahre bezeichnet nicht nur ein schwindendes Gottesbild, sondern auch den Verlust einer Identität als Vater und Mann. Die 'Auswirkungen für Familien und Frauen sind verheerend. Viele junge Frauen halten heute nach einem Mann Ausschau, der bereit ist, seinen Stand als Mann einzunehmen und bereit ist, verlässlich als Vater Verantwortung zu übernehmen. Nicht die angepassten Männer, die sich selbst als Feministen bezeichnen sind gefragt, sondern Männer nach Gottes Herzen. Ganz unbestreitbar hat die vaterlose Gesellschaft auch Auswirkungen auf Kirchen und Gemeinden. Mehr denn je begegnen uns dort alleinstehende Frauen, die nach einem gläubigen Mann Ausschau halten. Mit dem schwindenden Vaterbild, fehlen auch hier Persönlichkeiten, die aus einer gesunden Vaterbeziehung stammen. Männer, die bereit sind, nach der Bibel zu leben und ein Gegengewicht zur vaterlosen Gesellschaft um sie herum bilden. Die Botschaft, dass es keinen Gott gäbe, führte in einen Materialismus, der nicht nur die Abtreibung als Befreiung der Frau feierte, sondern auch mithilfe der Psychotherapie Freunds und anderer Philosophen in einen Vaterhass mündete. Die vom Sozialismus eingeführte Legalisierung von Abtreibung hat bis heute zu einer Milliarde Abtreibungen weltweit geführt. Kaum hört man von Vätern, die sich für das Leben ungeborener Kinder einsetzen und einer Abtreibungsmaschinerie ins Räderwerk fallen. Die Abschaffung des Patriarchats sieht auch keinen Platz mehr für die geistige Verantwortung und Leiterschaft von Vätern vor, so wie sie die Bibel den Männern auferlegt. Wo Gott der Vater als Schöpfer abgelehnt wird, da schwindet auch die Bedeutung von Männlichkeit. Als Liebhaber, Samenspender und Mitarbeiter im Haushalt mag es noch einen Platz für sie geben, aber nicht im Rahmen einer Schöpfungsordnung. So erleben wir seit der 68. Bewegung eine Neuauflage des Sozialismus, dem Neo-Marxismus, der sich jetzt nicht mehr an die Arbeiter wendet, sondern an eine revolutionäre Jugend, in der Gefühle und Drogen ein Gegengewicht zum gescheitertem Rationalismus der Vergangenheit darstellen. Ein Rationalismus, der sich von Gott losgesagt hatte, und der zwei Weltkriege hinter sich her zog, konnte keine Zukunftsgrundlage mehr bieten. Aber statt der Rückkehr in die liebenden Arme eines Gottes, der sich als Vater in Seinem Sohn Jesus Christus offenbart hatte, setzte die Neue Linke den Atheismus mit seinem Vaterhass weiter fort. Das die "sexuelle Befreiung" schließlich auch die Auflösung von Familie, massenhafte Abtreibung und die Vermarktung der Frau nach sich zog, ist nur nachvollziehbar. Wo Vaterschaft nicht mehr stattfindet und junge Männer ewig auf der Suche nach väterlicher Anerkennung und männlicher Identität sind, da führt dieser Mangel zwangsläufig in Mangelerscheinungen und Ersatzbefriedigungen. Sei es in die Sucht nach Anerkennung im Beruf, sei es in wechselnde Beziehungen zu Frauen oder eine Anerkennung und Liebe durch andere Männern. Wir ahnen, dass Männer, die auf der Suche nach wahrer Freundschaft sind, zwangsläufig in den Dunstkreis von Homosexualität geraten. Während es noch in südlichen und fernöstlichen Ländern ganz normal ist, wenn Freunde sich umarmen und körperlichen Kontakt suchen, so scheuen Männern im Westen diese Nähe. Und unter Christen? Sind nicht auch christliche Männer von dieser Verunsicherung betroffen? Oder trägt jeder den Jünger Johannes im Herzen, der Lieblingsjünger Jesu hatte scheinbar kein Problem damit, an der Brust seines HERRN zu liegen. Männerfreundschaft pur, könnte man sagen. Kaum jemand schien daran in den letzten zweitausend Jahren Anstoß zu nehmen, die Bibel blieb da eindeutig: Joh 13/23 Einer von seinen Jüngern, den Jesus liebte, lag zu Tisch an der Brust Jesu. Damals im Judentum, zu Jesu Zeiten war es undenkbar, dass Männer eine erotische Beziehung eingingen, wie im römischen Reich drumherum. Mose hatte praktizierte Homosexualität nach Gottes Willen mit Todesstrafe belegt, aber das war nicht der eigentliche Grund, warum junge Männer ungehemmt ihre Freundschaft zeigen konnten und sich sicher gegenüber anderen Absichten waren. Während es in der Öffentlichkeit nicht toleriert war, wenn sich Frauen und Männer, verheirate oder nicht, nahe kamen, sich berührten oder gar küssten, war es bei Männern ganz anders. Es gab keine sexuelle Zweideutigkeit, Männer konnten sich Freundschaften hingegen, so wie sie es an ihren eigenen Väter beobachtet hatten. Freundschaften, die einander stützten, beistanden und oftmals auch im Glauben stärkten. Heute erleben wir im Westen eine massive Verunsicherung, die bis in Gemeinden hinein reicht. Wer würde sich an der Brust eines Pastors oder Ältesten wohl wühlen? Und doch müssen Männer sich körperlich spüren, um Nähe und Sympathie auszudrücken. Was allenfalls noch im Fußball frei von Diffamierung ist, scheint in anderen Lebensbereichen kaum mehr Ausdruck zu finden. Die Freundschaft zum eigenen Geschlecht basierend auf einer gesunden Vaterbeziehung. Mit dem Verlust von Vaterschaft geraten auch Männerfreundschaften ins Zwielicht. Kann ein Mann sich seiner Gefühle gegenüber Geschlechtsgenossen sicher sein? Schlummert nicht in jedem der Ödipuskomplex, der Hass auf den eigenen Vater? Im Herzen tragen viele Männer heute den tiefen Wunsch nach einem lieben Vater wie eine offene Wunde mit sich. Nur ein Mann kann dieses Vakuum füllen, wenn es heißt, "du bist mein geliebter Sohn." Wie groß mag dieses Verlangen unter jungen Männern sein, wie groß ist die Vatersuche auch unter jungen Frauen? Wenn ein junges Mädchen von ihrem Vater hören muss, du bist meine geliebte Tochter, meine Prinzessin, mein Augenstern... Wer sich heute als Familienvater engagieren will, stößt zwangsläufig auf eine von Müttern und Frauen dominierte Familienpolitik, in der väterliche Verantwortung kaum mehr vorstellbar zu sein scheint. Ganz zum Leid vieler Frauen und Kinder, die in Zeiten der Orientierungslosigkeit und des gesellschaftlichen Zerbruchs nach einem männlichen Beistand verlangen. Wenn wir uns also hier auf die Suche nach dem Vaterbild Gottes machen, gilt es zunächst einmal zu überprüfen, welche Vatererfahrung wir selbst in der Jugend erlebt haben. Es gilt aber auch klar zu erkennen, wo überall väterliche Verantwortung fehlt, sei es in der Familie, im Betrieb, in der Gemeinde oder der Politik. Fragen wir mal in unserem Umfeld nach Menschen, die eine positive Vaterbeziehung erlebt haben, eine Vaterschaft, wie sie sich im Begründer westlicher Kultur offenbart hat, Jesus Christus. 1.Tim 1/17 Dem König der Zeitalter aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Joh 1/18 Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt. 1.Tim 6/16 der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen. Der heilige, unnahbare, ewige Gott wird durch Seinen Sohn Jesus Christus für Menschen sichtbar und kommt uns entgegen. Nicht dass irgendein Mensch zu Gott kommen könnte, eine unüberwindliche Kluft trennt den Menschen von der Heiligkeit Gottes. Seit der Ursünde, dem Sündenfall, ist der Mensch in Vergänglichkeit gestoßen, lebt in Sünde (Gottesferne) und häuft unablässig immer weitere Sünden auf sich. Während noch Adam und Eva im Paradies direkten Umgang mit ihrem Schöpfer hatten, wohnt ER nun zurückgezogen von der Menschheit in einem unzugänglichen Lichte . Jeder Versuch, in die Gegenwart Gottes zu kommen, würde mit dem Tod enden. Die Unreinheit des Menschen verträgt sich nicht mit der Heiligkeit Gottes, so wie Feuer sich nicht mit Wasser vermischen lässt. Es braucht einen Mittler zwischen Gott und Mensch. Das Bemühen der Religionen durch Opfer und gute Taten zurück in den Himmel zu gelangen ist vergeblich. Obwohl die Vorfahren sich noch an einen Schöpfergott und die Sintflut erinner konnten, ist dieses Wissen im Laufe der Jahrtausende verloren gegangen und man hat sich eigene Götter gemacht. Die Menschheit wäre am Ende, wie auch das auserwählte Volk Gottes verloren gegangen ist. In Hos 1/9 befiehlt Gott dem Propheten Hosea (787-756 v.Chr) seinen Sohn Lo Ammi zu nennen, übersetzt: nicht mein Volk : . 9 Und er sprach: Nenne ihn Lo-Ammi; denn ihr seid nicht mein Volk, so will ich auch nicht der Eure sein. Der Kontakt zwischen Gott und Menschheit war zu diesem Zeitpunkt abgebrochen, die Heilgeschichte seit Abraham und dem Auszug aus Ägypten beendet. Es gab kein Volk Gottes mehr, dem sich Gott zuwenden und offenbaren konnte. Für Israel sollte es nach dem Propheten Maleachi (4./5. Jahrhundert. v.Chr) keinen Boten mehr geben. Aber der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs hatte Verheißungen gegeben, die auf einen Messias hindeuteten, einen Gesalbten Gottes, der einmal die ganze Welt von ihren Sünden erlösen würde. So sandte Gott Seinen einzigen Sohn im Jahre -1 v.Chr. (Jahr 0 der Zeitrechnung) zur Erde und ließ ihn als Mensch geborgen werden. Die Liebe des Vaters war von Anbeginn der Schöpfung so groß, dass ER schon im Voraus einen Plan hatte, um die verlorene Menschen, trotz ihres Abfalls, zu retten. Die Evangelien berichten davon und es ist Jesus Christus selbst, der sich immer wieder als wahrer Gott und wahrer Mensch auf Seinen Vater beruft. Sein Auftrag ist es, die Menschheit aus den Händen Satans zu reißen und zurück zum Vater zu führen. Wenn wir uns also auf die Suche nach Gott dem Vater machen, müssen wir schauen, was Sein Sohn über IHN offenbart hat, ja Jesus genau betrachten, seine Beziehung zu Seinem Vater studieren: Joh 14/9 Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater? Die Liebe des Vaters 1.Mos 22/9 Und sie kamen an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Und Abraham baute dort den Altar und schichtete das Holz auf. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz. 10 Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. 11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Und er sagte: Hier bin ich! 12 Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Jungen, und tu ihm nichts! Denn nun habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest, da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast. Es gibt kaum einen anderen Bericht, der das Herz des Vaters so offenbart wie diese Geschichte Abrahams. Den Schmerz, den ein Vater empfindet, wenn er den einzigen Sohn hergibt, scheint hier durch: Wegen der Treue zu seinem Schöpfer ist Abraham bereit, sein Liebstes, seine ganze Hoffnung auf Fortbestand seines Samens zu opfern. Wegen der Untreue der ganzen Menschheit ist Gott bereit, seinen einzigen Sohn, zu opfern. An der Treue Abrahams (Vater vieler) bekommen wir eine Vorstellung von der Liebe Gottes, der Seinen einzigen Sohn dann wirklich, an gleichem Ort geopfert hat. Auf dem Felsen von Golgatha zeigt sich die vollkommene, überwältigende Liebe des Vaters. An der Geschichte Abrahams soll nur sichtbar werden, was Gott selbst dann 2000 Jahre später in die Tat umsetzten sollte. Das reine Opfer Für einen unsterblichen Gott ist es unmöglich, sich selbst als Opfer für andere darzubringen. Aber der menschgewordene Sohn Gottes, konnte Sein Leben hingeben. So wie die Opfertiere im Alten Testament fehlerfrei sein mussten, so musste auch das einmalige Opfer Jesus das reiste Opfer sein, frei von Befleckung, durch Sünde. Ein Opfer, durch das alle anderen Opfer überflüssig wurden. So heißt es, dass das Opfer Jesu am Kreuz: einmalig (Jesus muss nicht irgendwann noch mal ans Kreuz, Sünden zu allen Zeiten sind eingeschlossen.) allumfassend (jede Sünde kann vergeben werden.) allgemeingültig (gilt für jeden Menschen, der sich zu Jesus bekehrt.) Das vergossene Blut von Golgatha ist bildlich gesehen der Schutzanzug für uns Menschen, der uns vor dem Zorn Gottes schützt. Wenn wir als bekehrte Christen vor unserem Schöpfer stehen, dann kann und will Gott an uns nichts anderes sehen als das Blut Seines geliebten Sohnes. Die Liebe des Sohnes Joh 15/13 Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde. Gott Vater im Alten Testament In der rabbinischen Literatur, den begleitenden Gebetsbüchern und Texten zur Torrah (Pentateuch) und den Büchern der Propheten wurde auf den dreifaltigen Gott hingewiesen. Jes 63/16 Denn du bist unser Vater. Die Vorstellung von Gott dem Vater bot sich hier also schon an, obwohl es undenkbar war, von ABBA zu sprechen. Der vertraute Papa als Anrede im Gebet, so wie es uns Jesus lehrt, war für die Juden des Alten Testaments nicht vorstellbar. Aber die alten Rabbiner erkannten, dass der erhoffte Messias nicht nur Mensch, sondern auch Gott sein musste. Schon in den Propheten ist immer wieder die Rede, dass Sein Volk, das Volk der Juden, IHN als Vater kennenlernen soll, doch sie hatten es nicht verstanden. Weitere Bibelstellen, aus denen hervorgeht, dass schon das alte Judentum von Gott dem Vater eine Vorstellung hatte. Väterlich vergebende Treue (Spr 3,12; 2 Sam 7,14 u.ö.); väterlicher Rechtsbeistand (Ps 68,6) männliche Fürsorge (Dtn 1,31; 8,5; Mal 3,17). (Annette Böckler 2003) Zur Zeit Jesu auf Erden gab es die Pharisäer und Schriftgelehrten, die dem jüdischen Volk vorstanden. Sie hatten sich zwar die Reinheit der überlieferten Schrift und des Glaubens vorgenommen, kannten aber immer wieder selbst ihre Bibel nicht. So beriefen sie sich auf Abraham als ihren Vater, was erst einmal vom Erbgut richtig sein mag. Überdies verstanden sie aber nicht, dass der Schöpfer des Himmels und der Erde ihr himmlischer Vater ist. Wenn Jesus sich mit Seinem Vater in Verbindung brachte, ärgerten sie sich darüber, weil sie Gott den Vater in den Schriften nicht erkannten, aufgrund ihrer Sünde und Blindheit. Aber Jesus war vom Vater gesandt... .... denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist. Luk 19/10 Der Vater sendet seinen Sohn, um die heimzuholen, die verloren ist. Damit waren auch die Pharisäer und Schriftgelehrten gemeint. Auch heute gibt es viele 'Theologen, Pastoren und Prediger, zu denen Jesus kommt, um genau diesen Auftrag zu erfüllen. Nach Vorträgen von Bayless Conley, in leicht redigierter Fassung. Jesus ist da zu Hause, wo das Haus seines Vaters ist. Luk 2/49 Und er sprach zu ihnen: Was ⟨ist der Grund dafür⟩, dass ihr mich gesucht habt? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist? 50 Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen redete. Schon als 12-Jähriger kennt Jesus das Haus seines Vaters, zu dem es ihn hinzieht. Nicht sein Stiefvater Josef ist hier gemeint, sondern der, von dem er ausgegangen ist und zu dem er einmal zurückkehren wird. Luk 3/21 Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und Jesus getauft war und betete, dass der Himmel geöffnet wurde 22 und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. Nach dem Sündenfall vergaßen die Menschen ihren Schöpfergott immer mehr. Verfolgt man aber den Stammbaum von Jesus zurück, so führt er über Adam zu Gott. Adam war ein Sohn Gottes, weil Gott ihn selbst erschaffen hatte. Verfolgt man den Stammbaum von Jesus zurück, so führt er zu Adam, dem leiblichen Vater aller Menschenkinder. Und doch heißt es, dass Jesus frei von Sünde war. Die Erbsünde, die stets vom Vater auf den Sohn übertragen wird, und nicht von der Mutter, konnte Jesus nicht erreichen, weil Josef (sein Stiefvater) nicht sein leiblicher Vater ist. Jesus zieht es also zu seinem himmlischen Vater, der IHN auch gezeugt hat. Apo 13/33 Die Pharisäer und Schriftgelehrten beriefen sich auf Abraham als ihren Vater. Wenn Jesus sich mit dem himmlischen Vater in Verbindung brachte, ärgerten sie sich darüber. Aber Jesus war vom Vater gesandt... 10 denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist. Luk 19/10 Bekehrung als Rückkehr zum Vater Joh 20/17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Maria erkannte den Auferstanden Christus als ihren HERRN aber Jesus war bisher nicht in den himmlischen Tempel aufgestiegen, um dort sein Blutopfer darzubringen. Daher sollte sie IHN nicht anrühren. Kurz darauf erschien Jesus seinen Jüngern, die IHN berühren durften. Maria-Magdalena kommt ihrem Auftrag nach und berichtet den Jüngern: Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott! Mit Bekehrung und Empfangen des Heiligen Geistes erhalten wir die Fähigkeit, Gott als Vater zu erkennen und zu IHM zurückzukehren. Drei Jahre hatten die Jünger immer wieder Jesus vom Vater reden hören, beispielsweise, dass ER von sich aus nichts tun konnte, sondern nur das tat, was ER den Vater hat tun sehen. Und nun kommt Maria-Magdalena zu den Jüngern und berichtet, was Jesus ihr gesagt hat: I ch fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott! Jesus möchte, dass wir auch dieses ständige Bewusstsein für die Gegenwart, Fürsorge und das Wesen des Vaters haben. Der heilige, unnahbare, ewige Gott wird durch Seinen Sohn Jesus Christus für Menschen sichtbar und kommt uns entgegen. Nicht dass irgendein Mensch zu Gott kommen könnte, eine unüberwindliche Kluft trennt auf ewig den Menschen von der Heiligkeit Gottes. Seit der Ursünde, dem Sündenfall, ist der Mensch in Vergänglichkeit gestoßen, lebt in Sünde (Gottesferne) und häuft unablässig immer weitere Sünden auf sich. Das Bemühen der Religionen durch Opfer und gute Taten wieder zurück zu Gott zu kommen ist vergeblich. Die Menschheit wäre verloren gegangen, wie auch das auserwählte Volk verloren gegangen war, als Gott es wegen seiner Untreue verstoßen hatte. In Hos 1/9 befiehlt Gott dem Propheten Hosea (787-756 v.Ch r ) seinen Sohn Lo Ammi zu nennen, übersetzt: nicht mein Volk: . 9 Und er sprach: Nenne ihn Lo-Ammi; denn ihr seid nicht mein Volk, so will ich auch nicht der Eure sein. Der Kontakt zwischen Gott und Mensch war zu diesem Zeitpunkt abgebrochen, die Heilgeschichte seit Abraham und dem Auszug aus Ägypten beendet. Es gab kein auserwähltes Volk mehr, dem sich Gott zuwenden und offenbaren sollte. Für Israel sollte es nach dem Propheten Maleachi (4./5. Jahrhundert. v.Ch r) keinen Boten Gottes mehr geben. Aber der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs hatte Verheißungen Heilsgeschichte durch einen angekündigten Messias (Gesalbten) hindeuteten. So sandte Gott Seinen einzigen Sohn im Jahre -1 (1 v. Chr.) zur Erde und ließ ihn als Mensch geborgen werden. Die Liebe des Vaters war von Anbeginn der Schöpfung vor über 6000 Jahren so groß, dass ER schon im Voraus einen Plan hatte, um die verlorene Menschen, trotz ihres Abfalls, zu retten. Die Evangelien berichten davon und es ist Jesus Christus selbst, der sich immer wieder als wahrer Gott und wahrer Mensch auf Seinen Vater beruft. Sein Auftrag ist es, die Menschheit aus den Händen Satans zu reißen und zurück zum Vater zu bringen. Wenn wir uns also auf die Suche nach Gott dem Vater machen, müssen wir schauen, was Sein Sohn über IHN offenbart hat, ja Jesus genau betrachten, seine Beziehung zu Seinem Vater studieren: Joh 14/9: Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater? "Ich kenne so einen Vater nicht, mein Vater war nie da." Es geht nicht darum, eine biblische Aussage zu begreifen, sondern ein Geschenk, dass der Heilige Geist Dir machen möchte. Bleibe also offen, denn in Ps 68/6 steht: Ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung. Du magst keinen oder einen schlechten Vater gehabt haben, hier aber kannst Du den perfekten Vater kennenlernen. Wer von Neuem geboren ist, hat einen Vater im Himmel. Gott will sich mir offenbaren Wie und auf welche Art und Weise sich Gott einem Menschen offenbart, hängt davon ab, was wir brauchen. Sein Vatersein hängt davon ab, an welcher Stelle wir stehen: Jak 1/16 Irret euch nicht, meine geliebten Brüder! 17 Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. Gott der Vater verändert sich nie. In Seiner Vollkommenheit gibt es nicht die kleinste Unsicherheit oder Abweichung. Viele Menschen denken bei Gott an einen strengen Vater, der nur auf Sünden lauert, um sie zu bestrafen. Sie denken, dass Gott etwas Schlimmes geschehen lässt, sobald sie versagen. Sicherlich ist es richtig, dass Gott seine Kinder erzieht, aber immer mit einem Ziel. Alles, was Gott tut, ist auf die Ewigkeit gerichtet. Gott greift in unser Leben ein, damit wir nicht verloren gehen, sondern am Ende unseres Lebens bei IHM ankommen. Das mag zuweilen wie Strafe aussehen, entspringt aber aus väterlicher Liebe, auch wenn wir es nicht immer sofort verstehen: Heb 12/6 Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt. Gott ist gut Ps 145/9 Der HERR ist gut gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke . Unterschiedslos ist Gott gut zu allen Menschen, in der Hoffnung, dass sie IHN erkennen und gerettet werden. Bei den Unbeugsamen ist ER langsam zum Zorn und wartet, bis zum Tag Seiner Gerechtigkeit. Matth 7/9 Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bittet, ihm einen Stein geben wird? 10 Und wenn er um einen Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange geben? 11 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten! Von oben kommen Gnadengaben und vollkommene Geschenke. Obwohl wir nichts durch eigene Werke verdient haben, ist ER dennoch treu und gerecht , wenn wir unsere Sünden bekennen. ER vergibt uns nicht nur all unsere Schuld, sondern wir empfangen aus Seiner gnädigen Hand: Die Gabe des Heilige Geistes, Luk 11/13 ...wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel ⟨gibt⟩, ⟨den⟩ Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Die Gabe des Heiligen Geistes gilt euch und euren Kindern und allen, die der Heilige Geist hinzurufen wird. (Apo 2/36). Damit ist eine zeitliche und räumliche Dimension gemeint. Auch nach 2000 Jahren, kann ich noch den Heiligen Geist empfangen, an jedem Ort der Welt. Gott vergibt und heilt. Ps 103 Preise den HERRN, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen! 2 Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten! 3 Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten. 4 Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen. Ps 86/5 Denn du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit, groß an Gnade gegen alle, die dich anrufen. Am Beispiel von Petrus sehen wir, dass Jesus ihm immer wieder seine Zweifel und Untreue vergibt. Wer aus Schwäche sündigt, dem kann vergeben werden. Wehe aber denen, die im vollem Bewusstsein sündige. Gott schenkt uns Frieden. Phi 1/2 Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Das griechische Wort von Frieden bedeutet, etwas zusammenzufügen, was verletzt oder auseinandergerissen ist. Durch Jesus ist unsere Beziehung zu Gott wieder zusammengefügt worden, unter der Sünde war sie verletzt. Aber das 'Wort Frieden bedeutet auch Ruhe, Gelassenheit und innerem Frieden. Im Hebräischen bedeutet Frieden etwas Inneres und etwas Äußeres. Es kann mit Reichtum übersetzt werden, einen Segen, der auch zu innerem Frieden beiträgt. Aber auch äußere, materielle Dinge können dazu beitragen, inneren Frieden zu haben. Phi 4/ 6 Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; 7 und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. Hier wird nicht nur darauf hingewiesen, dass der Friede Gottes kaum eine rationale Begründung braucht und nicht begriffen werden kann. Wir haben es mit einem inneren Frieden zu tun, der sich auch trotz Not und Krankheit einstellt. Es wird hier auch nicht gesagt, dass Gott alle Gebete erhört. Vielmehr geht es darum, vor Gott durch Gebet und Flehen mit Danksagung seine Ängste und Sorgen auszubreiten. Schon dies allein kann Frieden geben. Frieden in der Gewissheit, dass Gott etwas tun wird. Hier geht es nicht um eine Art von Psychotherapie oder Selbsterlösung, hier geht es darum, Gott zu vertrauen. Gott korregiert Spr 3/11 Die Zucht des HERRN, mein Sohn, verwirf nicht, und lass dich nicht verdrießen seine Mahnung! 12 Denn wen der HERR liebt, den züchtigt er wie ein Vater den Sohn, den er gern hat. Gott setzt uns Grenzen, die wir nicht unbedingt verstehen. Aber ER tut alles, um uns am Ende in Seiner Arme schließen zu können. ER korrigiert unser Reden, unsere Motive, unsere Lebensweisen und unser Verhalten. Und es ist gut für uns, von Gott durchs Leben geleitet zu werden. Ps 94/ 12 Glücklich der Mann, den du züchtigst, Jah, (Jahwe) den du belehrst aus deinem Gesetz... Gott lässt Katastrophen in unserem Leben zu, um uns in Seinem Wort zu lehren. Joh 15/1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. 2 Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringt. Gott möchte, dass wir mit unserem Verhalten in Seinem Reich gute Werke hervorbringen. In Familie, Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde sollen wir ein Zeugnis Gottes sein und Menschen zum Glauben führen. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Christen sind durch das Wort beschnitten, durch die Gebote und Lehren der Propheten und Apostel. Halten wir uns an diese Beschneidung, wird uns der Vater nicht wegnehmen, uns in Feuer werfen. Wenn wir uns Gott unterordnen und unser Leben ändern, werden wir immer mehr in Jesu Ebenbild verwandelt. Verweigern wir uns Gottes Korrektur, verpassen wir unter Umständen eine Menge Segen, die Gott über unser Leben ausgießen möchte. Verweigern wir uns hartnäckig, in dem wir Gottes Korrektur ablehnen und bewusst dagegen an leben, stellt sich die Frage, ob jemand überhaupt jemals sich wahrhaft bekehrt und Kind Gottes geworden ist. Joh 6/33 Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. Bevor wir unseren eigenen Interessen nachgehen, gilt es nach Gottes Rat zu fragen und zu schauen, welche Dinge ER in unserem Leben vorbereitet hat. Gott gibt Heilsgewissheit, Joh 10/27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; 28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. 29 Mein Vater, der ⟨sie⟩ mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann ⟨sie⟩ aus der Hand ⟨meines⟩ Vaters rauben. 30 Ich und der Vater sind eins. Jesus und die Person des Vaters sind eins. Obwohl von zwei Personen die Rede ist, sind die Eretteten in einer Hand sicher. Wer in dieser Hand sich befindet, den kann der Teufel nicht mehr herausreißen. Jud 1/24 Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seine Herrlichkeit tadellos mit Jubel hinzustellen vermag,... Der Vater hält Dich in seiner Hand und Dir fällt alle Ehre zu, die Jesus Christus für Dich erworben hat. Aber... dazu musst Du Sein Kind sein. Gott möchte, dass Menschen, die IHN bisher nicht kennen, Sein Kind werden. Ein einfaches Gebet, das wir Menschen geben können: "Gott, ich komme zu Dir. Ich brauche Deine Vergebung, rette mich. Ich glaube an Deinen Sohn Jesus Christus. Ich glaube, dass ER für mich gestorben und von den Toten auferstanden ist. HERR Jesus wasch mich rein. Ich setze mein Vertrauen auf Dich und lade Dich in mein Leben ein. Ich gebe Dir mein Herz und vertraue Dir ganz und gar. In Deinem Namen bete ich, Amen!" Um das Geschenk der Gnade empfangen zu können, braucht es drei Voraussetzungen: Gehorsam sein , J es 1/ 19 Wenn ihr willig seid und hört, sollt ihr das Gute des Landes essen. Wenn der Vater dich korrigieren will, tue es. Es ist nicht schön beschnitten zu werden, aber es ist zu meinem besten. Den Herr suchen , Ps 34/10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn keinen Mangel haben die, die ihn fürchten. Heb 11/6 Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ⟨ihm⟩ wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird. Wer noch keine Beziehung zu Gott hat, kann mit einem ganz einfachen Rufen nach IHM beginnen: "Hallo Gott, ich rufe Dich, wo bist Du...? Man muss es nicht komplizierter machen, als es ist. Wenn wir uns IHM nähern, dann nähert ER sich uns, so steht es in der Bibel. Den HERRN bitten. Luk 11/13 ... wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Obwohl es heißt, dass der Sohn und der Vater eins sind und dass wir nur zum Vater kommen, durch Jesus Christus, Seinen Sohn, lohnt es sich, mit Gott dem Vater vertraut zu machen. Vieles, was wir auf dieser Welt vermissen und vielleicht auch oftmals vom eigenen Vater nicht bekommen haben, dass kann der himmlische Vater ausfüllen und geben. Und noch viel mehr, denn unser Vater im Himmel ist der Ursprung allen Lebens, der jede einzelne Kreatur kennt, erdacht und gemacht hat. 'Ein Vater, der Seinen einzigen Sohn geopfert hat, damit alle, die an IHN glauben, gerettet werden. Eine unermessliche Liebe offenbart sich hier, die es gilt zu erfahren und für sich in Anspruch zu nehmen. Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt.1.Tim 6/16 der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.Der heilige, unnahbare, ewige Gott wird durch Seinen Sohn Jesus Christus für Menschen sichtbar und kommt uns entgegen. Nicht dass irgendein Mensch zu Gott kommen könnte, eine unüberwindliche Kluft trennt auf ewig den Menschen von der Heiligkeit Gottes. Seit der Ursünde, dem Sündenfall, ist der Mensch in Vergänglichkeit gestoßen, lebt in Sünde (Gottesferne) und häuft unablässig immer weitere Sünden auf sich. Das Bemühen der Religionen durch Opfer und gute Taten wieder zurück zu Gott zu kommen ist vergeblich. Die Menschheit wäre verloren gegangen, wie auch das auserwählte Volk verloren gegangen war, als Gott es wegen seiner Untreue verstoßen hatte. In Hos 1/9 befiehlt Gott dem Propheten Hosea (787-756 v.Chr) seinen Sohn Lo Ammi zu nennen, übersetzt: nicht mein Volk: . 9 Und er sprach: Nenne ihn Lo-Ammi; denn ihr seid nicht mein Volk, so will ich auch nicht der Eure sein.Der Kontakt zwischen Gott und Mensch war zu diesem Zeitpunkt abgebrochen, die Heilgeschichte seit Abraham und dem Auszug aus Ägypten beendet. Es gab kein auserwähltes Volk mehr, dem sich Gott zuwenden und offenbaren sollte. Für Israel sollte es nach dem Propheten Maleachi (4./5. Jahrhundert. v.Chr) keinen Boten Gottes mehr geben. Aber der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs hatte Verheißungen Heilsgeschichte durch einen angekündigten Messias (Gesalbten) hindeuteten. So sandte Gott Seinen einzigen Sohn im Jahre -1 (1 v. Chr.) zur Erde und ließ ihn als Mensch geborgen werden. Die Liebe des Vaters war von Anbeginn der Schöpfung vor über 6000 Jahren so groß, dass ER schon im Voraus einen Plan hatte, um die verlorene Menschen, trotz ihres Abfalls, zu retten. Die Evangelien berichten davon und es ist Jesus Christus selbst, der sich immer wieder als wahrer Gott und wahrer Mensch auf Seinen Vater beruft. Sein Auftrag ist es, die Menschheit aus den Händen Satans zu reißen und zurück zum Vater zu bringen. Wenn wir uns also auf die Suche nach Gott dem Vater machen, müssen wir schauen, was Sein Sohn über IHN offenbart hat, ja Jesus genau betrachten, seine Beziehung zu Seinem Vater studieren: Joh 14/9: Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?Jesus ist da zuhause, wo sein Vater ist.Luk 2/49 Und er sprach zu ihnen: Was ⟨ist der Grund dafür⟩, dass ihr mich gesucht habt? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist? 50 Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen redete. Schon als 12-Jähriger kennt Jesus das Haus seines Vaters, zu dem es ihn hinzieht. Nicht sein Stiefvater Josef ist hier gemeint, sondern der, von dem er ausgegangen ist und zu dem er einmal zurückkehren wird.Luk 3/21 Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und Jesus getauft war und betete, dass der Himmel geöffnet wurde 22 und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.Von Adam an, der ein Sohn Gottes war, kannten die Menschen, durch den Sündenfall, Gott als Vater nicht mehr. Verfolgt man den Stammbaum von Jesus (als Mensch) zurück, so führt er über Adam zu Gott. Und doch heißt es, dass Jesus frei von Sünde war. Die Erbsünde, die stets vom Vater auf den Sohn übertragen wird, und nicht von der Mutter, konnte Jesus nicht erreichen, weil Josef nicht sein leiblicher Vater ist.Gott Vater im Alten TestamentSchon in den Propheten ist immer wieder die Rede, dass Sein Volk Ihn als Vater kennenlernen soll, doch sie haben es nicht verstanden.Väterlich vergebende Treue (Spr 3,12; 2 Sam 7,14 u.ö.); väterlicher Rechtsbeistand (Ps 68,6 männliche Fürsorge (Dtn 1,31; 8,5; Mal 3,17).Die Pharisäer und Schriftgelehrten beriefen sich auf Abraham als ihren Vater. Wenn Jesus sich mit dem himmlischen Vater in Verbindung brachte, ärgerten sie sich darüber. Aber Jesus war vom Vater gesandt um:10 denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist. Luk 19/10Der Vater sendet seinen Sohn, um die heimzuholen, die verloren gegangen sind. Bekehrung als Rückkehr zum Vater Joh 20/17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Maria erkannte den Auferstanden Christus als ihren HERRN aber Jesus war bisher nicht in den himmlischen Tempel aufgestiegen, um dort sein Blutopfer darzubringen. Daher sollte sie IHN nicht anrühren. Kurz darauf erschien Jesus seinen Jüngern, die IHN berühren durften. Maria-Magdalena kommt ihrem Auftrag nach und berichtet den Jüngern: Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott! Mit Bekehrung und Empfangen des Heiligen Geistes erhalten wir die Fähigkeit, Gott als Vater zu erkennen und zu IHM zurückzukehren. e hatten die Jünger Foto: Ante Hamersmit, Casey Horner
- Das Hohelied Teil I
Das Hohelied ist wohl das ungewöhnlichste Buch der Bibel neben der Offenbarung des Johannes. Der Titel bedeutet so viel wie das Lied der Lieder von allen etwa tausend Liedern, die Salomo geschrieben hat. Scheinbar geht es hier nur um die Liebesgeschichte zwischen dem damals größten König Salomo und Sulamith, einer Tochter aus wohlhabenden Hause. Beide Namen bedeuten Frieden. Ungewöhnlich aus heutiger Sicht ist auch, dass es hier nicht um Verliebtsein vor der Ehe geht, sondern um frisch Verheiratete. Nach der jüdischen Tradition wird auch nach der Eheschließung von Braut und Bräutigam gesprochen. Ehe, in der Lust und Freundschaft immer stärker werden und wachsen, ist von Gott einmal so erdacht. Eine Beziehung, die ein ganzes Leben hält. Salomo selbst hat das Buch verfasst und dokumentiert darin die Beziehung zwischen seiner Geliebten und sich auf vielfältige Art und Weise. Ein Buch, das, wie andere Bücher Salomos, als von Gott inspiriert anerkannt wurde. Gott selbst hat hier die Feder des Autors geführt. Insofern haben wir es beim Hohelied mit verschiedenen Bedeutungsebenen zu tun. Das Hohelied steht für die geschichtliche Beziehung von König Salomo und seiner Frau Sulamith von vor 3000 Jahren. Das Hohelied steht für die Ehe nach Gottes Plan, für uns heute und zu jeder Zeit. Die Schönheit der Ehe und der Sexualität, die Beziehung von Mann und Frau, im Hohelied sind es die jung Verheirateten, die ein Fleisch geworden sind. Das Hohelied steht auch für den Messias als Bräutigam und die Geschichte Israels als Braut in der Endzeit. In Punkt 3 geht es nicht in erster Linie um die Gemeinde, wie sie sich zu Pfingsten im Jahre 32n.Chr. durch das Wirken des Heiligen Geistes in Jerusalem begründet hat. Sondern hier geht es vielmehr um die gläubigen Juden, wie sie es zu allen Zeiten gegeben hat und bis in der Endzeit geben wird. Es geht um die Geschichte Israels, ein Rückblick, aber auch ein Ausblick auf künftige Zeiten. oder auch die letzte Stunde, oder auch den Tag des HERRN genannt. Die Drangsalszeit, wenn die christliche Gemeinde entrückt sein wird, in die Wolken dem HERRN entgegen und Israel zurückbleibt, die (erste) Braut Gottes. Im Hohelied spiegelt sich die Liebe der Gemeinde zu Jesus Christus wider. Beschrieben in sinnlicher, körperlicher Intensität, wie sie nur zwischen Mann und Frau vorkommt. Das Hohelied ist durchzogen von zahlreichen Bildern, die die vielfältige Bedeutung der Abschnitte und Verse helfen zu begreifen. Oftmals sind es mehrere Bilder, die sich überlagern und es gilt, sie zu erforschen und zu erkennen. Salomo: Der Messias Sulamith: Israel, die Gemeinde Die Brüder Sulamiths, auch Söhne genannt: Die Propheten Israels. Weinberg: Die Nationen der Welt, die im Götzendienst leben und sich in der Endzeit bekehren. Die Hüter der Weinberge: Die Könige, die ins Tausend Jährige Reich eingehen werden. Mein (Salomos) Weinberg: Israel Die Inseln (Ijim) Europa Bewohnerin der Gärten: Sulamith ist da zu Hause, wo alles voll Lieblichkeit und Schönheit ist, würdig, gerecht und lieblich. Genossen, Freunde, die Freunde des Bräutigams, (Z.B. die Jünger Jesu) Garten: Die Frau Salomos Gazelle: die Herrliche, das Kommen Jesu in Macht und Herrlichkeit. Hirsch: Stark sein. Gold: steht für göttliche Heiligkeit, Reinheit, Herrlichkeit. Silber: steht für Erlösung und Geld Das Kettchen (um den Hals von Sulamith) steht für Wahrheit und Gerechtigkeit Die Pferde-Stute steht für die Erlösung aus dieser Welt und ist von ihr unabhängig, kann ganz diesem König Jesus angehören. 1 Silberschekel: Vier Tageslöhne Die Ehe Foto: Anil Xavier HL 1/9 Weißt du es nicht, du Schönste unter den Frauen, so geh hinaus auf die Spuren der Schafe und weide deine Zicklein bei den Zelten der Hirten. 9 Ich vergleiche dich, meine Freundin, einer Stute an den Wagen des Pharao. 10 Deine Wangen sind lieblich mit den Kettchen, dein Hals mit den Perlenschnüren. 11 Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit kleinen silbernen Kugeln. 12 Solange der König beim Mahle war, gab meine Narde ihren Duft. 13 Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen, das zwischen meinen Brüsten ruht. 14 Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen in den Weingärten von En-Gedi. 15 Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Tauben. 16 Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich. Unser Lager ist grün. 17 Zedern sind die Balken unsres Hauses, Zypressen unsre Wände. Die Taube ist ein Symbol für die Ehe, da Taubenpärchen in der Regel ein Leben lang zusammenbleiben. Treue beginnt mit den Augen: Er ist der Einzige, sie ist die Einzige. Die Stute, sie gehört zu den besten Pferde am Wagen des Pharao, an Schönheit nicht zu übertreffen. Schönheit, Kraft und Eleganz finden sich in diesem Pferd wieder. Durch das Zähmen soll der Wille eines Tieres nicht gebrochen werden, sondern es soll lernen, sich unterzuordnen. Unterordnung gegen die eigne (sündige) Natur, ist das Ziel einer jeden Bekehrung zum HERRN, denn nur Gott, der Schöpfer weiß, was wirklich gut für das Geschöpf ist. Siehe auch Phi 3: 15 Wir alle, die der Glaube an Christus zu geistlich reifen Menschen gemacht hat, wollen uns ganz auf dieses Ziel ausrichten ... es geht also um Treue, Mut, Nützlichkeit im Reich Gottes und Kampfwille. Mann und Frau -der Messias und Israel Wein, ein Bild irdischer Freuden. Liebe, mehr als irdische Freuden, sie reicht bis in die Ewigkeit. Wangen, Ort der Wertschätzung. Zypernblume, (Hennabusch). Die Blume steht für neues Leben nach dem Wintertod. Alles spricht im Frühling von Auferstehung. Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden und nicht ins Gericht kommen. Daher spricht er auf verschiedenen Art und Weisen zu Menschen, auch wenn sie noch nie etwas von der Bibel erfahren haben. Das Haupt der Frau ist der Mann. 1.Kor11/2 Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi. Die Gemeinde als keusche Jungfrau. Das Ja-Wort bei der Trauung ist auch ein Nein gegenüber allen anderen, die man schon kennengelernt hat und die man noch kennenlernt. Früher ging man „rein“ in die Ehe. Eine gute Basis, damit sich die Sexualität gesund entwickeln kann. Sulamith: Ich bin eine Narzisse von Scharon. Hl 2,2 Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Mädchen. Salomo spricht nicht nur von seiner Braut, von seiner Geliebten, sondern auch von seiner Freundin. Ein Hinweis darauf, dass sie auch gut in ihrem Denken und Wissen übereinstimmten. Mit Dornen bezeichnet er die Jungfrauen von Jerusalem, die sich schon vor der Ehe „verunreinigt“ haben, also mit Männern Sex hatten. Sulamith beschreibt ihren Mann: Er ist wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes. Eine Erfrischung, die Energie gibt. Ich habe mich mit Wonne in seinen Schatten gesetzt. Siehe dazu Psalm 36/8: Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! 9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. 10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Zeichen über mir. 5 Erquickt mich mit Traubenkuchen, labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe. 6 Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich. Der Wein ist ein Symbol der Freude und ein Symbol des Messias. Verliebtsein Eine starke Form des Verliebtseins ist wie eine Krankheit, die bis zu drei Jahren anhalten kann. Der Körper schüttet Dopamin aus, es ist ein sogenannter Botenstoff oder Neurotransmitter, der Signale zwischen den Nervenzellen weiterleitet. Es steuert sowohl emotionale und geistige als auch motorische Reaktionen. Insbesondere ist Dopamin als „Botenstoff des Glücks“ bekannt. Verliebte sprechen ständig miteinander, aber man muss auch schweigen können: Er ruht in seiner Liebe Unter Stress soll man sich zurückhalten und immer nur auf die positiven Seiten des Partners schauen. Erst nach der emotionalen Erregung sollten Probleme zur Sprache kommen. Oxytocin im Körper unterstützt feste Bindung an den Ehepartner. Es ist als Kuschelhormon, Bindungshormon und Mutter-Kind-Hormon bekannt. Neben weiteren Botenstoffen zählt Oxytocin zu den Glückshormonen, da es unser Wohlbefinden steigert. Oxytocin wirkt als Neurotransmitter direkt im Gehirn und löst ein positives Empfinden aus. Interessen miteinander teilen. Beide gehen in die Natur. Sulamith: Hl 8,10 Ich bin eine Mauer, und meine Brüste sind wie Türme. Da bin ich geworden in seinen Augen wie eine, die Frieden findet. Viele Frauen halten nach einem Mann Ausschau, bei dem sie Frieden finden und zur Ruhe kommen. Die Geborgenheit in der Ehe setzt voraus, zu wissen, worauf Mann und Frau sich einlassen und wo Beistand und Hilfe zu finden sind. Wenn Sulamith sich hier als Mauer bezeichnet, dann gibt sie zu verstehen, nicht billig zu haben zu sein, sondern „erobert“ werden will. Sie ist sich ihres Frauseins und ihres Wertes bewusst, wenn sie ihre Brüste als schwer einzunehmende Bastion betrachtet. Dabei gehen kluge Frauen davon aus, dass es nur einen, nur den einen in ihrem Leben gibt. So war es für die Nichtjüdin Ruth wichtiger, den Weg mit Gott zu gehen, als sich mit Ungläubigen einzulassen. Und so erkannte sie später in Boas ihren (gläubigen) Mann. Sie verbarg ihr Gesicht, als sie ihn das erste Mal sah. Damit brachte sie zum Ausdruck, dass sie für keinen anderen zu haben sei. Auch war der Umgang in jener Zeit zwischen den Geschlechtern eindeutig geordnet. Umgangsformen sollten Frauen und Männer davor schützen, sich ins Unglück zu stürzen und andere mit ihrem Verhalten zu beschämen. So ist es in gewissen Kulturen bis heute undenkbar, dass Mann und Frau sich in der Öffentlichkeit küssen, auch wenn sie verheiratet sind. Der Refrain des Hoheliedes Immer wieder ermahnt Sulamith ihre Geschlechtsgenossinnen: Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt, noch stört, bis es ihr selbst gefällt. HL3/5 Gazellen und Hinden (Hirsche) gelten als besonders scheue, sensible Tiere. Der Vergleich zielt darauf, dass die Sexualität nicht zu früh in Kindern geweckt werden soll. Sie soll in Ruhe reifen können und nicht künstlich „geweckt“ werden, wie es heute dennoch in der „sexuellen Früherziehung“ leider geschieht. Dabei wird das Schamgefühl der Kinder abgebaut und die Persönlichkeitsentwicklung gestört. Die Fähigkeit Grenzen zu ziehen und das natürliche Selbstwertgefühl werden hierbei schwer beschädigt. Junge Frauen werden somit herangezogen, die sich allzu leicht mit Männern einlassen und die Folgen nicht überblicken. Sulamith wird nicht müde, immer und immer wieder auf diese Gefahr hinzuweisen. Beispiel: Ruth und Boas werden ein Fleisch. 1Mo 2,24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch. Die Sexualität spielt in der Ehe eine große Rolle. Geschlechtsverkehr vor der Ehe gilt der Bibel nach als Hurerei, und zwar im körperlichen wie im seelischen Sinne. Um die reine Beziehung von Mann und Frau zu bewahren, sollte man jede Form von schmutzigen Worten vermeiden. Die Sprache vermeidet alles Rohe. Das Hohelied ist ein Gleichnis: Salomo ist darin Jesus und Sulamith Israel. Der gläubige Überrest Israels ist demnach die Braut, die Gemeinde aus dem Alten Testament. Bilder und Gleichnisse des Hoheliedes Der Mund des Messias Sulamith möchte von diesem Mund geküsst werden. Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn? Luk 4/22 Die Freuden und die Sehnsucht der Liebe Sulamith lädt ihre Freundinnen ein, ihre Freude an Salomo zu teilen. Die Vollkommenheit der Liebe Alles ist sauber, anmutig und schön ausgedrückt. Und ich ging an dir vorüber und sah dich an, und siehe, es war die Zeit, um dich zu werben. Da breitete ich meinen Mantel über dich und bedeckte deine Blöße. Und ich schwor dir’s und schloss mit dir einen Bund, spricht Gott der HERR, und du wurdest mein. (2Mo 19,5; Rut 3,9) Hier beschreibt Gott die Liebe zu seiner Braut, dem Volk Israel. Die Liebesbeziehung zwischen Gott und seinem Volk. Wer ist die, die heraufsteigt aus der Wüste wie eine Rauchsäule, wie der Duft von Myrrhe, Weihrauch und allerlei Gewürz des Krämers? 7 Siehe, um das Bett Salomos stehen sechzig Starke von den Starken in Israel. 8 Alle halten sie Schwerter und sind geübt im Kampf; ein jeder hat sein Schwert an der Hüfte gegen die Schrecken der Nacht. 9 Der König Salomo ließ sich eine Sänfte machen aus Holz vom Libanon. 10 Ihre Säulen machte er aus Silber, die Decke aus Gold, der Sitz purpurn; das Innere geziert mit Edelsteinen. Ihr Töchter Jerusalems, 11 kommt heraus und seht, ihr Töchter Zions, den König Salomo mit der Krone, mit der ihn seine Mutter gekrönt hat am Tage seiner Hochzeit, am Tage der Freude seines Herzens. HL 3 6-11 Sulamith (die Gemeinde) und Salomo, (König Jesus) kommen aus der Wüste nach Jerusalem. Eine Prophetie, die den Blick in die Endzeit öffnet: Phase 1 Nach der Entrückung der (christlichen) Gemeinde nach 1.Thess 4,17 werden sich zunächst 144000 aus allen Stämmen Israels zu Jesus bekehren und weltweit das Evangelium verkünden. Phase 2 Nach dreieinhalb Jahren, zu Beginn der Großen Drangsalszeit, wird ein Teil bekehrter Juden von Jerusalem aus in die Berge nach Moab fliehen, wo sie für die kommenden dreieinhalb Jahre versteckt und von Gott versorgt werden. Israel wird von seinen Feinden überrannt, andere Völker greifen in den Krieg ein. Zweidrittel des jüdischen Volkes kommen dabei um. Phase 3 Der Überrest der Juden aus Moab kehrt zurück (aus der Wüste) und beteiligt sich an den Kämpfen in Jerusalem. (Wer ist die (Gruppe), die heraufsteigt aus der Wüste wie eine Rauchsäule ...) Phase 4 Jesus kommt von Edom her auf den Ölberg zurück und wird die Gläubigen, die in Jerusalem ausgeharrt haben, herausholen. ER befreit seine Braut, die jüdische Gemeinde. Achte auf dich und die Lehre (der Bibel). Auch heute sind die Geschlechter konfrontiert mit einer Vielzahl falscher Vorbilder. Sie sind überfordert und sollen auf Irrwege geführt werden, beispielsweise durch die sozialen Medien, aber auch von Werbung, Film und Kunst. Bist du noch bei dir selbst mit dem, was du tust? Das „Hinschauen“ auf den HERRN bedeutet im Griechischem ein „Wegschauen“ von allem anderem. Rebekka verschleiert sich, als sie ihren zukünftigen Mann Isaak auf dem Feld arbeiten sieht. Ihr Ja zu ihm ist ein Nein zu allen anderen Männern. Siehe, meine Freundin, du bist schön! Siehe, schön bist du! HL6/4 Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, überwältigend wie die Bilder am Himmel. 5 Wende deine Augen von mir; denn sie verwirren mich. Kannst du als Mann deine Frau beschreiben? So klingt es bei Salomo: Deine Augen sind wie Tauben hinter deinem Schleier. Die Farbe des Gefieders der Taube schimmert wie eine Iris. Die Augenlider sind wie ein Schleier, der sich davor schiebt. An Wasserbächen, symbolisiert die natürliche Feuchtigkeit der Augen. Die in Milch baden, meint das Weiße in den Augen, wie eingefasste Steine, in den Augenhöhlen. Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die herabsteigen vom Gebirge Gilead. In wunderschöner Anmut sieht hier Salomo sich ihr Haar bewegen, wie Ziegen, die vom Berg herunterkommen. Im Gebirge von Gilead sind die Tiere schwarz, wie das Haar der Orientalen. Deine Zähne sind wie eine Herde geschorener Schafe, die aus der Schwemme kommen; Eben und wohlgeformt beschreibt jetzt Salomo die Zähne seiner Frau. Sie sind vom Speichel feucht und glänzen. ... alle haben sie Zwillinge, und es fehlt keiner unter ihnen. Schön angeordnet sind die Zähne Sulamiths. Zur linken und zur rechten Seite des Gebisses haben sie ein gleiches Gegenüber, „Zwillinge“. Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Scharlachrot wird aus der Kermeslaus und der Cochenilleschildlaus gewonnen. Ein sehr aufwendiger Prozess, der Farbstoff ist ausgesprochen kostbar, weil er der Farbe des Blutes gleicht. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel. Wie ein Davidstern. Der Granatapfel enthält eine Fülle von Kernen, angeordnet wie der Eingang zum Salomotempel. Dein Hals ist wie der Turm Davids, mit Brustwehr gebaut, an der tausend Schilde hangen, alle Köcher der Starken. Salomo gebraucht hier gleich mehrere Bilder, um die Würde und den Stolz eines langen Halses zu beschreiben. Nicht „halsstarrig“ sondern anmutig. Deine beiden Brüste sind wie zwei Kitze, Zwillinge einer Gazelle, die unter den Lotosblüten weiden. Salomo beschreibt die wohlgeformten Brüste seiner Frau, wie die Jungen einer anmutigen Gazelle, die sich hinter einer Blütenpracht bewegen. Die Freude am König Psalm 118/24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. Die Gesellschaft (Freunde) von Salomo und Sulamith preist die Liebe des Königs. Foto: Christin Hume Der Duft von Narde erfüllt den Raum: Joh 12,3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. Die Narde kommt von einer winzigen Pflanze in den hohen Bergen aus 3500 m bis 5000 m Höhe aus Indien. Die siebenfache Erniedrigung Jesu wird durch die Narde ausgedrückt. Myrrhe symbolisiert Bitterkeit und Schmerz, ein wohlriechendes Harz aus einem Busch im Jemen. Der Stoff tritt auch von selbst aus der Pflanze, muss nicht hervorgeholt werden. Sulamith trägt ein Büschel zwischen ihren Büsten. Ein Hinweis auf die Opferbereitschaft des HERRN: Die sieben Erniedrigungen Jesu Phi 2/6, Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Geißelung, Foltern Verhöhnung durch König Agrippa unschuldig verurteilt Kreuz tragen (den Längsbalken) Kreuzigung Beschimpfung in die Seite stechen Jesus hat uns zugedeckt, damit Gottes Zorn uns nicht treffen kann. Das (Straf)-Gericht wird nicht an Sündern vollzogen, sondern am Vertreter. Salomo ist ein Bild für den Messias und Sulamith ein Bild für den Überrest Israels. Zunächst sind es die 144000, die zu Beginn der Großen Drangsal mit dem Heiligen Geist versiegelt werden und dann der Überrest der Juden weltweit, die sich zu Jesus bekehren werden. Israel stellt dann die Braut des Messias dar. Jesus tritt am Ende der Drangsalszeit als Retter auf und springt über Berge und hüpft über Hügel Foto: Valeriy Kryukov Der König als Befreier Mich 1/2-4 Hört, all ihr Völker, merke auf, Erde und ⟨alles, was sie füllt! Und der Herr, HERR, sei zum Zeugen gegen euch, der Herr aus seinem heiligen Palast! 3 Denn siehe, der HERR geht aus von seiner Stätte, er steigt herab und schreitet auf den Höhen der Erde. 4 Und die Berge zerschmelzen unter ihm, und die Täler spalten sich, wie das Wachs vor dem Feuer, wie Wasser, ausgegossen am Abhang. Der HERR wird seine Braut (die Gemeinde gläubiger Juden) aus Jerusalem herausrufen. ER kommt auf den Ölberg, der sich unter seinen Füßen spalten wird und ein Tal wird sich freilegen. ER kommt wie eine Gazelle, anmutig wie ein Hirsch, der vom Ölberg auf den Tempelberg hüpft, die Erde wird beben. HL 8/14: Flieh, mein Freund! Sei wie eine Gazelle oder wie ein junger Hirsch auf den Balsambergen! Hl 2,11 Denn siehe, der Winter ist vorbei, die Regenzeit ist vorüber, ist vergangen. Nach den sieben Jahren der Drangsalszeit kommt die Befreiung für den Überrest Israels. HL 8/5 Wer ist sie, die da heraufkommt aus der Wüste, an ihren Geliebten gelehnt? Sie, das ist die Braut des HERRN Jesus, Israel, die sich auf ihren Bräutigam stützt und den gläubigen Überrest aus Jerusalem befreit. Sie werden begleitet von 60 Elitesoldaten. Jene, die nach der Gräuel der Verwüstung in die Berge geflohen sind und jetzt siegreich zurückkehren. die Bibel spricht hier in der Offenbarung von der Frau (Israel), die in die Wüste fliehen musste. Jetzt kommt sie wieder zurück. Off 12/6 Und die Frau floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hat, damit man sie dort ernährte 1 260 Tage. Die prophetischen Jahre werden stets mit 360 Tagen gerechnet.) Verhalten vor der Ehe HL 8/8 Unsre Schwester ist klein und hat keine Brüste. Was sollen wir mit unsrer Schwester tun, wenn man um sie werben wird? 9 Ist sie eine Mauer, so wollen wir ein silbernes Bollwerk darauf bauen. Ist sie eine Tür, so wollen wir sie sichern mit (edlen) Zedernbohlen. Ist eine Jungfrau unattraktiv, dann gibt Sulamith den Rat, sie besonders heraus zu schmücken und sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Als wenn man eine hohe Burg mit verlockendem Schmuck auf ihren Zinnen verziert. Ist eine junge Frau aber attraktiv und wirkt einladend, dann soll man auf sie aufpassen und den Zugang zu ihr mit Hürden (einer edlen Holztür) versehen. Verhalten in der Ehe 1.Pet 3/1-7 Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Wort durch den Wandel der Frauen gewonnen werden, 2 indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben! 3 Euer Schmuck sei nicht der äußerliche durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, 4 sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen ⟨Schmuck⟩ des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. 5 Denn so schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten; 6 wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, indem ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet. 7 Ihr Männer ebenso, wohnt verständnisvoll ⟨mit ihnen⟩ zusammen als dem schwächeren, dem weiblichen Gefäß, und gebt ⟨ihnen⟩ Ehre als ⟨solchen⟩, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden! Der Schöpfer hat die Sexualität der Intelligenz des Menschen anvertraut. Die sexuelle Liebe beginnt in der Ehe und wird dann immer besser. Spr 5,15 Trinke Wasser aus deiner Zisterne und was quillt aus deinem Brunnen. Ehefrau Sulamith wird einem verschlossenem Garten verglichen, nur für Salomo betretbar. Sulamith in HL 8/ 12 Mein eigener Weinberg liegt vor mir. Sie gehört nur ihrem Mann, nur er darf sie betrachten. In einigen Ländern ist das Auftreten nach Art westlicher Frauen auch heute undenkbar. Wir sind es gewohnt, ständig sexuellen Darbietungen ausgesetzt zu sein, Minirock, tiefer Ausschnitt, Bauch frei u.s.w. Aber gerade für Ehemänner ist dieser Blickfang inakzeptabel. HL 3/5 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hindinnen des Feldes: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt! Immer wieder ermahnt Sulamith ihre Geschlechtsgenossinnen, nicht die Liebe durch aufreizendes Auftreten herauszufordern. Sie werden hier mit anmutigen Tieren verglichen wie der Hindin, der Hirschkuh in einer wunderschönen Landschaft. (Sittsam und angemessen gekleidet.) Gefahren für die Ehe Hl 2,15 Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge haben Blüten bekommen. Die Füchse fressen gerne die süßen Trauben am Weinstock. Da sie aber zu klein sind, um an die Früchte zu gelangen, graben sie die Wurzeln aus, damit der Weinstock umfällt. Dies ist ein Bild für die „Unterwanderung“ der Ehe durch Versuchungen und einer sittenlose Gesellschaft. Die Ehe als Gottes Schöpfungsordnung wird auch politisch untergraben und zerstört. Die Ehe ist ein Schutzraum gegen Unzucht. Wenn es zwischen dem Geistlichen (gemeinsam Beten) und dem fleischlichen, (Körperlichen, Sexualität) zu Konflikten kommt, muss es zu einer Übereinkunft kommen. Die Eheleute reden miteinander und tauschen sich aus. Die Bindung der Ehe HL 6/3 Ich gehöre meinem Geliebten, und mein Geliebter gehört mir, er, der in den Lilien weidet.« In der Ehe vollzieht sich ein Wandel. Die Frau denkt nicht mehr zuerst an sich, sondern an ihn und umgekehrt. Wir unterscheiden drei Phasen: Ich begehre ihn Er begehrt mich Ich bin für ihn Ein und Alles (später mehr dazu.) Sehnsucht und Ehekrise Hier wird die Liebe zwischen Sulamith und Salomo beschrieben, geistlich aber auch die Liebe zwischen Israel und dem Messias. Zefania 3/17 Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit jauchzen. Jes 26/8: Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Weg deiner Gerichte; des Herzens Begehren steht nach deinem Namen und deinem Lobpreis. 9 Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit. Sulamith war allein zu Hause, Salomo war einige Tage fortgegangen: HL 3/1 : Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte, aber ich fand ihn nicht. 2 Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte, aber ich fand ihn nicht. 3 Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen: »Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?« 4 Als ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los, bis ich ihn brachte in meiner Mutter Haus, in die Kammer derer, die mich geboren hat. Sulamith wagt sich aus dem Haus, auf der Suche nach ihrem Geliebten. Nachts war es Frauen verboten, allein auszugehen. Die Wächter waren argwöhnisch. Der HERR ist abwesend. Solche Zeiten helfen uns zu spüren, wie wichtig es ist, dass ER da ist. Wäre ER immer da, würden wir kein Verlangen spüren. Sulamith findet den HERRN und bringt ihn ins Gemach (Wohnraum) der Mutter. Wer ist ihre Mutter? Es ist Israels, jene ehebrecherische Nation, die es mit anderen (Göttern) getrieben hat. Aber Israel wird sich wieder zum Messias bekehren. Hl 5,1 Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, ⟨meine⟩ Braut. Ich pflücke meine Myrrhe samt meinem Balsam, esse meine Wabe samt meinem Honig, trinke meinen Wein samt meiner Milch. Salomo genießt die Intimität mit Sulamith und berauscht sich an ihr. Esst, Freunde, trinkt und berauscht euch an der Liebe!« Hier spricht nicht Salomo, denn er und seine Braut sind allein. Es ist der (himmlische) Chor, der den beiden Liebenden dies zuruft. HL 5/2: Ich schlief, aber mein Herz war wach. Sulamith hat einen unruhigen Schlaf. Israel lebt in der Erwartung des Messias. Und doch verschläft es sein Kommen. Foto: Andalucía Andaluía Horch, mein Geliebter klopft: »Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Vollkommene! Denn mein Kopf ist voller Tau, meine Locken voll von Tropfen der Nacht.« 3 »Ich habe meinen Leibrock ⟨schon⟩ ausgezogen, wie sollte ich ihn ⟨wieder⟩ anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen, wie sollte ich sie ⟨wieder⟩ beschmutzen?« Der erwartete Messias steht vor der Tür, doch Israel, sein Volk, ist schläfrig, nicht wirklich wach und bereit. Siehe das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen. Matth 25/1 4 Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Öffnung, da wurden meine Gefühle für ihn erregt. Die Hand des Messias trägt die Wundmale der Kreuzigung. Ganz Israel wird sich einmal bekehren und wehklagen und jammern, über das, was es Jesus angetan hat. 5 Ich stand auf, um meinem Geliebten zu öffnen, da troffen meine Hände von Myrrhe und meine Finger von flüssiger Myrrhe, ⟨als ich sie legte⟩ an die Griffe des Riegels. Abgewiesene Verehren hinterließen, dem Brauch nach, Wohlgerüche, um damit zu sagen: Ich bin dir nicht böse, ich liebe dich weiterhin. Myrrhe ist bitter auf der Zunge, aber verbreitet einen lieblichen Geruch beim Verbrennen. Aber hier haben wir es mit flüssiger Myrrhe zu tun. Sie tritt von selbst in flüssiger Form hervor. So wie die Liebe Jesu freiwillig ans Kreuz gegangen ist. Keine konnte ihn dazu zwingen. Er konnte jederzeit Engel herbeirufen und das Drama beenden. Und doch zog ER es vor „von selbst“, aus eigenem Antrieb sich für die Menschheit zu opfern. 6 Ich öffnete meinem Geliebten, aber mein Geliebter hatte sich abgewandt, war weitergegangen. Ich war außer mir, dass er weg war. Ich suchte ihn, doch ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, doch er antwortete mir nicht. Die Opfer auf dem Tempelberg gingen nach der Kreuzigung weiter, aber sie wurden nicht mehr angenommen. Die Juden erwarten weiterhin den Messias, aber ER verbirgt sich,- (bis er wiederkommt in Macht und Herrlichkeit) Lk 21,27 Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit. 7 Es fanden mich die Wächter, die die Stadt durchstreifen. Sie schlugen mich, verwundeten mich. Die Wächter der Mauern nahmen mir meinen Überwurf weg. Die Wächter der Stadt sorgten dafür, dass nachts keine Frau allein auf den Straßen zu finden war. Es war zu gefährlich für sie. Hier ergreifen sie eine verschleierte Frau und bestrafen sie mit Schlägen. Erst als ihr (großer) Schleier zu Boden fällt, erkennen sie die Königin und sind bestürzt. Bildlich stehen die Wächter hier für die Propheten Israels, die das Volk vor Gefahren warnen sollen. 8 Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, wenn ihr meinen Geliebten findet, was wollt ihr ihm ausrichten? Dass ich krank bin vor Liebe. Hier erfahren wir von einer Lektion, die der Messias seinem Volk Israel verabreicht. ER ist nicht mehr zu finden und den Schmerz darüber bekommt das ganze Volk durch die Vertreibung zu spüren. Spr 1/28 Dann rufen sie mich, doch ich antworte nicht, ⟨dann⟩ suchen sie mich, doch sie finden mich nicht. Siehe dazu auch die Josephsgeschichte, in der seine Brüder ihn abgelehnt und nach Ägypten verkauft hatten. Später in der Not kommen sie zu ihm, ohne ihn, Josef, ihren Bruder, zu erkennen. Josef gibt sich nicht gleich zu erkennen und verkauft ihnen keine Nahrung in der Hungersnot. Josef weiß, dass der Prozess der Buße bei seinen Brüdern noch nicht abgeschlossen ist. Er wartet, bis sie ganz und ihre Schuld bekennen. Dann erst gibt sich Josef (ein Bild für Jesus) zu erkennen. Leider werden heute solche Prozesse der Selbsterkenntnis und Umkehr zu schnell durch den Sozialstaat und dessen finanzielle Unterstützung verhindert. 9 Was hat dein Geliebter einem ⟨andern⟩ Geliebten voraus, du Schönste unter den Frauen? Was hat dein Geliebter einem ⟨andern⟩ Geliebten voraus, dass du uns so beschwörst? Was antworten wir Christen, wenn wir gefragt werden, was es mit unserem Glauben auf sich hat? Worin sich der christliche Glaube von allen anderen Religionen unterscheidet? Können wir dann die Liebe Jesu bezeugen, mit welcher Leidenschaft ER sich uns hingegeben hat, um uns zu eretten? Können wir ihn dann beschreiben wie Sulamith?: 10 Mein Geliebter ist weiß und rot, hervorragend unter Zehntausenden. 11 Sein Haupt ist feines, gediegenes Gold, seine Locken sind Dattelrispen, Weiß steht hier für Reinheit und Unschuld und Rot für das vergossene Blut an Seinem Körper. 1.Pet 1/18: 18 Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen[16], von den Vätern überlieferten Wandel, 19 sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken. Sulamith beschreibt das edle Antlitz ihres Mannes. Die weiße Haut wird an den Wangen rosig gefärbt. Und in Klagelieder 4/7 erfahren wir mehr über das aussehen der Edlen von Israel: Ihre Fürsten waren reiner als Schnee, weißer als Milch; rosiger war ihr Leib als Korallen, ⟨wie⟩ Saphir war ihre Gestalt. Sexualität HL 8/4 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt! Die Töchter Jerusalems: 5 Wer ist sie, die da heraufkommt von der Wüste, gestützt auf ihren Geliebten? Hier erleben wir Sexualität in reiner Sprachbeschreibung. Dagegen erleben wir gerade heute die Perversion von Schönheit und Sexualität. Die Mode kreiert dazu immer wieder aufreizende Kleidung und doch heißt es in den Sprüchen: Spr 5,16 Sollen deine Quellen auf die Straße fließen, / auf die freien Plätze deine Bäche? Und wieder ermahnt der Refrain, die Liebe nicht künstlich zu wecken: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt! Die Liebe ist wie eine Feuersbrunst: HL 8/6-7 Denn die Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich; ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des HERRN. 7 Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen, und Ströme sie nicht ertränken. Wenn einer allen Reichtum seines Hauses um die Liebe gäbe, so würde man ihn nur verachten! Sulamith beschreibt ihren Bräutigam HL 5/10 weiß und rot, die Herrlichkeit des Messias, weiß als Zeichen der Reinheit und rot, als Zeichen seiner Liebe, seines Opfers am Kreuz. von 10000 ist keiner wie er, keiner gleicht ihrem Geliebten. Sein Haupt ist feines, gediegenes Gold, das Zeichen Seiner Gottheit, seiner Erhabenheit. seine Locken sind Dattelrispen, schwarz wie der Rabe, Zeichen des Sündopfers, dass ER im hügeligen Golgatha auf sein Haupt genommen hat. seine Augen wie Tauben an Wasserbächen, die Treue von Tauben wird hier angesprochen, Augen gefasst in Tränenfeuchtigkeit. in Milch gebadet ⟨seine Zähne⟩, festsitzend in der Fassung seine Wangen wie ein Balsambeet, das Würzkräuter sprossen lässt, ein Zeichen seiner Weisheit. seine Lippen Lilien, triefend von flüssiger Myrrhe, der Wohlgeruch von Myrrhe strömt aus seinem Mund, Myrrhe ist aber auf der Zunge bitter. Sie sprechen vom Leiden am Kreuz. Seine Arme sind goldene Rollen, mit Türkis besetzt; Er ist geschmückt mit dem Edelsten und hat die ganze Welt in seiner Hand. Das Priestergewand, was in Jerusalem für den dritten Tempel vorbereitete wird, kostet viele Millionen Dollar. Allein die Herstellung des blauen Purpur ist unbezahlbar. sein Leib ein Kunstwerk aus Elfenbein, bedeckt mit Saphiren. Das Elfenbein symbolisiert das mächtigste Tier auf Erden. Der Elefant hat Kraft und hat Gewalt, ist majestätisch und intelligent. Paulus fordert uns auf, in Jesus stark zu werden: Eph 6/10 Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke! bedeckt mit Saphiren. Wie die Prunkgewänder der Fürsten Israels. Kla 4/7 Ihre Fürsten waren reiner als Schnee, weißer als Milch; rosiger war ihr Leib als Korallen, ⟨wie⟩ Saphir war ihre Gestalt. Seine Schenkel sind Säulen aus Alabaster, gegründet auf Sockel von gediegenem Gold. Hier ein Bild der mächtigen Säulen vor dem Tempel in Jerusalem, die auf Gottes Mächtigkeit und Unerschütterlichkeit verweisen. Heute leben wir in einer Zeit, in der alles zusammenbricht und nichts Bestand hat. Seine Gestalt ist wie der Libanon, auserlesen wie Zedern. Sein Gaumen ist Süßigkeit, und alles an ihm ist begehrenswert. Das ist mein Geliebter und das mein Freund, ihr Töchter Jerusalems! Foto: Johnson Martin weiter zu Teil II
- Bekehrung und Taufe
in Grundbegriffe des Glaubens Taufsprüche Gebet vor der Taufe (Yola) Wir wollen nun Gottes heiligen Namen anrufen, um so zu seiner Ehre, zur Stärkung unseres Glaubens und zur Auferbauung seiner Gemeinde dieses Sakrament zu empfangen: Allmächtiger, ewiger Gott! Du bist es, der nach deinem gerechten Urteil die ungläubige und verstockte Welt mit der Sintflut bestraft hat. Aber den gläubigen Noah und seine Familie, acht Seelen, hast du in deiner großen Barmherzigkeit gerettet und bewahrt. Du bist es, der den verstockten Pharao mit all seinem Heer im Roten Meer hast ertrinken lassen. Aber dein Volk Israel hast du trockenen Fußes durch das Meer hindurchgeführt. Dadurch wurde die Taufe bereits angedeutet. Indem wir uns auf deine grundlose Barmherzigkeit berufen, bitten wir dich, dass du diesen Täufling in Gnaden annimmst und ihn durch deinen Heiligen Geist in deinen Sohn Jesus Christus einfügst, sodass er in Christi Tod begraben wird und mit ihm zu einem neuen Leben aufersteht. Gib, dass er in der Nachfolge Christi jeden Tag sein Kreuz freudig trägt und seinem Herrn und Heiland in wahrem Glauben, fester Hoffnung und ganzer Liebe nachfolgt. Schenke, dass er so dieses Leben, das doch nichts anderes ist als ein fortwährendes Sterben, einmal durch deine Verheißungen getröstet verlassen kann. Gib, dass er am Jüngsten Tag vor dem Richterstuhl Christi, deines Sohnes, mit Freimütigkeit erscheinen kann, durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist als der eine Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Taufbekenntnis mit Axel Geliebter Bruder (Schwester) in Christus! Du möchtest die Taufe als ein Siegel deiner Zugehörigkeit zur Gemeinde Gottes empfangen. Damit deutlich wird, dass du die christliche Lehre, in der du unterwiesen worden bist, angenommen hast und durch Gottes Gnade entsprechend leben möchtest. So antworte vor Gott und seiner Gemeinde auf die folgenden Fragen aufrecht: Erstens: Glaubst du an den einzig wahren Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, der Himmel und Erde mit allem, was darin ist, aus nichts erschaffen hat (Mt 3,16–17; 1Mo 1,1; Hebr. 11,3), erhält und so regiert, dass nichts, weder im Himmel noch auf Erden, ohne seinen Willen geschieht? (Mt 10,29). Zweitens: Glaubst du, dass du in Sünde empfangen und geboren bist (Ps 51,7), dass darum Gottes Zorn auf dir lastet, und dass du von Natur aus unfähig zu Gutem und allem Bösen zugeneigt bist? (Röm 7,18) Bekennst du, dass du in Gedanken, Worten und Werken die Gebote des Herrn übertreten hast? Tust du wegen dieser Sünden aufrichtig Buße? Drittens: Glaubst du, dass Jesus Christus wahrer und ewiger Gott ist und bleibt (Röm 9,5) und dass er durch seine Geburt von der Jungfrau Maria wahrer Mensch geworden ist (Hebr 2,14; Lk 1,35)? Glaubst du, dass dir Jesus Christus von Gott dem Vater als Erlöser geschenkt worden ist? Bekennst du, dass du durch diesen Glauben Vergebung der Sünden in seinem Blut empfängst und dass du durch die Kraft des Heiligen Geistes ein Glied Jesu Christi und seiner Gemeinde geworden bist? (1Kor 1,8–9) Viertens: Bekennst du allen Artikeln des christlichen Glaubens, wie sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis zusammengefasst sind? (2Tim 3,16) Willst du im Leben und im Sterben standhaft im Bekenntnis dieser Lehre bleiben und alle Ideen, die dieser Lehre widersprechen, zurückweisen? (Mt 24,13; 2Tim 4,3–5) Versprichst du, in Gemeinschaft mit der Gemeinde treu das verkündete Wort zu hören und das Heilige Abendmahl zu empfangen? (Hebr 10,24–25) Fünftens: Erklärst du, dass du von Herzen begehrst, gottesfürchtig zu leben und die weltlichen Begierden abzulegen und zu verleugnen, so wie es Gliedern Christi und seiner Gemeinde entspricht? (Ps 119,10; 1Joh 2,15–17) Willst du christliche Ermahnungen bereitwillig annehmen? (Hebr 13,17) Dion, was ist hierauf deine Antwort? Antwort: Ja. Oliver, was ist hierauf deine Antwort? Antwort: Ja. Unser barmherziger Gott schenke dir seine Gnade und seinen Segen zum Vollbringen dieses heiligen Vornehmens, durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen. Vollzug der Taufe Der Bruder nennt den vollständigen Vor-und Nachnamen des Täuflings und spricht, während er das Taufwasser über ihn gießt: Dion Uta Gundula Kolwe, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes (Mt 24,19). Oliver Mathews ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Dankgebet mit Christine Allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, wir danken dir und loben dich, weil du uns durch das Blut deines geliebten Sohnes Jesus Christus alle unsere Sünden vergeben hast. Du machst uns durch deinen Heiligen Geist zu Gliedern deines eingeborenen Sohnes und hast uns so als deine Kinder angenommen. Wir bitten dich durch deinen geliebten Sohn, dass du Dion und Oliver durch deinen Heiligen Geist fortwährend leitest, so dass sie christlich und gottesfürchtig leben und in dem Herrn Jesus Christus wachsen. Gib, dass sie so deine väterliche Güte und Barmherzigkeit erkennen und bekennen. Schenke es, dass sie gehorsam unter unserem einzigen Lehrer, König und Hohenpriester Jesus Christus leben, damit sie gegenüber der Sünde und dem Teufel gewappnet sind und bestehen. Damit sie dich und deinen Sohn Jesus Christus und den Heiligen Geist, den einzig wahren Gott, in Ewigkeit loben und preisen. Amen. Lied: z.B. Ich bin getauft auf deinen Namen Ende der Taufhandlung Mit der Bekehrung eines Menschen sind verschiedene Dinge verbunden, die in der Taufe bestätigt werden. Erkennen des Schöpfergottes an der Natur und erkennen der eigenen Schuld nach dem Gewissen. Errettung durch das Ewige Evangelium, die Verehrung Gottes als Schöpfer (Alttestamentlich) Taufe (durch Beschneidung) als Sündenbekenntnis und Bekehrung zum Gott Israels. Vor Pfingsten 32n.Chr.. (Alttestamentlich) Hören und verstehen des Evangeliums des Heils oder auch der Gnade, nach Pfingsten 32.n.Chr. (Neutestamentlich) Bekennen, dass Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Menschen, für mich persönlich gestorben und von den Toten auferstanden ist. (Neutestamentlich) Bekennen der eigenen Schuld im bisherigen Leben vor Gott und der Gemeinde. (Neutestamentlich) Matth 3/21 In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa 2 und spricht: Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahegekommen. Damit erfolgt die Wiedergeburt (aus Wasser und Geist) : Errettung von Sünde, Hölle, Tod und Teufel ins Ewige Leben. Empfangen des Heiligen Geistes, *Versiegelung mit dem Heiligen Geist. (Neutestamentlich) Bestätigung in der Taufe. Hinzufügung in den Leib Christi als Teil der weltweiten Gemeinde des HERRN. (Neutestamentlich) Bereitschaft in einer persönlichen Beziehung zu Jesus zu leben, sich von ihm immer wieder reinigen und führen zu lassen. Eintritt in die von Gott gestiftete Gemeinde und Teil des Leibes Christi werden. Das Wort Gottes weiterhin mit Freuden studieren und mit anderen teilen. In Gottesfurcht verharren, was so viel bedeutet, wie ständig auf die Gnade Gottes zu *hoffen. Woran erkennt man wirklich Bekehrte? Indem sie Werke der Liebe tun und Gottes Willen. Indem sie begangene Sünden bekennen, bußbereit sind und sich immer neu durch Jesus reinigen lassen. Indem sie Lust und Freude am Wort Gottes haben und bereit sind, sich unter SEIN *Joch zu demütigen. Indem sie die Treue zu Gott und die Gemeinschaft mit den Heiligen (in der Gemeinde) über die eigene Familie und alles andere stellt. Indem sie bereit sind alles zu opfern, auch das eigene Leben, wenn es der Glaube und die Treue zum Bekenntnis der Heiligen Schrift es erfordern. Belohnung für den rechten Glauben? Joh 14,27Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Hier sagt Jesus, dass ER uns den Frieden Gottes hinterlässt (durch seinen Opfertod am Kreuz). Aber der HERR gibt seinen Jüngern auch seinen Frieden in dieser Welt. ER hat die Welt überwunden, hat alles geduldig ertragen und gesegnet, wo man IHN missverstanden, abgelehnt und verflucht hat. Diesen göttlichen Frieden kann der Mensch nicht aus sich selbst holen, es muss ihm von Gott gegeben werden. Christen können dadurch Versuchungen widerstehen, weil sich nicht mehr Knechte der Sünde sein müssen. Sie haben aber auch in den Stürmen ihres irdischen Lebens eine *Hoffnung und einen Frieden, den die Welt nicht geben kann, noch kennt. Luk 23/42 Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst! 43 Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Ein Christ, eine Christin kann sich darauf verlassen, dass seine/ihre Seele sofort mit dem Tod im Paradies bei Jesus sein wird. Diese Gewissheit gibt es nirgendwo anders. Ein Versprechen, dass Gott bei jedem Menschen einlöst, der IHM wahrlich treu bis ans Ende seines Lebens ist. So wie Jesus treu bis in den Tod am Kreuz war und der Vater IHN am dritten Tag auferweckt hatte. Der Körper wird später auferweckt, während die Seele, wie zuvor erwähnt, sofort in den Himmel gelangt. Das Paradies ist die ewige Glückseligkeit, unbeschreiblich und doch real, weil jeder Mensch schon jetzt danach sehnt. Das Empfangen des Heiligen Geistes wird in der Schrift zeitlich unterschiedlich zugeordnet. So hören wir von Heiden, die sofort den Heiligen Geist empfingen, als sie das Wort Gottes hörten, noch vor der Taufe. Petrus im Hause von Cornelius, dem Römer: Apo 17/44 Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. Dann wieder erleben wir bei Juden, die sich bekehren, dass der Heilige Geist erst nach der Taufe über sie kommt. Und schließlich bei den Samaritanern, die erst einige Zeit nach der Taufe, den Heiligen Geist empfangen. Demnach ist das Empfangen des Heiligen Geistes davon abhängig, wie unbelastet Menschen den Glauben annehmen. Bilden sie sich etwa auf ihre Herkunft, ihre Bildung etwas ein, wie die Juden.? Oder andere, die meinen, den Juden etwas vorauszuhaben, wie die Samaritaner. Ihnen mussten erst in Jerusalem die Hände aufgelegt werden, ein sichtbares Symbol der Zusammengehörigkeit im Glauben mit den Juden. * Versiegelung mit dem Heiligen Geist: Wer vom Heiligen Geist versiegelt wurde, kann nicht mehr vom Glauben abfallen. Es gibt aber auch Gläubige, die den Heiligen Geist empfangen haben, aber nicht wirklich damit versiegelt sind und somit wieder verloren gehen können. Siehe dazu Matth 7/22 * Joch, Nachfolge Christi sein, in eine Jüngerschaft eintreten und erkennen, Jesu Knecht zu sein. *hoffen, Hoffnung: Eine feste Zuversicht und ein Vertrauen darauf, dass das, was Gott angekündigt hat, auch in Erfüllung geht. Wenn eine werdende Mutter "in guter Hoffnung ist", bedeutet dies, dass sie wirklich gebären wird, weil die Zeichen eindeutig sind. Foto: Amonwat Dumkrut
- Die Frauenordination – Ein Testfall für Bibeltreue?
Im Folgenden wird ein Aufsatz wiedergegeben, der sich mit den biblischen Argumenten zur Rolle der Frau in Kirche und Gemeinde beschäftigt. Dies vor dem Hintergrund, dass die Emanzipation tief in das Bewusstsein der Bürger eingedrungen ist und entsprechende Veränderungen erwartet und fordert. Die Heilige Schrift, Gottes Wort, steht demnach im Spannungsfeld zwischen biblischer Überlieferung und Zeitgeist oder genauer gesagt, zwischen Bibeltreue und Anpassung an gesellschaftliche Veränderungen. Wenn man davon ausgeht, dass zwischen Glaube und Gesellschaft, Theologie und Kultur eine Wechselbeziehung besteht, dann kann das eine kaum unabhängig vom anderen betrachtet werden. Demnach verweist die geschichtliche Entwicklung des Westens, mit ihren beiden Weltkriegen und zahlreichen Revolutionen, auf das Fehlen geistlicher Orientierung und Werte. Es sind gerade kirchliche Versäumnisse, wie das Erstarren in Riten und Traditionen oder die Anpassung an staatliche Obrigkeit, die den Weg in eine säkulare, gottesferne Welt bereitet haben. So erleben wir heute, nach dem Beispiel von Laodizea ( Offenbarung 3/14 ), Gemeinden, die sich weitgehend anpassen, statt wie gefordert, Licht und Salz in einer dunklen und gleichförmigen Welt zu sein. Statt Anpassung fordert die Bibel aber Verstand und Glaubensstärke einzusetzen. Schaut man, wie wenig Bibelkenntnis in vielen Kirchen und Gemeinden heute noch vorhanden ist, dann bildet dies schon allein den Hintergrund der hier beschriebenen Konflikte. Die Frauenordination – Ein Testfall für Bibeltreue? Autor: Prof. Dr. Helge Stadelmann, Pastor Christuskirche, EFG Hohenahr-Erda, Professor für Praktische Theologie, FTH Gießen Am 30. November 2004 diskutieren der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, im Südwest-Fernsehen zum Thema `Ökumenische Eiszeit?´. Nein, von einer Eiszeit in den ökumenischen Beziehungen wollen beide nichts wissen. Die Sendezeit geht dem Ende zu; die Uhr ist kurz vor Mitternacht. Da fragt die Moderatorin, ob die evangelische Kirche sich beim Gelingen der Ökumene den Papst als Sprecher aller Christen vorstellen könne. Huber weicht aus: Das sei augenblicklich überhaupt kein Thema für ihn. Vordringlicher sei etwas anderes, das habe er kürzlich auch dem römischen Ökumenebeauftragten, Professor Kasper, gesagt: für die reformatorischen Kirchen sei es im Prozess des ökumenischen Zusammenwachsens auf jeden Fall unabdingbar, dass die Befähigung von Frauen zum geistlichen Amt bis hin zum Bischofsamt von katholischer Seite akzeptiert werde! Das Publikum applaudiert, der Kardinal wechselt das Thema. Die Frauenordination aber steht als scheinbar zentrales reformatorisches Anliegen im Raum. 1. Die Frauenordination und die Kirchen der Reformation. Timothy J. Wengert: aus: Das Priestertum aller Gläubigen und andere fromme Mythen Unter Benutzung neuster Technologie (die digitale Ausgabe, online, der Kritischen Gesamtausgabe von Luthers Werken, Weimarer Ausgabe) machte ich mich daran, nachzuse- hen, was Luther dazu sagt, und stieß sofort auf die „Königin der Herzen“: Der Ausdruck „Allgemeines Priestertum aller Gläubigen“ lässt sich nämlich in Luthers eigenen Schriften nirgendwo nachweisen, weder in den lateinischen noch in den deutschen. Man kann ihn bei Luther nicht finden3 . Auch wenn die Herausgeber von Luthers Werken das damit Gemeinte über- all in der Weimarer Ausgabe erwähnen, so hat doch Luther selbst diesen Begriff niemals benutzt. Man stößt erst 150 Jahre nach ihm auf eine erste ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem Thema (so wie wir es heute auffassen), ohne dass jedoch schon dabei die einschlägige Begrifflichkeit verwendet wird... Von der begrifflichen Auseinandersetzung einmal abgesehen, kann man von zwei Ansätzen ausgehen: 1.Pet2/ 9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugendendessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat; Das Priestertum gilt gläubigen Frauen und Männern in der Gemeinde Christi. In jenem Sinne, dass jeder und jede direkt ohne Vermittlung eines bestellen, ordinierten Geistlichen mit Gott Kontakt aufnehmen kann. Demgegenüber sind die Aufgaben von Frauen in der Gemeinde nach Pet und Tim klar getrennt. Von einer „allgemeinen“ Priesterschaft kann hier nicht die Rede sein. Es geht darum, die Berufungen im Lehr- und Predigtdienst -vor der Gemeinde- klar zu unterscheiden. Bestimmte Gaben und Ämter sind demnach nur Männern vorbehalten. Eine Begründung liefern die o.g. Briefe der Apostel aber auch die Praxis, wie sie im Tempel zu Jerusalem, aber auch in der Urgemeinde des frühen Christentums gelebt wurden. Mehr siehe unten. Tatsächlich hat sich in Sachen Frauenordination einiges getan im evangelischen Deutschland. Am 4. April 1992 wählt die Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche die Zahnarzttochter und Theologin Maria Jepsen zur ersten lutherischen Bischöfin der Welt. Die Feministinnen jubeln. Endlich steht auch in der Kirche Frauen jeder Posten offen. Wenige Jahre zuvor wäre das noch undenkbar gewesen. Aber in Konsequenz der Frauenrechtsbewegung war es zwischen 1969 und 1991 allmählich in allen deutschen Landeskirchen zu einer Durchsetzung der Frauenordination gekommen. Mit den Worten: „Die Entscheidung, die vor uns liegt, bewegt sich nicht in einem schroffen Gegensatz von absolut falsch und absolut richtig. Gott leite uns mit der Kraft seines Heiligen Geistes“(1), hatte Bischof Herrmanns am 5. Oktober 1991 die Landessynode seiner Schaumburg-Lippischen Kirche zur Abstimmung über die Frauenordination aufgerufen. Mit großer Mehrheit stimmte auch diese letzte Landeskirche innerhalb der EKD an diesem denkwürdigen Tag für die Ordination von Pastorinnen. "Damit wurde innerhalb von 22 Jahren gekippt, was fast 2000 Jahre gültig war. " Und nicht nur das. Kaum war Frau Jepsen zur Bischöfin ernannt, formulierte eine Studie des Rates der EKD mit dem Titel Frauenordination und Bischofsamt unmissverständlich: „Die Kritik an der Wahl einer Frau in das evangelische Bischofsamt verlässt … den Boden der evangelischen Kirche… Aber auch eine prinzipielle Kritik an der Frauenordination verlässt den Boden der in der evangelischen Kirche geltenden Lehre.“(2) Diejenigen, die eben noch gegen die vermeintliche Ausgrenzung von Frauen angetreten waren, grenzten nun alle aus, die anderer Überzeugung waren als die Befürworter dieser kirchengeschichtliche Neuerung. Martin Luther hätte, wenn es danach geht, in seiner lutherischen Kirche keinen Platz mehr gehabt. Dass Frauen im Rahmen des Allgemeinen Priestertums Zeugen Christi sein sollten, war für den Reformator zwar selbstverständlich (W.A. 12,289,101; 30/11,524,35). Auch dass christliche Frauen Nottaufen durchführen können, war für ihn kein Problem (W.A. 12,180,30ff). Aber aus biblischen Gründen schließt Luther aus, dass Frauen zum Predigtamt berufen sind: „Neyn, sant Paulus verbietet das, wenn sich ein weyb hervor wolt thun in versamlung der menner tzu predigen!“ (W.A. 10/111,171,5ff; vgl. 10/II,497,28-498,6; 26,46ff; 30/III 524,23ff; 50,633,12ff). Auch die lutherischen Bekenntnisschriften kennen keine Ordination zum weiblichen Predigtamt. Wenn Theologen heute die Frauenordination als die allein konsequente – ja, vielleicht sogar als die allein mögliche! – lutherische Position hinstellen, vertreten sie damit das, was Luther lebenslang abgelehnt hat.(3) Wie so oft muss hier Luther gegen seine liberalen (Neo-)Lutheraner in Schutz genommen werden. Sie werfen ihm vor, er sei eben noch in der mittelalterlichen Ständeordnung befangen gewesen. Der Reformator berief sich aber nicht auf die Gesellschaftsordnung, sondern auf die neutestamentliche Zuordnung von Mann und Frau. Sie spielen das Allgemeine Priestertum gegen das neutestamentliche Lehrverbot für Frauen aus. Der Reformator ließ aber aus Achtung vor dem Wort Gottes komplementär sowohl das Allgemeine Priestertum als auch den Ausschluss eines weiblichen Hirten- und Lehramtes in 1Kor 14 und 1Tim 2 als Gottes gültigen Willen gelten. Kurz: Luther war nicht bereit, sich eine Bibel in Auswahl zurechtzuschneiden, mit der man dann alles `beweisen´ kann, was den wechselnden Trends der Zeit entspricht. Sein: „Das Wort sie sollen lassen stahn!“ galt für den Reformator auch dann, wenn es um die Frauenordination ging. Tatsächlich kam es in den Kirchen der Reformation erst spät und nur allmählich zu einer Veränderung an diesem Punkt, der seit den apostolischen Zeiten weltweit kirchlicher Konsens war.(4) Dabei war die erste Frauenordination in der Kirchengeschichte nicht einmal bibelkritisch motiviert. Im Umfeld der Erweckungsbewegung von Charles Finney hatten sich Christen unter Berufung auf die Bibel für die Abschaffung der Sklaverei engagiert. Als sich unter ihnen eine junge Frau, Antoinette Brown, für den geistlichen Dienst berufen sah, traten diese Erweckten nun auch unter Berufung auf Galater 3,28 („Da ist … weder Mann noch Frau, sondern allzumal einer in Christus“) für die Ermöglichung des Predigtamtes für Frauen ein. Am 15. September 1853 wurde Miss Brown in South Butler, New York, durch den Mitbegründer der American Wesleyan Methodist Church, Pastor Luther Lee, zur Pastorin ordiniert.(5) Erst hundert Jahre später, nämlich im Jahr 1956, wurde in einer liberalen Methodistenkirche in den U.S.A. wieder eine Frau als Pastorin ordiniert. Und am Palmsonntag 1960 fand in der lutherischen Staatskirche Schwedens die erste lutherische Ordination einer Pfarrerin statt. Zuvor hatte der schwedische Staat Druck auf die Kirche ausgeübt. Denn bei Staatsbeamten – und als solche wurden auch die Pfarrer angesehen – dürfe es generell keine Benachteiligung von Frauen geben. Anders war die Diskussion innerhalb der Bekennenden Kirche in Deutschland verlaufen.(6) Sie hatte, als in der Kriegszeit viele Pfarrer im Feld waren und die Gemeinden keine Verkündiger hatten, als Notordnung im ethischen Konflikt den Predigtdienst von Frauen erlaubt (als ein Amt sui generis), aber zugleich die Ordination zur Pfarrerin abgelehnt. Das wollten feministisch engagierte Kreise in den 1960er Jahren mit prominenter Unterstützung ändern. In einem Geleitwort zu dem von Leonore Volz herausgegebenen Buch Frauen auf der Kanzel? schrieb der damalige Kirchentagspräsident (und spätere Bundespräsident) Richard von Weizsäcker: „Es ist nicht schwer, Beifall zu finden, wenn man sich öffentlich für die Frau auf der Kanzel einsetzt. Einer wachsenden Zahl von Menschen ist nur mit Mühe verständlich, dass hier überhaupt noch eine ernsthafte Frage bestehen könnte… Ich vermute, dass es wirklich nur noch eine Frage der Zeit ist, bis wir die Phase der Auseinandersetzungen über `Theologinnen-Gesetze´ hinter uns haben. Wir werden, wie ich meine, uns gemeinsam zur Erkenntnis durchringen, dass nicht das Weib, sondern der Unmündige in der Gemeinde schweigen möge, einerlei, welchen Geschlechts er sei, und dass Mann und Frau im geistlichen Amt nicht prinzipielle, sondern praktische Unterscheidungen nahe legen.“(7) Weizsäcker hatte in seiner Prognose Recht: eine Landeskirche nach der anderen änderte ihre Position. In den Landeskirchlichen Gemeinschaften begann eine unübersichtliche Diskussion, die zu einer uneinheitlichen Praxis hinsichtlich Predigerinnen führte.(8) Evangelische Freikirchen wie der Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden mit seinem Beschluss zur Frauenordination und Ermöglichung des Dienstes von Pastorinnen vom Mai 1992 folgten den protestantischen Landeskirchen – teils durchaus mit offen bibelkritischer Begründung(9). Andere Freikirchen diskutieren diese Frage noch(10) oder lehnen die Frauenordination ab(11). In den U.S.A. ist bereits seit 20 Jahren auch unter Evangelikalen eine Tendenz festzustellen, sich nach und nach von einer neutestamentlich begründeten Zurückhaltung gegenüber der Frauenordination zu lösen und – weil man aus fundamentaltheologischen Gründen nicht bibelkritisch argumentieren will – mit den unterschiedlichsten Interpretationen zu einer Unbedenklichkeitserklärung für das Lehr- und Leitungsamt von Frauen zu kommen.(12) Eine ganz andere Frage ist, ob von Weizsäcker theologisch richtig lag. Immerhin waren es biblische Gründe, die die Kirchen weltweit durch die gesamte Kirchengeschichte hindurch davon Abstand nehmen ließen, Frauen zum Hirten- und Lehrdienst zu ordinieren. Werfen wir einen Blick auf die biblische Evidenz. 2. Die Frauenordination und der eigenständige Befund des Neuen Testaments. 2.1 Prolog in Ephesus:Versetzen wir uns in unseren Gedanken einmal in die Stadt Ephesus. Man schreibt das Jahr 53, Frühjahr 53. Seit dem vergangenen Herbst wohnen Christen in dieser Stadt: ein Handwerkerehepaar mit Namen Aquila und Prisca. Vor einigen Monaten sind sie von Korinth hierher umgezogen. Der bekannte christliche Missionsstratege Paulus hatte sie darum gebeten. Ihr Haus soll in dieser heidnischen Hauptstadt ein Missionsstützpunkt werden für seine nächste Missionsreise. Heute morgen haben Prisca und Aquila zusammen mit anderen Christen am Hafen einen gesegneten Gottesmann verabschiedet: Apollos von Alexandria. Wenn jetzt in einigen Wochen noch Paulus eintrifft, wird bestimmt eine kleine christliche Gemeinde entstehen. Prisca und Aquila sind bereit, ihr Haus für die neue Gemeinde zur Verfügung zu stellen (vgl. Apg 18,18-19,1; 1Kor 16,19). Und dann werden sich neue Fragen ergeben: unter anderem auch Fragen nach den Diensten und geistlichen Ämtern in der wachsenden Hausgemeinde. Wie wird sich Aquila einbringen können, wie Prisca? Dass sie beide mit ihrem ganzen Einsatz Jesus dienen werden, ist eine Entscheidung, die in ihrem Leben schon lange gefallen ist. Im Missionsdienst mit Paulus haben sie im Einsatz für das Evangelium schon ihr Leben riskiert (Rö 16,3f). Zweifellos haben sie beide die Gnadengabe der Erkenntnis und der Lehre. Gerade in diesen Tagen haben sie diese Gabe einsetzen können. Nein, nicht in der Predigt in der Synagoge. Das war nicht ihr Amt. Ganz anders: Sie hatten Apollos bei sich zu Gast. Und da hat sich gezeigt, dass dieser begnadete Prediger und Kenner des Alten Testaments in der Tauffrage noch unsicher war. Ihm war nur die Johannestaufe bekannt. Da haben sie beide, Priscilla und Aquila, im Gespräch Apollos näher erklärt, was seit Jesus für die christliche Gemeinde gilt. Sie haben ihm die neutestamentlichen Ordnungen erklärt (Apg 18,25f). So setzen sie als Mann und Frau ihr Charisma ein. Sie wissen: Was sie an jenem Abend diesem Verkündiger im kleinen Kreis weitergeben konnten, wird er einmal von vielen Kanzeln weitersagen. Was sollen sie angesichts ihres Charismas aber selbst tun, wenn die Gemeinde in Ephesus wächst? Wäre es dann gut und richtig, dass sie beide, zunächst natürlich zusammen mit Paulus, den Hirten- und Lehrdienst in dieser Hausgemeinde übernehmen? Sie sind doch schon länger mit Gemeinde vertraut als die anderen. Sie sind Gastgeber der entstehenden Hauskirche. Sie haben als Juden einen guten Durchblick hinsichtlich des Alten Testaments und sie kennen die Ordnungen Gottes für die neutestamentliche Gemeinde (oder, wie sie als Juden sagen würden, sie kennen den „Weg”, die „Halakhah” Gottes). Sie haben diesen „Weg”, diese Ordnungen Gottes – zumindest was die Tauffrage betrifft – ja gerade erst dem Apollos näher erklärt (Apg 18,26b). Aber genau da liegt der springende Punkt: Was ist der „Weg Gottes”, was ist seine „Halakhah” für die neutestamentliche Gemeinde, wenn es um Dienste, Ämter und Struktur der Gemeinde geht? Darauf kommt es an – auf Gottes Ordnung. Denn es ist ja seine Gemeinde! Also: Würde eine begabte Frau wie Prisca, die nach den Ordnungen Gottes für die Gemeinde fragt und die in der „Halakhah” Gottes unterwiesen ist, die von Jesus und den Aposteln für die Gemeinde vorgezeichnet wurde – würde solch eine Frau in der einen, heiligen und apostolischen Gemeinde des Neuen Bundes das Lehr- und Leitungsamt bzw. den Hirtenund Lehrdienst anstreben können? Das ist die Frage, um die es geht. 2.2 Ein Blick auf die Umwelt des Neuen Testaments: Bevor wir also allzu schnell behaupten, die Urgemeinde hätte nur aus Rücksicht auf ihre Umwelt keine Pastorinnen gehabt, schauen wir uns lieber erst einmal an, was in der damaligen Umwelt galt – und was nach Gottes Ordnung in der christlichen Gemeinde gelten sollte. Vielleicht denkt jetzt einer: Damals in der Zeit der Apostel würde eine Frau den Hirten- und Lehrdienst nur deswegen nicht für sich beansprucht haben, weil die Umwelt immer noch so frauenfeindlich war, dass eine Frau einfach aus Rücksicht auf die patriarchalischen Strukturen der Umgebung nicht Pastorin oder Ältestin werden konnte.(13) Vielleicht fällt ihm dann aber gleich schon selber ein, dass die ersten Christen damals an sich aber durchaus willens waren, gegen den Strom zu schwimmen. Vieles, was sie glaubten und taten, wurde von ihrer Umgebung anders gemacht, anders gesehen, oder gar bekämpft. Doch für Gottes Wahrheit waren diese Christen bereit, Unverständnis (und Schlimmeres) zu ernten. Bevor wir also allzu schnell behaupten, die Urgemeinde hätte nur aus Rücksicht auf ihre Umwelt keine Pastorinnen gehabt, schauen wir uns lieber erst einmal an, was in der damaligen Umwelt galt – und was nach Gottes Ordnung in der christlichen Gemeinde gelten sollte. Werfen wir zunächst einen Blick auf das Judentum. Was galt für den Tempel? Im Jerusalemer Tempel gab es einen abgestuften Zugang zum Heiligtum; die Frauen hatten ihren eigenen Vorhof (Josephus, Contra Ap. 2,8; Bell. V. 5,2). Priesterinnen hat es im Tempel Jahwes nie gegeben. – Und wie war es in der Synagoge? Zur Synagoge hatten Frauen selbstverständlich Zutritt (Philo, Spec. leg. 111,171), ja, sie stellten dort oft einen großen Teil der Zuhörer (j. Ber. 9d). Allerdings konnte ein Synagogengottesdienst erst stattfinden, wenn zehn Männer anwesend waren. Wie aus der Bauweise der antiken Synagogen geschlossen werden kann, saßen die Frauen von den Männern getrennt, oft auf einer eigenen Frauengalerie. Frauen, die sich dem Studium der Torah widmeten, dürften die Ausnahme gewesen sein. Eine solche Ausnahme war Berurja, die Gattin des Rabbi Meir, die durch ihre Gelehrsamkeit bekannt war (b. Ber. 10a). Dass Mädchen sich mit der Torah beschäftigten, war zwar nicht verboten (b. Ned. 4,3). Es gab aber Stimmen wie die von Rabbi Elieser, der vertrat: „Wer seine Tochter die Torah lehrt, ist wie einer, der sie Ausschweifung lehrt!” (b. Sot. 3,4). Und in der Mischna wird zu den vier Dingen, die die Welt ruinieren, gezählt, wenn eine Frau Pharisäerin wird (m. Sotah 3,4). In der Synagoge konnte man Lesen und Schreiben lernen anhand der Torah. Allerdings wurde in der Mischna ausdrücklich verboten, dass eine Frau als Lehrerin für diesen Elementarunterricht angestellt wird (m . Kid. 4,13). Frauen waren zwar zum persönlichen Gebet verpflichtet (dem Achtzehngebet, m. Ber. 3,3) , zum Mitsingen des Lobpreises (m. Suk. 3,10) und zum Entzünden der Chanukkalichter (b. Schab. 23a). Aber Leitungsfunktionen im Gottesdienst, etwa als Synagogenvorsteher, hatten sie nicht.(14) Und auch das Predigen in der Synagoge stand ihnen nicht zu. Ob eine Frau in der Synagoge zur Schriftlesung aufgerufen werden konnte, ist in der Überlieferung umstritten: Einerseits gibt es eine Tradition nach der unter den Sieben, die zur Schriftlesung ausgewählt wurden, auch eine Frau sein konnte; andererseits wird dies später ausdrücklich verboten (t. Meg. 4,11; b. Meg. 23a Bar.). Leider muss man sagen, dass hinter der Art und Weise, wie man in der Synagoge Frauen einschätzte, nicht immer die Frage nach den Ordnungen Gottes stand, wie sie im Alten Testament niedergelegt waren, sondern eine davon abweichende Abwertung der Frau. Josephus hat diese Haltung in die Worte gefasst: „Die Frau ist in jeder Hinsicht geringer als der Mann” (c.Ap. 2,24). Oder auch: „Die Zeugenaussage einer Frau soll wegen der Leichtfertigkeit und Unbesonnenheit ihres Geschlechts nicht anerkannt werden!” (Ant. IV.8,15). Rabbi Jehuda schließlich lehrte: „Drei Lobsprüche muss man an jedem Tag sprechen: Gepriesen sei Gott, dass er mich nicht als Heiden geschaffen hat! Gepriesen, dass er mich nicht als Frau geschaffen hat! Gepriesen, dass er mich nicht als Unwissenden geschaffen hat!” (t. Berakh. 7,18).(15) Wie stand es nun im Blick auf die religiösen Pflichten und Dienste der Frau im römisch-hellenistischen Heidentum? Es mag genügen, dass wir auf folgendes hinweisen. Frauen in Griechenland hatten zwar in der öffentlichen Volksversammlung, der Ekklesia, nicht das Rederecht.(16) Aber in vielen Kulten der Griechen und Römer hatten Frauen die führende Rolle. Im Demeter-Kult standen dem Oberpriester, dem angesehensten der athenischen Priester, verschiedene Gruppen von Priesterinnen zur Seite: eine ihm im Ansehen gleichgestellte leitende Priesterin (die dadouchousa), zwei Priesterinnen aus priesterlichem Adelsgeschlecht (hierophantides genannt), und eine Schar von jungfräulichen Priesterinnen. Beim Orakel von Delphi amtierte an oberster Stelle die Pythia, eine seherisch begabte Kultprophetin. Göttinnen wie Aphrodite, Artetuis, Athena, Isis oder Vesta hatten ihre Kulte mit Priesterinnen bzw. mit aktiver weiblicher Beteiligung. Auch in den ekstatischen Kulten, wie dem Bacchuskult, und gewissen Mysterienreligionen spielten Frauen eine wesentliche Rolle. Ein Beispiel für die Bedeutung der Frau im griechischen Kult mag genügen. Auf einer Inschrift aus dem 1. Jahrhundert lesen wir folgende Widmung: „Der Stamm der Tethaden an Flavia Ammon, Tochter des Moschus, genannt Aristion, der Hohepriesterin des Tempels von Asia in Ephesus, Vorsteherin, zweifache Kranzträgerin, Priesterin von Massilia, Vorsteherin der Spiele, Ehefrau des Flavius Hermokrates, für ihre Exzellenz und anständiges Leben sowie ihre Heiligkeit”.(17) Nicht nur eine hohe Achtung spricht aus diesen Worten. Es wird vielmehr auch klar, dass diese Hohepriesterin des Tempels von Ephesus höchste religiöse Ämter und Ehrenfunktionen innehatte. Hätte in solch einer Umgebung die kleine Christengemeinde in Ephesus Anstoß erregt, wenn sie eine Frau wie Prisca schlicht zur `Pastorin´ gemacht hätte? Sicher nicht – höchstens bei den Juden in der Stadt. Aber die Synagoge in Ephesus wollte mit den Christen ohnehin nichts zu tun haben – und zwar aus ganz anderen Gründen (Apg 19,8f)! Wenn wir im Vergleich zu den Juden einerseits und den Griechen und Römern andererseits nach den Ordnungen Gottes im Neuen Testament schauen, fällt auf, dass die Bibel nicht den Weg der Synagoge geht mit ihrer Frauenverachtung und ihrem weitgehenden Ausschluss der Frau aus dem aktiven Leben und Dienst der Synagogengemeinschaft. Und es fällt auf, dass sie genau so wenig den Weg des hellenistischen und römischen Heidentums geht, in dessen Kulten Frauen vielfach die Leitung ausübten und Priesterinnen waren. 2.3 Anders als die Synagoge: Der neue Weg des Neuen Testaments: Schon Jesus hat die Frau in ganz anderer Weise geehrt und geachtet als die Synagoge seiner Zeit. Im Zusammenhang seiner Menschwerdung berichtet das Neue Testament von Frauen, die Dankpsalmen beten, die wir bis heute als Teil der Bibel haben (Lk 1,46), oder die prophetisch reden (Lk 2,36ff). Zu seiner Nachfolgerschar gehörten auch Frauen (Lk 8,1f). Frauen unterstützten seinen Dienst (Mt 27,55). Frauen nahmen an seiner Lehrunterweisung teil (Lk 10,38ff). Frauen bezeugen, was sie mit Jesus erlebt haben und lösen damit eine geistliche Bewegung aus (Joh 4,39). Der Auferstandene offenbart sich Frauen zuerst (Mt 28,9f; Joh 20,11ff) und Frauen werden die ersten Zeugen des Auferstandenen (Mt 28,7+10). Die Apostelgeschichte berichtet von Frauen, die aktiv an der häuslichen Unterweisung in biblischer Lehre beteiligt sind (Apg 18,26) oder die eine prophetische Begabung haben (Apg 21,9). Und auch Paulus spricht von Frauen, die seine Mitarbeiterinnen im Einsatz für das Evangelium waren, die sich in der Gemeinde einsetzten, ja, für Jesus plagten (Röm 16,3.6.12; Phil 4,2f). Er spricht von Frauen, die beten, und von Frauen, denen Gottes Geist etwas Aufbauendes oder Seelsorgerliches zu sagen auf das Herz legt (1Kor 11,5ff). Für dieses Beten und prophetische Reden auch der Frauen gibt der Apostel dann nähere Anweisungen (1Kor 14,3f+26ff; vgl. 1Tim 2,9f). Ganz selbstverständlich finden sich auch Diakoninnen in den paulinischen Gemeinden (Röm 16,1). Überhaupt wird der Dienst von Frauen in der Gemeinde geschätzt und erwartet (1Tim 5,3ff.10). In der Familie sollen Mütter bzw. Großmütter ihre Söhne und Enkel im Glauben erziehen (2Tim 1,5; 3,15); und ältere Frauen sollen jüngere in christlicher Familienethik unterweisen (Tit 2,3f). Kurz, das Neue Testament ist voll von Hinweisen auf engagierte Frauen in der christlichen Gemeinde. Daraus sollte nun aber keine falsche Folgerung gezogen werden. Man könnte angesichts all dieser Aussagen ja die Frage stellen: Liegt es nicht nahe, dass der Geist Gottes, der mit dem Neuen Testament für die christliche Frau die Fesseln der Synagoge sprengte, für Frauen und Männer vielleicht doch grundsätzlich die gleichen Aufgaben eröffnen will? Ist es möglicherweise die Absicht des Geistes Gottes, auch Frauen in den gemeindeleitenden Lehrdienst zu berufen und sie dafür mit seelsorgerlichen und lehrmäßigen Begabungen auszurüsten? Für das gemeindeleitende Amt kennt das Neue Testament viele Namen. Solche, die diesen Dienst tun, heißen Leiter (Hebr 13,17), Aufseher (Phil 1,1; 1Tim 3,1), Vorsteher bzw. Bischöfe (1Thess 5,12), Hirten (Eph 4,11) oder Älteste (Tit 1,5). Dabei wird mit diesen verschiedenen Namen immer der gleiche Leitungsdienst bezeichnet, wie wir im vorangehenden Kapitel bereits ausgeführt haben (Kap. 11, Absatz 3.3, These 9). Schaut man sich die zentralen Stellen des Neuen Testaments an, die von ihrem Dienst sprechen, so erkennt man folgende Aufgaben: • Sie leiten die Gemeinde in vorbildlicher Fürsorge und tragen vor Gott Verantwortung für sie (1Thess 5,12; Hebr 13,17; 1Petr 5,2-3); • Sie schützen die Gemeinde und treten falscher Lehre entgegen (Tit 1,9; Apg 20,28-31); • Sie kümmern sich seelsorgerlich um die Gemeinde und nehmen sich der Schwachen an (1Thess 5,12; Hebr 13,17; Apg 20,35); • Im Bild gesprochen: Wie ein Hirte die Herde weidet – und das heißt: sie leitet, schützt und nährt -, so geben sie der Gemeinde Führung, Schutz und geistliche Nahrung (Apg 20,28; 1Petr 5,2f). Nicht jeder, der im gemeindeleitenden Dienst des Ältesten / Hirten / Vorstehers / Aufsehers / Leiters steht, muss auch die Gabe des Predigens haben (vgl. 1Tim 5,17). Und doch ist umgekehrt mit dem Amt des Lehrers das des Hirten verbunden (Eph 4,11: „Hirten und Lehrer“ sind hier mit einem Artikel zusammengefasst). Wer diesen kombinierten Dienst des Hirten und Lehrers ausübt, soll von der Gemeinde angemessen versorgt werden, wie die Anweisung von 1Tim 5,17+18 deutlich macht. Damit ist angedeutet, dass dieser Dienst für den Berufenen unter Umständen zum Beruf werden kann. Von hierher dürfte sich dann auch das Berufsbild des `Pastors´ herleiten, das sich in den Kirchen der Reformation entwickelt hat. Unsere Frage bleibt: Hat Gott in seiner neutestamentlichen Gemeindeordnung dieses gemeindeleitende Amt (also den Ältestendienst) bzw. das Hirten- und Lehramt (was das heutige Berufsbild des `Pastors´ einschließt) für entsprechend begabte gläubige Frauen vorgesehen? […] aber die Gleichwertigkeit von Mann und Frau ist nicht gleichbedeutend mit gleicher Aufgabenstellung für beide. Manche möchten dies gerne bejahen. Sie verweisen darauf, dass im Kontext des Evangeliums „weder Mann noch Frau ist, sondern allzumal einer in Christus” (Gal 3,28). Richtig – aber diese Aussage hat nichts mit der Frage zu tun, ob Männer und Frauen die gleichen Aufgaben haben sollen. Der Vers spricht zur Rechtfertigung des Sünders, die für Frauen und Männer gleichermaßen allein aufgrund der Gnade durch den Glauben erfolgt. – Sie verweisen darauf, dass Männer vor Gott nicht mehr wert sind als Frauen, und zwar sowohl von der Schöpfung her, als auch von der Erlösung. Richtig – aber die Gleichwertigkeit von Mann und Frau ist nicht gleichbedeutend mit gleicher Aufgabenstellung für beide. – Sie verweisen darauf, dass doch auch Frauen Gaben der Lehre oder Leitung haben können. Richtig – aber sie vergessen, dass solche Gaben des Geistes Gottes innerhalb der Ordnungen gelebt werden sollen, die der gleiche Geist in der Schrift offenbart hat. – Sie verweisen darauf, dass das Neue Testament davon berichtet, dass Frauen prophetisch reden können (1Kor 11,5; Apg 21,9) und dass Prophetie ein die Gemeinde aufbauendes, seelsorgliches Reden sei (1Kor 14,3). Richtig – aber sie sehen nicht, dass solch ein Reden unter dem Eindruck, der Geist habe einem die entsprechenden Gedanken auf das Herz gelegt, nicht dasselbe ist wie biblische Predigt – und dass die jeweilige `Prophetie´ eine nicht autoritative Rede ist, die durch die Lehrer der Gemeinde geprüft werden muss. An diesem Prüfen beteiligen Frauen sich aber gerade nicht (1Kor 14,34ff). – Sie verweisen weiter darauf, dass schon Phöbe im Neuen Testament als `Prostatis´ bezeichnet werde (Röm 16,1-2) und dass dieses Wort mit `Vorstand´ übersetzt werden könne. Richtig – aber wenn sie daraus folgern, dass Phöbe `Vorsteherin´ der Gemeinde in Kenchreä gewesen sei, vergessen sie, dass das Wort genauso gut `Beistand´ heißen kann – ja dass es an der entsprechenden Stelle in Röm 16 sogar so übersetzt werden muss, weil dort Phöbe ausdrücklich als `Diakonin´ (und eben nicht als Vorsteherin) von Kenchreä bezeichnet wird – eine Diakonin, die zugleich ein erprobter `Beistand´ für Paulus war! – Aber gleich verweisen sie darauf, dass nach der Meinung mancher Ausleger in Röm 16,7 von einer `Apostelin´ Junia die Rede sei. Richtig, von solch einer Person und von Aposteln ist dort die Rede – aber sie übersehen, dass eine solche Übersetzung von Röm 16,7 auf tönernen Füßen stehen würde: Denn zum einen ist von der griechischen Textüberlieferung her unsicher, ob da von einem männlichen Junias oder einer weiblichen Junia die Rede ist; und zum anderen ist keineswegs ausgemacht ob hier gesagt sein will, dass dieser Junias bzw. diese Junia unter die Apostel zu zählen ist – oder nur, dass er oder sie bei den Aposteln ein gutes Ansehen genießt. Auch der klare neutestamentliche Befund, dass Jesus – bei aller Würdigung der Frauen – keine Frau in den Kreis seiner Apostel wählte, wird übersehen. Und so baut man auf eine unsichere Textüberlieferung und eine noch unsicherere Übersetzung einer auch ganz anders interpretierbaren dunklen Stelle gegen die klaren Aussagen anderer neutestamentlicher Stellen ein ganzes Lehrgebäude. Das aber ist alles andere als solide Theologie. – Sie verweisen schließlich darauf, dass Jesus Frauen zu Zeugen seiner Auferstehung berufen habe (Mk 16,7; Joh 20,17) – und dies entgegen aller jüdischer Vorurteile, die das Zeugnis von Frauen nicht gelten lassen wollten. Richtig, Frauen und Männer empfangen im Neuen Testament den Geist und bezeugen Jesus als den gekreuzigten Retter und auferstandenen Herrn. Hoffentlich sogar! Denn wer Jesus nicht bekennt vor den Menschen, den wird auch er nicht bekennen vor seinem Vater im Himmel (Mt 10,32f). Aber das macht Männer und Frauen noch nicht zu Pastoren und Pastorinnen! Das macht sie nicht zu Hirten und Lehrer in der Gemeinde des Neuen Testaments. Jeder Christ ist Zeuge von Jesus. Damit ist er oder sie aber noch nicht in ein bestimmtes Amt eingesetzt! Ich frage daher: Wo findet sich ein biblischer Hinweis dafür, dass Gott für seine neutestamentliche Gemeinde angeordnet hat, Frauen in den gemeindlichen Lehrund Leitungsdienst zu berufen? Ich habe das Neue Testament studiert – aber ich habe diesen Hinweis nicht gefunden. Ich frage daher: Wo findet sich ein biblischer Hinweis dafür, dass Gott für seine neutestamentliche Gemeinde angeordnet hat, Frauen in den gemeindlichen Lehrund Leitungsdienst zu berufen? Ich habe das Neue Testament studiert – aber ich habe diesen Hinweis nicht gefunden. Ich habe die Abhandlungen derer gelesen, die als evangelikale oder liberale Feministen die Einführung des Pastorinnen-Amtes mit Überzeugung vorantrieben, aber die biblische Basis blieb trotz aller Interpretationsbemühungen immer mager. Man argumentiert allgemein mit dem Geist Jesu, dem Geist des Evangeliums und dem Anbruch des endzeitlichen Gottesreiches; man bemüht Verse und theologische Gedankengänge, die viel Positives über Frauen aussagen, nur leider nicht zum Thema `Pastorin´ sprechen; und man baut gewichtige Folgerungen auf die Interpretation von ein, zwei dunklen Stellen, die – um das Mindeste zu sagen – einer ganz anderen Auslegung zugänglich sind, anstatt von hellen und klaren Stellen des Neuen Testaments auszugehen. Ganz zu schweigen von denjenigen, die unverhohlen Sachkritik am Neuen Testament üben und solche Schriftaussagen, die der gewünschten Frauenordination entgegen stehen, offen kritisieren, als unbiblische Einschübe werten oder den entsprechenden Stellen den apostolischen Ursprung absprechen. Wer so vorgeht übersieht: Das Neue Testament räumt Frauen eine andere Stellung ein als die Synagoge; aber trotzdem schwingt das Pendel nicht durch bis zum unbegrenzten Lehr- und Leitungsdienst von Frauen. 2.4 Anders als die griechisch-römischen Kulte: Der neue Weg des Neuen Testaments:In der griechisch-römischen Kultur, in der die Gemeinden der apostolischen Zeit lebten, hätte sich keiner gewundert, wenn christliche Gemeinden und ihre Gottesdienste von Frauen geleitet worden wären. In den vielerlei heidnischen Tempeln gab es eine breite Vielfalt: Kulte, die von Priestern geleitet wurden; Kulte, in denen Priesterinnen die führende Rolle spielten; und Kulte, in denen es beides gab. Das Neue Testament kennt aber weder weibliche Apostel, noch weibliche Ältestinnen, noch Hirtinnen und Lehrerinnen. Aber das ist nur die eine Seite. Wäre nämlich das Problem nur dies, dass ein klares Ja des Neuen Testaments zum Pastorinnen-Amt fehlt, wäre noch nicht ausgemacht, wie das Schweigen der Texte zu interpretieren wäre. Es könnte bedeuten, 1. dass es diese Ämter nicht geben soll; 2. dass es diese Ämter nicht gab, aber prinzipiell doch geben kann; oder 3. dass es diese Ämter zwar gab, sie aber aus unbekannten Gründen nicht erwähnt werden. Tatsächlich gibt es ja Themen, zu denen die Bibel nicht Ja sagt, aber auch nicht Nein. Sie lässt uns dann Freiheit, in Weisheit und im Sinne dessen, was insgesamt der Intention der Bibel entspricht, zu entscheiden, was wir tun sollen. So ist es aber nicht, wenn es um das Leitungs- und Lehramt der Frau in der Gemeinde geht. Zu diesem Thema spricht die Heilige Schrift. Und sie spricht da, wo sie das Thema berührt, nicht im Sinne der Befürwortung eines gemeindlichen Lehr- und Leitungsamtes von Frauen. Wo aber die Schrift spricht, da gilt es zunächst genau zu verstehen, was sie sagt. Und hat man sie verstanden, ist der Glaubensgehorsam gefordert, der dem nachkommt, was sie sagt – gleich, was andere Stimmen sagen. Menschlicher Widerspruch gegen das Sprechen der Schrift wäre Einspruch gegen Gottes Wort und damit Sünde. In 1 Kor 14 sagt die Heilige Schrift: „Wie in allen Gemeinden der Heiligen, sollen die Frauen schweigen in den Gemeindeversammlungen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim ihre Männer fragen. Es steht der Frau schlecht an, in der Gemeinde zu reden. Oder ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist’s allein zu euch gekommen? Wenn einer meint, er sei ein Prophet oder Pneumatiker, der erkenne, dass es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe. Wer aber das nicht anerkennt, der wird auch [von Gott] nicht anerkannt” (Verse 33b-38). Und in 1Tim 2,11-15 steht geschrieben: „Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Autorität ausübe, sondern still sei. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber hat sich zur Übertretung verführen lassen. Sie wird aber bewahrt werden durch die Kindsgeburt hindurch, wenn sie [die Frauen] im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung bleiben mit Besonnenheit.“ In den letzten Jahrzehnten sind diese Verse massiv in die Kritik geraten. Wie oben schon erwähnt, werden 1Tim 2,11ff. und 1Kor 14,33b-35 von Theologen gelegentlich „als höchst bedauerliche Konzessionen an den alten Adam“ abqualifiziert.(18) Nach der Mehrheitsmeinung in der historisch-kritischen Theologie stammen beide Texte nicht von Paulus; sie stimmten inhaltlich mit echten Paulusaussagen über die Frau oder über Adam und Eva nicht überein. 1Kor 14,33b-35 wird hypothetisch als nach-paulinische Glosse eines späteren Abschreibers angesehen, die aus Versehen in den Text gerutscht sei.(19) Die Verse 34 und 35 werden also als späterer Einschub gewertet, der nicht von Paulus stamme. Man verweist darauf, dass der so genannte `Westliche Text´ diese Verse erst nach V.40 bringe und nicht schon nach V.33. Dafür kann es allerdings ganz verschiedene Gründe geben. Festzuhalten ist aber, dass es keine einzige griechische Handschrift gibt, in der die Vv.34-35 fehlen würden, und dass die überwältigende Mehrheit der Textzeugen diese Verse an ihrem bekannten Ort, also im Anschluss an V.33, bringt. Trotzdem nehmen manche Kritiker an, diese Verse hätten ursprünglich nicht in 1Kor 14 gestanden. Irgendein Konservativer hätte sie – so wird hypothetisch angenommen – in der nach-paulinischen Zeit als persönliche Glosse an den Rand geschrieben; und spätere Abschreiber hätten sie dann teils nach V.33, teils nach V.40 in den Text eingefügt. Nur, warum gibt es dann nicht eine einzige Bibelhandschrift ohne diese Verse? Und warum hat dieser vermeintliche Glossator nicht gleich noch versucht, seine Glosse mit 1Kor 11 zu harmonisieren, wo doch von prophezeienden Frauen die Rede ist? Es scheint viel wahrscheinlicher, dass diese Verse ursprünglich dort hingehörten, wo sie heute in unseren Bibeln stehen und dass ein vereinzelter früher Abschreiber in der westlichen Tradition die Verse an das Ende des Kapitels stellte, weil er nicht sah, wie sie zum Thema `Prophetie´ passen, das Paulus im unmittelbar vorangehenden Kontext behandelt.(20) Ähnlich wird 1Tim 2,11-15 – wie der gesamte 1. Timotheusbrief und die übrigen Pastoralbriefe – als pseudonyme Fälschung angesehen und damit a priori abgewertet.(21) Letztlich bestimmt dabei der Ausleger von seinen Hypothesen her, was er in der Bibel als apostolisch und verbindlich gelten lassen will und was nicht. Diese Pseudepigraphie-Hypothesen widersprechen aber nicht nur dem Wortlaut der biblischen Texte, die – etwa für den 1. Timotheusbrief – ausdrücklich paulinische Verfasserschaft beanspruchen (1,1; vgl. 1,12f.18); sie übersehen auch, dass Pseudepigraphie in der Antike allgemein, erst recht aber im frühen Christentum mit seinem hohen Wahrheitsethos als unakzeptabel galt.(22) Gegen paulinische Verfasserschaft werden in der Regel angeführt: die Sprache der Pastoralbriefe, die in den Pastoralbriefen vorausgesetzte Gemeindestruktur sowie die Schwierigkeit, die historischen Hinweise der Pastoralbriefe in dem Geschichtsrahmen der Apostelgeschichte unterzubringen. (Man wundert sich dabei teilweise, welcher Scharfsinn darauf verwendet wird, Paulus vor seinen eigenen Aussagen zu schützen – und ihn dafür den eigenen mitgebrachten Vorstellungen anzupassen…). Tatsächlich zeigt eine genaue Untersuchung des Sprachgebrauchs, dass es `den´ Sprachgebrauch der Pastoralbriefe gar nicht gibt, dass es vielmehr sprachliche Unterschiede zwischen den Pastoralbriefen gibt, die vergleichbar sind mit denen zwischen und zu den anerkannten Paulusbriefen und die sich von daher erklären, dass Paulus sich auf die jeweilige Situation einstellt.(23) Die Fragen um die Gemeindeordnung lösen sich, wenn man nicht von einem verengten paulinischen Gemeindeverständnis ausgeht, das charismatische Ordnung und Ämterstruktur gegeneinander ausspielt, stattdessen aber mit situationsbedingten Nuancen in der Gemeindeentwicklung rechnet.(24) Und dass sich die historischen Situationsangaben der Apostelgeschichte und der Pastoralbriefe durchaus harmonisieren lassen, ist längst nachgewiesen worden.(25) Die Verse 1Tim 2,11-15 werden teils (unter Voraussetzung der Pseudonymitäts-Hypothese) als situationsbedingte Anweisungen gesehen, die lediglich auf bestimmte, durch reiche anmaßende Frauen verursachte Missstände in Hausgemeinden zu Beginn des 2. Jahrhunderts antworten würden, aber darüber hinaus keine allgemeine Geltung beanspruchen dürften.(26) Gelegentlich wird dieser Abschnitt aber auch massiver kritisiert als „massive Abschweifung vom Thema“, „späterer Nachtrag und Verfälschung“, als Abschnitt, der „mit flachem Schlagwort und simplem Männerstolz“ rechne, im Widerspruch zur Frauenfreundlichkeit von Jesus stehe und (V.13f) mit 1Mo 3 nicht in Einklang zu bringen sei.(27) Andere vermeiden den Weg der Sachkritik an den biblischen Aussagen, relativieren deren Gültigkeit aber auf dem Weg der Uminterpretation28: In 1Tim 2 gehe es nur um eine situationsbedingte Anweisung für eine vorübergehende Maßnahme. Vermutlich habe eine einzelne Frau in der Gemeinde von Ephesus Schwierigkeiten gemacht. Sie habe möglicherweise ihrem Mann, der möglicherweise einer der Gemeindeleiter war, öffentlich in der Gemeinde widersprochen. Zur Strafe dürfe sie nun eine Weile nicht mehr lehren. Sie solle jetzt erst einmal ein Kind zur Welt bringen, und wenn es dann in der Ehe gut weitergehe (so werden die Verse 12-15 interpretiert), dürfe sie auch wieder lehren. Natürlich dürfe man aus dieser seelsorgerlichen Maßnahme angesichts eines vereinzelten Eheproblems keine Anweisung für den Gemeinde- und Lehrdienst der Frau allgemein ableiten. – Und so wird durch eine hypothetische Konstruktion die Textaussage neutralisiert, was der Autorin umso leichter gelingt, als sie zuvor schon 1Kor 14,34 als entweder nicht-paulinisch oder uminterpretierbar erklärt hat (S. 27f). – Die Beispiele für eine interpretative Relativierung des Lehr- und Leitungsverbots für Frauen in 1Tim 2 ließen sich vermehren. Die einen begründen dies unter Hinweis auf die Umwelt damals: diese sei so frauenfeindlich gewesen, dass die Gemeinde es sich schon aus Rücksicht auf ihr Zeugnis nach außen nicht leisten konnte, Frauen zum Leitungs- und Lehrdienst zuzulassen. Aber wir haben schon gesehen, dass gerade für eine Gemeinde wie die in Ephesus (1Tim 1,3) – einer Stadt, in der Priesterinnen ganz selbstverständlich waren – dieses Argument nicht sticht. – Andere verweisen auf die Irrlehre, die die Gemeinde in Ephesus bedrohte und die der erste Timotheusbrief bekämpft: Dort sei eine gesetzliche, asketische, ja, gnostische Richtung eingebrochen (1,4ff; 4,1ff; 6,4ff.20), von der auch Frauen nicht unbeeinflusst blieben (5,15; vgl. 2Tim 3,6f). Und eben wegen dieses Einflusses der Irrlehrer auf die Frauen, so sagt man, werde in dieser speziellen Situation den Frauen das Lehren untersagt. Nur: von dieser Irrlehre waren nicht nur Frauen beeindruckt, sondern auch Männer! Da gab es eine ganze Reihe von kleinen „Gesetzeslehrern”, wie Paulus sie nennt, in der Gemeinde (1,7); und Alexander und Hymenäus werden ausdrücklich als verführte Verführer genannt (1,19f; 2Tim 2,17f). Also wenn schon, dann müsste Paulus hier Frauen wie Männern das Lehren verbieten! Wir sehen, es wird dem Text nicht gerecht zu sagen, dieses Lehr- und Leitungsverbot für Frauen habe nur in der damaligen besonderen Situation seine Geltung gehabt. Treue zur Bibel lässt biblische Texte – gerade auch widerständige Texte – das sagen, was sie ihrem Wortlaut nach sagen wollen. Was diese ursprüngliche Textintention ist, darüber mag anhand der offenen Bibel mit exegetischen Gründen gestritten werden. Problematisch wird es, wenn der Text kritisiert statt ausgelegt wird; oder wenn Hypothesen dazu führen, dass der Wortlaut durch Interpretationskünste am Ende in sein Gegenteil verkehrt wird. Wenden wir uns nun zunächst 1Kor 14 zu. Wir fragen: Was will Paulus in 1Kor 14,33b-38 lehren? Es hat viele Erklärungsversuche gegeben. Ich meine, folgende Auslegung wird dem Text und dem Kontext am besten gerecht. Von V.29 an erklärt der Apostel wie es beim prophetischen Reden zugehen soll: nämlich in guter Ordnung und mit anschließender Prüfung der prophetischen Worte. Nach 1Kor 11 können durchaus auch Frauen prophetisch reden. Jetzt aber macht der Apostel deutlich, dass diese Frauen sich nicht am Prüfen der Prophetien in der Gemeinde beteiligen sollen. Die christliche Frau beteiligt sich zwar am geistlichen Lernen, bespricht Lehrfragen durchaus auch mit ihrem Mann, übt aber keine öffentliche Lehrfunktion aus wie dies beim Annehmen oder Verwerfen prophetischer Worte für die Gemeinde der Fall wäre.(29) Nicht auf Grund der damaligen Umwelt, nicht auf Grund der speziellen Gefährdung der Gemeinde, nicht nur für den Sonderfall einer besonderen Anmaßung einiger Frauen damals, sondern auf Grund der Schöpfungsordnung und des Entschlusses Gottes, den er im Zusammenhang mit dem Sündenfall und dem Hören Evas auf den Verführer gefasst hat, soll die Frau in der Gemeinde das Lehr- und Leitungsamt nicht ausüben Diese Auslegung harmoniert mit der Lehraussage von 1Tim 2,11ff. Je nachdem wie man dort den Zusammenhang von V.8 und V.9 versteht, sagt Paulus hier zunächst, dass Männer und Frauen gleichermaßen beten sollen – vorausgesetzt, es geschieht jeweils in der richtigen geistlichen Haltung.(30) Ausdrücklich spricht der Apostel in V.10 davon, dass Frauen sich zu Gott bekennen (was wohl kaum als allein im stillen Kämmerlein geschehend gedacht ist!). Aber zugleich setzt Gott eine bestimmte Grenze: Zu lehren und Autorität über den Mann auszuüben ist der Frau nicht gestattet (V.12). Dass hier ausgerechnet das Lehren und Leiten in einem Atemzug genannt wird, erinnert an den Dienst des Hirten und Lehrers (vgl. Eph 4,11), der das Lehr- und Leitungs-Amt in der Gemeinde wahrnimmt. Genau diese Funktion, von der dann ja auch gleich anschließend in 1Tim 3,1-7 die Rede ist, soll eine Frau nicht ausüben. Das Wort „Lehren“ ist hier ganz normal positiv gebraucht – ist nicht einzugrenzen auf das Verbreiten von Irrlehren (was ja auch Männern verboten wäre!). Thomas R. Schreiner weist zu Recht darauf hin: „Die übrigen Bezugsstellen der Pastoralbriefe verdeutlichen, dass das Lehren in der öffentlichen Weitergabe von autoritativem Material besteht (vgl. 1.Tim 4,13.16; 6,2; 2.Tim 4,2; Tit 2,7). Insbesondere die Ältesten sollen viel Arbeit auf das Lehren verwenden (1.Tim 5,17), so dass sie die Irrlehrer widerlegen können, die ihre falsche Lehre verbreiten (1.Tim 1,3.10; 4,1; 6,3; 2.Tim 4,3; Tit 1,9.11). Es ist von größter Wichtigkeit, dass die richtige Lehre und das apostolische Erbe an die nächste Generation weitergegeben werden (2.Tim 1,12.14; 2,2).“(31) Dass Frauen diese autoritative Lehrfunktion in der Gemeinde nicht wahrnehmen sollen, heißt aber nicht, dass sie sich nicht mit biblischer Lehre beschäftigen sollten! Sie sollen lernen (V.11) – aber nicht lehren. Wenn es um das Lehren geht, sollen sie vielmehr still bleiben (V.11a+12b). Welche Begründung gibt die Bibel für dieses ausdrückliche Verbot? Der Zusammenhang (Vv. 13+14) macht das klar. Nicht auf Grund der damaligen Umwelt, nicht auf Grund der speziellen Gefährdung der Gemeinde, nicht nur für den Sonderfall einer besonderen Anmaßung einiger Frauen damals, sondern auf Grund der Schöpfungsordnung und des Entschlusses Gottes, den er im Zusammenhang mit dem Sündenfall und dem Hören Evas auf den Verführer gefasst hat, soll die Frau in der Gemeinde das Lehr- und Leitungsamt nicht ausüben. Adam wurde zuerst geschaffen und Eva ihm als Gehilfin zugeordnet (1Mo 2,7+18). Darin liegt das Haupt-Sein des Mannes und damit seine Haupt-Verantwortung in Familie und Gemeinde begründet. Auf diese Schöpfungsordnung musste Eva, nachdem sie auf den Versucher gehört und in der Folge ihren Mann zur Sünde verführt hat, wieder hingewiesen werden: „Er soll Dein Herr sein!” (1Mo 3,16b).(32) Auf jene Grundtatsachen des Menschseins weist Paulus hin, wenn er das Lehr- und Leitungsverbot für die Frau begründet. Nicht etwa die besseren Fähigkeiten des Mannes sind der Grund; auch nicht eine vermeintlich größere Anfälligkeit der Frau für Verführung. Sondern der souveräne Wille Gottes, wie er sich in der schöpfungsmäßigen Zuordnung von Mann und Frau äußert; und Gottes freier Willensentschluß, den er hier nun als neutestamentliche Konsequenz aus der Tatsache des Hörens der ersten Frau auf den Versucher kundtut, das sind die Gründe für dieses göttliche Nein. Ganz entsprechend wird in 1Kor 14 das dort ausgesprochene Lehrverbot der Frau letztlich im Willen Gottes begründet. Drei Begründungen werden dort im Einzelnen genannt. Der erste Grund ist die übereinstimmende Praxis der Gemeinden: Auch in den übrigen Gemeinden nehmen die Frauen nicht an der lehrmäßigen Entscheidung über eine Prophetie teil: „Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen…”, heißt es in V.33b+34. – Der zweite Grund ist, dass diese Anweisung dem entspricht, was schon in der alttestamentlichen Torah steht. Die Frauen sollen, wenn es um Lehre geht, in der Gemeinde nicht das Wort ergreifen, „sondern sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt” (V.34b) – ein Hinweis, der sich wohl auf die im Gesetz genannte Schöpfungsordnung bezieht (vgl. 1Mo 2,20-24; 1Kor 11,80). – Der dritte Grund ist – so Paulus – ganz einfach, „dass es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe. Wer aber das nicht anerkennt, wird von Gott nicht anerkannt” (Vv.37b-38). Hier wird der ganze Ernst der Sache sichtbar. Reinhard Slenczka hat dies in seinem Plädoyer gegen die Einführung der Frauenordination vor der Synode der Evangelischen Kirche von Schaumburg-Lippe folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Wer für die Frauenordination entscheidet, entscheidet also gegen den Konsens der Kirchen, gegen das Gesetz Gottes und gegen das Wort des Herrn. Er entscheidet zugleich gegen solche Glieder der Gemeinde, die sich an dieses Wort gebunden wissen.”(33) – Wenn heute nicht nur Landeskirchen, sondern auch Freikirchen sich für die Berufung von Frauen als Pastorinnen entscheiden, entscheiden sie sich damit gegen Gottes Wort. Sie setzen damit zugleich Gottes Segen aufs Spiel. Denn wer dieses Wort Gottes zum öffentlichen Lehren der Frau nicht anerkennt, wird von Gott nicht anerkannt (1Kor 14,38). Ohne diese Anerkennung Gottes kann eine Gemeinde aber nicht leben. Sie läuft Gefahr, dass sie den Namen hat, dass sie lebt – und ist tot. Das ist immer das Risiko des Sündigens gegen Gottes Gebot. Andererseits ist aus der biblischen Ablehnung des gemeindlichen Lehr- und Leitungsamtes der Frau nicht der Schluss zu ziehen, die Gemeinde solle hinsichtlich der Mitarbeit ihrer Frauen auf den Stand der antiken Synagogen zurück fallen! Andererseits ist aus der biblischen Ablehnung des gemeindlichen Lehr- und Leitungsamtes der Frau nicht der Schluss zu ziehen, die Gemeinde solle hinsichtlich der Mitarbeit ihrer Frauen auf den Stand der antiken Synagogen zurück fallen! Frauen ist im Neuen Testament nicht jede Art von Lehren untersagt. Sie unterweisen die nächste Generation (2Tim 1,5; 3,15) und sind „Lehrerinnen des Guten“ gegenüber anderen Frauen (Tit 2,3); sie sind an Lehrgesprächen auch gegenüber Männern beteiligt (Apg 18,26); und überhaupt erwartet das Neue Testament, dass Christen „einander lehren und seelsorglich ermahnen“ sollen (Kol 3,16). Darüber hinaus sind sie Teil der betenden, singenden, von Gottes Geist geführten, Christus bezeugenden, dienenden, helfenden, und auch in der Gesellschaft Verantwortung tragenden Gemeinde. – Um an dem Prolog zu Teil 2 dieses Kapitels anzuknüpfen: Prisca, diese treue und begabte Mitarbeiterin des Paulus, ist nicht Hirtin und Lehrerin in ihrer Hausgemeinde geworden. Die Priesterinnen in den Tempeln von Ephesus waren ihre Schwestern nicht. Aber auch die Brüder Rabbiner aus der Synagoge konnten für ihr Leben und ihren Dienst nicht mehr den Maßstab setzen. Den setzte ein anderer – auf einem dritten Weg: dem Weg des praktizierten Talents in den Ordnungen des Neuen Testaments. Auf diesem Weg sind seither viele Priscillas – und viele Aquilas – im Segen unterwegs, bis heute. 3. Gedanken zum Schluss. Wir haben in der Überschrift zu diesem Kapitel die Frage aufgeworfen, ob die Stellung zur Frauenordination ein Testfall für Bibeltreue sein könne. Mir kommt zu dieser Frage eine Bemerkung von Professor Hans Bietenhard in den Sinn, die er seiner Monographie über das Millennium voranstellte: „Man könnte oft versucht sein, die wirkliche oder nur vorgegebene Schriftgemäßheit einer Theologie daran zu messen, ob sie bereit ist, die Erwartung eines tausendjährigen Reiches auszusprechen oder nicht. Zugegeben – es handelt sich hier um einen vorgeschobenen, extremen Punkt der Lehre, aber gerade an solchen Punkten lässt sich oft am allerbesten erkennen – wie an der Nadel eines Seismographen! – was in den letzten Tiefen der betreffenden Theologie für treibende Kräfte am Werke sind…“.(34) Vielleicht ist ja auch die Stellung zum Hirten- und Lehramt von Frauen solch ein theologischer Seismograph. Gerade an den Punkten der Lehre, an denen die Kräfte des Zeitgeistes und der Gesellschaft besonders heftig rütteln, kann sich zeigen ob Christen im allgemeinen und Theologen im besonderen bereit sind Position zu beziehen, oder ob sie – im offenen Widerspruch oder in gelenkigen Interpretationen – daran gehen biblischen Boden zu evakuieren. Sicher, es könnte sein, dass geschichtliche Entwicklungen auch einmal zeigen, dass man biblische Sachverhalte bisher falsch verstanden hat. Dann wäre es keine Frage der Bibeltreue, vielmehr bloße Traditionstreue, diese Sichten beizubehalten. Es gibt aber auch eine rückgratlose exegetische Leidensscheu, die es vorzieht biblische Aussagen in Frage zu stellen, statt sich von den Zeitgenossen in Frage stellen zu lassen. Angesichts der biblischen Evidenz spricht manches dafür, das Ja oder Nein zur Frauenordination heute zu Recht als einen Testfall für wirkliche und nicht nur vorgegebene Treue zur Schrift zu sehen. Morgen heißt der Testfall vielleicht schon Trauung gleichgeschlechtlicher Paare oder Euthanasie oder Abrahamitische Ökumene. Morgen? 1Kor(1) Landesbischof Heinrich Herrmanns, „Beitrag für die Entscheidung zur Frauenordination“, idea-Dokumentation, Nr. 28/91, S.23.(2) Kirchenamt der EKD (Hrsg.), Frauenordination und Bischofsamt, Hannover 1992, S.3f.(3) Ein typisches Beispiel für solch eine liberale Vereinnahmung von Luther ist die Dissertation von Christine Globig, Frauenordination im Kontext lutherischer Ekklesiologie: Ein Beitrag zum ökumenischen Gespräch, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1994, vgl. S.23-48 und 143-182: Wenn man die Lehre vom Allgemeinen Priestertum im Licht von Gal 3,28 als Ermöglichung der Frauenordination interpretiere, hätte man Luther besser verstanden, als er sich selbst verstanden hat.(4) Zum Zeugnis der Alten Kirche und biblischen Begründung der Ablehnung der Frauenordination in der Katholischen Kirche siehe Manfred Hauke, Die Problematik um das Frauenpriestertum vor dem Hintergrund der Schöpfungs- und Erlösungsordnung, Paderborn: Bonifatius, 1982, S. 496.(5) Luther Lee, „Woman´s Right to Preach the Gospel: A Sermon, preached at the Ordination of the Rev. Miss Antoinette L. Brown” (1853), in: Donald W. Dayton (Hrsg.), Five Sermons and a Tract by Luther Lee, Chicago: Holrad House, 1975, S. 77-100.(6) Vgl. Dagmar Herbrecht u.a. (Hrsg.), Der Streit um die Frauenordination in der Bekennenden Kirche: Quellentexte zu ihrer Geschichte im Zweiten Weltkrieg, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener, 1997, 511 Seiten.(7) Richard von Weizsäcker in: Leonore Volz (Hrsg.), Frauen auf der Kanzel? Eine brennende Frage unserer Kirche, Stuttgart: Quell, 1967, S.5.(8) In dem vom Dienst von Diakonisssen geprägten Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD) vertrat Pastor Emanuel Scholz schon 1964, dass Frauen vor allem vor Frauen, bei einem Mangel an Predigern, aber auch bei besonderer Begabung das Predigtamt problemlos wahrnehmen könnten, E. Scholz, Die Frau im Verkündigungs- und Zeugendienst der Gemeinde, Marburg: Francke, 1964, S.49ff; für Norbert Schmidt, „Ausbildung von Frauen im Theologischen Seminar Brüderhaus Tabor“ (Marburg: Tabor, März 1997), S.9+12, gilt, dass ein Text wie 1Tim 2,9ff „als kulturell nicht mehr relevant“ zu lesen ist, und Stellen, die das Lehren von Frauen einschränken, „keine allzeit gültige Gemeindeordnung im Sinne von kanonischem Recht“ seien. Von begabten Frauen in der Mission her sprach sich der damalige Leiter des Theologischen Seminars St.Chrischona, Reinhard Frische, programmatisch für „Frauen in den Verkündigungsdienst!“, Chrischona aktuell, 10 (1/2001), S.3, aus. Im gleichen Sinn forderte der Präses des Gnadauer Evangelischen Gemeinschaftsverbandes, Christoph Morgner, eine verstärkte Einbeziehung von Frauen in den Verkündigungs- und Leitungsdienst, da dem keine biblischen Aussagen entgegenstünden angesichts dessen, dass strittige Stellen nur in ihrem historischen Zusammenhang zu sehen seien und Paulus in einer Zeit wie der heutigen, „in der Frauen ihr Abitur ablegen, Professoren- und Ministerämter bekleiden“, ähnliches nicht schreiben würde (ideaSpektrum, 8/1993, S.8). – Anders votiert der Evangelische Verein für Innere Mission Augsburgischen Bekenntnisses (Stellung und Dienst der Frau in der Gemeinde, Karlsbad-Langensteinbach, 23. 10. 2004), der Siegerländer Gemeinschaftsverband (Die Frau in der Gemeinde Jesu: Arbeitspapier, Siegen-Weidenau: Ev. Gemeinschaftsverband Siegerland und Nachbargebiete, 18. 04. 1988) sowie die Evangelische Gesellschaft für Deutschland (Leitlinien zum Dienst der Frau in der Gemeinde, hrsg. Klaus Riebesehl, Radevormwald: Ev. Gesellschaft, 2004, 49 Seiten), die Frauenordination, hauptamtlichen Pastorinnen- und Ältestendienst von Frauen u.ä. ausschließen. Zurückhaltend votieren auch H. Hempelmann, Gottes Ordnungen zum Leben: Die Stellung der Frau in der Gemeinde, Bad Liebenzell: VLM, 2003, und W. Neuer, Mann und Frau in christlicher Sicht, Gießen: Brunnen, 1981.(9) G. Wagner / I. Wieser, „Das Bild der Frau in der biblischen Tradition“, Theologisches Gespräch, 3-4 und 5-6 / 1980, S.18-33: Dass Maria Magdalena als Zeugin des Auferstandenen nicht zum Apostel gewählt worden sei, könne nur mit dem damaligen jüdischen Vorurteil gegen Frauen zu tun haben (S.25f); Stellen wie Gal 3,26ff, 1Kor 7 u. 11,2-16 zeigten, dass Paulus zwar „die sozialen Konsequenzen der eschatologischen Gabe des Geistes prinzipiell erkannt (habe), mit ihrer Durchsetzung in der Praxis allerdings einige Mühe hatte“ (S.28); bei Stellen wie 1Tim 2,11-15 und 1Kor 14,33b-35 handele es sich um „nachpaulinische Entwicklungen“, die nicht von einem Apostel stammen könnten: diese Texte seien „als höchst bedauerliche Konzessionen an den alten Adam“ und als ein „Rückfall“ anzusehen (S.30+31). – Andere argumentierten nicht bibelkritisch, sahen in der Ordination von Frauen zum Pastorendienst im Fall der Begabung dafür aber einen „evangeliumsgemäßen“ Weg in Übereinstimmung mit Gal 3,26ff und schwiegen sich über dem entgegen stehende Schriftaussagen aus, so E.P. Brandt, „Theologischer Zwischenruf zur Diskussion um den Dienst der Frau“, Die Gemeinde, 16/1990, S.4-5.(10) So der Bund Freier evangelischer Gemeinden, vgl. das Votum der Bundesleitung für den `Bundestag´ vom 16. Sept. 2000 (Frauen in der Gemeindeleitung, Witten: Bundeshaus BFeG, 2000, 11 Seiten). Vgl. aber schon 1985 Gerhard Hörster, „Frauen auf die Kanzel?“, PUNKT, 7-8/1985, S.8: „Eine Mitarbeit von Frauen in der Leitung von Gemeinden ist nach dem Gesamtzeugnis des Neuen Testaments nicht untersagt, aufgrund der Erlösungsordnung nahe liegend und aufgrund der seelsorgerischen Gemeindesituation empfehlenswert… Eine Mitarbeit von Frauen in der Verkündigung ist im Neuen Testament auf der einen Seite praktiziert und auf der anderen Seite in einem Brief ausdrücklich untersagt. Sie ist darum eine Ermessenssache.“ Vgl. auch G. Hörster, „`Einer Frau gestatte ich nicht…´: Frauen in der Gemeindeleitung – der biblische Befund“, Christsein Heute, 21/2000, S.4-7, wo er (S.6f) unter Berufung auf eine längst widerlegte `Übersetzung´ von 1Tim 2,12, wie sie Catherine und Richard Clark Kroeger aufgebracht hatten, des Lehr- und Leitungsverbot von Frauen relativiert. Frau Kroegerhatte 1979 das dort gebrauchte Wort authenteo zunächst mit Fruchtbarkeitsriten in Verbindung gebracht, was in der Fachliteratur aber auf Ablehnung stieß: 1992 hatte sie dann als `Übersetzung´ vorgeschlagen: „sich als Urheber (des Mannes) bezeichnen“, was ephesischen Frauen von Paulus verboten werde. Dazu dass sich diese Übersetzung nicht halten lässt sowie zu den immer neuen Interpretationsvorschlägen von Ehepaar Kroeger im Einzelnen, siehe H.S. Baldwin, „Ein schwieriges Wort in 1Tim 2,12“, in: A.J. Köstenberger u.a. (Hrsg.), Frauen in der Kirche: 1.Timotheus 2,9-15 kritisch untersucht, Gießen: TVG Brunnen, 1999, S.69-88; und A.J. Köstenberger, „Eine komplexe Satzstruktur in 1.Timotheus 2,12“, ebd., S.89-113, speziell S.98ff. Die bereits als falsch erwiesene und offensichtlich vom Wunsch nach einem bestimmten Ergebnis bestimmte Übersetzung von 1Tim 2 wird nun bedauerlicherweise trotzdem auch auf deutsch weit publiziert, s. R. und C. Clark Kroeger, Lehrverbot für Frauen? Was Paulus wirklich meinte, Witten: R.Brockhaus, 2004.(11) So die schweizerischen Freien ev. Gemeinden: Die Frau in der Gemeinde: Eine theologische Stellungnahme des Bundes Freier Evangelischer Gemeinden in der Schweiz (ohne Ort und Jahr, aber nach Mitte der 1990er Jahre); vgl. auch die Stellungnahme von M. Liebelt, Frauenordination: Eine Bestandsaufnahme zur Kontroverse um die Frage nach der Ordination der Frau im freikirchlichen und evangelikalen Bezugsrahmen des Mülheimer Verbandes (2001).(12) Vgl. dazu den informativen Beitrag von Robert W. Yarbrough, „Die Hermeneutik von 1. Timotheus 2,12“, in: A.Köstenberger u.a., Frauen in der Kirche, Gießen: TVG Brunnen, 1999, S.185-245. Als Beispiel für solche `evangelikale´ Interpretationskünste, die widerständige biblische Aussagen als kulturell bedingte historische Schale vom evangeliumsbestimmten Kern lösen und so ohne offene Bibelkritik Reste eines von der Erlösung her überwundenen Patriarchats überwinden wollen, kann der im Rahmen der Kommission für Frauenfragen der Weltweiten Evangelischen Allianz entstandene Titel gelten: M.B. Smith / I. Kern (Hrsg.), Ohne Unterschied? Frauen und Männer im Dienst für Gott, Gießen: Brunnen, 2000, wo Rudolf Westerheide im Geleitwort (S.9) treffend bemerkt: „Wir machen alles so wie alle anderen auch – nur zwanzig Jahre später als die Gesellschaft und fünfzehn Jahre später als die liberalen Kirchen.“ Siehe dazu auch die Rezension von J. Eber in JETh, 15 /2001, S.223f.(13) Ähnlich W. de Boor, Der erste Brief des Paulus an die Korinther, 2.Aufl., Wuppertal: R.Brockhaus, 1973, S.248, zu 1Kor 14,33b-36: „Der Gesichtspunkt des Apostels, wenn er unseren Abschnitt in seinem Brief schrieb, ist einfach der: Die Gemeinde Jesu kann und darf der Frau nicht eine Stellung geben, die sie sonst in der Öffentlichkeit nicht hat und die dem sittlichen Empfinden der Zeit widerspricht. Dann heißt es aber für uns heute: die Gemeinde Jesu kann und darf der Frau nicht eine Stellung verweigern, die sie sonst in der Öffentlichkeit hat und die dem ganzen selbstverständlichen Empfinden der Zeit entspricht.“(14) Auf einigen Inschriften aus Synagogen der Diaspora werden Titel wie „Synagogenoberhaupt” (archisynagogos), „Älteste” (presbytera), „Mutter aus der Synagoge” (meter synagoges) und „Patriarchin“ (archegissa) für einzelne Frauen aus der wohlhabenden Schicht gebraucht. J.B. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, S. 149-151, hat daraus geschlossen, dass diese Frauen auch die entsprechende Funktion ausgeübt haben. G. Mayer, Die jüdische Frau in der hellenistisch-römischen Antike, Stuttgart 1987, S. 90f, widerlegt dies aber überzeugend mit dem Hinweis, dass auch Kinder, die solche Funktionen noch gar nicht ausüben konnten, derartige Titel trugen. Es geht offenbar in beiden Fällen um Angehörige einer Familie, in der sich das entsprechende Amt vererbt.(15) Dass die Synagoge mit solchen Akzentuierungen deutlich hinter dem zurück blieb, was das Alte Testament positiv über die Rolle der Frau in Israel zu sagen hat, sei hier nur knapp erwähnt. Das Alte Testament zeigt uns Frauen die singen, beten, ihren Gott bezeugen und prophetisch reden (2Mo 15,20; 1Sam 2,1ff; Ri 4,4; 2Kö 22,14; Ps 68,12; Joel 3,1); und auch im Alltag Israels nehmen Frauen eine durchaus aktive und verantwortungsvolle Stellung ein (Spr 31,10ff; Ri 4-5; 1Sam 25,3ff; 1Kö 10,1ff; 2Kö 11,2f).(16) Oxford Classical Dictionary, Oxford 1970, S. 376.(17) H. W. Pleket, Epigraphica II, Leiden 1969, S. 11(18) G. Wagner / I. Wieser, „Das Bild der Frau in der biblischen Tradition”, Theologisches Gespräch, 3-4/5-6 (1980), S.31(19) Beispielsweise H. Conzelmann, Der erste Brief an die Korinther, Kritisch-Exegetischer Kommentar über das Neue Testament, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1969, S.289f.(20) Ausführlicher zum textkritischen Problem siehe Don Carson, “Silent in the Churches…”, in: J. Piper / W. Grudem (Hrsg.), Recovering Biblical Manhood & Womanhood, Wheaton: Crossway 1991, S. 141-145.(21) Beispielsweise J. Roloff, Der erste Brief an Timotheus, Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament, Zürich: Benziger / Neukirchen-Vluyn: Neukirchener, 1988, S.23ff + 126ff; oder auch M. Wolter, Die Pastoralbriefe als Paulustradition, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1988.(22) Zur Auseinandersetzung mit der Pseudepigraphie-Hypothese im frühen Christentum und den Paulusschriften siehe Armin D. Baum, Pseudepigraphie und literarische Fälschung im frühen Christentum, WUNT 2, Tübingen: Mohr / Siebeck, 313 Seiten. Ähnlich, nur auf die Pastoralbriefe bezogen, siehe E. Schnabel, „Der biblische Kanon und das Phänomen der Pseudonymität”, JETh, 3/1989, S.59-96.(23) R. Fuchs, Unerwartete Unterschiede: Müssen wir unsere Ansichten über die Pastoralbriefe revidieren?, Wuppertal: TVG R.Brockhaus, 2003, S.89-174.(24) Ebd., S.203ff.(25) Etwa bei B. Reicke, „Chronologie der Pastoralbriefe“, ThLZ, 101/1976, S.82-94; oder J. van Bruggen, Die geschichtliche Einordnung der Pastoralbriefe, Wuppertal: R.Brockhaus, 1981.(26) V. Hasler, Die Briefe an Timotheus und Titus (Pastoralbriefe), Zürich: TVZ, 1978, S.8+23ff.(27) G. Holtz, Die Pastoralbriefe, 3.Aufl., Berlin: EVA, 1980, S.68.70.72-73.(28) So beispielsweise Agnes A. Wilson, “The Hemiplegic Church”, Aware Magacine, 72 (April 1993), S.27-29. Bemerkenswert erscheint, dass dieses christliche Magazin in den Kontext der britischen Brüdergemeinden gehört, die traditionell der Frauenordination grundsätzlich kritisch gegenüber standen.(29) So schon M.E. Thrall, I and II Corinthians, Cambridge 1965, zur Stelle; J.B. Hurley, Man and Woman in Biblical Perspective, Grand Rapids 1981, S.185-194; W. Grudem, The Gift of Prophecy in 1 Corinthians, Washington 1982, S.245-255; D. Carson, aaO., S.151ff.(30) A. Schlatter, Die Kirche der Griechen im Urteil des Paulus: Eine Auslegung seiner Briefe an Timotheus und Titus, 2.Aufl., Stuttgart: Calwer, 1958, S.83ff.(31) Th.R. Schreiner, „Eine Interpretation von 1.Timotheus 2,9-15“, in: A. Köstenberger u.a. (Hrsg.), Frauen in der Kirche: 1.Timotheus 2,9-15 kritisch untersucht, Gießen: TVG Brunnen, 1999, S.145.(32) J. Cochlovius, „Die Frau in der Bibel“, in: G. Meskemper (Hrsg.), Ansätze zu einem neuen Denken in Naturwissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Theologie, Neuhausen-Stuttgart: Hänssler, 1985, S.146ff [143-153].(33) In: Pro und kontra Frauenordination: Referate und Voten auf der schaumburg-lippischen Landessynode am 5.Oktober in Bückeburg, idea-Dokumentation Nr. 28/91, S.11.(34) H. Bietenhard, Das tausendjährige Reich: Eine biblisch-theologische Studie, Zürich: Zwingli, 1955, S.10.
- 1. September - Seid fest im Glauben, wie ihr gelehrt seid
..verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit. Kolosser 2/7 Man muss das Fühlen loslassen und nur das Wort Gottes im Ohr haben. Dies ins Herz schreiben und daran festhalten, auch wenn es nicht den Anschein hat, dass meine Sünden von mir genommen sind, weil ich sie immer noch in mir spüre. Auf das Fühlen muss man nicht achten, sondern fest darauf beharren, dass Tod, Sünde und Hölle überwunden sind, obwohl ich immer noch fühle, dass ich in Tod, Sünde und Hölle stecke. Denn obgleich das Fühlen der Sünde noch in uns bleibt, so geschieht es allein deshalb, dass es uns zum Glauben treiben und den Glauben stark machen soll. Sodass wir gegen alles Fühlen das Wort (in der Bibel) aufnehmen und daran Herz und Gewissen an Christum festmachen. Denn Glaube ist nicht der menschliche Wahn oder Traum, den etliche für Glauben halten. Glaube ist eine lebendige, beherzte Zuversicht auf Gottes Gnade. So gewiss, dass der Gläubige tausendmal dafür sterben würde. Und solche Zuversicht und Erkenntnis göttlicher Gnade macht fröhlich, entschlossen und motiviert vor Gott und gegenüber allen Kreaturen. Welches der Heilige Geist bewirkt im Glauben.
- 31. August -.., sondern auch um seinetwillen leidet.
Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, Phi 1/29 Das Kreuz des Glaubens und des Wortes auf sich nehmen bedeutet so viel wie die Feindschaft des Teufels, der Welt, des Fleisches, der Sünde und des Todes freiwillig zu ertragen. Es ist gar nicht nötig, sich nach einem Kreuz umzuschauen. Fange nur den ersten Teil eines solchen Lebens an und verleugne dich selbst. Das bedeutet, verbanne die *Werkheiligkeit und bekenne die *Gerechtigkeit des Glaubens. So wird bald der zweite Teil, das Kreuz, auch da sein, das du dann auf dich nehmen sollst, so wie es auch Christus auf sich genommen hat. Weil aber die *Heuchler den ersten Teil ablehnen und ihre eigene Gerechtigkeit verteidigen, so nehmen sie auch das Kreuz nicht auf sich. Vielmehr werden sie selbst Folterknechte und Mörder der Gläubigen, die das Kreuz tragen. *Werkheiligkeit: Das Bemühen durch gute Taten vor Gott zu bestehen und gerecht gesprochen zu werden. *Gerechtigkeit: Durch das vergoßene Blut Christi am Kreuz von seiner Sünde befreit und gerecht gesprochen zu sein. *Heuchler: Hier Scheinchristen, die sich nicht wirklich bekehrt haben. Foto: Wesley Tingey
- 30. August - Sei stille dem Herrn und warte auf ihn...
Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht, der seinen Mutwillen treibt. 8 Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, entrüste dich nicht, dass du nicht Unrecht tust. Ps 37/7-8 Das ist die wahre Weisheit der Christen, Gott herrschen und regieren lassen. Was immer ungerecht ist und den Frommen weh tut, dem anbefehlen, der letztendlich alles genau und gerecht zurechtrücken wird. Ein Christ mag wohl die Sünde durch Gottes Wort entlarven; aber Gewalt soll er nicht ausüben und sich nichts anmaßen, es sein denn er hat *Gottes Befehl. Wenn du nun auch heilig, weise und fromm bist und merkst, dass viele Dinge ungerecht sind, so widme dich vor allem deinen Pflichten und gib im Beruf dein Bestes. Du kannst nicht alles und es steht nicht in deiner Macht alles, was krumm ist, geradezubiegen. Dort, wo es nicht gerecht zugehen will, das befiel dem an, der weiser und stärker ist als du. Dem lieben Vater im Himmel; der kann Kirche, Land und Leute, Staat, Wirtschaft, Heim und Familie besser regieren als du. Gottes Befehl: Weltliche Autorität, Verwaltung und Staat, die im Auftrag Gottes für Ordnung und Recht sorgen sollen. Foto: Julian L
- 29. August - Ich rief den Herrn an.
Ps 118/5 Es heißt: Ich -rief- den Herrn an. Rufen musst du lernen, das hörst du; und nicht dasitzen und den Kopf schütteln oder herumliegen und sich hängen lassen, was für ein elender Mensch du bist, in dem du dich in Gedanken selbst auffrisst und verrückt machst. Grübelst und danach suchst, wie du die Sorgen wieder loswirst und nichts anderes sehen kannst, wie schlecht es dir geht, welchen Schmerz du aushalten musst und überhaupt wie bemitleidenswert du bist. Stattdessen auf, du fauler Schlingel! Auf die Knie gefallen, die Augen und Hände zum Himmel gehoben, ein Psalm oder das Vaterunser gesprochen und deine Not mit Weinen vor Gott gebracht. Mit Klagen und Rufen deine Nöte vor Gott ausgebreitet, denn er will es so haben, dass du ihm deine Sorgen persönlich bringst und vorlegst und nicht auf dir sitzen lässt und dich damit herumschleppst. Ja, quälst und folterst, womit du aus einem Unglück zwei, zehn und hundert machst. Foto: Tingey Injury Law Firm
- Macht
Wir sind alle in Gefahr vom Zeitgeist mitgerissen zu werden.
- 28. August - Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit;...
Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Schmerzen, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. 22 Auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Joh 16/21-22 Eine jede Krise ist eine Geburt, durch welche der neue Mensch geboren wird und der alte stirbt. Denn Glaube und die Bedeutung des Wortes (Gottes) nimmt unter solchen Erfahrungen zu. Es mag einem Ablehnung oder Verfolgung, Krankheit oder Sterben bevorstehen, trotzdem soll man sich sagen: Sieh an, jetzt bin ich in der Geburt; jetzt muss ich standhalten und auf Gott vertrauen und die Geburtsschmerzen aushalten, bis ich gebäre. Das ist eine große Leistung des Glaubens, wenn man aushalten soll; aber gleichzeitig gibt es keinen anderen Weg durchzukommen. Dies Leben soll nichts anderes sein als ein *Hass auf den alten Menschen und ein Suchen und ein Verlangen des Lebens nach dem neuen Menschen (in mir). Durch das Wort des Evangeliums werden nicht Kinder gezeugt, die in der Wüste herumliegen. Sondern nach der Geburt sind sie junge Männer und Frauen, die ihrem Erzeuger alle Ehre machen und lehren (verkündigen), um andere geistliche Kinder zu zeugen. *Hass: Die Ablehnung oder auch Überwindung des alten Lebens in der Wiedergeburt (Bekehrung). Foto: Jimmy Conover
- 27. August - Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen...
Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. 1 Kor 1/18 Es ist die allergrößte Weisheit, an der erbärmlichen Gestalt des gekreuzigten Christus festzuhalten und sich nicht dafür zu schämen. Weil wir kaum mehr von Gott wissen und sehen können, als dass er gekreuzigt wurde. Demgegenüber ist das Grübeln über Gottes Größe und Majestät sehr gefährlich. Denn es kann sich ein böser Geist als Majestät Gottes ausgeben. Aber in die Gestalt des Gekreuzigten kann er sich nicht verwandeln; denn in dieser ist er überwunden und zu Boden geworfen worden. Deshalb hasst der Teufel das Kreuz auf das aller Feindselige. Wenn er dir also ins Herz flüstert, dass Christus ganz anders sei, als ihn Paulus hier darstellt, dann sage nur: Er hat es nicht richtig begriffen, sondern mit all seinen Worten gelogen, darum glaubst du auch nicht daran. Insofern, wer selig werden will, soll sich einfach vorstellen, es gäbe keinen anderen Menschen auf der ganzen Erde als ihn allein. Aller Trost und alle Zusagen Gottes in der heiligen Schrift gelten ihm allein und sind nur für ihn geschrieben worden. Foto: Gianna Bonello
- Heilung
Das Thema Heilung muss unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden: 1. Heilung von Sünden, die letztendlich zum ewigen Tod führen. In 1. Petrus 2/22 geht es um die Heilung von Sünden: er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Diese Heilung können wir nur dankbar annehmen durch das Bekenntnis zum Sohn Gottes, der für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Gleichzeitig setzt die wahre Bekehrung das Eingeständnis der eigenen Schuld im bisherigen Leben voraus. In den Schriften des frühen Judentums, wie dem Talmud, gibt es Begriffe, die auf den zukünftigen Messias hindeuten. So wird in einem Kommentar aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. zum babylonischen Talmud der Name Nagua - ,der Geschlagene, gesagt: Das ist der Messias, auf Griechisch Christus. Soweit war den jüdischen Gelehrten vor Augen, dass der Messias kommen und leiden würde. Heute bekehren sich viele aus dem jüdischen Volk aufgrund von Jesaja 53/4 : 4 Jedoch unsere Leiden– er hat ⟨sie⟩ getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. In einer Kirche in Salerno (Mittelitalien) wird den Gläubigen dieser geschlagene Christus gezeigt. Ganz plastisch erhält man eine Vorstellung davon, von der Sünde befreit und von der Strafe Gottes bewahrt zu werden. Denn anstatt des HERRN Jesus, kann man getrost sich selber in diesem Zustand liegen sehen. Es handelt sich hier um ein Bild gerechter Strafe, die jeden Menschen erwartet, der das Ziel verfehlt (Sünde bedeutet Zielverfehlung) und die Gnade Gottes von sich stößt. Nur das Lamm Gottes, Jesus Christus, konnte den Zorn Gottes über die verlorene Menschheit abwenden. Durch Seine Wunden sind wir geheilt..... Was bedeutet dies nun für uns Christen und die Gemeinde? Angesichts der oben genannten Umstände dürfen die Erlösten in Bescheidenheit, Demut und Gottesfurcht vor den Altar des HERRN kommen. Ganz unverdient sind sie errettet, nicht aus eigener Kraft, sondern allein aus Gnade. Eine der größten Herausforderungen in der Geschichte der Christenheit seit zweitausend Jahren ist die "Werkheiligkeit", wie Luther sie nennt, der Versuch, durch gutes Verhalten gerettet zu werden. Der Opfertod am Kreuz wird dadurch überflüssig gemacht und Werkheiligkeit ist somit ein Werk des Teufels. Erst im Bewusstsein der Gnade erfährt der Gläubige echte Bekehrung und Befreiung von Schuld und Sünde. 2. Heilung von körperlicher Krankheit Hier müssen wir zunächst unterscheiden, dass Krankheit von Ungläubigen immer ein Zeichen von Sünde ist, einem Leben, in dem Satan die Herrschaft hat. Bewusst, in dem man Götzendienst oder Okkultismus praktiziert oder unbewusst, in dem man das Evangelium ignoriert und Bekehrungsangebote nicht wahrnimmt. Gebrechen in einer gefallenen Schöpfung gehören also zum Alltag der Menschen, wie schon zu Zeiten Jesu auf Erden. Seit der Vertreibung aus dem Paradies hat die Sünde die Menschheit immer weiter von Gott entfernt und daher Krankheit sich weiter und weiter ausbreiten lassen. Nur dem von Gott gegebenen Verstand und der Kreativität ist es zu verdanken, dass Forschung und wissenschaftliche Erkenntnis diesem Trend entgegenwirken, ohne ihn aber zu stoppen. Bei allen medizinischen Erfolgen konnte die Folge der Sünde, der Tod, nie aufgehoben werden. Sie zeigt sich in einem steten Verfall des Körpers ab etwa dem 25. Lebensjahr. In der Erkenntnis des einigen Sterbens liegt die Einsicht, sein Leben vor Gott in Ordnung bringen zu müssen. Für die Erlösten hat das Thema Heilung von körperlicher Krankheit eine andere Bedeutung. Krankheit und Leid müssen hier stets in Verbindung mit der Gnade Gottes betrachtet werden oder anders gesagt: Alles, was Gott tut, ist auf die Ewigkeit gerichtet. Hat jemand ein sorgenfreies und gesundes Leben als Christ, so soll er dafür danken und seine Tage glücklich und in Ehrfurcht vor Gott verbringen. Tragt aber jemand an Leid, sei es körperlich oder seelisch, so kann man davon ausgehen, dass Gott damit ein Ziel damit verfolgt, weil wir ihm nicht gleichgültig sind. Oftmals sind Krankheit und Not Mittel, die Christen zur Buße und Umkehr von falschen Wegen treiben soll. Heilung von Christen sollte von daher immer erst unter dem Aspekt der seelischen Heiligung betrachtet werden. Sei es durch Schuldbekenntnis (Beichte) sei es durch Trost und Stärkung im Glauben; im Sterben auf ein seliges Ende. Ferner kann Leid unter Gläubigen noch andere Ursachen haben, wo es sich lohnt, einige Aspekte anzuschauen. Siehe Warum Christen leiden. Medizin als Gabe Gottes Gott kann unmittelbar heilen, ohne irgendwelche Zeichen und Sprüche, die man gegenüber Kranken anwenden muss. ER schenkt uns aber auch die Fähigkeit durch Forschung und Medizin Heilverfahren zu entwickeln, die wir Menschen zukommen lassen. So legt Jesaja in 2.Kö 2/20 dem König Hiskia einen Feigenkuchen zur Heilung auf sein Geschwür. Gott hatte zwar schon vorher angekündigt Hiskia zu heilen, aber dennoch benutz ER hier die Medizin, um die Heilung zu vollziehen und Jesaja betätigt sich als Krankenpfleger. In 1.Tim5/23 gibt Paulus seinem Mitarbeiter einen medizinischen Rat. Der Apostel hätte zwar Timotheus durch ein Wort heilen können, aber er gibt ihm einen medizinischen Rat. So müssen wir davon ausgehen, dass Erlöste keine Wunderheilung brachen, da sie ja auch durch Leid Jesus nachfolgen. Aber dennoch können Heilverfahren aus Wissenschaft und Forschung Christen helfen, gesund zu werden. Irrlehre zum Thema Heilung Wenn Petrus zu Pfingsten die Ausgießung des Heiligen Geistes mit den Worten des Propheten Joel beschreibt Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, … dann leitet sich hieraus keine Vollmacht für die Gemeinde ab, Wunder ausführen zu können, wie von der Pfingstbewegung immer wieder verbreitet wurde. Hier kündigt Petrus Phänomene an, die der Heilige Geist in den letzten Tagen bewirken wird, und zwar durch Juden in der Drangsalszeit. So bezieht Joel sich auf eine ganz andere Zeit mit seiner Prophetie in Vers 3, wenn es heißt: Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchsäulen. 4 Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. 5 Und es soll geschehen: Wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden. Das Horrorszenario, das der Prophet hier beschreibt, kann mit keinem bisherigen Naturereignis verglichen werden. Hier wird der Tag des HERRN angekündigt, die große Trübsal, der dritten Weltkrieg, an dessen Ende Israel von Norden her überrannt werden wird. Schon zu Beginn der Drangsalszeit werden die 144000 Juden aus allen 12 Stämmen sich zu Jesus bekehren und besondere Fähigkeiten bekommen, um möglichst viele Menschen noch zum Glauben zu führen. Insofern geht es bei der Heilung von körperlichen Krankheiten und anderen Nöten für Christen darum, dem Beispiel Jesu zu folgen und sich an seinen Leiden ein Beispiel zu nehmen, IHM nachzufolgen. Ferner gilt dies nicht nur für sich selbst, sondern es geht darum, mit der leidenden Menschheit solidarisch zu werden. Und es geht darum, Krankheit und Leid unserer Mitmenschen innerlich mitzutragen und wo wir können, für Bekehrung und Heilung zu beten. Eine Vollmacht Heilungswunder zu tun, wie es der ersten Gemeinde und den Aposteln gegeben war, können wir heute nicht davon ableiten. Tatsächlich ist es nur noch in seltenen Fällen möglich, denn Gott ist auch hier souverän in Seinem Handeln. Vor allem können wir aber Heilungswunder bei Ungläubigen erbeten, da es für sie darum geht, die Herrlichkeit des HERRN zu erfahren. Hingegen sei noch einmal beton, dass es bei gläubigen Christen darum geht, im Glauben gestärkt und "heil" zu werden. Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Mar 16/1 Zwei Arten von Salbungen benennt die Bibel. Bei der rituellen Salbung als Zeichen des Heiligen Geistes, wurden Könige und Propheten Israels in ihr Amt gesetzt. Es handelt sich also um eine geistliche Salbung. Daneben gibt es das körperliche salben, wie es zum Beispiel Maria Magdalena an Jesus tat. Eine Form der Nächstenliebe, die wohltuend ist und körperlich, medizinisch heilen sollte. In Jakobus 5/13 erfahren wir etwas über die Aufgaben der Gemeindeältesten, wenn es heißt: Jak 5/13 Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. 14 Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. 15 Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. 16 Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Die Aufgabe der Ältesten ist es zu prüfen, welche Ursache eine Erkrankung hat. Ist es eine Sünde, eine Prüfung durch Gott oder ein ungeklärter Konflikt des Kranken, der einer Heilung im Weg steht? Einige der Ursachen werden unter "Warum Christen leiden" in Glaubensfragen behandelt. Das Glaubensgebet soll dem Kranken dann helfen, sich zuversichtlich dem HERRN anzuvertrauen und Sünden zu bekennen. Die Salbung ist eine körperliche Zuwendung, eine Wohltat für den Erkrankten, die natürlich auch einen medizinischen Effekt haben kann. Salbung vermittelt aber auch ein Bild von Zuwendung und Beistand durch den Heiligen Geist. Wir können also mit Bitten für den Kranken vor Gott kommen. Falls jemand Sünden auf seinem Gewissen hat und sein Gewissen belastet ist, können diese vergeben werden. Vorausgesetzt der Kranke ist bereit seine Sünden zu bekennen, Vergebung oder Gutmachung zu leisten (soweit möglich) um somit "geistlich" gesund zu werden. Zweifel und Finsternis sollen vom Kranken weichen, er soll „geistlich“ heil, gestärkt und aufgerichtet werden. Aber eine Voraussetzung für eine sofortige, körperliche Genesung ist dies nicht. Wäre es anders, dann würden reihenweise Heilungen nach Krankenbesuchen durch die Ältesten stattfinden, aber dies geschah nach dem Tod des letzten Apostels Johannes nur noch sehr selten. 3. Heilung von Körper und Seele Von Alters her wurde Krankheit immer auch als Ausdruck von Sünde angesehen. Wurde jemand krank, dann konnte man davon ausgehen, dass er in einem Konflikt mit Gott stand: Und da sie nicht fanden, auf welchem ⟨Weg⟩ sie ihn hineinbringen sollten, wegen der Volksmenge, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinab mit dem Bett in die Mitte vor Jesus. 20 Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben. Lukas 5/19 Jesus heilte den Kranken, aber zuvor vergibt ER ihm die Sünden. Aber entgegen der verbreiteten Lehre der charismatischen Bewegung kann man nicht davon ausgehen, dass Glaubensschwäche vorliegt, wenn jemand erkrankt. Krankheit kann auch vererbt sein oder einfach auch auf Umwelteinflüsse zurückzuführen sein, siehe Seuchen und Epidemien. Angesichts dessen kann es nicht die Aufgabe von Brüdern sein, wie oben erwähnt, Wunderheilungen zu vollbringen. Vielmehr sollte zuerst der Verstand benutzt werden, um Ursachen zu ergründen. Beispielsweise in dem man den Kranken an eine gesunde Lebensweise ermahnt, einen guten Arzt empfiehlt, schädliche Einflüsse beseitigt oder sonst mit Rat und Tat unterstützt. Neben dem Gebet um geistliche Heilung muss auch Sündenvergebung, angeboten werden. Bevor man aber um Heilung für jemand betet, an ein Krankenbett tritt, sollte man prüfen, ob man nicht selber zuvor Sündenvergebung braucht. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Jak 5/16 Foto: Milanda Vigerova /Axel Nickolaus











